COSMOPOLITAN 10/98, Seite 56-68
Mann, du fehlst uns gar nicht !
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Ein Kind und keinen Vater dazu. Was früher aus Mitleid und Misstrauen sorgte, ist heute eine ganz normale Familienform. Immer mehr Frauen entscheiden sich sogar bewusst für ein Leben als Singlemum. Singlemutter und Kind - ein eingespieltes Team. Für einen Dritten ist da oft kein Platz |
Ankündigung auf Cosmo-Titel: Ich
will ein Baby ohne Mann - Warum
immer mehr Mamis lieber Single sind - und wie sie das schaffen
Ab Seite 54 Singlemütter-Special: Familienglück ohne Mann
COSMO-Initiativen im Netz:
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Leih mir Deines, bekommst Du meines |
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TEXT SUSANNE SCHEIDER
[Hervorhebungen durch Fettschrift durch paPPa.com.]
Stephanie und Bettina entschlossen sich ihr Kind zu bekommen - auch ohne Mann an ihrer Seite. Obwohl jung, gut ausgebildet und gut verdienend, mussten sich beide während der Schwangerschaft immer noch Sätze anhören wie: "Also unter diesen Umständen denkst du doch sicher über Abtreibung nach?"
Doch Bettina antwortete: "Ihr müsst hier etwas falsch verstanden haben: Es geht mir in erster Linie um das Kind, erst dann um den Mann."
Was Stephanie von Monaco auf die Vorwürfe ihres Vaters, Fürst Rainier, sagte, wissen wir nicht. Dass sie kamen, steht so gut wie fest: Nicht noch ein Skandal um das Prinzesschen. Doch die Fotos, die von ihr und ihrem wachsenden Bauch um die Welt gingen, legen nahe, dass sie ähnliche Sätze gesagt haben muss wie Bettina.
Was hat es Stephanie genützt, mit dem untreuen Fischhändler verheiratet zu sein? Heute sitzt sie trotz Ehe allein mit beiden Kindern da. Da ist es auch schon egal, ob der Vater ihres dritten Kindes mal wieder ein Bodyguard ist oder irgendein Depp namens Johnny. Eines weiß sie mittlerweile sowieso mit Bestimmtheit: dass sie es auch ohne männliche Unterstützung schafft.
Bettina und Stephanie hätten alle Möglichkeiten gehabt, das Kind nicht zu bekommen. Aber sie wollten es. Das Kind mehr als den Mann. Stephanies große Schwester Caroline ist übrigens auch allein erziehende Mutter dreier Kinder - seit dem tragischen Unfalltod ihres Mannes Stefano.
Als Greta sich vor einem Jahr vom Vater ihres Kindes trennte, "geschah dies in aller Freundschaft und der Kontakt zwischen ihm und unserer Tochter ist sehr intensiv". Als Fergie Prinz Andrew verließ, bewunderte man sie für wenig, aber doch dafür, wie gut es beiden gelungen ist, den Töchtern zuliebe weiterhin freundschaftlich mit dem Ex umzugehen.
Madonna will erst gar nicht mit dem Vater ihrer heiß geliebten Lourdes zusammenleben. Annett, die PR-Frau und Mutter eines dreijährigen Sohnes, versteht sie: "Ich habe meine Karriere, meinen Sohn und brauche Zeit für mich. Ich weiß im Moment gar nicht, wo da für einen Mann überhaupt Platz und Zeit sein sollte."
Bettina, Greta und Annett sind gern Mutter, auch gern allein erziehende Mutter. Und wenn sie ihre Kinder ansehen, merken sie, dass sie ziemlich prächtig gelungen sind und es ihnen an nichts mangelt. Wenn wieder mal ein Mann vorbeischauen sollte, nun, warum nicht prüfen, ob er dazu passt. Aber im Moment? Irgendwie fehlt der Mann wenig.
Allein erziehend? Ganz normal?
Es gibt sie also, die Frauen, die bewusst und selbstbestimmt diese Lebensform gewählt haben: allein erziehend. Selten war sie nie, geächtet lange - inzwischen ist sie, Gott sei Dank, immer weniger durch Vorurteile abgewertet.
Die Zahlen: Zwei Millionen Alleinerziehende mit über zweieinhalb Millionen Kindern gibt es allein in Deutschland. Das heißt, jede fünfte Familie mit Kindern unter 18 Jahren ist eine sogenannte Einelternfamilie. In den alten Bundesländern wird jedes siebte Kind von einer ledigen Mutter geboren, in den neuen sogar jedes zweite. Und oft steckt heute eine sehr freie Entscheidung für das Kind und gegen die Ehe dahinter.
Ein langer Weg, den sich Frauen ganz allein erkämpft haben - fast niemand hat ihnen dabei geholfen. Noch bis 1969 war der Vater eines nichtehelichen Kindes nicht mit ihm verwandt. Hintergrund: Dem Mann sollte für seinen außerehelichen Spaß keinerlei Nachteil entstehen. Büßen sollten die Frauen für ihr unsittliches Verhalten; sie wurden deshalb an den Rand der Gesellschaft gedrückt.
Allein erziehende Mütter gehörten bis ins 20. Jahrhundert zu den "Ärmsten der Armen", schrieb August Bebel, einer der Gründerväter der SPD, 1896.
Für viele Paare gab es Heiratsverbote, auch deren Kinder wurden Bankerte oder Bastarde genannt, blieben gesellschaftlich Menschen zweiter Klasse, waren jahrhundertelang von qualifizierten Berufen ausgeschlossen.
