paPPa.com informiert:
Kinderrechte sind unteilbar! - Väterdemo in Berlin 18. Juni 2005
Rede Armin auf der Väterdemo am 18. Juni 2005 in Berlin
Was ist der Unterschied
zwischen den Grünen und uns Vätern?
Um
das herauszufinden, müssen wir uns fragen: Was sind unsere Gemeinsamkeiten?
Gemeinsam ist uns: Wir beide kämpfen um den Erhalt der Natur. Die
Grünen und wir.
Der Unterschied: Die Grünen
kämpfen - oder kämpften muss man
besser sagen - um den Erhalt von Pflanzen und Tieren, Flora und Fauna,
um jeden Frosch, um jeden Fisch. Richtig so! sage ich: Sie kämpften
um den Schutz des Biotops eines jeden Lebewesens, damit sich alles Leben
seiner Natur gemäß entwickeln kann.
Was diese Partei dabei
allerdings völlig außer Acht gelassen hat ist die Krönung
der Schöpfung. Das sind unser Kinder, also Lebewesen, die geboren
wurden, um das zu werden was sie sind: Menschen. Ihr Biotop, ihr natürliches
Umfeld (die Familie), in dem sie sich entwickeln und entfalten können,
haben die Grünen - und vor allem ihre feministische Fraktion – grün(d)lichst
zerstört.
Wo diese fundamentalistischen
MissionarInnen scheinbar grüner Politik sonst so biologistisch orientiert
sind, werfen sie uns „Biologismus“ vor, wenn
wir davon sprechen: Jedes Kind hat ein natürliches Recht auf beide
Eltern, ohne wenn und aber.
Dieses Naturrecht auf beide
leiblichen Eltern treten sie, die Grünen, die SPD und die Frauenbewegung
mit den Füßen.
Als Mitbegründer der
Grünen habe ich die Partei 10 Jahre nach ihrer Gründung wieder
verlassen. Warum?
Weil
sie alles andere für schützenswert hielt, jede Kröte, jeden
Igel, nur nicht die Kinder …
Wehe dem man hätte
sich aber nur einem Wurzelteil eines Baumes genähert. Der Protest
wäre groß gewesen. Kindern aber dürfen Wurzeln abgehackt
werden, nur keinem Baum.
Was die Grünen angeht,
haben sie seit ihrem Regierungsantritt den Rest ihrer noch begrüßenswerten
Ideale längst an der Garderobe des Bundeskanzleramtes abgegeben. Wenn
es früher bei den Grünen hieß: „Nie wieder Krieg!“ so hieß
es spätestens nach dem Kosovo-Krieg: „Nie wieder krieg ich so einen
Job!“ Jetzt, wo eine vorgezogene Wahl bevorsteht, sichern sie sich schnell
noch ihre Plätze in der Administration bis zur Pensionierung und erhöhen
jetzt schon mal ihr Gehalt, insbesondere im Familien- und Frauenministerium.
So jedenfalls konnten wir dies bestürzt aus der Presse entnehmen.
Die
Frauenbewegung reduzierte ihr Denken vor 30 Jahren nur noch auf den Bauch.
Denken aus dem Bauch heraus war in den 70ern gefordert und wurde in jedem
psychologischen Seminar seither gelehrt. (Ob es der Natur der Frau entspricht,
aus dem Bauch heraus zu denken vermag ich allerdings nicht mit Gewissheit
zu sagen, ein solches Denken wurde jedoch in gewissen Kreisen zur Norm
gemacht.)
Jedenfalls hieß die
Losung: Mein Bauch gehört mir, natürlich auch, und selbstverständlich,
mit allem was drin ist. Gleichgültig wo her die Frucht auch kam, die
Frau sollte von nun an mit der ungeborenen und geborenen Generation machen
können was sie will.
Seit diesem Moment wurden
Kinder zum Eigentum von Müttern vollständig erkoren und allgemein
legitimiert, ein Eigentumsrecht, das sie zu nichts mehr verpflichten sollte,
besonders gegenüber Dritten wie z.B. dem Vater.
Ohne
Pflichten und Verantwortung frei wählen zu können zwischen allen
nur denkbaren Lebensentwürfen, zwischen Familie und Beruf, von einem
Moment auf den anderen, wie zwischen Rock und Hose, wird das Kind bis heute
als Eigentum von ihr verbucht, als Faustpfand für Zahlungen aufs eigene
Konto.
