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Mythos MÄNNERMACHT |
Die "Bibel" der amerikanischen Männerbewegung wurde bisher in Deutschland kaum beachtet ... Kein Wunder, gehen doch in den USA 1,5 Millionen Männer gegen Diskriminierung, Kinderklau und staatlichen Terror auf die Straße, während man hier in der "öffentlichen Meinung" nur eines weiß: "Väter sind Täter". Und die aktiven Väter? Die streiten sich, welcher Verein der allein-seeligmachende ist - der Rest ist Jammern ...
Lernen wir aus den Erfahrunge der USA? Vermutlich erst nach 10 Jahren, wie üblich. Bis dahin gibt es 1,5 Millionen mehr zerstörte Existenzen von Kindern - who cares? Und - bitteschön - wer verhindert aktuell eine wirkliche Reform des deutschen Kindschaftsrechts und damit jede wirkliche Emanzipation der Frau?
paPPa.com stellt das Buch in Form des Vorwortes Backlash - Die Männer schlagen zurück und Auszügen aus der Einführung durch den Autoren vor. Und wer hat das geschrieben? Natürlich eine Frau ... Da fällt mir doch der Satz von Andreas Beldowski ein: "Das Schweigen der Männer ist ihr größter eigener Feind."
hp
Zur deutschen Ausgabe - Vorwort von Marianne Grabdrucker
Backlash - Die Männer schlagen zurück - ist das Stichwort, unter der Susan Falludi in ihrem gleichnamigen Buch Warren Farrell einordnet. Was ich dort über Warren Farrell zu lesen bekam, wollte mir nicht in den Kopf: Farrell, der 25 Jahre lang für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frauen gekämpft und auch mich inspiriert hatte, sollte sich nun plötzlich vom Paulus zum Saulus gewandelt haben und ein Gegner der Frauenemanzipation geworden sein? Nein, so einfach und schlicht, wie Falludi sie darstellt, sind die Dinge nicht!
Das Buch Farrells ist gerade vor dem positiven Hintergrund seiner Einstellung zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse zugunsten von Frauen und Männern zu sehen. Beide sollen sich von Rollenzwängen befreien, die, so Farrell, aus einer Zeit herrühren, in der die ökonomischen Verhältnisse die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und eine starre Geschlechterrollenzuteilung erforderlich machte, damit die Spezies Mensch überleben konnte. Er nennt diese Zeit das "Stadium I". Der technische und medizinische Fortschritt hat längst dazu geführt, daß die Rollentrennungen nicht mehr so strikt eingehalten werden müssen.
Frauen haben dies als erste verstanden und sind in ihrem Kampf um gleiche bürgerliche und politische Rechte in der Suffragettenbewegung auch laut und deutlich in Frage gestellt. Einhergehend mit dem Erfolg der Frauen muß zwangsläufig auch die fast zur "Natur" gewordene, oder zumindest auch von vielen so verstandene, Rolle der Frau im Haus und im Beruf in Turbulenzen geraten. Daß dieser Prozeß viele Jahre in Anspruch nimmt, Generationen dauert und auch heute beileibe noch nicht abgeschlossen ist, wissen wir alle.
Wir leben zwischen Altem und Neuem. Erzogen nach dem Prinzip "ein Junge hat keine Angst - ein Mädchen macht sich nicht schmutzig und ist immer lieb", schöpfen wir andererseits aus der Fülle der Möglichkeiten und der Ansprüche an uns selbst: gleichberechtigte Partnerschaft, qualifizierter Beruf, sorgfältig erzogene Kinder. Dabei richtet sich die Sorgfalt unserer Erziehung ganz besonders darauf, selbstbewußte, starke und tüchtige Mädchen heranwachsen und ihnen jede Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie frei von Rollenzwängen und Schranken früherer Frauengenerationen sind.
In der Tat, wir haben vieles erreicht, und trotzdem läßt das Ergebnis zu wünschen übrig. Überall gehen Partnerschaften in die Brüche, im Beruf dümpeln Frauen trotz Qualifikation und Fleiß immer noch zum Großtel in den unteren Etagen vor sich hin. Unsere Töchter stehen bisweil der alten, bekämpften Frauenrolle nicht ganz abgeneigt gegenüber, wenn sie uns abgehetzt und wenig anmutig am Freitagabend in den Seilen hängend vorfinden. Auch die Söhne ziehen das ewig gleiche Schauspiel von Kampf und Aggression durch. Und eines wissen sie, befragt nach ihren Berufszielen, genau: Die Kohle muß stimmen, Karriere wird gemacht.