Sicher, allein erziehende Mütter gab es schon immer. 1910 wurden in Deutschland 170 000 Kinder nichtehelich geboren, 1975 waren es nur 40 000. Dass über eine Alleinerziehende nicht mehr getuschelt, dass sie zu gesellschaftlichen Ereignissen eingeladen, dass ihr Kind nicht benachteiligt wird, das ist seit etwa 20 Jahren selbstverständlich. Doch niemand außer den Frauen selbst darf sich für dieses Verdienst auf die Schulter klopfen. Für sie ist ein nichteheliches Kind kein Schicksalsschlag mehr, sondern in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung.
Allerdings keine finanzielle, denn viele Frauen werden, wie nicht wenige Familien auch, durch Kinder arm. Sie verzichten mindestens einige Jahre auf berufliches Vorankommen, schöne Wohnung, Auto, auf alles scheinbar Selbstverständliche also, und leben oft von Sozialhilfe am Existenzminimum. Gezwungenermaßen. Denn die vom Staat vorgesehene Kinderbetreuung gehört in Deutschland immer noch zu den traurigsten Kapiteln. Und leider ist die Gesellschaft auch noch nicht ganz frei von Vorurteilen.
Vorurteile? Alles Quatsch!
Da können noch so viele Alleinerziehende den Spagat zwischen Karriere und Zeit fürs Kind prima meistern, zufrieden mit ihrem Leben, die Kinder noch so gut gelungen sein, es gibt immer welche, die alles besser wissen. Womit wird die steigende Jugendkriminalität, der Drogenkonsum, der Zulauf von Neonazi-Vereinigungen, die Frühpensionierung gestresster Lehrer begründet? Mit den vielen Kindern von Alleinerziehenden. Umgekehrt heißt das also: Väter sind ganz besondere Wesen. Nur sie entscheiden letztlich darüber, ob das Leben der Kinder später einfach oder kompliziert sein wird. Von ihrer Gegenwart soll alles abhängen. Da kann sich die Mutter noch so abrackern, ohne Vater scheint gar nichts zu laufen. Mit diesem Urteil haben interessanterweise auch jene Frauen zu leben, deren Mann sie und die Kinder verlassen hat. Und das soll ja, so hört man, nicht ganz selten vorkommen.
"Als Alleinerziehende wird man nur damit konfrontiert, was man den Kindern vorenthält, nicht, was man ihnen gibt", sagt die zweifache Mutter Katharina, die sich von ihrem Mann getrennt hat. Hartnäckig hält sich der Glaube, die Einelternfamilie sei eine defizitäre Lebensform. Marianne Meinhold, Professorin an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin, stellt fest, dass dieses Kartenhaus aus Vorurteilen vor allem aus vier tragenden Wänden besteht: dem Glauben an die wundersame Leistung der Normalfamilie mit Vati, Mutti und zwei Kindern; der Mutter als alleinige Verursacherin von Störungen; der erwerbstätigen Mutter, die es wagt, ihre Kinder in die Obhut anderer, also "Fremder", zu geben - und dem ganz besonders bedrückenden Satz: "Scheidungskinder leiden lebenslang."
Dabei leiden viele unter den Streitigkeiten, die zur Scheidung geführt haben. Egal wie oft die Familienforschung im Lauf der letzten Jahrzehnte diese Vorurteile auch widerlegt haben mag - sie halten sich hartnäckig. Das zum Beispiel: Kinder Alleinerziehender müssen viel häufiger zum Kinderpsychologen, deren Mütter suchen viel öfter Rat bei Erziehungsberatungsstellen.
Ein Beweis, dass diese Kinder missratener sind? Marianne Meinhold hat nach Auswertung vieler Untersuchungen herausgefunden, dass das vor allem daran liegt, dass Alleinerziehende viel kritischer auf die eigene Erziehungsleistung sehen, schneller verunsichert sind und deshalb häufiger Rat bei Experten suchen. Oder, um ein zweites Vorurteil zu nennen: Kinder leiden, wenn sie ganztags von Fremden betreut werden. Aus der Fülle der Literatur, die das Gegenteil belegt, sei hier nur ein Aufsatz aus "Psychologie heute" erwähnt. Darin schreibt die Autorin Sylvia Meise: In der früheren DDR wurden die Familienbindungen als enger und von den Kindern als positiver erlebt als in Westdeutschland. Und das, obwohl die Unterbringung im Hort und in der Krippe dort selbstverständlich war, weil beide Elternteile arbeiteten.
Die Patchworkfamilie
Mann und Frau lieben sich wahnsinnig, heiraten, bekommen Kinder und sind glücklich bis an ihr Lebensende? Aus und vorbei. Jede dritte Ehe wird geschieden, Tendenz steigend. [Anmerkung paPPa.com: Es sind 42 %.] Die Ehe als gesellschaftliches Muss, als Zweck- oder Versorgungsgemeinschaft hat ausgedient. An ihre Stelle sind Ideale wie Liebe und partnerschaftliches Verhalten gerückt. Wenn eines von beiden nicht mehr funktioniert, hat die Ehe oder die eheähnliche Gemeinschaft ihre Basis verloren. Und: Ehe und Kinderkriegen sind zwei Dinge, die nicht mehr wie früher fast zwingend aneinander gekoppelt sind.
Vor allem Frauen sind nicht mehr bereit, eine Ehe um jeden Preis aufrechtzuerhalten - sich lebenslang in einer Versorgungsgemeinschaft zu arrangieren. Gemäß dem schönen alten Satz: Hochzeit ist wie Weihnachten - ein Märchen. Manche glauben daran, manche nicht. Darum wählen die Frauen, die noch nie an das Märchen geglaubt haben oder nicht mehr daran glauben können, andere Lebensformen. Und die Möglichkeit, ein paar Jahre allein erziehend zu sein, ist eine davon.
