Bündnis für Kinder
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Sch ... öne Bescherung !
Papa - wo bist Du? Mama - wo bist Du ?
Schluß mit dem Umgangsboykott !
- Redetext vor dem Berliner Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg am 12.12.97 -
Warum sind wir hier ?
Wir stehen hier, weil wir nicht mehr anders können ... Wie wir stehen vor 22 anderen Familiengerichten im gesamten Bundesgebiet circa. 1.000 Eltern, die erlebt haben oder gerade erleben oder befürchten müssen zu erleben, was Umgangsboykott ist: eine Vergewaltigung an unseren Kindern. Die Kinder fragen: "Wo ist Papa?" oder "Wo ist Mama?" oder "Wo sind meine Eltern?" Und wir fragen: "Wo sind unsere Kinder?"
Wir bringen den Familienrichtern die Weihnachtsgeschenke für unsere Kinder, weil
Hier in Berlin haben wir vorab nachgefragt, ob man bereit ist, die Weihnachtsgeschenke anzunehmen - negativ. Ob man bereit ist, sich mit uns zu unterhalten - negativ. Ob man bereit ist, Informationen anzunehmen, die unsere Situation, unser Gedanken, unsere Ängste erläutern - negativ. Wir haben hier in Berlin insgesamt über 30 Tage gestanden, Hungerstreiks von aktuell Betroffenen und Mahnwachen abgehalten. Nicht ein Familienrichter hat nachgefragt, worum es uns geht, was unser Herzensanliegen ist ...
Und jetzt stehen wir wieder hier - weil wir nicht mehr anders können ...
Ein paar Zahlen, entnommen dem Regierungsentwurf zur "Reform" des Kindschaftsrechts:
Zusätzlich kommen hinzu die Eltern, die durch die Intervention des Jugendamtes nicht mehr Eltern sein sollen - damit die Kinderheime gefüllt werden und die Sozialarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten.
Nehmen wir diese Zahlen zusammen, dann gibt es Jahr für Jahr in dieser unerbittlichen Maschinerie ungefähr 200.000 Kinder, die "Lebewohl" sagen müssen zu einem Elternteil oder zu beiden ... - mit welcher Konsequenz?
Bis auf eine Studie gibt es in Deutschland keine Zahlen - erneut fragen
wir WARUM?
Napp-Peters kommt in ihrer Langzeitstudie zu dem Ergebnis:
"In einer abschließenden Stichprobe von 54 Kindern, die besonders unter der Ausgrenzung litten, zeigte sich: "Nur 25 Prozent der Kinder ist es gelungen, ihre scheidungsbedingten Schwierigkeiten zu überwinden und sich zu lebenstüchtigen Erwachsenen zu entwickeln. 75 Prozent haben dagegen nach wie vor große Probleme, den Alltag zu bewältigen und längerfristige Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln. Knapp die Hälfte hat Probleme mit Alkohol und Drogen, einige haben wegen Beschaffungskriminalität bereits vor dem Richter gestanden." (Anneke Napp-Peters, Familien nach der Scheidung, 1995)
Ergänzen wollen wir das um die Zahlen aus den USA:
Kinder von "Alleinerziehenden" sind:
Mit einem Satz: Unsere Kinder gehen vor die Hunde ...
Warum stehen wir hier ? Wir können nicht mehr anders ...
Allenthalben werden beklagt: wachsender Drogenkonsum, Gewalt in der Schule, Rechtsradikalismus der Jugendlichen, und und und ... aber bei der Ursachenforschung bleibt ein Aspekt immer und immer wieder unberücksichtigt: Der Verlust des Familienverbundes ! Der Verlust der Identität der Kinder ! "Als wäre es ein Stück von mir ..."
Welche Antworten erhalten wir auf tausendfache Nachfragen, auf tausendfache Hilferufe?
Wir haben Bonn seit Jahren bombadiert mit Einzelschicksalen, mit juristischen Würdigungen, mit Bitten, Petitionen und Anfragen: Es kamen nur Standarschreiben zurück ... Legal, illegal, scheißegal, scheint dort das neue Motto zu sein! Man steckt den Kopf in den Sand, wie in vielen anderen Bereichen auch ...
Warum stehen wir hier? Wir können nicht anders ... !
Wir haben keine Lobby - und unsere Kinder erst recht nicht ...
Heute sind wir hier, um die Familienrichter, als die zentralen Entscheider, in allen Einzelfällen darauf hinzuweisen:
Konkret wollen wir:
Wir werden keine Ruhe mehr geben ... Denn wir wollen nicht, daß unsere Kinder zum frei mißbrauchbaren Spielball von finanziellen Interessen der beteiligten Stellen werden.
Unsere Kinder haben unsere Sorge - und sie verlieren sie niemals.
Wir kämpfen weiter gegen
Wir werden alle nationalen und internationalen Gremien mit unserem Anliegen bemühen: Vom Familiengericht bis zur Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Unseren Kindern eine Zukunft! Laßt uns endlich das sein, was wir unwiderruflich sind: Eltern.
Kinder und Eltern müssen die Möglichkeit haben, die Liebe des Anderen auch nach der Trennung zu erfahren.
Wir stehen hier, weil wir nicht mehr anders können. - Helfen Sie uns! - Danke!
Wir gehen jetzt zum Pförtner des Familiengerichts, um ihm den SPIEGEL 47/97 und eine Auswahl von Texten von Trennungskindern für jeden Familienrichter zu überreichen. Wir sind gespannt, ob man uns erneut abweisen wird ...
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