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Wiedervereinigung nach 11 Jahren
- Zuschrift an paPPa.com, Ende 2000 - Gleichzeitig Update zur
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Nach dem das Elsholz-Urteil aus Straßburg im "Amtsvormund" erschien, war meine Angst wie verflogen, ich bekam Mut:
Ich rief meinen älteren Sohn (22) an, den ich seit 11 Jahren nicht mehr sehen durfte. Anfänglich wollte er mich loswerden, drohte mit einem Anwalt, aber als er über das Urteil hörte, war er auf einmal sehr hellhörig. Ich schilderte ihm das Urteil detailliert.
Er mußte das Gespräch unterbrechen, rief mich später zurück und sprach mit mir - auf seine Kosten - dreiundhalb Stunden lang. Bereits nach 5 Minuten war er wieder mein Kind, wie ich ihn kannte: Natürlich, neugierig und positiv zu mir eingestellt. Es war eine unglaubliche Unterhaltung!
Wir begannen mit einer enormen Geschwindigkeit, die Lücken von 11 Jahren zu füllen. Die Schlucht zwischen uns schien überbrückt werden zu können.
Erst wünschte er, daß wir erst nach 2 Wochen erneut miteinander reden sollten. Ich habe die 14 Tage wie auf Kohlen sitzend abgewartet. Er rief pünktlich an und wir sprachen wieder 3 Stunden - auf seine Kosten, wohlgemerkt.
Da war es schon klar, er hatte ja tausend Fragen und wollte alles wissen, wieso, warum, weswegen die Ehe in die Brüche ging etc. Er erinnerte sich an vieles noch, z.B. welche Musik ich bei gemeinsamen Autofahrten hörte. Er suchte sie im Internet und fand sie - und wenn er traurig war, hörte er diese Musik. "Die Mutti hat nie Musik gehört zu Hause...." sagte er. Er spielte sie mir vor: "Kennst Du noch dieses Lied.....?" "Und dieses.....?"
Dann gingen die Anrufe Schlag auf Schlag, täglich 2-3 mal.
Gestern traf ich ihn: Nach 11 Jahren Pause kam mir ein 186 cm große schlanke Junge entgegen, der aussah, als würde ich mich selber im Spiegel sehen als ich 22 war. Es war unbeschreiblich. Ich glaube, noch nie so ein Glücksgefühl empfunden zu haben. Wir haben uns umarmt, scherzten, klopften uns auf die Schulter. Dann gingen wir spazieren, sprachen eine Menge miteinander, waren dann mit seiner gleichaltrigen Freundin essen. Es war ein wunderschöner Tag.
Rundherum ein Happy End.
Was ich alles von ihm über seine Kindheit erfuhr, hätte ich so nie geglaubt: All die Unterdrückung, die er erleiden mußte, das Aufatmen, als er gemerkt hat, daß ich anders bin, als die mich darstellten, die Übereinstimmung in unserem Denken, Handeln und in vielen anderen Sachen. Was er noch alles weiß, ein Gedächtnis hat er, unglaublich. Bilder, die unauslöschlich in seiner Seele geblieben sind, woraus man erkennt: Er hat genauso gelitten wie ich, konnte aber der Macht der sorgeberechtigten Erwachsenen nicht entfliehen.
Zur Zeit ist Funkstille zwischen ihm und seiner Mutter, seinem Stiefvater. Er hat die Kontakte selbst abgebrochen, bevor wir uns wiederfanden.
Euch an dieser Stelle auch ein Dank für all die Freunschaft und die Kraft, die Ihr mir gegeben habt zu kämpfen. Ohne die Hilfe der Väterbewegung und der Betroffenen hätte ich es nie geschafft.
Für die Väter, die noch ausgegrenzt sind, die noch keinen Kontakt haben: Gebt nicht auf. Beruft Euch auf Euer Recht auf Familienleben!
Eure Kinder lieben Euch.
Ein ganz großes Dankeschön gilt auch Rechtsanwalt Koeppel für dieses Urteil.
[paPPa.com freut sich mit! Und wie ...]
Zum weiter lesen: http://www.kindschaftsrecht2010.de/brief.htm - Brief an RA Dr. Koeppel, 2. Jan. 2001
"... wie Sie wissen, habe ich meine beiden Söhne seit mehr als 12 Jahren nicht sehen können. Damals waren sie 5 bzw. 10 Jahre alt. Es war für mich die schlimmste Periode meines ganzen Lebens. Jedoch haben meine Kinder, wie ich es heute weiß noch viel mehr gelitten als ich. ..."
Stand dieser Seite: 18.02.2001 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/faelle/positiv/wiedervereint.htm
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