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DER SPIEGEL Titel 9/1998 "Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen?"
- Leserbriefe bei paPPa.com -
paPPa.com, Berlin, 23. Febr. 98
Liebe SPIEGEL-Frauen und -Männer,
bevor wir zum eigentlichen Leserbrief komme, müssen wir Ihnen mal unsere Frustration mitteilen:
Das Thema Männer/Frauen haben Sie mit Matusseks "Vaterlosen Gesellschaft" in Heft 47/1997 eröffnet; war eine Polemik, wenn auch eine herzerfrischende. Darauf kam dann wieder eine Polemik in 51/1997, diesmal schlampig recherchiert, bösartig, oberflächlich und ca. die 48.742 Wiederholung der Schickeria-Femi-Thesen. Dem Thema hat es Öffentlichkeit verliehen, mehr nicht, aber immerhin ... Danke dafür. Aber: Lösungsangebote? Nein, danke. Die interessantesten Beiträge dazu fand man im Online-Forum. Aber da schaut wohl kaum einer rein ...
Die Resonanz auf die beiden Beiträge hat Ihnen wohl deutlich gemacht, daß hier ein neues "Thema" liegt. Und dann wird also erneut beim SPIEGEL zur Feder gegriffen ... Entschuldigung, aber uns fällt dafür nur eines ein: "Voll daneben, Brüder und Schwestern !" Leiden Sie nicht selbst unter dieser Art der "flotten Schreibe ?" Möchten Sie nicht auch mal was Essentielles beitragen ? Ist der STERN für Sie wirklich das große Vorbild ? Kann man nicht seriöse Information mit Unterhaltungswert "paaren" ? Geht es immer nur schwarz/weiß und vor allem: immer nur die Wiederholung des allseits Bekannten, nur ein wenig anders verpackt?
Zwei positive Gegenbeispiele gab es von der Konkurrenz: In FOCUS 5/95 läßt Christine Brinck fragen: "Wo ist Vati?", in FOCUS 12/1995 folgte dann "KIDS - Warum Väter zählen. Der Niedergang der Familie wird weltweit zum Thema. Experten suchen Rezepte dagegen". Beide Artikel sauber recherchiert und - man höre und staune - mit positiven Erklärungen und Lösungsangeboten. Und - festhalten! meine Damen und Herren bei SPIEGEL - beide Artikel hatten eine hervorragende Resonanz !
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir schätzen den SPIEGEL grundsätzlich weitaus mehr als FOCUS. Aber jeder hat halt so seine Stärken (und Schwächen) ...
Was wir uns von Ihnen - Frauen wie Männern im ersten 1. deutschen Nachrichtenmagazin - wünsche: Daß Sie
Einen Hinweis darauf, wie die ehemaligen "Herren der Schöpfung", jetzt "Schlappschwänze", im Gewand von Vätern mit Vehemenz gegen diesen gesammelten Schwachsinn der gemachten Vorurteile vorgehen (im Kampf für ihre "Brut" - Zitat Sabine Kartte, Quotenfrau in Ihrem Hause), finden Sie unter der Internet- Domaine paPPa.com (http://www.paPPa.com).
Nix für ungut !
Jetzt also ab zum Leserbrief.
Zur Kenntnis an:
Leserbrief:
Unsere Hochachtung dafür, daß man sich des Themas annimmt - den Ausdruck meiner Enttäuschung darüber, daß die Eröffnung der SPIEGEL-Serie die Diskussion nur unvollständig wiedergibt, in Klischees verhaftet bleibt und wenig Konstruktives beiträgt. - Warum fehlt jeglicher Hinweis auf die Thesen, die in den USA (und nicht nur dort) zum Standard der Frauen-Männer-Diskussion gehören (z.B. Warren Farrell, John Gray) ? Warum kommen zunächst die immer wieder gehörten Stereotypen, die durch ständige Wiederholungen auch nicht wahrer werden? Warum setzt man sich nicht mit den einfachen Thesen auseinander:
Dies und anderes kann man finden in "Mythos Männermacht" von Warren Farrell (deutsche Ausgabe bei Verlag 2001, 1995); er war bezeichnenderweise lange Jahre einziges männliches Vorstandsmitglied in der führenden US-amerikanischen Frauenorganisation "NOW - National Organisation for Women".
