Väter
radeln für Gerechtigkeit !
DAS UNRECHT IST ERKANNT UND
LANGE DISKUTIERT - JETZT WIRD GEHANDELT !!!
Protest-Staffel-Fahrt mit dem
Fahrrad zum Bundeskanzleramt
gegen die Benachteiligung von Vätern am
27., 28. und 29. März 99 von Paderborn nach Bonn
AKTUELL:
Erste Berichte: Artikel im Bonner Generalanzeiger und BILD
Fotos/O-Töne von
der Aktion von Tobias Köster + Fotos
von der Aktion beim Väteraufbruch Ostwestfalen-Lippe
Bonner Generalanzeiger, 30.3.99
Väter kämpfen um das Sorgerecht für
ihre Kinder
DEMONSTRATION 25 Personen fühlen mit dein Fahrrad von Paderborn
nach Duisdorf. Fallbeispiele vorgelegt
Von Berit Keiser
Duisdorf. Die Fahrräder mit roten und weißen Luftballons geschmückt, zogen die 25 Radfahrer die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf sich. Sie waren am Samstag in Paderborn aufgebrochen, fuhren über Soest, Dortmund, Wuppertal und Köln nach Bonn und begaben sich gestern auf den Weg zum Familienministerium in Duisdorf, anschließend weiter zum Bundeskanzleramt.
[Gruppenfoto - 17 Väter und ein Fahrrad, Bildunterschrift: "Per Rad kamen die Väter aus Paderborn nach Bonn, wo sie im Familienministerium, im Kanzleramt und im Bundestag empfangen wurden."]
Drei dicke Ordner voll mit Fallbeispielen, in denen das neue Kindschaftsrecht nicht angewendet wurde, lieferten sie im Ministerium ab. Dazu legten sie die UN-Kinderrechtskonvention. Im Juli vergangenen Jahres trat das neue Kindschaftsrecht in Kraft: Haben Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind, so bleibt es auch im Fall der Trennung oder Scheidung dabei, wenn nicht ein Elternteil die AIleinsorge für sich beansprucht. Zudem sollten die rechtlichen Unterschiede zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern beseitigt werden.
Die Erfahrungen der demonstrierenden Väter, Mütter und Kinder sehen anders aus. "Väter, die um ihre Kinder kämpfen und weiterhin gute Väter sein wollen, sind massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt", äußerte Herbert Luig aus Gütersloh. Denn die deutsche Gesetzgebung im Kindschaftsrecht sei bis heute nicht oder nur halbherzig in der Lage, mit entsprechenden klaren Gesetzen dem Kind einen Zugang zum Vater zu garantieren. Das Kindschaftsrecht werde nicht umgesetzt und fordere zu rechtswidrigem Verhalten wie Kindesentzug auf, heißt es in einem Papier des Bundesverbands "Väteraufbruch für Kinder". Der Verband sowie der Kasseler Verein "Vater sein trotz Trennung" hatten zu der Demonstration aufgerufen.
50 Demonstranten fuhren mit, doch die Hälfte kehrte auf halbem Weg wieder um, weil sie am Sonntag abend wieder zu Hause sein mußte. Die Vereine fordern, Richter und Jugendämter fortzubilden sowie im Familienministerium eine Abteilung für Väter mit einem verantwortlichen Beauftragten einzurichten. Außerdem wünschen sie sich die Möglichkeit der freien Entscheidung für den Erziehungsurlaub durch genügend finanzielle Unterstützung. Dabei sollen auch Eltern, die nicht zusammen leben, Recht auf geteilten Erziehungsurlaub haben.
"Väter haben nach wie vor kein Sorgerecht, wenn es die Mutter nicht will", beklagt Holger Danzebrink vom Väteraufbruch die Praxis. Die Erfahrung zeige, daß Müttern das Sorgerecht eher zugesprochen werde - das entspreche nicht der UN-Kinderrechtskonvention. Um diesen Zustand zu verändern, überreichten die Demonstranten im Familienministerium einen langen Fragenkatalog, in dem ihr Unmut sichtbar wird. Ein Ministeriumsvertreter sicherte ihnen zu, ihre Fragen zu beantworten und nach Lösungen zu suchen.