Walter Bien und Norbert Schneider haben ihn ihrem Buch "Kind ja, Ehe nein" folgende Untersuchung veröffentlicht: Bei jedem dritten Kind, das nichtehelich geboren wird, heiraten die Eltern erst in dessen ersten drei Lebensjahren, nach einer Probezeit also, in der besonders Frauen schauen, ob die Partnerschaft auch mit Kind noch funktioniert. 15 Prozent der Kinder leben langfristig mit ihren unverheirateten Eltern zusammen; zehn Prozent wachsen mit der Mutter und deren neuem Partner auf, weitere zehn Prozent leben wie beispielsweise die Kinder von Caroline von Monaco: erst mit ihren Eltern, dann mit ihrer Mutter, dann mit dem neuen Freund der Mutter, der selbst geschiedener Vater ist. Nur ein Drittel aller Mütter bleiben langfristig allein erziehend. Sie haben vielleicht mal einen Freund, aber leben nie für lange Zeit mit einem Mann zusammen.
Jede Mutter ist allein erziehend
Es ist halb fünf, der Kindergarten schließt gleich, die Konferenz, die für drei Uhr angesetzt war, hat noch nicht mal begonnen, die Mutter ruft ihre Nachbarin an: "Kannst du heute noch mal Benjamin mitnehmen, ausnahmsweise?" Und schon wieder schlägt das schlechte Gewissen zu, weil sie zu wenig Zeit für ihren Job und zu wenig Zeit für ihr Kind hat. Ob sie allein erziehend ist? Völlig egal. Fakt ist: Hätte sie einen Mann, wäre der auch nicht um fünf zu Hause. Grundsätzlich zwar gern, aber heute, leider geht es heute überhaupt nicht: "Du weißt ja, Schatz, die Hauptversammlung."
Was wir den Vätern zugute halten, sofern sie mit ihrer Familie zusammenleben: Sie kümmern sich mehr um die Kinder als früher und helfen durchaus mal im Haushalt mit. Sie sind einfach präsenter als noch vor ein paar Jahren.
Was sich nicht geändert hat: Väter haben zwar die Freuden des Wickelns entdeckt, nicht aber die des Windeleimerausleerens. Sie sind überzeugt, dass ihr Kind schon mit fünf schulreif ist, aber wann die Schuleinschreibung ist, davon haben sie keine Ahnung. Sie freuen sich, dass ihr Kind so viele Freunde hat, aber dass Benjamins bester Freund Lukas schon vor zwei Jahren weggezogen ist, also warum hat ihm das keiner gesagt? Sie schaffen es zwar, zum Geburtstag des Kindes eine Stunde früher nach Hause zu kommen, doch der Kuchen scheint für sie wie von Zauberhand gebacken, die Kerzlein wie von Zauberhand gekauft. Beim Kindergeburtstag verwandeln Väter das Kinderzimmer in Drachenhöhlen - was haben die kleinen Gäste gejuchzt -, aufräumen dürfen die Mütter.
Eine Offenbarung sind Väter-Sätze wie: "Also, Schatz, Benjamins Haare sind jetzt aber wirklich viel zu lang." Oder: "MAN müsste Laura mal die Fingernägel schneiden."
Wenn der Vater abends von der Arbeit kommt, denkt er, er habe jetzt Freizeit, in der er allenfalls für nette Spiele zu haben ist, aber nicht für Waschen, Putzen oder Aufräumen. Das wünschen sich berufstätige Mütter auch - allein es nützt ihnen nichts. Die Zeitschrift "Eltern" fragte 2 000 Kinder: "Was passiert, wenn der Vater abends nach Hause kommt?" Nur 30 Prozent sagten, dass er ab und zu mit ihnen spielt, bastelt oder Sport treibt. Merke: selbst das nur ab und zu.
Schon scheint man von überall Stimmen zu hören, die sagen: Trau doch deinem Mann mehr zu, nimm ihn mehr in die Pflicht, übertrage ihm Aufgaben. Nur: Mütter haben doch schon Kinder, wozu brauchen sie noch ein erwachsenes?
Schön, wenn der Mann mal abends kocht, blöd nur, dass sie anschließend die Küche renovieren muss, weil die Tomatensauce noch bis auf die Waschmaschine gespritzt ist. Da bekommt der alte Mütter-Satz plötzlich wieder eine ganz neue Qualität: "Ich mach' mir die Arbeit lieber selber, dann muss ich mich nicht ärgern." Also schuften, schuften, schuften. Die Laune wird schlecht und die Beziehung womöglich auch.
Kein Wunder, wenn dann viele Frauen denken: Wenn ich schon theoretisch allein erziehend bin, dann bin ich es lieber gleich auch praktisch. Dann quatscht mir wenigstens keiner in die Erziehung hinein.
Vielleicht mag ein schlechter Vater noch besser sein als gar keiner, ein schlechter Ehemann ist aber sicher nicht besser als gar keiner: Trennt sie sich von ihm, muss sie wenigstens nicht mehr hinter ihm herlaufen und seine schmutzigen Jeans und Socken einsammeln. Darum geht es zwar nicht allein, aber darum geht es eben auch.