Relativiert wird die Enttäuschung durch die Tatsache, daß die drei Artikel schon grundsätzlich viele notwendigen Erkenntnisse zusammenträgt: Die "Frauenbewegung" hat ihre Ziele nicht erreicht. (Frage: Warum und wo steht sie heute?); Männerforschung gibt es nicht (Frage: Ist es nicht paradox, daß die "Inhaber der Macht" sieben Jahre früher sterben? ); es scheint so, daß Männer und Frauen sich nichts mehr zu sagen haben (Frage: ist das wirklich so?).
Broder schreibt zu Recht: "Unzufriedenheit, Frust und üble Laune allerorten." Offen bleibt: Wie kommt es? Muß das so sein? Wer bastelt seit 20 Jahren aus Eigennutz daran? Seinen Vorschlag "ein wenig Apartheid mit menschlichem Anlitz" mag ich nicht ernst nehmen ...
Gelingt es der SPIEGEL-Berichterstattung, aus den gängigen Klischees von Mann/Frau auszubrechen, einen wirklichen Beitrag zur Diskussion zu liefern, oder kommt es nur zur Wiederholung der bekannten Vorurteile, zur leicht verdaulichen Präsentation des aggressiv-dominanten, jetzt zunehmend hilflosen, frustrierten männlichen Primaten und der einfühlsam-benachteiligten (weniger Kohle und immer noch Klitoris-Beschneidung in Süd-Kadmandu), intellektuell unterbelichteten, sexuell unbefriedigten weiblichen Mutterglucke, die erst vereinzelt den Aufstieg zur bestbezahlten Domina oder der erfolgreichen Alleinerziehenden auf Staatskosten geschafft hat? - Bleibt also alles beim Alten, ohne Aussicht auf Fortschritt, Einsicht und Besserung?
Wir sind gespannt ...
paPPa.com, Berlin
P.S. Kennen Sie den?
"Was ist ein Mann in Salzsäure? - Ein
gelöstes Problem !"
Das findet lustig Ihre Kollegin Alice Schwarzer von der EMMA im EMMA-Kalender
1997. Der Ursprung des Witzes liegt im Nationalsozialismus, nur ging der
etwas anders. Soviel zum Stand eines "gewichtigen" Teils der
"deutschen Frauenbewegung".
Gerhard Hanenkamp, Surwold, 23.2.98
Kritik zum Spiegel-Artikel DER SPIEGEL 9/1998 "Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen?"
Eine göttliche Frage auf Sesamstraßenniveau gestellt.
Wenn ja, wen interessiert es? Wenn nein... Bei einem auch nur in zwei Teile zerbrochenen Teller erübrigt sich die Frage doch wohl auch, es sind beide Teile unbrauchbarer Schrott.
Mir ist noch nie eine dämlichere Frage mit so komplexem Inhalt untergekommen.
Der Spiegel hat die Mann-Frau Problematik entdeckt, aus welchen Gründen auch immer. Als Zughengst diente Herr Matussek mit seinem hervorragenden Artikel über die Väterproblematik. Diese Artikel stellen nun eine Folgeerscheinung dar: Eine flachgewirkte Patchworkdecke aus kritikwürdigen und unwürdigen z.T. angeblich wissenschaftlichen Erkenntnissen und sonstigen vermeintlich passenden Tatsachen aus der nach-freudschen Psychologen-Ära. Hat Freud wenigstens noch versucht, bei der Erkenntnisgewinnung zu gründeln, so sind aus den Psychowissenschaftlern inzwischen nur noch Psycho-User geworden, die auf ihrem jeweiligen Psycho-Betriebsystem (weibl. oder männl.) mit ihrem Psycho-Windows (das übrigens auf beiden Betriebsystemen läuft) die geilsten Psychokonstrukte fabrizieren und niemand kommt auf die Idee, sein Betriebsystem in Frage zu stellen. Nur Verbesserung und Weiterentwicklung ist erlaubt.