Das Kind wird instrumentalisiert
und seelisch verstümmelt. Frau geht dabei auch über seelische
Leichen.
Dabei rede ich nicht von
den Frauen schlechthin - sie sind nicht böse, ich liebe sie - sondern
ich rede von dem Groove, der den heutigen Sound
des Lebens ausmacht, von dem Rhythmus, bei dem man und Frau heute mit muss.
Einst haben die Frauen
für die Hälfte des Himmels gekämpft, heute bestimmen sie
weitgehend die allgemeine Wetterlage.
Wie ein Orkan weht der
Feminismus uns um die Ohren.
Für jede klar denkende,
vernünftige Frau ist es schwer, sich gegen diesen Sturm aus dem Norden
zu wehren, da kann frau schon mal umfallen und
die Männer mit.
Zudem ist es all zu verlockend,
endlich nur noch das Beste vom Mann bekommen zu können, nämlich
sein Geld, frei von ihm selbst, frei von Skrupel, frei in der Wahl um Liebe
und Sex, frei eben, frei von allem, selbst von der sonst so gelobten Verantwortung.
Und: Das ganze mit massiver
Unterstützung durch Vater Staat.
Mit ihm stets an ihrer
Seite, einem sehr bequemen und wohlwollendem Partner, lebt es sich hervorragend.
Er fordert nichts, sondern gibt nur und schützt Frau - selbst und
vor allem vor dem Vater der gemeinsamen Kinder.
Im
Unterschied zu den Frauen: Wir Männer können nicht wählen.
Wir sind vorbestimmt zu dem wozu man uns von Kindesbeinen an über
Generationen geformt hat. Wir können nicht wählen zwischen Rock
und Hose, zwischen Familie und Beruf, so hin und her, wie es uns gerade
in den Sinn oder Bauch kommt. Unser vorgegebener Auftrag ist in erster
Linie Ernährer zu sein, worauf sich vielfach die von ihr reduzierte
Paparolle beschränkt. Das spüren wir vor allem spätestens
dann, wenn wir als Vater endgültig ausgegrenzt sind.
So - nun haben wir den
Salat.
Die Rechnung für die
Ausgrenzung und Diffamierung von Männern lässt nicht mehr lange
auf sich warten. Jetzt liegt sie auf dem Tisch und will beglichen werden.
Jetzt beginnen wir allesamt
und allzu langsam zu erkennen, was sich vor 50 Jahren schon andeutete und
vor 30 Jahren weithin klar und bekannt war, jedoch seither kräftig
tabuisiert wurde und wird: Unsere Gesellschaft ist vom Austrocknen bedroht.
Schon Adenauer negierte
das Phänomen des Geburtenrückgangs: „Was interessieren mich Kinder“,
rief er den Menschen zu, „Kinder bekommen die Leute immer.“
Nur lag seinerzeit die
Geburtenrate bei 2,4 Kindern pro Paar und heute sind es, zieht man Immigrantenkinder
ab, nicht 1,4, wie die Statistik ausweist, sondern durchschnittlich 1,2
Kinder, die sich zwei liebende Menschen noch gönnen wollen.
Wir steuern somit auf
eine demographische Katastrophe zu.
Warum ist das so?
Nicht
die allgemeine wirtschaftliche Lage, die Arbeitslosigkeit ist es, die den
Kinderschwund verursacht. Die Geburtenrate sank auch in Zeiten wirtschaftlicher
Prosperität, bei wirtschaftlichem Aufschwung und gerade dann. Die
Kinderzahl stieg stets in Zeiten der Arbeitslosigkeit z.B. in den 20er
Jahren. Es ist auch nicht der so genannte Pillenknick. Gerade die, die
am wenigsten Geld in der Haushaltskasse haben, bekommen
die meisten Kinder, nach wie vor.
Akademiker hingegen bleiben
am liebsten ohne Kinder unter sich. 40% der Akademikerinnen haben keine
Kinder. Aber, man höre und staune, ein bisher besonders stark gehütetes
Geheimnis wird nun langsam bekannt: Nicht nur über 40% der Akademikerinnen
bleiben kinderlos, sondern 56% der Akademiker. Es ist also nicht die wirtschaftliche
Situation, die uns in eine Krise der Bevölkerungsentwicklung stürzt.