Klar, ein Kind braucht den männlichen Widerpart. Die meisten Frauen, auch allein erziehende, sind keine Männerhasserinnen und tun alles dafür, dass ihr Kind die zweite Seite des Lebens kennenlernt. Suchen den Kontakt zu den Vätern dieser Kinder fast immer stärker als andersrum.
Manchmal haben Väter sogar nach der Trennung mehr Kontakt zu den Kindern als vorher. Denn wenn er den Nachwuchs nur an bestimmten Tagen sehen kann, dann wird er sich diese auch eher freihalten. Doch leider: 40 Prozent aller Väter haben drei Jahre nach der Trennung keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern. Und mögen ein paar Väter das auch anders sehen und erfahren, es liegt fast ausnahmslos an ihnen, dass sie den Kontakt zu den Kindern abreißen lassen. Das beweisen traurige Statistiken.
Übrigens wäre auch ein Kindergärtner oder ein Grundschullehrer eine ziemlich gute Ergänzung für das Kind einer allein erziehenden Mutter oder auch einer verheirateten Mutter mit abwesendem Vater. Aber diese Berufe ergreifen Männer nicht oder nicht mehr. Kindererziehung ist eben Frauensache.
Souveränität statt Perfektion
Das schlechte Gewissen hängt wie ein Vorschlaghammer über allen Alleinerziehenden. Und fast alle haben die gleichen Gedanken und Befürchtungen. Auszüge: Jetzt wächst das Kind schon ohne Vater auf, dann muss ich ihm beide Eltern sein. Sollte ich nicht lernen, wie man Kugellager schweißt, damit es auch den männlichen Teil mitbekommt? Jetzt wächst das Kind schon ohne Vater auf und ich bin auch noch den ganzen Tag weg; niemals dürfte ich zugeben, dass ich nicht nur arbeite, um das Geld für uns zu verdienen, sondern dass ich auch gern arbeite und mir meine Karriere viel bedeutet. Ich muss schnell noch alles aufräumen, bevor die Vollzeitmutter ihr Kind bei uns abholt, nicht dass sie denkt ... Wenn mein Kind bei anderen zu Besuch ist, rede ich ihm zuvor ins Gewissen, nicht ständig affengeil oder Scheiße zu sagen wie zu Hause, sonst denkt die Mutter noch ...
Halt. Es hat ja keinen Sinn. Tief drinnen wissen Alleinerziehende, dass sie tun, was menschenmöglich ist, um ihrem Kind alles zu geben, was es braucht. Sie sehen den Sohn oder die Tochter an und finden: eigentlich gut gelungen!
Niemand ist perfekt, auch verheiratete Vollzeitmütter nicht. Das schlechte Gewissen machen sich nicht nur die Frauen selbst. Es wird auch von außen auf sie niedergestülpt. Sich dagegen zu wehren kostet die meiste Anstrengung und ist der einzige Rat, den es gibt.
Der neue Mann und die Folgen
Verliebt! Verliebt! Verlihiebt! Er ist nicht nur unheimlich komisch und romantisch, selbst als sie in der geplanten Mischung aus Beiläufigkeit und Selbstverständlichkeit sagte: "Ich habe eine siebenjährige Tochter", riss er vor Begeisterung diese wunderschönen Augen auf und sagte voller Neid: "Hast du's gut." Dabei fiel ihm eine Locke über die Stirn. Knutschen könnte sie ihn und nie mehr aufhören.
Alles hat er richtig gemacht! Hat nicht gleich übereifrig vorgeschlagen: "Dann können wir ja von nun an immer samstags den "Tigerentenclub" gemeinsam ansehen und anschließend bei Mc-Donald's die Juniortüte kaufen. Oder gar das Gegenteil, etwa: "Also ich komm' dann zu dir, wenn dein Kind im Bett ist." Nein, mit ihm würde es sich einfach lohnen, vielleicht mal so ein bisschen, ganz wenig, ganz zart die Tochter darauf vorbereiten, dass Mami einen Mann kennengelernt hat.
Am Samstag sagt sie zu ihrer Tochter: "Heute kommt ein Kollege zum Kaffeetrinken zu uns." - "Darf ich trotzdem Tigerentenclub sehen." - "Klar."
Es klingelt, das Herz klopft, sie öffnet die Tür, sagt nur "hallo" und "das ist Paula". Nichts ist passiert, aber Paula will unter keinen Umständen den "Tigerentenclub" ansehen. Stattdessen hockt sie immer auf Mamis Schoß. Er trinkt nur Kaffee, so wie schon Dutzende von Freunden und Bekannten und Verwandten bei ihr Kaffee getrunken haben, und immer hat Paula ferngesehen. Heute nicht. Stattdessen sagt sie: "Mami, du gehst aber heute Abend nicht weg. Und morgen und übermorgen auch nicht. Und ich schlafe jetzt immer in deinem Bett." Wieso merken Kinder eigentlich alles?
Man verliebt sich ja sowieso nicht mehr so leicht, wenn man ein Kind hat. Aber es ist ein Kinderspiel verglichen mit dem Gedanken: Sag' ich nun meinem Kind, dass da noch jemand ist? Ist es dieser Mann auch ganz sicher wert, dass ich die kleine Welt des Kindes ins Wanken bringe? Wird es sich lohnen, das Kind all seine verständliche Eifersucht ausleben zu lassen, oder ist er nur eine Affäre, die diesen kindlichen Schmerz nicht wert ist? Ist dieser Mann alltags- und familientauglich? Vom ersten Moment? Freund einer allein erziehenden Mutter ist ein Job ohne Probezeit.