Natürlich wird ein Tomatenwurf, aus dem heutigen Kohl-Feld betrachtet, zu einem historischen Ereignis, und bei dem angeführten Ereignis der männlichen Invasion der Schweinebucht kann ich nur verwundert fragen "Wieso um Himmels Willen sollten die Frauen dorthin wollen, wenn sie doch schon längst da waren?" usw.,usw. Es fällt mir dazu nur der Spruch mit der Igelin und dem Hasen ein.
Und der von mir an anderer Stelle partiell hoch geschätzte Herr Henrik M. Broder fühlt sich bemüßigt, sich mit einem ebenso nichtssagenden banalen Beitrag diesem übertünchenden Geseire anzuschließen. Schade um den Arbeitsaufwand und das Papier.
Wie wär's denn, meine Damen, wenn sie die Analyse vor die Description mit nachfolgender Reaktion stellen? Haben denn nicht die Frauen in den 70ern längst begriffen, bzw. bewußt neu entdeckt, daß die Mütter den Schlüssel zur Gestaltung der Gesellschaft in der Hand halten und groß eine entsprechend gezielte Veränderung durch die Kindeserziehung angekündigt, sodaß heute die Mädchen mit vergrößerter Klitoris rumlaufen und die Jungen begründet um ihre Potenz bangen?
Haben sie eigendlich die Veränderungen verschlafen oder wollen sie sie nicht sehen, um weiter an dem Bild der schwachen Frau basteln zu können, weil es ja so erfolgreich war bis heute, und man die Männer von einer Schweinebucht zur anderen jagen kann? Oder passen Ihnen die gezeitigten Ergebnisse nun doch nicht in den Kram, weil sie vorher die Folgen nicht bedacht hatten?
Übernehmen sie endlich die Verantwortung für die Ergebnisse selbst. (Verantwortung im Sinne des Wortes und nicht als Machttrophäe zur Ausübung von Willkür).
Die Mär vom schwachen Geschlecht hat sich längst ausgemärt und spukt bestenfalls in den Köpfen männlicher Ignoranten älteren Datums herum und bezeichnenderweise in den Medien, die sie doch längst besetzt und nur noch die hohlen Köpfe an der Spitze belassen haben, um den Schein zu wahren, um von diesen tagtäglich in die Massenberieselungsmaschinen gefüllt zu werden.
Stellt sich nur die Frage, wie lange sich diese produzierte Schizophrenie den Männern noch einflößen läßt, ohne daß diesen der eklatante Unterschied zwischen der Realität und der veröffentlichten und verordneten Pseudorealität auffällt. Es ist davon auszugehen, daß, solange die Spitzen-Hohlköpfe sich noch als von den Frauen gestützte vermeintliche Entscheidungsträger zeigen, es niemanden auffällt, obschon eigendlich jeder wissen könnte, das in dem Bereich die totalen Abhängigkeiten keinen Entscheidungspielraum mehr zulassen.
Statt alles unter den mit vielen Fäden zusammengenähten Flickenteppich zu kehren:
Wie wär's denn mal mit gründlichem Nachdenken, so ganz von unten an, weit unterhalb der Freud'schen oder momentanen Psycho-Ansätzen anfangend, Steinchen auf Steinchen, meinetwegen auch gefühlvoll aufeinandergelegt aber bitte mit Verstand und Logik unter Aufbietung von Gehirnmasse statt Bauch, wertungsfrei unter Einbeziehung sämtlicher, und nicht nur ausgesuchter Problempunkte und unter Ausschluß vordefinierter und gewollter Ergebnistätigungen.
