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Die Gewalt-Diskussion geht weiter ...
Männer-Täter und Opfer-Frauen
Inhalt dieser Seite:
Dr. Karin Jäckel
Autorin
Fax 07802–3707 - eMail karin.jaeckel@t-online.de
Herrn
Oberbürgermeister Fritz Schramma
Rathaus
50667 Köln
Oberkirch, am 15.11.2000
Programm gegen "alltägliche Männergewalt"
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schramma,
vor einigen Tagen ging mir die Information zu, dass Sie in der von Ihnen vertretenen Stadt Köln ein interessantes Programm gegen Gewalt auflegen.
Bei näherem Hinschauen entpuppt sich dieses leider als sehr einseitig, denn es erfasst ausschließlich Gewalt von Männern, nicht aber Gewalt von Frauen, die im alltäglichen Leben bedauerlicherweise ebenfalls an der Tagesordnung ist.
Als Autorin kritischer Sachbücher befasse ich mich seit Jahren intensiv mit den Problemen von Kindern und Familien, besonders mit Kindern aus Krisenfamilien. Vielleicht sind Ihnen einige meiner meistverkauften Bücher wie "Monika B. Ich bin nicht mehr eure Tochter" – "Wer sind die Täter? Die andere Seite des Kindesmissbrauchs" -"Im Stich gelassen?! Warum Mütter sich von ihren Kindern lossagen" – "Sag keinem, wer dein Vater ist. Das Schicksal von Priesterkindern" – "Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt. Väter nach der Trennung" – "Furcht vor dem Leben. Wann Kinder den Tod als letzten Ausweg sehen" oder mein neustes Werk mit dem Titel "Deutschland frisst seine Kinder. Familien heute" bekannt.
Während der Recherche, die ich im Laufe von rund 15 Jahren zu diesen und anderen Büchern durchführte, habe ich Tausende Interviews mit Betroffenen aus allen Bevölkerungsgeschichten geführt und Schicksale kennengelernt, die aus Alpträumen zu stammen scheinen.
Sehr oft waren in diesen Schicksalen nicht die Väter, sondern die Mütter gewalttätig, waren sie die sexuellen Kindesmissbraucherinnen, waren sie es, die ihre Kinder an Pädophile/Päderasten verkauften, waren sie es, die ihre Kinder in Sekten zwangen, sie als kleine Mädchen behandelten, obwohl es geborene Jungen waren oder umgekehrt, waren sie es, die ihre ungeliebten Kinder irgendwo aussetzten, sie zur Strafe mit den Füßen traten, sie tagelang hungern oder dürsten ließen, sie in Schränke einschlossen, sie quälten, indem sie sie nackt auf glühende Herdplatten setzten, ihnen die Handflächen auf der Herdplatte verbrannten, sie mit kochendem Wasser überschütteten, sie in einer Kiste im Garten eingruben, sie von einem Hund an den Genitalien belecken ließen oder sie durch tagelanges Schweigen und Liebesentzug bestraften oder sie letztlich umbrachten. Vorfälle, die nur zu oft als Unfall deklariert und deshalb niemals strafverfolgt wurden.
Und glauben Sie mir, die Kinder, die von ihren Müttern gequält worden waren, litten kein bisschen weniger als diejenigen, die von ihren Vätern gequält worden waren. Der Kindesmissbrauch war kein bisschen süßer und weniger vernichtend, wenn die Mutter missbrauchte. Im Gegenteil, das Gefühl, von der eigenen Mutter missbraucht worden zu sein, sogar von ihr, wog oftmals noch eine Potenz schwerer als der Missbrauch durch den Vater. Oft genug schien diesen Kindern der Selbstmord die einzige Lebenslösung, weil sie sich für so wenig liebenswert hielten, dass sogar die eigene Mutter sie hassen musste.
All diesen durch weibliche Alltagsgewalt schwer betroffenen Kindern wird Ihre Kampagne nicht gerecht, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister. Im Gegenteil, sie werden einmal mehr einfach ignoriert, indem die Öffentlichkeit so tut, als gäbe es die leidvollen Erfahrungen dieser Kinder nicht, als hätten sie sich ihre Kindheitserinnerungen ausgedacht. Als gäbe es keine von Frauen und Müttern ausgeübte Gewalt.
Können Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sich vorstellen, wie es ist, wenn Sie persönlich betroffen wären, wenn Sie von Ihrer Mutter misshandelt und grausam gequält worden wären, - und dann müssten Sie erleben, wie überall im Land Initiativen gegen Männergewalt und keine einzige gegen Frauengewalt ausgelobt werden?
Wissen Sie, wie fremd man sich da fühlt? Wie missachtet? Wie ausgegrenzt? Wie es ist, wenn man sich mit diesen Erfahrungen allein gelassen fühlt und erkennen muss, dass man nicht zur anscheinend einzig wahren, einzig bemerkenswerten Gruppe der öffentlich unterstützten Gewaltopfer gehört, – nämlich der Opfer von Männergewalt - sondern durch den Raster des öffentlichen Netzes fällt, weil man das Opfer einer gewalttätigen Frau wurde, die es offiziell gar nicht zu geben scheint?
Ich bitte Sie als Träger der in Ihrer Stadt veranstalteten Initiative im Namen all der Opfer, die durch Frauen/Mütter körperliche und seelische Gewalt erfuhren, um Respekt und Achtung für das Leid, das sie erduldeten und die daraus folgernde meist lebenslange Not.
Geben Sie diesem Leid Raum und der Gegenwehr eine Berechtigung, indem Sie den von Ihnen unterstützten Kampf zu einem Kampf nicht nur gegen alltägliche Männergewalt führen, sondern ihn ausweiten, ihn zu einem Kampf gegen alltägliche Gewalt erheben und auf diese Weise ein Zeichen setzen, dass Gewalt ächtenswert ist, von wem immer sie kommt.
