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Meldung vom 23.10.1997:
Nürnberg (ddpADN) Eine Scheidung endet in Deutschland immer öfter in der Sozialhilfe. Dafür sei die dominierende Männerrolle als Ernährer der Familie verantwortlich, sagte der Vorsitzende des Interessenverbands Unterhalt und Familienrecht, Hans-Peter Braune. So reiche das als Familieneinkommen versteuerte Gehalt des Einzelverdieners nach einer Scheidung und Ausgleichszahlungen nicht mehr für zwei Personen, die getrennt versteuern müßten. Daher sei der Trend, sich "drükkenden Zahlungsverpflichtungen" durch Untertauchen zu entziehen, ungebrochen.
Nach Braunes Worten werden die meisten Scheidungen von Frauen betrieben. In 85 Prozent der 175500 Fälle 1996 reichte die Frau die Scheidung ein. Als hauptsächlichen Scheidungsgrund nannte der Rechtsanwalt, daß Eheleute nach der Geburt von Kindern in den ersten fünf Ehejahren feststellten, daß sie nicht zusammenpaßten. Dahinter folge, daß Männer im Durchschnittsalter von 45 Jahren nach einem Dutzend Ehejahren mit jüngeren Frauen fremdgingen. Während die gerichtliche Scheidung viel sachlicher geworden sei, werde nun bei Auseinandersetzungen über Sorgerecht und Unterhalt die "schmutzige Wäsche" gewaschen.