Dann ließe sich, unter Ausgrenzung nicht der sehenden aber der blinden Scharfmacher, mit einem einzigen gerne blau-rot gezwirntem Faden ein ganzes, jeder Form und Bedürfnis anpassbares Konzept stricken. Das läßt sich jedenfalls bei Nichtgefallen ohne größerem Schaden wieder aufrippeln und neu verarbeiten, nachvollziehbar auch für die zukünftigen Generationen.
Mit dem heutigen Wissen zeigt sich die Notwendigkeit eines von Grund auf von beiden Seiten benutzbaren völlig neuen Psycho-Betriebssystem. Das sei der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung und unseren Kindern geschuldet.
Sie haben bis heute den Tod von mindestens 10.000 Männern jährlich teils alleine und teils im gesamtgesellschaftlichen Konsens auf dem Gewissen und besitzen die Unverfrorenheit, sich darüber auch noch zu amüsieren ob deren angeblicher Schwäche (siehe EMMA). Sie haben haben die wirtschaftliche und psychische Zerstörung zigtausender Männer und Kinder und vieler dieser zerstörenden Auswirkung ausgesetzten Frauen zu verantworten und verweisen weiterhin kontinuierlich auf die ach so schwache und unterdrückte Frau, um sich damit jeder Verantwortung zu entziehen.
Es ist doch wohl naiv, davon auszugehen, das der von feministischer Seite den Männern erklärte Krieg ohne Versuch der Verständigung nach annähernd 30 Jahren nicht eine entsprechende Beantwortung erführe. Der Abwehr-Prozess läuft bereits seit einiger Zeit an und dürfte gleiches Leid und Zerstörung auf der Gegenseite und einen Rückschlag des Erreichten zur Folge haben, wenn nicht baldigst ein Abfangen durch vernünftige Kommunikation statt eines auf Vernichtungskampf ausgerichteten Verhaltens praktiziert wird.
Die bewußte Ignoranz grassiert auf beiden Seiten, z.T. als Abwehrreaktion oder als Unfähigkeit zur Artikulation, aber noch könnte es sich lohnen, sie zu überwinden, um Schlimmeres zu verhindern - es sei denn, Sie wollen den Totalen Krieg, dann brauchen Sie nur so weiter zu machen, damit Ihre Jammerei zur Farce werden lassen und weitere Angebote zur Verständigung ebenfalls.
Es sind nicht alle Männer so naiv-dumm wie Sie sie, teilweise berechtigterweise, darstellen, genauso wie nicht alle Frauen zu den todesverächtlichen Feminazis a la Schwarzer zu zählen sind.
Gerhard Hanenkamp, Surwold 23.2.98
G*A*B-Männer-Wecker
LESERBRIEF zur SPIEGEL-Rosenmontagsausgabe 1998
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* Rudolf Augstein, Verleger
* Stefan Aust, Chefredakteuer
* Barbara Supp, SPIEGEL-Autorin
Eine neue Frauen-Männer-Serie im SPIEGEL - wunderbar. Das "Flaggschiff" der Gesellschaftskritik fährt Geschütze auf. Es wurde Zeit. Der Aufschrei von Kindern und Jugendlichen, von Müttern und Vätern nach der Neubelebung zwischenmenschlicher Werte und der Familie als Keimzelle des Lebens geht viel zu lange schon im Machtgerangel selbsternannter Vorkämpfer/innen um den besten Platz an der Sonne des Erwerbslebens unter.
Und dann das! Der nach Matussek-Kartte-Polemik zu erwartende Kanonendonner geriet zum läppischen Rosenmontagskonfetti. Bei so viel Ungereimtheit der wahllos aus der feministisch- patriarchalen Kiste unters Leser/innenvolk geschleuderten Stereotypen möchte man mitreinem: SPIEGEL, Spieglein an der Wand, hast du die Zeichen der Zeit nicht erkannt?
Dr. Karin Jäckel
Autorin (u.a. "Der gebrauchte Mann
- Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung", dtv
Premium 1997)
Einige wenige weitere Links:
Du verstehst mich nicht - Oder
die Sprachbarriere zwischen Mann und Frau ....
Typisch
Mann, typisch Frau WDR-Sendung 12/97
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