Es scheint, als hätte der Aufbruch in der Gleichberechtigung längerfristig sehr wenig Erfolg gehabt. In Deutschland sucht man nun Zuflucht zu Gleichberechtigungsgesetzen, Frauenförderungsplan und immer sorgfältiger Prüfung einzelner Gesetze auf mittelbare Diskriminierung hin. Die Krone all dessen - sogar der Bundeskanzler steht hinter diesem Programm - ist die vehemte Förderung der Teilzeitbeschäftigung für Frauen, damit sie Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Und gerade das sollte mißtrauisch machen.
Ansatzpunkt ist immer die Situation der Frau. Warum, so frage ich mich, denkt nie jemand daran, die Situation umzukehren, und die Situation der Männer zu verändern? Ist aus dem Kampf der Frauen um gleiche und politische Rechte eine gesellschaftliche Bewegung geworden, die eine Änderung der Rolle der Frau nach sich gezogen hat, dann kann doch niemand ernsthaft an ein Gelingen glauben, wenn man sich nicht genauso intensiv mit der Änderung der Rolle der Männer beschäftigt.
Als ich vor dreizehn Jahren begann, das Buch Typisch Mädchen - Zur Entstehung von rollenspezifischem Verhalten in den ersten drei Lebensjahren zu schreiben, kam ich bei meinen Beobachtungen zu dem Schluß, daß der Teil der Veränderungen, der bei Frauen und Mädchen schon stattgefunden hat, nun auch bei den Jungen auf der Tagesordnung stehen müsse. Auch sie müssen frei von Rollenzwängen aufwachen dürfen. Findet meine Tochter in ihrer Umgebung Beifal, daß sie sich gegen Angriffe wehrt und selbstbewußt auftritt, so darf doch ihr gleichaltriger Freund, der sich bei den Raufereien auf dem Schulhof zurückhält, von der Lehrerin der in die Sprechstunde zitierten Mutter nicht als Problemkind dargestellt werden. Empfohlen wurde der Gang zum Jugendtherapeuten oder die Mitgliedschaft in einem Eishockeyclub, um ihn von seiner Friedensliebe zu kurieren.
Gerade an solchen Einstellungen ist abzulesen, wie sehr ein Junge in seine Rolle als künftiger Kämpfer und geeigneter Beschützer von Frauen und Kindern - sei es Krieg oder im Beruf - hineingezwängt, ja hineintherapiert wird. Mich erinnert dies an die Erkenntnisse der Frauen, was ihnen an kultureller, psychischer Gewalt angetan wurde, um "ordentliche Frauen aus ihnen zu machen", die des Schutzes und des Beschützers bedürfen. Ich denke dabei an Betty Friedans Buch Weiblichkeitswahn, das die Augen öffnete und den Startschuß für die vielen Ende der sechziger Jahre entstandenen "Bewußtseinsgruppen" und "Frauengruppen" gab, in denen Frauen diesen Werdegang gemeinsam nachvollziehen konnten.
Wir befinden uns heute auf einer gesellschaftlichen Entwicklungsstufe, auf der die realen Lebensbedigungen eigentlich kein auf Geschlechter festgelegtes Rollenverhalten mehr verlangen. Frauen sind zum größten Teil von gesetzlichen Einschränkungen befreit. Andererseits gehen aber die gedanklichen Voraussetzungen der neuen Gesetze von der bisherigen Rollenverteilung aus. So ist es bei Teilzeitarbeit für Frauen, bei den Unterhaltsregeln im Scheidungsrecht, bei der stillschweigend vorausgesetzten sexuellen Abwehr der Frau im Gesetz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
Der ganze Umfang der Auswirkungen ist im Rahmen der weniger entwickelten deutschen Verhältnisse kaum abzusehen. Farrell gibt in seiner Auseinandersetzung mit den viel weiter fortgeschrittenen Verhältnissen in den USA und der detaillierten Rechtsprechung amerikanischer Gerichte einen konkreten Einblick. Zudem zeigt er, daß sich auch in den USA weder im gesellschaftspolitischen noch im gesetzlichen Bereich Initiativen regen, um Männern zu helfen, sich von ihrer Rolle befreien zu können. Dies soll sich wohl ausschließlich im privaten Bereich abspielen. Und so kommt es zum täglichen Zweikampf zwischen Frau und Mann, zur täglichen Nörgelei um den Abwasch, um das Einkaufen, um die Versorgung der Kinder und den üblichen Hauskram. Die Konstellation kann nur schiefgehen, denn Frauen und Männer gehen von unterschiedlichen Ausgangssituationen aus, und die ganze Schwierigkeit der Männer, sich den geänderten Lebensbedingungen von Stadium II anzupassen, wird meist als Frage persönlichen Ungenügens diskutiert und endet dann im schlechtesten Fall, und das ist einer von dreien, vor dem Scheidungsgericht.