Konfrontiere ich mein Kind nun mit dem neuen Mann in meinem Leben und wir trennen uns, werde ich es je wieder übers Herz bringen, ihm noch mal einen Mann vorzustellen?
Tausend Fragen, die alle allein erziehenden Mütter kennen - wenig Antworten. Vielleicht, weil es keine gibt. Frau muss wohl oder übel ihrem Herzen folgen.
Sieben echte Gründe zu klagen
Ungerecht: So werden allein erziehende Mütter
benachteiligt
Das Ehegattensplitting
Verdient ein Mann sehr viel, seine Frau wenig, kann das
Paar durch das Ehegattensplitting eine jährliche Steuerersparnis bis
zu 28 000 Mark erreichen - auch wenn es keine Kinder hat. Die allein erziehende
Mutter eines Kindes, die arbeitet, bekommt vom Staat nur jährlich
2 800 Mark Kindergeld.
Wohnbauförderung
Ein Ehepaar, ein Kind, er Alleinverdiener, will sich ein Haus bauen
und beantragt Wohnbauförderung. Höchstzuschuss: 240 000 Mark.
Beantragt eine allein erziehende Mutter mit Kind, auch Alleinverdienerin,
Wohnbauförderung, beläuft sich die Höchstgrenze auf 120
000 Mark. Nur die Hälfte für zwei Personen, weil sie nicht verheiratet
ist.
Sozialhilfe
Beschämend für die Familienpolitik des noch immer reichen
Deutschlands: 1992 schrieb die Caritas, "in Deutschland besteht das
größte Armutsrisiko darin, Kinder zu bekommen". Dies gilt
auch für Familien, aber speziell für Alleinerziehende. Jede
fünfte allein erziehende Mutter mit einem oder zwei Kindern ist auf
Sozialhilfe angewiesen.
Kinderbetreuung
In Städten wie München müssen Mütter eineinhalb
Jahre auf einen Krippenplatz warten. Wohin mit dem Kind, wenn die Mutter
arbeiten will und muss? Tagesmütter, die vertrauenswürdig sind,
sind rar und ausgebucht. Aupair-Mädchen sind teuer; allein schon deshalb,
weil sie in der Wohnung Anspruch auf ein eigenes Zimmer haben. Viele Krippen,
Kindergärten und Horte schließen um 17 Uhr. Die Nine-to-five-Jobs
sterben jedoch aus. Wesentliche Bereiche unseres Alltags sind noch immer
so organisiert, als gäbe es nur Hausfrauenfamilien: Öffnungszeiten
von Behörden, Arbeitszeiten in Firmen, ganz zu schweigen von den frauenfeindlichen
Vormittagsschulen.
Kinderbetreuungskosten
Bis 1997 galt folgende Entscheidung des Bundesfinanzhofs, der das Bundesverfassungsgericht
zugestimmt hat: Alleinerziehende können Kinderbetreuungskosten bis
zu 4 000 Mark für das erste Kind von der Steuer absetzen, für
sie gilt kein "zumutbarer Eigenanteil". Seit 1997 wird dieser
Eigenanteil jedoch wieder angerechnet, nämlich 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens.
Keine Au-pairs für Alleinerziehende
Eine der größten deutschen Au-pair-Agenturen, die katholische
InVia, vermittelt Mädchen nur in Gastfamilien, in denen es außer
der Mutter auch einen Vater gibt und die Mutter nicht ganztags arbeitet.
Teure Urlaube
Zwar bieten einige Touristikunternehmen ermäßigte Preise
für Kinder, auch wenn nur ein Erwachsener mitfährt. Die Regel
sieht jedoch so aus. 20, 50, ja manchmal 80 Prozent Ermäßigung
gibt es für ein Kind nur dann, wenn es sich das Zimmer mit zwei Erwachsenen
teilt.
... und vier falsche
Vorsicht vor Selbstbetrug!
Ich kann abends nicht mehr ausgehen
Wenn Eltern abends weggehen wollen, brauchen sie einen Babysitter.
Wenn eine Alleinerziehende abends weggehen will, auch. Außerdem
sind Männer selten ein guter Babysitter-Ersatz, weil es die wenigsten
gern sehen, wenn ihre Frau abends solo weggeht. Grund: Sie langweilen sich
allein zu Hause.
Kinder Alleinerziehender haben Defizite
Erstens bedeutet es noch lange nicht, dass Kinder aus Zwei-Eltern-Familien
keine Defizite haben; zweitens geht aus allen Untersuchungen über
Kinder, die nur mit der Mutter aufwachsen, hervor, dass sie selbstständiger
und kontaktfreudiger sind, früher Verantwortung übernehmen; drittens
leben berufstätige Alleinerziehende ihren Kindern ein besseres weibliches
Rollenmodell vor; viertens erwerben Söhne Alleinerziehender soziale
Kompetenzen wie z. B. größere Kommunikationsfähigkeit.
Vaterlose Söhne werden schwul
Es gibt keine auch nur halbwegs seriöse Untersuchung, die das
bestätigt. Und selbst wenn: Na und?
Mit Kind ist die Karriere futsch
Dies gilt nicht nur für Alleinerziehende. Auch verheiratete Mütter
mit Kindern können die Karriere meist erst mal vergessen. Die Arbeitswelt
ist nach wie vor von Kinderlosen für Kinderlose organisiert oder von
Männern, die eine Frau daheim haben. Und Väter verzichten selten
auf ihre Karriere, um die der Mutter zu fördern.
Ich will Sex, nicht nur Nutella-Küsse
!
