Betreff: Fathers
on hunger strike - Datum: 18
Jul 2001
Walter H. Schneider, Kanada, schrieb:
| English
Fathers on hunger strike Dear Berliner Morgenpost, I would like to thank you with my whole heart for the factual article by Regina Koehler, "No contact for 369 days," that you published July 17, 2001. The plight of the poor participants, which have grown to ten or eleven, touches me -- especially those who are in Berlin. Let's only hope that there'll be additional people from the general population who'll take the hunger strikers under their arms a bit and will stand at their sides with the necessary things and other help. Not the least of my concerns is that medical assistance could not as a matter of course be put at the disposal of the hunger strikers. Can it truly be that in today's society there are no longer sufficient numbers of people that can still manage to muster feelings of compassion? The most important commandment of charity, "Love your neighbour as you love yourself," appears to have transmuted into that people appear to feel that one must only love oneself and should never care about anyone else. But perhaps things are worse than that. That point was driven home especially when the hunger strikers, who are without any protection against the weather, wanted to find refuge in the Gedaechtniskirche from a sudden downpour, and the custodian of the church not only drove them out of the church but locked the church doors against them. Is one to take therefrom that in today's Germany expunged fathers and mothers who were robbed of their children receive no more compassion than was customary with respect to the Jews under the Nazis? Has German mankind learned so little that one no longer has any compassion but only cold hearts? God have mercy, Walter Schneider Please support the hungerstrike in Berlin
Please consider writing a letter to the
Berliner Morgenpost
First they came for the fathers, then for the mothers, then they'll come for both parents, and after that all that is left is children in the care of the State. --WHS |
Deutsch
Väter im Hungerstreik Liebe Berliner Morgenpost, ich möchte mich vom ganzen Herzen für den sachlichen Artikel von Regina Köhler bedanken, "Seit 369 Tagen keinen Kontakt mehr", den Sie am 17.7.2001 veröffentlichten. Mir tun die armen Teilnehmer, die nun schon auf ungefähr zehn angewachsen sind, leid, besonders die, die sich in Berlin befinden. Hoffentlich sind da nun zureichende Leute aus der Allgemeinbevölkerung, die sich der Hungerstreiker etwas annehmen und ihnen mit notwendigen Mitteln und anderer Hilfe zur Seite stehen. Nicht zum Wenigsten macht es mir Sorge, dass ärztliche Hilfe nicht selbstverständlich zur Verfügung gestellt werden konnte. Gibt es denn in der heutigen Gesellschaft nicht mehr genügend Leute, die es noch fertigbringen Erbarmungsgefühle aufzubringen? Das wichstigste Gebot der Karitas, "Liebe den Nächsten wie Dich selbst," scheint sich dazu verwandelt zu haben, dass man zu fühlen scheint, dass man nur sich selbst lieben und sich um keine Anderen kümmern soll. Aber vielleicht ist die Sache noch schlimmer. Der Punkt wurde besonders bewiesen als die Hungerstreiker, die ohne allen Schutz gegen das Wetter sind, in der Gedächtniskirche vor einem plötzlichen starken Regenguss Zuflucht suchen wollten und der Kirchenverwalter sie nicht nur aus der Kirche auswiess sondern auch die Kirchentüre gegen sie verschloss. Soll man daraus entnehmen, dass man im heutigen Deutschland ausgestoßenenen und ihrer Kinder beraubten Vätern und Müttern nicht mehr Mitleid gibt als es zur Nazizeit den Juden gegenüber üblich war? Hat die deutsche Menschheit wirklich so wenig gelernt, dass man an Stelle des Erbarmens nur noch kalte Herzen hat? Gott Gnade, Walter Schneider Bitte unterstützen Sie den Hungerstrike in Berlin Bitte schreiben Sie Leserbriefe an die
Berliner Morgenpost
Erst kamen sie für die Väter, dann für die Mütter, dann kommen sie für beide Elternteile, und danach bleiben nur noch Kinder unter der Fürsorge des Staates übrig. --WHS |