Trennungsväter protestieren mit Fahrrad-Demo nach Bonn - BILD 29.3.99
Mein Name ist Holger Danzebrink, ich bin seit dem 7.10.1998 Vater meiner Tochter Alina. Von der Geburt habe ich erst 2 Tage später erfahren. Gesehen habe ich meine Kleine erst ein einziges mal.
Ich kämpfe nun für das Recht meiner Tochter auf Umgang zu ihrem Vater.
Es soll endlich eine tragbare politische Entscheidung her, die die Umgangsverweigerung als Waffe in Konfliktsituationen unterbindet.
Mein "Fall" ging mehrfach durch die hiesige Presse, sowie durch die BILD. Es folgten mehrere Radiointerviews. Die Resonanz der Öffentlichkeit war überwältigend, doch leider hatte ich dadurch immer noch keinen Kontakt zu meiner Tochter.
Ich bin der Meinung, daß wir uns (zum Teil als Betroffene) zusammenschließen müssen , um im Interesse unserer Kinder etwas für sie erreichen. Schluß mit der Jammerei, wir müssen anfangen etwas an der Situation zu ändern. Tretet in die Pedale und laßt uns gemeinsam etwas erreichen !
"Väter radeln für Gerechtigkeit", unter diesem Motte steht die für den 27. und 28. März geplante Aktion, in der ein großer Mißstand aufgedeckt wird. Begleitet wird diese Aktion durch Presse, Funk und Fernsehen.
Ich rufe hiermit zur Beteiligung auf, denn nur zusammen können wir etwas bewegen.
Wenn jeder Interessierte nur einen kleinen Beitrag leistet, so kann aus dem Vorhaben ein großer Erfolg werden, der letztendlich dem Ausdruck "Zum Wohle des Kindes" Glaubhaftigkeit verleiht.
Anmelden und beteiligen kann sich jeder , der mit seiner jetzigen Situation nicht zufrieden ist bzw. Kindern eine kontinuierliche und unbeschwerte Entwicklung ermöglichen möchte. Wie kann man sich beteiligen?
10. März 99 - paPPa.com: Es sieht so aus, als ob dies ! DIE ! Aktion von Vätern für ihre Kinder im Jahre 1999 wird, denn,
2. Aufruf zur Beteiligung, 8. März 1999
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe betroffene Kinder, Väter und Mütter!
Jedes Jahr verlieren mehr als 150.000 Kinder aus verschiedenen Gründen nach Trennung oder Scheidung den Kontakt zu einem Elternteil. In 90% der Fälle ist es der Vater, auf den ein Kind verzichten muß. Nicht selten endet ein solches Kinderschicksal im Suizid bzw. in massiven Problemen im späteren Leben (siehe u.a. das Buch von Karin Jäckel: "Der gebrauchte Mann").
So erging es auch Holger Danzebrink. Im Oktober 98 ist er Vater einer Tochter geworden. Da die Beziehung zur Mutter jedoch vor Geburt auseinander ging, wünschte sie zunächst keinen Kontakt des Vaters zum Kind. Der Vater mußte um jede Minute Umgang mit seiner Tochter kämpfen und hat sie in den ersten 4 Monaten nur 2 x sehen dürfen. Aktuell zeichnet sich eine leichte Besserung der Situation ab - auch wegen des beständigen Einsatzes des Vaters.
Nachdem ihm auch vom Jugendamt nicht nachhaltig geholfen werden konnte und er erfahren mußte, dass sehr viele andere Väter die gleiche Situation hilflos erleben müssen, hat er sich entschlossen, eine Fahrrad-Proteststaffel nach Bonn zu organisieren.
Sie findet statt am 27. bis 29. März. Betroffene Eltern, Großeltern, Alleinerziehende, Trennungs-Väter und -Mütter, ausgegrenzte Eltern, betroffene Kinder und weitere Interessierte radeln in einer Staffel von Paderborn nach Bonn. Begleitet wird die Aktion mit einem Versorgungsbus und von oben mit 2 Cessnas und einem Hubschrauber. Aus dem Ruhrgebiet kommt eine weitere Staffel, es gibt weitere Aktivitäten aus Düsseldorf und auch das paPPa-Mobil ist im Einsatz.