Bisher wurde der fehlende Veränderungswille der Männer auf fehlenden Leidensdruck geschoben. Die Diskussion ging von der unhinterfragten Prämisse aus, daß sie durch Beruf und entsprechendes Bankkonto so große Privilegien genössen, daß ihre Situation so beneidenswert gut sei, daß sie Veränderungen überhaupt nicht wollten.
Frauen fühlten sich allein gelassen, und beide Rollen erfüllen zu können, sei eine Bürde, mit der sie überfordert seien. Männer fühlten bislang mehr diffus ihr Unbehagen an der Diskrepanz zwischen dem Vorwurf, sie genössen Vorteile aus dem Beruf, und ihrem Gekettetsein an den Beruf. Sie haben kaum Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit, Erziehungsurlaub für Männer ist geächtet, und ernsthaft braucht keiner die Frage zu stellen, wie es denn um seine Selbstverwirklichung stünde. Seine Gedanken kreisen um die Frage: "Wer ernährt die Familie?"
Ihr Unbehagen fand bislang noch so gut wie keinen gesellschaftspolitisch vernehmbaren Ausdruck. Oder kennen wir Forderungen, die Schulbücher endlich von dem Klischee zu reinigen, daß Chefs immer Männer sein müßten, weil das den Jungen ein Selbstbild vermittle, das sie überfordere und ihr Leben lang belaste? Setzt sich Herr Kohl dafür ein, daß alle seine Abteilungsleiter in den Ministerien Teilzeit arbeiten, um für die Familien mehr Muße zu haben? Wo und wie wird den Männer gezeigt, wieviel Persönlichkeitsanteile sie schon als kleine Kinder abgeben, um später die "tollen Typen" zu werden? Vielleicht ist das alles nur ein Mythos? Genau diese Frage stellt Farrell in seinem Buch.
Sein Anliegen ist es, die Situation der Männer anhand von vielen Fakten und Statistiken so zu beschreiben, daß sie entmystifiziert wird. Er will die Augen für die vielen Zwänge öffnen, die Männer zu Opfern ihrer Rolle als die allzeit potenten und zur Verfügung stehenden Beschützer macht. Dabei analysiert er uns ziemlich normal und banal scheinenden Situationen völig neu und in einer Weise, daß auch die Feministin nachzudenken beginnt. Sein Buch könnte der Anfang sein, daß sich Männer der vielen Nachteile ihrer Situation bewußt werden, daß auch sie beginnen, ihre Lage nicht länger als unabänderlich und naturgegeben hinzunehmen.
War es in den Anfängen der Emanzipationsbewegung die berechtigte Forderung der Frauen, geschäftsfähig und damit als ernstzunehmender Mensch auch vor dem Gesetz anerkannt zu werden, und nicht nur der Mann, stellt Farrell fest, daß dieses Privileg der Männer eben auch seine Kehrseite hatte: Nur sie kamen in den Schuldturm, wenn die Familie sich verschuldete. Heute weist die Statistik zwar höhere Einkommen der Männer aus, aber auch in den Statistiken zur Unfallhäufigkeit, zu beruftsbedingten Krankheiten und zu Selbstmorden liegen sie vor den Frauen. Farrell erklärt als Mann Männern ihre Defizite und spricht das aus, was viele vage fühlen oder sogar schon denken, aber nicht wissen, wie sie damit zurechtkommen sollen. Es hilft ihrer Phantasie auf die Sprünge, wo sie nach den Gründen für ihr Unbehagen suchen können, und daß wenig damit getan ist, vielleicht eine neue "pflegeleichtere" Partnerin zu finden, sondern daß es dazu politischer Veränderungen bedarf, die die Verteilung der Risiken zwischen Mann und Frau im Auge hat und nicht den Mann in seiner alten Rolle gefangenhält.