Die Gruppe der besser Verdienenden, die Gruppe dieser gelernten Bedenkenträger,
die, die gerne immer nur die allgemeine Situation für alles verantwortlich
machen, diese gesellschaftliche „Elitegruppe“ bleibt am ehesten enthaltsam,
wenn es um Kinder geht.
Dabei sind es vor allem
die Männer, die so genannten „jetzt noch nicht aber später vielleicht
Väter“, die sich nicht mehr klar zu einer Elternrolle bekennen wollen.
Warum? Drei Dinge braucht
der heutige Mann, drei Dinge wonach er strebt, um im Leben oder besser
mit Erfolg im Berufsleben seien Mann stehen zu können. Tugenden und
Haltungen werden von ihm gefordert, die gerade im globalisierten Zeitalter
besonders in Europa immer mehr gefragt sind.
1. Bei aller Risikobereitschaft
heißt die Devise jetzt gleichzeitig Risikominimierung,
2. bei aller Investitionsfreude
wird nun Kostenminimierung zur Pflicht (Sparen und Geiz ist geil) - und
zu guter Letzt geht es
3. um Planungssicherheit,
gepaart mit dem, was in modernen Zeiten Nachhaltigkeit und Kontinuität
genannt wird.
Was diese drei Dinge angeht
- Risikominimierung, Kostenminimierung und Planungssicherheit - geht es
dem Mann auf dem Weg zum Vater wie dem Manager und dem Politiker. Vorsicht
und Zurückhaltung sind angesagt, bis zum Handlungs- bzw. Zeugungsboykott.
Männer
sind Projekttypen. Ein Projekt braucht für den Mann Planungssicherheit,
Kontinuität und neudeutsch gesprochen auch Nachhaltigkeit und zu guter
Letzt eine positive Entwicklung, ein positiven Ergebnis. Dafür gibt
das männliche Geschlecht, so verantwortungsvoll wie es erzogen ist,
nahezu alles, als läge es in seiner Natur, sich vor eine Familie zu
stellen, wie in Zeiten John Waynes.
Aber der Mann kann sich
heute auf nichts mehr verlassen.
Wenn doch, wird er verlassen und bleibt er verlassen, nicht nur von Frau
und Kindern, sondern auch von Geld, Haus und Hof.
Frau nimmt alles.
Wie hieß es so schon
in der Frauenbewegung? Wer mir den Hof macht, soll mir auch die Küche
machen. Jetzt heißt es, wer mir nicht die Küche macht, dem nehme
ich den Haus und Hof und suche mir einen anderen Koch zwischen Bett und
Herd.
Die allseitig entwickelte
Freiheit der Frau, ihr legitimiertes Denken und Handeln aus dem Bauch heraus,
lässt den heutigen Mann nur noch zum potentiellen Vater werden, nur
noch zu einem „jetzt noch nicht aber später vielleicht Vater“. Der
heutige Mann traut sich nicht mehr Vater zu sein und geht sogar das
Risiko der Trennung ein, wenn sie, plötzlich in Torschlusspanik verfallen,
schnell noch ein Kind will. Ihr ist es dann egal von wem, Hauptsache Kind
in Begleitung von Vater Staat. Meistens läuft sie aber ohne Kind durchs
Leben, hat die Zeit verpasst, jammert und liest Emma.
Von klein an erfuhr der
Mann schon als Junge tagtäglich um sich herum, wie seines gleichen
in Sachen Familien ausgegrenzt wird. Ein großer Teil seiner Schulkameraden
lebte schon nicht mehr in einer vollständigen Herkunftsfamilie. Oftmals
gehörte Mann schon als Kind einer getrennten Familie an. Wenn kann
es also wirklich noch wundern, wenn jetzt 26
Prozent der jüngeren deutschen Männer (gegenüber nur 11
Prozent der Frauen) ganz grundsätzlich schon keine Kinder haben wollen?
Wenn wir aus der Katastrophe
der Verwüstung unserer Zivilisation heraus wollen, dann müssen
Frauen wie Männer, Politik und Wirtschaft, wir allesamt wieder anerkennen:
Jedes Kind braucht beide Eltern gleichermaßen, wie der Baum seine
Wurzeln und zwar vollständig.