In Bonn sollen die UN-Kinderrechtekonvention und hunderte von dokumentierten Einzelfällen dem Bundeskanzleramt/Familienministerium übergeben werden. Diese Fallsammlung dokumentiert: "Millionen Halbwaisen erhalten ihre Väter zurück!? - Nix da! die Reform des Kindschaftsrechts greift nicht!" Nach der Übergabe findet ein Gespräch mit namhaften Politikern aller großen Parteien im Wasserwerk Bonn statt. Außerdem spielt die nicht nur in NRW bekannte Band "Fly by Night" u.a. einen für diese Aktion produzierten Song.
Die Aktion wird von verschiedenen Verbänden unterstützt, so dem bundesweiten Verein "Väteraufbruch für Kinder e.V.", der nordhessischen Vätergruppe "Vater sein trotz Trennung" e.V. und dem Internet-Info- und Dokumentations-Projekt paPPa.com.
Neben den bisher erfolgten Berichten im Westfälischen Volksblatt, der BILD und Radio Hochstift wird auch das WDR Fernsehen von der Aktion berichten. Aber auch RTL, SAT1, Teuto-Tele, Westfalia TV, Lokalradios in NRW, diverse Pressedienste, Westfalen-Blatt, Ruhr-Nachrichten, Bonner Generalanzeiger und viele andere Medienanstalten wurden bereits informiert und haben z.T. die Berichterstattung zugesagt.
Es sieht so aus, als ob dies DIE Aktion von Vätern für ihre Kinder im Jahre 1999 wird.
Dies reicht jedoch nicht aus. Wir benötigen noch viel mehr Verantwortungsbewußte, die sich an dieser Aktion beteiligen. Es müssen viel mehr bekannte Persönlichkeiten, Vereine und andere Institutionen diese Aktion tatkräftig unterstützen und sich solidarisch erklären.
Daher möchten wir Sie bitten, sich ebenfalls zu beteiligen:
Bitte lassen Sie Holger Danzebrink mit seiner Aktion nicht allein. Helfen Sie mit!
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern persönlich zur Verfügung. Oder informieren Sie sich im Internet unter http://www.kindeswohl.de oder http://www.paPPa.com. Die Kopiervorlagen für die Texte stehen als RTF-Datei zum Download zur Verfügung unter http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/service.htm.
Ihrer Antwort sehen wir mit Freude entgegen, jede Hilfe zählt!
Väter radeln für Gerechtigkeit
Holger Danzebrink, Tel. 05254 - 66 09 99,
Fax 66 09 09, eMail: Hdanzebr@aol.com-
Germanenstr. 20, 33106 Paderborn
Rüdiger Meyer-Spelbrink, Tel. 05650
- 92 10-60, Fax -61, eMail: Meyer-Spelbrink@t-online.de-
Am Wasser 25, 36219 Cornberg-Rockensüß
Spendenkonto Spada-Bank Kassel e.G.,
Kennwort: "Väter radeln für Gerechtigkeit"
BLZ: 520 905 00, Konto: 200253229
http://members.aol.com/vaeterks/aktionen/aktradpb.htm
- Väter radeln für Gerechtigkeit
http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/aktradal.htmBrief
des Vaters an seine Tochter
http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/aktradja.htm
Brief an das Jugendamt Paderborn
http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/pehd.htm
Presseveröffentlichungen
http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/aktradbk.htm
Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder
http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/aktradst.htmLaßt
Holger Danzebrink nicht allein! http://members.aol.com/VaeterKS/aktionen/aktraddk.htmBeiträge
aus der Väter-Newsgroup
VÄTER RADELN FÜR GERECHTIGKEIT
Von Andre Best (Text) und Wolfram Brucks (Foto)
KREIS PADERBORN (WV) Sie sind stolze "Papas", zahlen Unterhalt, bekommen ihre Kinder aber leider nur selten oder gar nicht zu Gesicht. Wenn die Scheidung amtlich ist und Mütter ein Besuchsrecht untersagen, verlieren Väter meist völlig den Kontakt zum Kind.
"Meine Tochter hat ein Recht darauf, ihren Vater kennenzulernen", sagt Holger Danzebrink aus Paderborn. Der 26jährige ist einer von bundesweit mehr als 100.000 Vätern, die nicht Papa sein dürfen (das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT berichtete). Um auf dieses Vaterschicksal und weitere aufmerksam zu machen, hat Holger Danzebrink nun eine einmalige Aktion ins Leben gerufen. Gemeinsam mit zahlreichen Gleichgesinnten will er mit dem Fahrrad nach Bonn radeln, um Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich die UN-Kinderrechtskonvention zu überreichen und ihm zahlreiche Väterschicksale schildern.