Wesentliche Gesichtspunkte der Selbstbestimmung des Mannes können dabei die Freiwilligkeit des Wehrdienstes - und zwar auch für die Frauen -, die empfängnisverhütenden Pille für den Mann und die Pflicht der Frauen sein, die volle Verantwortlichkeit, besonders in ökonomischer Hinsicht, für ihr Leben - auch das einer ganzen Familie - übernehmen zu können.
Mir scheint, daß diese Forderungen auch schon von Frauen erhoben wurden, und zwar als Forderung an die Männer, sich um ihre Gleichberechtigung zu kümmern. Liest eine Feministin das Buch nur unter dem bislang gewohnten Blickwinkel, werden sich ihr die Nackenhaare sträuben. Bleibt sie aber nicht in ihrem Winkel sitzen, sondern stellt sich ins Zentrum, um einen Rundumblick zu erlangen, so wird sie mit dem von Farrell aus seinem Winkel heraus Gesagten etwas anfangen können. Mich jedenfalls hat es bestätigt in meinen Erfahrungen, die ich als Frauenbeauftragte gemacht habe.
Junge Väter, die aus ihrer Berufsrolle für einige Zeit herauswollten, um sich um ihre kleinen Kinder zu kümmern und zu ihnen einen intensiven emotionalen Kontakt aufzubauen, kämpften oft vergeblich gegen die Betonwand von Vorurteilen, daß ein Mann "zu Hause nichts tut". Ich wünsche, daß viele Männer beim Lesen dieses Buches aufwachen und sich in Zukunft mit ähnlichem Schwung der Änderung ihrer Rolle widmen, wie dies bislang die Frauen taten. Ich wünsche aber auch, daß Frauen dieses Buch lesen und verstehen, daß Farrell hier nicht zum "backlash ansetzt, sondern eine Brücke zum gemeinsamen Weitergehen in einer jetzt scheinbar verfahrenen Situation zwischen "Stadium I" und "Stadium II" zu bauen versucht. Es schafft kein neues Feindbild "Frau", verlangt aber fairerweise, daß wir uns vom Feindbild "Mann" verabschieden.
Seit 25 Jahren beschäftige ich mich nun mit Frauen- und Männerthemen; das Gefühl der Männer, in einer Sackgasse zu stecken, ist in all diesen Jahren nie so ausgeprägt gewesen wie heute. Zugleich ist bei ihnen aber auch die Bereitschaft nie größer gewesen, an ihrer Situation etwas zu ändern.
Ich beobachte, wie Männer nach Wegen suchen, das zu erforschen, was sie bisher nicht erforschen wollten - ihre innere Welt. In den nächsten 25 Jahren werden Tausende von Männern und Frauen Gelegenheit haben, hier Pionierarbeit zu leisten. Dies wird Männern aus ihrer Isolation heraushelfen - und damit wegbringen von Drogen, Scheidung, Depression, Selbstmord und frühem Tod, den Folgen dieser Isolation.
Das Leid der Männer ist nicht ihre Sache allein. Der Selbstmord eines Mannes trifft seine Frau, seine Kinder, Kollegen und Freunde. Das gilt auch für seinen frühen Tod, seinen Alkoholismus, seinen Hang zu schönen jungen Frauen - all dies auch Dinge, die sich auf Firmengewinne und das Bruttosozialprodukt auswirken. Wenn Männer Opfer sind, sind wir alle Opfer.
Mythos Männermacht ist keine Rückkehr zum Mann der fünfziger Jahre, sondern ein Sprung nach vorn, zum Mann des Jahres 2050. Das Buch handelt davon, warum die männlichen und weiblichen Geschlechterrollen, die über Millionen von Jahren für die Spezies zweckmäßig waren, es jetzt nicht mehr sind.
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Warum der Feminismus die Notwendigkeit, Männer zu studieren, verstärkt hat
Der Feminismus hat darauf hingewiesen, daß Gott auch eine Frau sein kann. Daß möglicherweise auch der Teufel eine Frau sein kann, wurde aber nie erörtert. Der Feminismus zeigt nur die Schattenseiten der Männer auf und die Sonnenseiten der Frauen. Er vernachlässigt die Schattenseiten der Frauen und die Sonnenseiten der Männer. Er versäumt zu sagen, daß bei beiden Geschlechtern beide Seiten innerhalb einer Person vorhanden sind. Als das Thema der sexuellen Belästigung aufkam, hieß es, daß Männer das Problem einfach nicht "kapieren". Leider ist es aber so, daß es beide Geschlechter nicht verstehen. Männer verstehen die Angst der Frauen vor Belästigung nicht, die ihre Wurzel in der passiven Rolle der Frau hat, und Frauen verstehen die Angst der Männer vor sexueller Zurückweisung nicht, die ihre Wurzel in der aktiven Rolle des Mannes hat. Beide Geschlechter sind so sehr mit der eigenen Sicht der Dinge beschäftigt, daß jedes die Verwundbarkeit des anderen nicht "kapiert".