Wer dieses Biotop beider
leiblichen Eltern unserer Kinder nicht schützt, verödet die gesellschaftliche
Landschaft.
Deshalb:
Bei allen kleinen Fortschritten, die das neue Kindschaftsrecht von 1998
mit sich brachte, ist kritisches Denken gefordert. Das Kindschaftsrecht
ist keine Erfindung kluger Pädagogen, sondern war eine Forderung der
EU, die in Deutschland nur unwillig angegangen werden wollte. Auf spezifisch
deutsche Weise wurde der Europäische Wille gerade dort gestutzt, wo
es um die Rechte der Kinder ging.
Der Kern der Gesetzesänderungen,
die sich durch das BGB hindurch ziehen, was wir Kindschaftsrecht nennen,
liegt in zwei Paragraphen: In §
1671 BGB und §
1626a BGB. In diesen beiden Paragrafen kommt in vornehm getarnter Weise
der feministische Eigentumsbegriff an Kindern durch nur einen Elternteil
zum Ausdruck.
Wenn die Frau Besitz an
Kindern ergreifen will, dann in der Regel mit Erfolg indem sie sich an
ein Familiengericht wendet, ehelich über § 1671 oder unehelich
über § 1626a auch ohne Gericht. In aller Regel bekommt sie das
Kind als ihr Eigentum, durch einen richterlichen Beschluss auf dem goldenen
Tablett zurück, nach dem sie es zuvor auf den Richtertisch gelegt
hat.
Deshalb gilt es, diese
beiden Rechtsnomen ersatzlos zu streichen. Also weg mit § 1671
und § 1626a BGB.
Niemand soll mehr das alleinige
Sorgerecht für sich in Anspruch nehmen können. Und niemand soll
mehr ungehindert den Umgang mit dem Vater, den Geschwistern, den Großeltern
und weiteren Bezugspersonen des Kindes boykottieren dürfen – denn
auch hier liegt allzu Vieles noch im Argen.
Kinder brauchen beide Eltern,
ohne wenn und aber, so wie jede Pflanze ihre Wurzeln und zwar vollständig.
Wer das negiert, wer Wurzeln nur der Pflanzenwelt zuspricht, hat von der
Natur, der unbelebten, der belebten und der menschlichen Natur nichts verstanden.
Daher: Weg mit § 1671
BGB, denn jedes Kind hat ein natürliches Recht auf beide leiblichen
Eltern. Es braucht dieses Recht und die damit korrespondierende Verpflichtung
beider Eltern, um gesund wachsen, aufwachsen und gedeihen zu können.
Lasst uns für die
Streichung beider Paragrafen, 1671 BGB und 1626a kämpfen und um die
Sicherheit wieder Vater sein zu können, gleichgültig ob mit oder
ohne gemeinsamen Wohnsitz.
Kinder brauchen Väter.
Lasst uns wieder voll und ganz Väter sein, dafür müssen
wir kämpfen, um unserer Kinder willen.
-> NEXT: Rede von Marianne Heß, "Großelterninitiative pro Enkel"
Stand dieser Seite: 18.6.05 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/aktion/Elterndemo2005/Vaeterdemo-2005-Armin.htm
© Urheberrechtsvermerk: Dieses Dokument
und Teile davon unterliegen dem Urheberrechtsschutz.
Unerlaubtes Kopieren ist auch gesetzlich untersagt. paPPa.com
behält sich vor, gegen Verstöße auch rechtlich vorzugehen.
Wir verweisen auf die Möglichkeit, einen LINK zu legen.
Feminismus, Die Grünen, Staatsfeminismus, Verantwortung, Naturerhalt, Sorgerecht, Mütterrecht, alleiniges Sorgerecht, BGB, 1671, 1626a, Umgangsboykott, Geburtenrückgang, Demographie, Zeugungsstreik
Wenn Sie unsere Informationen
nützlich finden, freuen wir uns auch über Ihre Unterstützung
durch eine Spende an paPPa.com e.V. (Konto 337 02 00, BLZ 100 205 00 -
Bank für Sozialwirtschaft). Sie ist steuerlich absetzbar und wir sind
darauf ...
Ab 20 €uro senden wir unaufgefordert eine Spendenquittung.