Sie hat ein Kind, aber keinen Mann. Und von Enthaltsamkeit hält
sie nun mal nichts. Einen Kerl für gewisse Stunden findet sie leicht.
Aber: Zu Hause zieht ein kleiner Lust-Saboteur alle Register
Liebe verheiratete Freundinnen, was guckt ihr so mitleidig? Ich bin Singlemutter, na und? Enthaltsamkeit finde ich das Allerletzte, sie macht grantig, depressiv, ungerecht und hässlich. Von einem Kindlein, zwei oder drei wird die Frau noch lange nicht zum asexuellen Wesen! Klebrige Nutella-Küsse und sanfte Patschhändchen sind zwar süß, aber sie reichen mir nicht. Ich habe fleischliche Gelüste, sogar großen Appetit auf köstliche Männerhaut. Wollt ihr die Wahrheit wissen? Ich bin sehr gierig und brauche beides, wilden Sex und zärtliches Geschmuse.
Einen Lover hatte ich, der war perfekt. Die Zeit war knapp bemessen, er hatte Mittagspause, das Kind machte ein Nickerchen, so zwischen Tür und Angel stürzten wir uns aufeinander und trieben es in aller Kürze, aber mit unendlicher Würze. Wenn er ging, war ich für ein paar Tage gesättigt. Nun ist er weg, mein Herz nicht gebrochen, einen neuen Lover finde ich bestimmt.
Erotische Wüste ist nichts für mich, doch am Anfang verdarb mir mein Gewissen all die schönen Stunden. Kaum war ein Mann in Sicht, flüsterte mir schon das blöde Ding ins Ohr: "Wie kannst du nur? Denk an dein Kind!" Bald ließ sich die Lust nicht mehr bremsen, einen schönen Fremden lud ich mir ein. Diesmal stellte sich der Nachwuchs quer. Just an diesem Tag wollte das Engelein partout nicht schlafen, ich sang bis zur Heiserkeit, hätte fast das Schäferstündchen abgesagt, als das Kind endlich die Augen schloss. Erschöpft und entnervt betete ich, die Türklingel möge es nicht wecken. Der feinfühlige Lover in spe war gewarnt, er klopfte sanft. Auf Zehenspitzen trippelten wir in die Küche, ein zweites Zimmer gab es nicht, und beim Sex neben der Wiege hätte mein Gewissen aufgeschrien. Die Stühle waren hart, der Boden kalt, der Tisch zu hoch, gegen Mitternacht lagen wir splitternackt auf dem Teppich im Flur. Doch bevor wir richtig zur Sache kamen, plärrte das Baby. Die Nacht endete keusch, zu dritt in meinem Bett. Ich hätte uns liebend gern alle drei erschlagen.
Es gab einen langen Grabenkrieg, doch keine Toten. Die gute reine Mami blieb auf der Strecke, die Frau lebte auf. Jetzt sind wir wieder ziemlich glücklich und gut organisiert: Mein Söhnlein hat seinen Spaß mit Papa, Großeltern, Freunden, Nachbarn und allerlei Babysittern, während ich mich ungestört vergnüge für ein paar Stunden oder gar für ganze Tage. Fein säuberlich voneinander getrennt, Kind da und Lover hier, genieße ich jedes Duo, doch das Trio vermeide ich lieber. Dafür bin ich wohl unbegabt, es endet meist im Bermudadreieck. Sobald sich Kind und Lover begegnen, verkrampfe ich mich, warte resigniert auf die unvermeidliche Katastrophe. Das Männlein und der Mann beäugen einander neugierig oder gleich von vornherein feindselig. Stimmt zwischen beiden die Chemie nicht auf Anhieb, schon hängt der Haussegen schief. Der Nachwuchs kennt da gar nichts, brüllt Wasserkopf und Stinkefuß, kriegt Fieber oder kotzt so lange, bis der Eindringling das Revier verlässt.
Ist mein Verehrer dagegen willkommen, wird der Liebhaber umgehend zum Ersatzpapi umfunktioniert oder er wird selber zum Riesenbaby. Dann sinkt mein Lustpegel augenblicklich unter null. Neulich fiel einer meiner Lover auf die Knie, nicht vor mir, sondern vor meinem Sprössling, um mit dem Kleinen auf allen vieren durch die Wohnung zu krabbeln - wir gingen zu dritt in den Zoo, aber nie mehr zu zweit ins Bett. Ungeduldig werde ich erst recht, wenn einer sich mit Schokoriegeln und Plüschtierchen einzuschmeicheln versucht. Ein Lover muss nicht familientauglich sein, ein fester Partner schon, aber danach ist mir zur Zeit gar nicht.
Liebe bemannte Freundinnen, fürchtet nicht um eure Ehemänner und bemüht euch nicht, mir angestaubte Junggesellen, frisch geschiedene Väter und trostbedürftige Witwer ins Bett zu schieben. Meine Lover suche ich lieber selber, eure Hilfe brauche ich nicht. oder doch! Heute abend will ich allein ausgehen, wer weiß, vielleicht kehre ich zu zweit zurück, wie wäre es rnit Babysitten?