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Der Feminismus rechtfertigte die weibliche "Macht des Opfers", weil er alle davon überzeugte, daß wir in einer sexistischen, männerdominierten Welt leben. Mythos Männermacht erklärt, warum die Welt bisexistisch ist, also von Männern und Frauen dominiert, patriarchal und matriarchal ist, nur jeweils in einer anderen Weise. Das Buch erklärt, warum die Worte "Patriarchat" und "Männerdominanz" Chiffren für das Opfern von Männern sind.
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In den letzten 25 Jahren war Feminismus für die täglichen Nachrichten das, was Bakterien für das Wasser sind - wir nahmen ihn auf, ohne zu merken, was gut und was schlecht war. Aus männlicher Sicht machte der Feminismus den Kampf der Geschlechter zu einem "Krieg, bei dem nur eine Seite Flagge zeigte".
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Männer hörten nicht nur, sondern glaubten auch all die Behauptungen über die Frauendiskriminierung (Frauen sind öfter Opfer von Gewalt, die Gesundheit von Frauen wird weniger wichtig genommen als die von Männern, Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Geld, Ehemänner schlagen ihre Frauen öfter als umgekehrt, Männer haben mehr Macht, wir haben in einer patriarchalischen, sexistischen, männerdominierten Welt gelebt). Viele Männer verurteilten diese "Frauendiskriminierung" und stimmten der "Notwendigkeit" von Diskriminierung von Männern zu (Frauenförderprogramme, von der Regierung unterstützte Frauenbeauftragte in fast jedem Staat und Land, Frauenstudien, Frauenzentrum, Hilfsprogramme der Regierung für Frauen, Kleinkinder und Kinder ...).
Mut zur Konfrontation: Frauen können nicht hören, was Männer nicht sagen
Sind wir von Feministinnen irregeführt worden? Ja. Sind daran die Feministinnen schuld? Nein. Warum nicht? Männer haben nicht geredet. Frauen können nicht hören, was Männer nicht sagen. Jetzt müssen Männer die Verantwortung übernehmen und sagen, was sie wollen, um den Geschlechterkampf in einen Dialog zu verwandeln, in dem beide Geschlechter zu Wort kommen.
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Eine Botschaft an Männer ... vorwiegend
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Wenn in Ihrem Freundeskreis viele Feministinnen sind, werden Sie sich fragen müssen, wie sehr Sie von deren Zustimmung abhängig sind. Dieses Buch wird Sie mit vielen neuen Gefühlen konfrontieren. Sie sollten selbstsicher genug sein, um mit der möglichen Erfahrung fertig zu werden, daß nicht Ihre Gefühle gefragt waren, sondern eher Ihre Zustimmung.
Organisieren Sie eine Selbsthilfegruppe, in der Sie diese Gefühle mit anderen Männern erforschen können.
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Was aber entdecken Männer, wenn sie anderen Männern ihre Gefühle mitteilen? Ein Beispiel: In den letzten Jahren habe ich mehr als zehntausend Amerikaner und Kanadier aus allen sozialen Schichten befragt, ob sie gern für sechs bis zwölf Monate nach der Geburt eines jeden Kindes den Beruf aufgeben würden, um ausschließlich das Kind zu betreuen. Über achtzig Prozent der Männer sagten, daß sie sich lieber ganztags um ihre Kinder kümmern würden - aber nur, wenn ihre Frauen damit einverstanden wären und die Familien keinen finanziellen Nachteil davon hätten. (Rund 17 % der Männer würden Teilzeitarbeit bevorzugen, 3 % würden lieber voll im Beruf bleiben.)
Man beachte, daß den Männern diese Frage erst gestellt werden mußte. Selbst dann hatten viele noch Hemmungen, die Hand zu heben. Wenn Männer anfangen, anderen Männern ihre Gefühle mitzuteilen, werden sie solche Fragen bald selber stellen. Sie erschrecken, wenn sie entdecken, daß so viele von ihnen etwas wollen, wonach sie nie gefragt worden sind.