Unterstützt wird Holger Danzebrink vom Kasseler Verein "Vater sein trotz Trennung" und vom Väteraufbruch für Kinder e.V. in Bonn, dessen Mitglied er seit einigen Monaten ist. "Nach dem neuen Kindschaftsgesetz haben Kinder ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Doch leider werden Elternkonflikte am neuen Kindschaftsrecht vorbei, zum Nachteil der Väter und über den Rücken der Kinder ausgetragen. Hier sehe ich die Politik gefordert, für Abhilfe oder geeignete Lösungsvorschläge zu sorgen", sagt Holger Danzebrink, der für seine viermonatige Tochter zwar Unterhalt bezahlt, sie aber nur äußerst selten sehen darf.
Der Paderborner läßt nichts unversucht, um auf die Problematik
hinzuweisen. Jetzt will er sogar bei Bundeskanzler Gerhard Schröder
vorstellig werden. Die bundesweite Aktion, die Danzebrink ins Leben gerufen
hat, heißt "Väter radeln für Gerechtigkeit" - Running for
our children (Fahren für unsere
Kinder). Dabei handelt es sich um eine großangelegte Fahrradstaffel,
die nonstop über Tag und Nacht [Anmerkung von Holger Danzebrink:
"Vielleicht etwas übertrieben ..."] vom 27.3.- 28.3. vom Rathausplatz
Paderborn (Start 9 Uhr) zur Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland nach Bonn führt. Von dort aus startet eine kleinere
Delegation zum nahegelegenen Bundeskanzleramt.
Aber nicht nur betroffenen Väter aus dem Kreisgebiet Paderborn wollen für Gerechtigkeit radeln: Geplant sind mehrere Fahrradstaffeln, die im Umkreis von 250 km um Bonn herum starten und sternförmig im Regierungsviertel eintreffen. Die Resonaz ist schon jetzt riesengroß. Alle auf dem Weg Paderborn-Bonn befindlichen Vätergruppen haben ihre Unterstützung fest zugesagt [!?]. Allein aus dem Kreisgebiet Paderborn werden rund 100 Papas erwartet. Danzebrink: "Ich rechne mit insgesammt 500 Radlern, die die Sache unterstützen." Auch für Väter die unterwegs "schlapp" machen, ist gesorgt. Paralell zur Protestfahrt werden Busse eingesetzt, so daß Ruhepausen und ein späterer Neueinstieg in die Staffel jederzeit möglich sind. Auch ein paar prominente Väter (u.a. RTL Moderator Hans Meiser) sowie die Bürgermeister der verschiedenen Städte, unter anderem auch Paderborns Stadtoberhaupt Wilhelm Lüke, und auch nichtbetroffene Väter und Mütter sollen für die Aktion gewonnen werden.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. "Was jetzt noch fehlt ist die Zusage vom Bundeskanzler, uns zu empfangen", so Holger Danzebrink.
Weitere Informationen sowie Anmeldung zur Protestfahrt sind bei Holger Danzebrink (Telefon 05254/660 999) oder Rüdiger Meyer-Spelbrink (05650/921 060) sowie über das Internet unter http://members.aol.com/vaeterks/aktionen/aktradpb.htm möglich.
Westfälisches Volksblatt, 30.12.98 (Artikel als Grafik)
Paderborner Vater zahlt Unterhalt, darf aber sein Kind aber nicht sehen
Verzweifelter Vater kämpft um seine Tochter
Von André Best
Paderborn (WV) Holger Danzebrink ist ein Vater, der nicht Vater sein darf. Seit Mai dieses Jahres lebt der 26jährige von seiner ehemaligen Freundin getrennt. Am 7. Oktober erblickte seine kleine Tochter Alina das Licht der Welt. Der stolze Vater zahlt zwar Unterhalt, hat seinen "kleinen Sonnenschein" aber bislang so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen. Seine Ex-Freundin verweigert jeden Kontakt. Es sagt: "Mein größter Wunsch ist es, Alina in die Arme schließen zu dürfen. Ich will der Mutter das Kind nicht wegnehmen, glaube aber, glaube aber, daß meine Tochter ein Recht darauf hat, ihren Vater kennenzulernen."