Doris With
Teilzeitarbeit
Das Zukunftsmodell für Karriere mit Kind
Für viele Mütter, allein erziehend oder nicht, wäre Teilzeitarbeit ideal. Gäbe es da nicht wieder mal Vorurteile: Wer Teilzeit arbeitet, hat grundsätzlich eine wenig qualifizierte Stelle ohne Karrierechancen. Oder: Teilzeitarbeit ist ja erstrebenswert, aber in meinem Beruf, in unserer Firma leider völlig unmöglich. So ein Käse, möchte man da nur sagen. Dass alles sehr wohl möglich ist, haben verschiedene Unternehmen längst gezeigt, die sich zum Verein Total E-Quality, vollkommene Chancengleichheit, zusammengeschlossen haben. Ihm gehören Industriegiganten wie Bayer, Schering, Hoechst, Philips und Volkswagen an. Allein bei der Commerzbank gibt es 60 Tellzeitmodelle für Frauen wie für Männer. Das Prinzip: Angestellte können 20 oder 30 Stunden arbeiten oder sechs Monate pro Jahr oder zwei Tage pro Woche. Ihren Karrierechancen tut das keinen Abbruch, sie bleiben weiter anteilig renten- oder krankenversichert. Durch dieses flexible Konzept hat allein die Commerzbank den Frauenantell im Management auf mehr als fünf Prozent gesteigert. Natürlich haben die Firmen auch etwas davon. Zum einen sind zufriedene Mitarbeiter bessere Mitarbeiter, zum anderen zeigen besonders Frauen, denen in Fragen der Arbeitszeit entgegengekommen wird, eine viel größere Betriebstreue. Außerdem kann kaum mehr eine Firma auf die Qualifikation von Frauen verzichten, und Firmen müssen viel flexibler reagieren als früher. Wenn alle immer da sind, obwohl es Zeiten gibt, in denen gar nicht genug Arbeit für alle da ist, werden viele Stunden umsonst bezahlt.
So werden
Sie Singlemutter
Sieben Tips zum Mama-Kind-Modell
1. Affäre mit Folgen: Suchen Sie sich einen verheirateten Liebhaber, der auf keinen Fall die Scheidung will. Besonders geeignet sind Ehemänner, die schon wunderbare Kinder haben. Das lässt auf gute Gene und Zeugungsfähigkeit schließen.
2. Der Madonna-Trick: Die Popsängerin sah den Vater ihrer Tochter beim Joggen. Sie ließ ihn zeugen und einen Vertrag unterschreiben, in dem er auf das Sorgerecht verzichtete.
3. Variante mit Risikofaktor: Sie entdecken beim Tanzen den Traumvater Ihres Kindes und haben gerade Ihre fruchtbaren Tage. Geben Sie ihm einen falschen Namen und eine erfundene Telefonnummer. Nachteil: Aids-Risiko.
4. Da weiß man, was man kriegt: Machen Sie einen guten Freund zum biologischen Vater. Entweder Sie schlafen einfach mit ihm und behalten den Grund für sich. Sind Sie erst mal schwanger, war's eben ein anderer. Oder Sie spielen mit offenen Karten und er verzichtet freiwillig auf das Sorgerecht, muss natürlich auch keine Alimente zahlen. Vorteil: Sie kennen ihn und sein Erbmaterial sehr gut.
5. Für die ganz Cleveren: Suchen Sie sich einen Prominenten, am besten einen hochrangigen Politiker mitten im Wahlkampf, der akzeptabel aussieht. Intelligent ist er bestimmt, und da der Medienrummel um ein uneheliches Kind seine Karriere beeinträchtigen würde, wird er immer brav, diskret und ausreichend zahlen, ohne das Recht auf sein Kind zu fordern.
6. Ohne Sex: Als alleinstehende, normal fruchtbare Frau können Sie eine heterologe [nsemination (künstliche Befruchtung mit anonymem Fremdsamen) durchführen lassen. Rechtlich ist das in Deutschland kein Problem, Sie müssen nur einen Arzt finden, der keine moralischen Bedenken hat.
7. Wenn Ihnen das alles nicht zusagt, bleibt noch die Adoption. Auch als Einzelperson haben Sie das Recht, ein Kind anzunehmen. In der Praxis werden jedoch Ehepaare meist bevorzugt. Bessere Chancen haben Sie als Single bei ausländischen Kindern.
Interview
"Kind und Karriere - beides geht nicht",
sagt Carola Romanus, 43, Mitglied der Geschäftsführung eines
Werbeunternehmens in Frankfurt/M. Ein Problem nicht nur für Alleinerziehende,
sondern für alle Mütter
Hat man Sie schon mal egoistisch oder karrieregeil genannt, weil Sie keine Kinder haben? Meine Mutter nannte mich mal egoistisch. Sie kann gar nicht verstehen, dass ich nie Kinder wollte. Sie meinte, ich setze falsche Prioritäten in meinem Leben. Aber weder von meinem Mann noch von meinen Kollegen habe ich je Vorwürfe deswegen bekommen.
Haben Sie sich denn der Karriere zuliebe gegen Kinder entschieden? Ich habe, was Kinder betrifft, eine sehr konservative Einstellung: Ich hätte voll für meine Kinder da sein wollen. Andererseits fand ich es immer eine grässliche Vorstellung, den ganzen Tag zu Hause zu sein, auch deshalb, weil ich Hausarbeit nicht ausstehen kann, aber mein Job mir großen Spaß macht.
Schließen sich Kinder und Karriere wirklich aus? In meinem Job als Kundenberaterin, ja. Von uns wird höchstmögliche zeitliche Flexibilität verlangt. Wenn ein Kunde ein Problem hat, das bis zum nächsten Morgen um acht Uhr gelöst sein muss, dann sitzen meine Kollegen und ich eben auch bis 23 Uhr oder noch länger im Büro. Wäre ich Texterin oder Art-Directorin könnte ich mehr von zu Hause aus arbeiten. Ich muss im Büro sein, ich arbeite im Team.