Warum? Unbewußt merken die Männer, daß es eine Vergeudung wäre, sich mit Gefühlen zu befassen, denn, nun ja, "wenn ich meiner Frau sage, daß ich meinen Beruf aufgeben will, um für die Kinder dazusein, während sie die Rechnungen bezahlt, dann gäbe es nur Streit. Ich würde verlieren, und sie würde sich zurückziehen; wozu also das Ganze?"
Warum fürchtet sich das "mutige Geschlecht" so vor der Auseinandersetzung mit Frauen? Weil die Männer all ihre Gefühle den Frauen anvertraut haben - ein Problem, das sich durch eine Selbsthilfegruppe lösen läßt.
Dieses Buch wird weiterhelfen, ist aber auch eine persönliche Herausforderung. Weiterentwicklung und Liebe können miteinander in Konflikt geraten und die Beziehung auf die Probe stellen. Ihre nächste Aufgabe wird es sein, die Frau, die Sie lieben, dazu zu bringen, sich Ihren echten Gefühlen gegenüber zu öffnen. Die Kunst besteht darin, sich weiterzuentwickeln, ohne sich die Frauen zu Feindinnen zu machen.
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Eine Botschaft für Frauen ... vorwiegend
Die Herausforderung von Frauen besteht darin, sich den männlichen Erfahrungen von Machtlosigkeit zu öffnen, wie sie es bei einer Frau tun würden - sich so um einen Mannn zu sorgen, der des Geldes wegen zur Armee geht, wie um eine Frau, die des Geldes wegen Sex macht. (...)
Frauen haben mir gesagt, daß dieser neue Blick auf die Männer zu einer milderen Einstellung ihnen gegenüber führte, wenn sie sich sagten: "Das ist sein Standpunkt - nicht unbedingt der meine ... Ich muß mir vorstellen, uch würde über eine fremde Kultur lesen." (...)
Je weniger Möglichkeiten ein Mann hat, seine Gefühle auszudrücken, deste mehr fühlt er sich nicht geliebt, wenn er merkt, daß ihm endlch zugehört wird. Frauen, die Männer auf diese neue Art sehen, sind etwas Besonderes, eben weil es so wenige Frauen tun.
Für Männer und Frauen ...
Mythos Männermacht stört den biologisch vererbten Instinkt beider Geschlechter, dem Schutz der Frau besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Männer mußten eine Frau beschützen und hatten ihre eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Sie mußten bereit sein, für den Schutz von Frauen zu sterben. Es ist deshalb ganz natürlich, im wörtlichen Sinn, Einwände zu finden. Ich bin nicht perfekt; sicher gibt es berechtigte Vorwände und Kritik, sich mit der Männerperspektive nicht beschäftigen zu müssen. Doch hören Sie den Männern trotzdem zu.
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Man könnte sagen, Männer sind auf der Suche nach ihrer inneren Perestroika. Was die Sowjetbürger empfanden, als die Welt um sie herum freier wurde, empfanden auch die Männer, als sie merkten, als die Frauen um sie herum freier wurden. So wie die Sowjetbürger anfingen zu fragen, ob ihr Selbstbild von der "mächtigen Nation" nicht von der eigenen verdeckten Machtlosigkeit ablenkte, so beginnen nun auch Männer zu fragen, ob ihr Selbstbild vom "mächtigen Geschlecht" nich von ihrer Machtlosigkeit ablenkt.
Ich behaupte, daß Männer anfangen zu begreifen, daß sie zum Dritte-Welt-Geschlecht geworden sind. Aber bis jetzt habe ich meine Behauptungen noch nicht bewiesen. Ist Männermacht wirklich ein Mythos? Wir werden sehen. (...)
Mehr Textauszüge aus dem Buch hier:
Gewalt - gegen wen? - Vater Staat oder: der Staat als Ersatzehemann - WOHIN GEHT DIE REISE? - Schlußfolgerungen
Hinweis durch paPPa.com: Beachte auch den Kommentar in Spiegel special
7/97:
Unfair
Ladies, Christian Kronherr fordert Gleichberechtigung
für alle - für wirklich alle
Siehe auch: Berndt Schulz, Wenn Männer in der Falle sitzen ("Grabrede auf den halsstarrig dogmatischen Feminismus")