Dabei hatte das Jahr 1998 für den Fernmeldeanlagetechniker aus Paderborn eigentlich so hoffnungsvoll begonnen. Der 26jährige lebte mit seiner Freundin zusammen. Alles klappte bestens. Als sie erfuhren, daß Nachwuchs ins Haus stehen würde, schien das Glück perfekt. Im Mai dieses Jahres ging die Beziehung jedoch in die Brüche. "Die Chemie zwischen uns hat einfach nicht mehr gestimmt. Vielleicht waren wir auch mit der neuen Situation, mit der Schwangerschaft und mit der Tatsache, künftig Eltern zu sein, zu sehr überfordert. Wir hatten eine schöne Zeit, doch zuletzt haben wir uns nicht mehr verstanden" sagt Holger Danzebrink. Seit der Trennung wechselten die beiden kein Wort mehr miteinander, obwohl der Geburtstermin immer näher rückte.
Am 7. Oktober war es dann soweit. Die kerngesunde Alina erblickte das Licht der Welt. Nur Holger Danzebrink wußte nicht, daß er Vater einer Tochter geworden war. "Ich habe es erst zwei Tage später durch eigene Nachforschungen erfahren. Meine ehemalige Lebensgefährtin hat mich nicht einmal informiert" bedauert der Paderborner. Auch ein Besuch im Krankenhaus war nicht gerade von Erfolg gekrönt. "Ich habe meine Tochter nur einmal kurz gesehen, sie hat ganz lieb in ihrem Bettchen gelegen und geschlafen. Bis vor kurzem hatte ich nicht mal ein Foto von ihr."
Holger Danzebrink weiß nicht mehr weiter. Der Vater zahlt zwar den Unterhalt für seine Tochter, darf Alina aber nicht sehen. "Ich denke, das Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen, dieses Recht sollte dem Kind niemand nehmen", so der 26jährige. Rechtliche Schritte will er (noch) nicht einleiten. "Ich habe noch Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung. Das wäre für alle Beteiligten und vor allem für Alina wohl das beste."
Unterstützung erfährt Holger Danzebrink zur Zeit nur von der Vätergruppe "Vater sein trotz Trennung" und vom Verein Väteraufbruch für Kinder e.V., dessen Mitglied er seit zwei Monaten ist. Auch beim städtischen Jugendamt hat sich der Vater über seine Rechte informiert. Mit bislang nur mäßigem Erfolg. Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Am 14. Januar darf er seine Tochter wiedersehen. Das Jugendamt hat Eltern und Tochter zu sich gebeten: zum "Gütetermin".
BILD 28.12.98 (Artikel als Grafik)
Tränen unterm Weihnachtsbaum
Vater darf seine Tochter nicht sehen
Von Corinna Hämmerling
Paderborn - Ist das wirklich zum Wohl unserer Kinder?
Vater Holger (26) aus Paderborn hätte sein Töchterchen so gerne Heiligabend beschert. Doch das durfte er nicht. Wie rund 150.000 andere Väter in Deutschland auch [Anmerkung paPPa.com: BILD verwechselt hier etwas: Jährlich kommen ca. 150.000 Kinder hinzu, denen es genauso geht, macht in 10 Jahren etwa 1,5 Millionen.]. Wieso, der Elektroniker erzählt:
"Vor einem Jahr lerne ich Ute kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nur wenige Wochen später zog sie zu mir."
Doch das Liebeglück war nicht von Dauer, Holger: "Mit der Schwangerschaft veränderte sie sich. Plötzlich nörgelte sie an mir rum. Wir stritten und immer häufiger. Schließlich wollte sie die Trennung, zog aus."
Fortan Funkstille, Holger: "Ich wußte, daß sie im Okotber das Kind bekommt. Fast jeden Tag telefonierte ich die Krankenhäuser ab, erfuhr so von der Geburt meiner Tochter."
Und weiter: "Zwar gab sie mich als Vater an, wollte aber nicht, daß ich das Mädchen sehe. Sogar ein Baby-Foto verweigerte sie mir. Und das kann sie ja auch, hat allein das elterliche Sorgerecht. Nun trat das Jugendamt quasi als Vermittler ein, setzte sich für mich (zahle 291 Mark Unterhalt monatlich) ein. Mitte Januar, 30 Minuten lang, darf ich die Kleine nun sehen."
Holger traurig: "Selbst das Weihnachtspaket erhielt meine Tochter nicht. Es kam ungeöffnet zurück." Und die Mutter: "Kein Kommentar."