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Lebensform: Alleinerziehend.
Lust oder Frust?

Eine kritische Stellungnahme von Beate Kricheldorf

Alleinerziehend zu sein, stellt heute für immer mehr Frauen (nicht für alle, aber für sehr viele) eine durchaus attraktive und lukrative Lebensform dar. Wie wäre es sonst zu erklären, daß es überwiegend Frauen sind, die beim ersten Ehefrust die Partnerschaft kündigen und sich für das Gelingen der Partnerschaft nicht mitverantwortlich fühlen?
Wie wäre es sonst zu erklären, daß so viele junge Frauen ein Kind bekommen, obwohl sie weder einen festen Partner, noch einen Beruf noch eine eigene Wohnung haben?

An mangelnder Aufklärung kann es nicht liegen, denn jedes Mädchen weiß heutzutage, daß man ohne Verhütung schwanger werden kann und daß in sozialen Notlagen ein Schwangerschaftsabbruch möglich ist.
In Amerika ist es in gewissen Kreisen chic, sich den Kinderwunsch durch eine anonymen Samenspender zu verwirklichen.

Es gibt Alleinerziehende (Frauen und Männer), die sich trotz Trennung um verantwortungsvolle Elternschaft bemühen; die dem Kind den anderen Elternteil erhalten und die versuchen, Beruf und Kind zu vereinbaren. Diese verdienen Anerkennung und Unterstützung.

Daneben gibt es eine Gruppe von Alleinerziehenden (überwiegend Frauen), die den Status "alleinerziehend" freiwillig gewählt haben: z.B. gegen den Willen des Partners ein Kind ausgetragen haben oder den Vater des Kindes ablehnen und ausgrenzen. Hier wäre ein höheres Maß an Eigenverantwortung zu fordern: d.h. die selbst gewählte Lebensform auch soweit wie möglich selbst zu verantworten.

Wenn eine Frau sich aus Partnerschaftsunfähigkeit oder -unwilligkeit heraus entschließt, ihr Kind vaterlos aufwachsen zu lassen, müßte das kritischer als bisher beurteilt werden.
 
Beratungsstellen, Vereine für Alleinerziehende usw. negieren oft die Tatsache, daß eine Trennung der Eltern für Kinder fast immer eine enorme Belastung darstellt und daß für die gesunde Entwicklung eines Kindes beide Elternteile wichtig sind. Die gegenwärtige feministische Tendenz geht sogar dahin, diese Lebensform für Frauen immer attraktiver und lukrativer zu gestalten. Gleichstellungsstellen und Vereine für Alleinerziehende haben sich z.T. zu feministischen Hochburgen entwickelt, die einzig die Interessen von Frauen durchdrücken und blind dafür sind, wenn dabei Kinder oder Männer auf der Strecke bleiben. Die Folge: Kinder, denen der Vater entzogen wird und Männer, die ausgegrenzt und finanziell ruiniert werden.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Kind ist keineswegs nur ein Frauenproblem. Alleinerziehende Väter (die Minderheit, weil die wenigsten Frauen dies zulassen und selbst zur Übernahme der Ernährerrolle bereit sind) schaffen diesen Spagat meist besser und erhalten kaum soziale Anerkennung. Alleinerziehende Mütter haben diese "Doppelbelastung" oft gar nicht und streben sie auch nicht an. Ob verheiratet oder alleinerziehend, ihr Bestreben geht eher dahin, einen Versorger (Mann oder Staat) zu finden, um nur eine "Einfachbelastung" (Kind) zu haben.
 
Wobei zu fragen wäre, ob ein Kind (oder auch mehrere) überhaupt eine "Belastung" darstellt, wenn die Frau ausschließlich mit dessen Betreuung und Erziehung beschäftigt ist und sich um ihren Lebensunterhalt nicht zu kümmern braucht.

Dipl.-Psych. Beate Kricheldorf
Autorin von: Verantwortung: Nein danke! Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik
R.G. Fischer Verlag, 1998, 108 S., DM 14,80, ISBN 3-89501-617-9


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Stand dieser Seite: 10.09.1999 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/familie/KrichelAlleinerziehend.html

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