paPPa.com informiert:
Hintergrund: paPPa.com erlaubte sich, einige öffentliche Statements vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Jugendamtsleiter, Otto Weber, zu zitieren.
Zitat nach Rheinzeitung Koblenz 10.7.98 (Siehe "Jugendämter
warnen vor gemeinsamer Sorge"):
"Fragen des Kindschaftsrechts würden bei
den Jugendämtern nun wesentlich beratungsintensiver, prophezeit Fachmann
Weber. Mütter, die dem Verlangen des Vaters nach gemeinsamen Sorgerecht
nachgeben, müßten vor der Ausstellung der neuen Sorgerechts-Urkunde
intensiv über das dabei eingehende RISIKO informiert werden. "Das
kostet natürlich viel Zeit. Pro Fall rechnen wir eine dreiviertel
Stunde.""
Es gab - wen wundert es - einige nicht sehr begeisterte Leserbriefe dazu. In einer gut funktionierenden Demokratie müsste das alles noch im grünen Bereich sein. Sollte man meinen ...
Nur leider für einige Leute im Jugendamt Darmstadt, insbesondere für Herrn Weber, scheint das freie Wort im Internet ein ähnliches Problem zu sein wie die gemeinsame Elternschaft für unsere Kinder.
Ganz Dicke kam es dann, als sich Herr Weber in einer "Schwarzen Liste", die sich weder auf dem paPPa.com-Server befindet noch direkt mit dem selbigen verlinkt ist, wieder fand und in der er gar als "Väterinquisitor" bezeichnet wurde. Außerdem - so dort angeführt - sei ihm der Europäische Preis für Menschenverachtung in Aussicht gestellt worden. Statt sich Gedanken darüber zu machen, wieso ihm soviel zweifelhafte Ehre zuteil wird, sah er nach dem Einblick in die "Schwarze Liste" rot und stellte gegen drei Väter in Berlin, die wirklich überhaupt nichts für die Unannehmlichkeiten des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Jugendamtsleiter konnten, Strafantrag wegen Verleumdung.
Der zuständige Staatsanwalt bekundete "Öffentliches Interesse" und die ersten Ermittlungen ergaben, dass der "paPPa.com-Server einem alleinerziehenden Vater gehöre" und "die "Schwarze Liste" unter der "Adresse" paPPa.com/Eltern im Internet/radikaleVäter/schwarzeListe zu finden sei".
Die ermittelnden Polizisten in Berlin waren gutmütig genug, diesem Vater (der im Vorstand von paPPa.com ist) zu glauben, dass paPPa.com nicht ihm gehöre und es die Internetadresse "paPPa.com/Eltern im Internet/radikaleVäter/schwarzeListe" dort nicht gebe. Als die ermittelnden Polizisten noch eine T-Online-Adresse herausrückten, war dieser Vater auch bereit, ihnen zu erklären, dass diese Adresse ihm auch nicht gehöre, aber er weitere Angaben als Beschuldigter dazu nicht machen könne. Wie auch und wozu auch ?!?
Noch ungerechter traf es die anderen beiden Väter, da sie weder "Besitzer" von paPPa.com sind noch mit paPPa.com seit Jahren etwas am Hut haben - und natürlich (wie paPPa.com selbst) mit der "Schwarzen Liste" nichts zu tun haben.
Da auch in einem Rechtsstaat so einiges schief laufen kann und Internet und Väter jedes für sich (und zusammen erst recht!) für einige Mitmenschen ein obskures Phänomen darstellen, ist die Sache noch nicht ausgestanden.
Gibt es wirklich keine anderen Probleme, mit dem sich Jugendämter und Staatsanwaltschaften beschäftigen können?