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taz vom 10.11.99 Seite 6
Das Bundesfinanzministerium hat eine Sonderbriefmarke mit dem Motto "Keine Gewalt gegen Frauen" vorgestellt. Das Thema sei "auch in Deutschland leider nach wie vor beklemmend aktuell", sagte Finanzminister Hans Eichel. Die Vereinten Nationen haben den 25. November zum "Internationalen Tag für die Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen" erklärt. Zu dem Schritt sahen sich die UN "wegen der zunehmenden Gewalt gegen Frauen genötigt". Nach UN-Angaben wird weltweit etwa ein Viertel aller Frauen einmal im Leben vergewaltigt.
Berliner Zeitung, 11.11.99 - Kommentar
Christian Bomarius
Was bedeutet Emanzipation? Die Diskriminierung von Männern unter Berufung auf das Grundgesetz. Sie ist in den vergangenen Jahren betrüblich vorangeschritten, von den Gerichten gefordert, von den Politikern gefördert und von den Männern erlitten.
Nun allerdings ist ausgerechnet Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) über das Ziel hinausgeschossen: Öffentlich ruft er zur Gewalt gegen Männer auf. Natürlich nicht direkt – dafür fehlt ihm offenbar die Traute –, aber umso wirksamer. Er plant die Herausgabe der Sonderbriefmarke: "Keine Gewalt gegen Frauen". Der Aufruf des Finanzministers, sich doch Männern gegenüber hinfort keinen Zwang anzutun, ist in Israel bereits bestens aufgenommen worden. Dort haben orthodoxe Rabbiner soeben den Frauen den öffentlichen Gebrauch von Handys untersagt. Die Beschränkung des Schutzes vor diesem subtilsten Instrument moderner Folter auf Frauen ist zynisch und männerverachtend. Unverständlich darum der Protest von Frauen, das Verbot beschränke ausgerechnet ihre Freiheit und werfe sie ins Mittelalter zurück. Da kann mann nur erwidern – wenn es doch nur so wäre. (bom.
peter brumann
Brumann180842@t-online.de
Herrn Bundesfinanzminister
Hans Eichel
Platz der Republik 1
11011 Berlin
11.11.1999
Betr.: Sonderbriefmarke "Gewalt gegen Frauen"
Sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister Eichel,
den Printmedien entnehme ich, daß Ihr Ministerium eine Sonderbriefmarke "Gewalt gegen Frauen" vorgestellt hat und daß nach Ihrer subjektiven Meinung "Gewalt gegen Frauen" auch in Deutschland noch ein bedrückendes Thema wäre.
Wie ich der Rede des letzten Bundesaußenministers vor der UNO-Vollversammlung entnehmen konnte, ist Deutschland ein Hort der Humanität. Das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen, so wie von Ihnen oder dem Arbeitskreis sozialistischer Frauen dargestellt, bezieht sich auf Frauen in Entwicklungsländern. Stimmten die Angaben von Frau Christine Bergmann: "Jeder dritte Mann ein Schläger, jeder siebte Mann ein Vergewaltiger", ergäbe sich für meinen Wohnort, in dem ca. 65.000 Frauen leben, daß 30.951 Frauen in Recklinghausen von sexueller oder häuslicher Gewalt betroffen wären. Bei einer Dunkelziffer von 50 % verblieben noch immer 15 476 weibliche Gewaltopfer. Das örtliche Frauenhaus hat jedoch in diesem Jahr lediglich 49 Frauen und 48 Kinder aufgenommen und betreut.
Innerhalb der hoch entwickelten Industrienationen sind Frauen mindestens so gewaltbereit wie Männer und Gewalt muß daher auch geschlechtsneutral bekämpft werden. Als Hintergrundinformation sende ich Ihnen eine Artikel aus der Sunday Times vom 24.10.199 von Melanie Phillips.
Für den Fall, daß ich Post mit dieser volksverhetzenden Briefmarke erhalte, kündige ich schon jetzt an, die Annahme der Sendung zu verweigern.
Mit freundlichen Grüßen Ihr
Peter Brumann
Träger des Bundesverdienstordens
Bundesfinanzminister Hans Eichel hat kürzlich eine Sonderbriefmarke, "Gewalt gegen Frauen" vorgestellt. Wenn jemand ihn fragen möchte, wann er die Sonderbriefmarke "Gewalt gegen Männer" vorstellt, besteht am nächsten Mittwoch (1.12.1999) dazu Gelegenheit. Für 1,5 Stunden ist Hans Eichel dann von 11:30 -13:00 Uhr unter der Telefonnummer 0800 - 444 20 03 für die Bürger kostenlos zu erreichen. Auf lange Wartezeiten gefaßt machen, Wahlwiederholung empfehlenswert.
Meine Überlegung: Wird der von nur zwei Anrufern auf die volksverhetzende Briefmarke angesprochen, wird ihn das nachdenklich stimmen.Mit Rücksicht auf anstehende Landtagswahlen wird er wahrscheinlich den Feministinnen in der Fraktion abwinken. Macht ihm die politische Macht von "Minderheiten" deutlich bewußt.
Herzliche und liebe Grüße
Peter Brumann
Stand dieser Seite: 28.11.1999 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/emma/briefmarke.htm
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