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Express 11.1.99
Von IRIS MANTZ
exp Washington - Frauen machen beim Kinderkriegen sowieso fast alles alleine. Und vielleicht brauchen sie in absehbarer Zeit nicht einmal mehr einen Mann als Samenspender dazu. Zwei Frauen können zusammen ein Baby "zeugen" - das die Erbinformationen beider weiblicher Elternteile in sich trägt, beiden Frauen ähnlich sieht.
Klingt verrückt, ist aber machbar. Der US-Wissenschaftler Dr. Rudolf Jaenisch vom "Massachusetts Institute of Technology" arbeitet bereits daran, er will die Naturgesetze austricksen. Die Idee hat sich Jaenisch bei bestimmten Reptilien und Amphibien abgeguckt. Bei ihnen ist es möglich, daß auch aus unbefruchteten Eiern Junge schlüpfen. Der Name des ganzen: Parthenogenese - Jungfernzeugung.
Beim Menschen (wie bei allen Säugetieren) ist das bislang unmöglich. Denn normalerweise bildet sich ein Embryo nur, wenn wenn sich in einer Eizelle zwei Sätze von Erbinformationen befinden. Und zwar ein männlicher und ein weiblicher. Versuche zeigten bisher: Kommen die beiden vom selben Geschlecht, ist der Embryo nicht lebensfähig. Eine Sicherheitsbarriere der Natur.
Diese Barriere will Jaenisch durch eine chemische Blockade außer Kraft setzen. Dann könnten beispielsweise, im Reagenzglas, einem unbefruchteten Ei auch zwei Erbinformationssätze derselben Frau eingesetzt werden, um ein Baby zu zeugen.
Jaenisch will das Experiment zunächst an Mäusen durchführen. Denkt aber schon weiter: "Wenn die Jungfernzeugung bei Mäusen klappt, geht es auch bei Menschen. Dann kann man genauso gut die Erbinformationen von zwei Müttern benutzen. Das macht keinen bedeutenden Unterschied."
Zukunftsmusik oder Horrorvision? Für Forscher Jaenisch ist Moral kein Thema. Ihm geht es um das Machbare. Für ihn ist sein Experiment ein Meilenstein der Wissenschaft: "Wenn das Prinzip klappt und die Mäuse völlig gesund und lebensfähig sind, wäre das ein spektakulärer Erfolg."
Kinder ohne Väter? Ein Baby von der besten Freundin? Oder besser doch gleich ganz alleine, nur mit dem eigenen Erbgut? Emma Hompson vom Bridge Center, wo sich jährlich rund 200 Frauen mit Spendersamen befruchten lassen, findet die Vorstellung gar nicht so abwegig. Sie sagt dazu: "Ich bin sicher, daß viele Frauen lieber nur Erbgut von sich selbst in ihrem Kind haben wollen, als das von einem anonymen Spender."
Prof. Dr. Friedrich Wolff (Chefarzt der Frauenklinik Köln-Holweide): "Ich halte das für eine ernsthafte Spielerei. Es wird immer mehr mit Eizellen herumexperimentiert, besonders in Ländern, deren Gesetze nicht so streng sind, wie bei uns. Da passieren Sachen, die lassen einem die Haare zu Berge stehen. Den Forschern sind kaum Grenzen gesetzt.
Das Experiment Jungfernzeugung beim Menschen halte ich für sehr bedenklich. Eine Menge erblicher Risiken sind sehr wahrscheinlich. Und davon abgesehen: Ist ein Kind ohne Vater wirklich besser dran? Und was wird später? Wie soll man solchen Kindern erklären, wo sie herkommen?"
Babys ganz ohne Männer
Werden Männer bald überflüssig?
Ein US-Wissenschaftler will Frauen zu "Vätern" machen.
Dr. Rudolf Jaenisch vom "Massachusetts Institute of Technology" versucht, die Natur auszutricksen. Ein Baby, so plant er, könne auch nur von Frauen gezeugt werden - ohne Mann, ohne männlichen Samen.