Ich bin sicher, Sie würden von feministischen Frauengruppen dafür angefeindet werden. Den betroffenen Kindern, Jugendlichen und heute schon erwachsenen Opfern weiblicher/mütterlicher Alltagsgewalt aber hätten Sie ein Stück Lebensqualität zurück geschenkt und das Gefühl, endlich wenigstens wahrgenommen, endlich einmal Ernst genommen worden zu sein.
Mit besten Grüßen
Dr. Karin Jäckel
"Macht, Ohnmacht, Vollmacht in der
Politik" - Vortrag bei der Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft
für Tiefenpsychologie am 2. November 1995 in Lindau/Bodensee
Von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, MdB, stellvertretende Vorsitzende
der SPD - Ein Auszug ...
"Viel schwerer fällt mir die Verarbeitung anderer, sachbezogener Ohnmachtserlebnisse, also von solchen Niederlagen, die nicht meine eigene Stellung oder Macht betreffen, sondern häufig ganz unmittelbar das Schicksal anderer Menschen, für die ich mich einsetze, deren Lage durch falsche Entscheidungen schlimmer, ja ausweglos wird. Oder denen geholfen werden könnte, wenn die Regierungsmehrheit in Bonn nur ihre Trägheit oder ideologische Verbohrtheit aufgeben würde.
Sie sehen, meine Damen und Herren, ich formuliere jetzt sehr drastisch, aber mir fällt nichts anderes mehr ein, wenn ich an die vielen vergewaltigten und geschlagenen Frauen denke, die häufig genug mit ihren Kindern mühsam und in jeder Hinsicht beengt in Frauenhäusern leben müssen, während wir bei unseren immer neuen Vorstößen im Bundestag immer wieder auf das gleiche dumme Geschwätz stoßen, mit der unglaublich ungerechten Wohnungszuweisung sei das gut, wie es heute sei, obwohl der Schläger in der Familienwohnung bleibt und die Geschlagene ins Frauenhaus muß. Oder wenn hartnäckig blockiert wird, Vergewaltigung mit und ohne Trauschein strafrechtlich gleich zu sanktionieren!
Da kommt schon Frust auf."
Christian Pfeiffer hat in einer gemeinsamen Anhörung des Rechtsausschusses und des Ausschusses für Familie, Senioren und Frauen und Jugend am 1. Dezember 1999 des Bundestages zur "häuslichen Gewalt" eine flammend befürwortende Rede zum Rot-Grünen Gewaltkampf-Projekt gehalten. Er war kaum zu stoppen. Dabei ist ihm ein verräterischer Lapsus unterlaufen:
Nachdem er nämlich in seinem Hauptvortrag mit allerlei Grafiken und Zahlen darlegte, wie notwendig es sei, "die" Gewalt in "den Familien" zu stoppen, da Kinder dadurch dann später selber zur Gewalt neigten, hieß es dann plötzlich in einem Nachtragsbeitrag von ihm:
Im Prinzip hätten wir Deutschen eigentlich gar kein Gewaltproblem in den Familien, was mittels (eines neuen) Gesetzes wesentlich eingeschränkt werden könnte; diejenigen, die Gewalt in Familien ausübten, seien auch durch Gesetze nicht davon abzubringen, sondern gehörten eigentlich therapiert, es seien eigentlich kaputte Menschen, Sozialfälle.
Nun stellte sich raus, daß er das wesentliche Gewaltproblem in Einwanderungsfamilen sähe, u.a. besonders bei den Türken. Besonders denen müsse nun durch eine gesetzliche Regelung klar gemacht werden, daß das hier Deutschland so nicht laufe.
Von einer deutschen Leitkultur war damals zwar noch nicht die Rede, wohl von einer emanzipatorischen oder so ähnlich ...
Zur Erläuterung berichtete er von seinen diversen Engagements mit türkisch-moslemischen Vereinigungnen und Besuchen in der Türkei. Kurz, er hat dem Bundestagsausschuß die Notwendigkeit eines Gewaltschutzgesetzes in Deutschland verkauft, das eigentlich nur wegen der geringen Anpassung einer der Multikultigruppierungen notwendig geworden zu sein scheint. Ich würde es nennen: eine Sondergestzgebung für Türken, die die Deutschen dazu verdammt, einen staatlichen Eingriff in die Familie hinzunehmen, möglichst ohne diesen Umstand deutlich werden zu lassen.
Die bei der Expertenanhörung von Gegnern des Gesetzes vorgetragenen Bedenken eines staatlichen Eingriffs in die Familien war zuvor von ihm und seinen Genossen vehement weggebürstet worden, ein wahrer Demagoge.
Der schon häufiger zitierte Novobeitrag "Es sind so kleine Hände...:" http://www.novo-magazin.de/49/novo4924.htm greift die damals formulierten Bedenken besonders deutlich auf.
Bislang kannten wir ja vor allem die feministische Begründung von der angeblich latent-machistischen Brutalität der Männer für ein solches Gesetz. Dass sich seinerzeit schon ein zukünftiger SPD-Justizminister auf sein Tätigkeitsfeld vorbereitet haben muß, indem er einen seiner Arbeitschwerpunkte, Ausländergewalt, dazu gebrauchte zu helfen, ein extra Gesetz für Ausländer unter dem Vorwand allgemeiner "häuslicher Gewalt" zuzuschneiden zeigt, welch Geistes Kind er ist. Aber bei dem ideologischen Hintergrund dieser 68er-Regierung passt das ja bestens ...
Siehe zum Thema bei paPPa.com u.a. schon:
Stand dieser Seite: 23.11.2000 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/emma/gemwohng2.htm
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