Bündnis für Kinder
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Berlin, den 24. September 1997
PRESSEERKLÄRUNG zur Verabschiedung der Kindschaftsrechtsreform am 25.9.1997
Berlin. Das Bündnis für Kinder und Menschenrechte - Parents FOREVER Germany, als Dachverband von Elternorganisationen, denen das Sorge- und Umgangsrecht verweigert wird, und als deutsche Sektion von Parents FOREVER International, schließt sich den Anträgen von Teilen der SPD-Fraktion (Dr. Edith Niehuis, Hanna Wolf), der Bündnis90/Die Grünen-Fraktion (Rita Grießhaber) sowie der PDS-Fraktion (Christina Schenk) im Deutschen Bundestag an und lehnt die Verabschiedung in der Form der BT-Drucksache 13/8511 vom 12.9.1997 entschieden ab. Diese Ablehnung erfolgt mit einer grundsätzlich anderen Begründung:
Das Bündnis für Kinder und Menschenrechte - Parents FOREVER Germany und die ihm angeschlossenen Organisationen haben den Dialog mit den Familienrechtsxperten des Deutschen Bundestages seit langem gesucht - leider ohne jeden Erfolg. Als politische Reaktion haben wir aktuell folgende Protest mit organisiert:
1. Hungerstreiks vor deutschen Familiengerichten durch Elternteile, denen der Umgang verweigert wird (zuletzt in Berlin).
2. Anschreiben an alle Bundestagsabgeordneten vom 19. September 1997, in dem zur Ablehung des Gesetzes aufgefordert wird.
3. Protestaktion vor der deutschen Botschaft in Paris durch französiche Elternteile, deren Kinder nach Deutschland entführt wurden und dort zurückgehalten werden - 20. September 1997 - Meldung der AFP ist beigefügt.
4. Am 25. und 26. September werden Vertreter unserer Organisation die Auslandsniederlassungen der europäischen Staaten in Bonn eine Erklärung übergeben, in dem auf diese Verhältnisse noch einmal aufmerksam gemacht wird und die europäischen Staaten aufgefordern werden, im deutschen Familienrecht die europäischen Mindeststandandards einzufordern (wie es Frankreich und Großbrittanien im Interesse ihrer eigenen Staatsbürger bereits tun).
5. Wir werden weiter und verstärkt die Rechtsfälle der Betroffenen am Bundesverfassungsgericht, am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und bei der UN-Kommission zur Überwachung der UN-Kinderrechtskonvention vortragen, da wir innerstaatlich keine Resonanz finden können.
Die Auswirkungen dieser Vogel-Strauss-Politik durch Bonn sind extrem bedenklich. Nahezu alle westlichen Länder haben die grundlegenden Probleme im Familien- und Kindschaftsrecht erkannt und haben entsprechende Maßnahmen ergriffen - Deutschland steht weiter im "Aus".
Weiterführende Informationen im Internet unter http://www.paPPa.com und http://www.paPPa.com/buendnis-pfg
Anlagen (5 Seiten):
a. AFP-Meldung vom
20.9.1997, Botschaftsaktion
b. Erklärung des französischen
Außenministers vom 11.9.1997
c. Anschreiben an alle Bundestagsabgeordneten vom
19.9.1997