Das heißt also, dass Mütter es auch weiterhin schwer haben werden, Karriere zu machen? Ja. Hier müsste sich bei uns vieles ändern. Dass beides vereinbar ist, sieht man an den USA. Dort haben viele Frauen wirkliche Top-Jobs, und alle, die verheiratet sind, haben auch Kinder. In unserer Firma dagegen sind wir zu neunt in der Geschäftsleitung, sieben Männer, zwei Frauen. Die Männer haben alle Kinder. Wir beiden Frauen nicht.
Bildbeschriftungen:
Erst die große Liebe, dann das Wunschkind?
Ich will ein Baby und keinen Mann, entschieden die Schauspielerinnen Diane Keaton (links außen), Rosie O'Donnell (links) und Mia Farrow. Alle drei adoptierten als Singles ein oder mehrere Kinder
Singlemums der Neunziger:
Madonna, Jodie Foster, Whoopie Goldberg, Prinzessin Stöphanie,
Nina Hagen, Melissa Etheridge und Julie Cypher, Jullette Binoche (von links
oben nach rechts unten). Die Väter spielen kaum eine Rolle
Teilzeit-Singlemum:
Caroline von Monaco (oben). Elternteam trotz Scheidung: Fergie und
Andrew (oben rechts). Gemeinsames Sorgerecht: Robert De Niro mit seinen
Zwillingen
SPD-Chef Oskar Lafontaine (rechts) mit Mutter Anne und Bruder Hans. Wie auch seine Parteigenossen Gerhard Schröder und Rudolf Scharping wurde er von der Mutter allein großgezogen. Und wie man heute sieht ist aus allen drei Söhnen Alleinerziehender etwas geworden: einflussreiche SPD-Politiker
Weiterführende Informationen:
Ein anonymer Leserbrief an paPPa.com:
Dies ist eine peinlich genaue Beschreibung, warum Mütter in der Ehescheidung ihren Vätern sexuellen Kindesmißbrauch vorwerfen müssen.Sie handeln damit im Auftrag des Staates. Denn mit Vätern geht es ja nicht, da sie sich eh nicht um Kinder kümmern. So wäre das feministisch zu deuten.
Steigende Jugendkriminalität und 'Verletzung der Seele führt zum Tod' ist also nur eine Mediendarstellung. Die Wahrheit ist demnach also: Kinder lachen nur bei Muttern. Alleinerziehend mit Wunsch nach wildem Sex, den sie nicht haben, deutet auf sexuellen Kindesmißbrauch von Frauen. Wer als erstes den anderen beschuldigt, hat gewonnen. Dank Cosmopolitan, weiß ich jetzt, was zu tun ist. Wäre allein nie darauf gekommen.
Psychologen machen nur die Väter für alles verantwortlich. Bei Jugendkriminalität ist die Familie schuld. Gut, daß ich keine Familie bin. Besser ausgedrückt, liegen die Erfolge dieser Mißerziehung bei den alleinerziehenden Einelternfamilien. Eben Mutter und Kind, der Vater gehört ja nicht dazu. Aus dieser Betrachtung bekommt die Verstörtheit der Kinder auch einen richtigen Sinn.
Gut, daß meine Ex eine Erziehungspsychologin aufsuchen mußte. Allein wird sie ja nicht mit dem Kind fertig. Dort wurde das Kind richtig verstört gemacht. Das spiegelt sich auch im Gutachten wieder. Völlig suggestionsfrei hat aber der Vater Schuld, da er seit knapp 3 Jahren das Kind nicht hat. Damals lief das Kind dem Vater in die Arme, als er von der Arbeit kam. Das ging auch ein Jahr nach der Trennung so, als noch der Umgang stattfand. Erst als alles Finanzielle in Anspruch genommen wurde - was heute noch längst nicht beendet ist - holte sie zum Vernichtungsschlag aus. Zwei Jahre völlige Verstörtheit des Kindes sind die Folge. Ergebnis des Gutachters: Kind hat Ängste gegen den Vater und darf nicht mehr zu ihm.
Das feministische Patentrezept für Alleinerziehung funktioniert. Demnach habe ich einen Gott als Gutachter gehabt, der alles kann und alles weiß.Gutachter, die den Kontakt zum Vater verweigern, schützen nicht das Kind, sondern fördern die Verstörtheit der Kinder und finanzielles Frauendenken. Sie selbst steigern sich in hochgradiger Perversion, denn genau dies sind "erwachsen" gewordene Folgen ehemaliger Alleinerziehung. Denn nur diese und andere Personen, sind das Groß ehemaliger Alleinerziehung ihrer ach so lieben Mütterchen. Ihre Väter waren ja schließlich im Krieg gefallen.
Hieraus ergibt sich ihre Einstellung zur Unwichtigkeit der Väter. Sehet her, ich bin doch Richter geworden. Sehet was ich alles kann, sehet, wie ich Väter ausgrenzen kann.
Es ist eben ein Perversenreigen unter Erwachsenen. Normales Denken fällt eben schwer.
Sollte der Artikel polemisch wirken, so ist das gewollt. Wer sich aufregt, zeigt seine Schwäche. Also drüberstehen, egal was kommt und lachen nicht vergessen, nur, um ein netter Mensch zu sein, auch, wenn man die deutsche Höflichkeit mit der Fußspitze im Hintern spürt.
Mit schönem Gruß von meinem Fuß an die Cosmopolitan-Redaktion
Stellungnahme von Ulrich Anton - Väter/Kinder-Initiative München e. V.
Vergleiche auch "Nachwuchs: Männer werden überflüssig" vom Januar 1999