Vorbild sind Reptilien und Amphibien, deren Junge auch aus unbefruchteten Eiern schlüpfen. Beim Menschen bildet sich ein Embryo nur dann, wenn sich in dem befruchteten Ei zwei Sätze der Erbinformationen befinden. Einer vom männlichen Samen, der andere aus dem weiblichen Ei. Versuche zeigten bisher: Kommen beide Sätze vom selben Geschlecht, stirbt der Embryo. Dr. Jaenisch will diese DNA-Sicherheitsfunktion, zunächst bei Mäusen chemisch blockieren. Der Name dieser Technik: Parthenogenese (Jungfernzeugung).
Der neue große Trend
Berlins Frauen: Baby ja, Mann nein!
BERLIN - Berlins Frauen haben Pfiff und ihren eigenen Kopf. Und
setzen einen neuen großen Trend. Immer mehr sagen: "Ich möchte
ein Baby! Aber heiraten muß ich deswegen noch lange nicht."
Das ist jetzt amtlich. Das Statistische Landesamt stellte fest: Jedes zweite
Baby, das in Ostberlin geboren wurde, ist unehelich. Im Westteil ist es
schon jedes vierte - Tendenz weiter klar steigend. Warum immer mehr Berlinerinnen
sagen: "Baby ja - Mann nein!"
Jedes zweite Neugeborene im Osten ist ein uneheliches
Kind
BERLIN - Iris Berben, Dr. Gertrud Höhler, Sonja Kirchberger: Erfolgreiche Frauen, wundervolle Mütter. Nur - sie brechen mit den Traditionen. Wie immer mehr Frauen sagen sie: Baby ja, Ehe (oder Mann) nein!
Auf Heirat, Küche, Herd verzichten sie dankend. Ein Trend, der sich jetzt auch belegen läßt. Das Statistische Landesamt stellte fest: "Jedes zweite Ost-Baby ist unehelich!" Im Westen ist mittlerweile jede vierte Mutter nicht mit dem Vater ihres Kindes verheiratet. Professor Günter Appel, Direktor des Statistischen Landesamtes, stellte gestern das Jahrbuch '98 vor: "Die Rate der unehelichen Ostbabys stieg in den letzten 13 Jahren um 7,5 Prozent."
Auch die (Ost-)Berliner Schauspielerin Marielle Ahrens (28), die im Februar von Freund Dragan ihr erstes Kind erwartet, will erst mal nicht heiraten: "Wozu, mein Kind kann ich auch ohne verheiratet zu sein großziehen." Ebenfalls Schauspielerin Anne-Sophie Briest (24) will auf keinen Fall dem Vater ihrer Sohnes Jamar das Ja-Wort geben: "Der Kleine war ein Wunschkind. Aber muß ich deshalb gleich heiraten?" Auch für Antje Feltheit (27, Sohn Timo ist vier Monate) aus dem Prenzlauer Berg stand der Wunsch nach einem Baby im Vordergrund: "Es passierte bei einem One-Night-Stand, aber der Vater ist weiter nicht für mich wichtig."
Zahlen '98: Im Ostteil waren 4.471 der 91.65 Babys unehelich, im Westen waren es 5.751 von 21.204. Verglichen mit 1985 stieg die Rate der unehelichen Ost-Babies um 7,5 %, (Westen +6,9%). Rekord! Höchstwert auch bei den "nichtehelichen Lebensgemeinschaften": 125.000. Dazu kommt das Heer der 136.800 Alleinerziehenden. ira / mi
Die Grünen haben für den Wahlkampf in Hessen ein Plakat vorgestellt (Quelle Neues Deutschland), auf dem eine leere Wärmeflasche zu sehen ist und der Spruch "Männer sind ersetzbar".
Man stelle sich das umgekehrt mit dem Spruch "Frauen sind ersetzbar" vor und es würde ein Aufschrei der Empörung über dieses sexistische Plakat geben. Aber da es sich ja nur um Männer, also Menschen zweiter Klasse handelt, ist das schon o.k. - meinen offensichtlich die Grünen.
Gruß von Peter Thiel
Kommentar: Abgerundet wird das Ganze durch die Pläne der grün-roten Regierung, siehe die Neuigkeiten zur Homoehe.