Wir sind:
Eltern bzw. Pflegeeltern, die in Krisensituationen beim Jugendamt Hilfe gesucht haben, aber erleben mußten, daß die uns angebotene Hilfe mehr Schaden als Nutzen angerichtet hat.
Viele unserer Kinder leben auf Dauer von uns getrennt in Pflegefamilien, Heimen oder betreuten Wohngruppen. Einige leben nicht mehr!
Wir wollen:
als Selbstbetroffene anderen Betroffenen zuhören und Unterstützung geben, Erfahrungen und Informationen austauschen, durch Öffentlichkeitsarbeit auf unsere Probleme aufmerksam machen, um auf diesem Weg eine echte Hilfe für Kinder und Familien zu erreichen.
Wir treffen uns:
Jeden 3. Dienstag im Monat, 19:30 Uhr bei KISS - Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen e.V., Marienstr. 9, 70178 Stuttgart
Kontaktadresse:
Ursel Maurer, Annastr. 9, 70327 Stuttgart, Tel. 0711/33 37 53 (9-12, 14-16 Uhr)
Wir beklagen:
Jugendämter bestimmen den Aufenthaltsort von Kindern und Jugendlichen ohne Mitwirkung oder gegen den Willen der Eltern bzw. eines Elternteils.
Eine vorübergehende Not- oder Konfliktsituation führt oft dazu, daß Kinder voreilig fremduntergebracht und auf Dauer von der Familie entfernt werden.
Eltern, die sich gegen die Kindeswegnahme zur Wehr setzen, erleben ihre völlige Ohnmacht gegenüber der Behörde.
Die Maßnahmen, die vom Jugendamt mit oder ohne Zustimmung der Eltern getroffen werden, erweisen sich in vielen Fällen als eher schädlich.
Kinder und Jugendliche werden ihrer wichtigsten Beziehungen beraubt und in vielen Dingen sich selbst überlassen. Nicht selten werden sie drogenabhängig oder straffällig.
Klagen der Eltern wegen mangelnder Betreuung und Führung prallen wirkungslos ab.
Eine fachliche Kontrolle gibt es nicht. der Gesetzgeber sieht bisher lediglich eine Rechtmäßigkeitskontrolle vor. Die sozialpädagogischen Entscheidungen sind einer Überprüfung nicht zugänglich.
Deshalb fordern wir:
Der Erhalt der Familienbeziehung muß einen höheren Stellenwert einnehmen als bisher!
Gegen den Willen der Eltern dürfen Kinder und Jugendliche nur bei erwiesener Gefahr für ihr Wohl aus der Familie genommen werden.
Hilfen im Rahmen der Familie müssen Vorrang haben. Konflikte sollen innerhalb der Familien geklärt werden.
Die Arbeit der Jugendämter muß transparenter werden. Eltern müssen auf verschiedene Hilfen unterschiedlicher Träger, auf ihre Rechte und mögliche Folgen einer Entscheidung hingewiesen werden.
Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern muß verbessert werden.
Die Erzieher und Betreuer müssen ihre Fürsorgepflicht wahrnehmen. Das gilt auch und vor allem für das Betreute Wohnen und für Notaufnahmeheime.
Es muß eine unabhängige Schiedsstelle geben, an die sich Eltern bei Konflikten mit dem Jugendamt wenden können.
"Ich kenne so viele Einzelschicksale, so viele verschiedene Jugendämter, wo in der Person der Vertreter sich Inkompetenz, Willkür, Naivität bis hin zur Dummheit paaren, und das Ganze eingebunden in eine einzige Macht."
Prof. Dr. Uwe Jopt in "Report"/SWF Baden-Baden, 19.9.1995
"Viele Jugendamtsmitarbeiter haben den Schritt zur Familienbildung (oft auch nur zur Paarbildung) selbst nie geschafft, führen sich aber ungerührt in ihrem Beruf als Übereltern auf, die stets wissen, wie eine Familie zu funktionieren hat. Im Grunde rennen sie einfach dem jeweiligen Zeitgeist hinterher (mangels eigener Orientierung). Die Folgen tragen ja nicht sie selbst, sondern die von ihnen Beratenen samt deren Kindern."
Ein ungenannter Jugendamtsmitarbeiter
"Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß die seit Jahren explosive Ausweitung des Helferpotentials in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen steht. Institutionen, die angeblich zur Überwindung von Problemen geschaffen wurden, halten diese geradezu aufrecht. Es kommt nicht mehr auf das Was und Wie an, sondern darauf, daß eine Menge verschiedener Leute mit den Problemen ein und desselben Kindes ihren Lebensunterhalt verdienen."
Anton Bittler in der Zeischrift "Unsere Jugend"
Unterschriftenaktion der "Initiativgruppe Jugendamtsgeschädigte"