paPPa.com informiert und stellt fest:

Deutschland kann nicht ...
Deutschland will nicht ...
Deutschland ...

Am 19.6.00 fragten wir uns: "Hilfe für Entführungsopfer in Sicht ??" - Nur 2 Wochen später sind wir (erneut) mit der überwältigenden internationalen wie nationalen Ignoranz der deutschen Regierung, des deutschen Justizministeriums und der deutschen Jugendhilfe konfrontiert. Umso mehr gilt die Aussage: Nur nachhaltiger Druck bewegt Politik und Justiz zum Handeln !!! Was ist passiert?


De-Eskalation
19.6.2000: Franzose bricht Hungerstreik um Sorgerecht für seine Töchter ab
27.6.2000: Berlin und Washington wollen Streit um Kindesentführungen bereinigen (dpa)
27.6.2000: ISUV begrüsst die Pläne zur Beschleunigung von Verfahren bei Streit um die elterliche Sorge

Eskalation durch Deutschland
21.6.2000: U.S. Family Is Dealt a Blow - Washington Post zum Fall Cooke
22.6.2000: US-Ministerium: Neue Runde im Sorgerechtsstreit - Jugendamt kürzt des Besuchsrechts der Großmutter Cooke - "Strafe" Berliner Zeitung 23.6.2000
23.6.2000: US-Senator ist empört und fordert: "Lasst Deutschland auf den heißen Kohlen laufen!" - Rede vor dem US-Senat
24.6.2000: Sorgerechtsstreit verschärft sich - US-Beamtin zu Gespräch in Deutschland
26.6.2000: Konstanzer Jugendamt: "Das ist ein Schmarren ..."
3.7.2000: Französische Parlamentarier der bilateralen Mediatorengruppe sagen Treffen ab
- "Bis zum heutigen Zeitpunkt sind die vom deutschen Justizministerium eingegangenen Verpflichtungen in den einzelnen Fällen im Wesentlichen nicht eingehalten worden." -
6.7.2000: "Elians Vater hat Glück gehabt, dass seine Exfrau das Kind nicht nach Deutschland brachte - er hätte es wohl nie wiedergesehen." Christine Brinck in DIE ZEIT vom 6.7.2000 + Leserbrief von Dr. Karin Jäckel

Es gibt Alternativen! Deutschland wird sich entscheiden müssen:

Entweder wie Österreich: Österr. Oberster Gerichtshof: "Wir scheissen auf das internationale Recht!"
- oder -
wie Belgien: Premierminister droht Marokko mit wirtschaftlichen Konsequenzen bei weiterer Nichteinhaltung des Rechts bei internationalen Kindesentführungen


http://www.freiepresse.de/TEXTE/NEWS1/afp/newsticker/ticker/000619155414.2bt4zsjs.html

Franzose bricht Hungerstreik um Sorgerecht für seine Töchter ab (AFP)

Argenteuil, 19. Juni - Völlig entkräftet hat ein Franzose nach 42 Tagen den Hungerstreik abgebrochen, mit dem er von den deutschen Behörden die Herausgabe seiner beiden Töchter erzwingen wollte.

Der 32-jährige Xavier Tinel zeigte sich am Montag enttäuscht darüber, dass ihm weder von den französischen noch von den deutschen Behörden geholfen werde. Seine beiden Töchter Tiffany und Vanessa leben bei der Mutter in der Nähe von München. Obwohl ein Gericht in Pontoise bei Paris Tinel im Juli 1999 das Sorgerecht zusprach, kann er es nicht ausüben. Die beiden Mädchen wurden von der Mutter nach Deutschland gebracht. Unter Hinweis auf den langen Zeitraum der Trennung vom Vater lehnen die deutschen Behörden eine Rückführung der Kinder ab.

Tinel nahm durch den Hungerstreik zehn Kilogramm ab und litt zuletzt unter erheblichen gesundheitlichen Problemen.


dpa 27.6.00 Berlin und Washington wollen Streit um Kindesentführungen bereinigen

Deutschland und die USA wollen den Streit um Kindesentführungen und Sorgerechtsfälle möglichst schnell beilegen. Darauf hat sich die deutsch-amerikanische Expertengruppe am Dienstag bei ihrem ersten Treffen in Berlin verständigt, teilte Justiz-Staatssekretär Hans-Jörg Geiger mit. Die Bildung der Arbeitsgruppe hatten Bundeskanzler Gerhard Schröder und US-Präsident Bill Clinton Anfang Juni beim Clinton-Besuch in Berlin vereinbart.

Geiger betonte, dass die Regierung selbstverständlich nicht in die Entscheidungen der Gerichte eingreifen könne. Es komme vor allem darauf an, die Verfahren zu beschleunigen. Denn nach der Haager Kinderentführungskonvention habe das Wohl des betroffenen Kindes herausragende Bedeutung. Das heiße, dass durch einen längeren Aufenthalt bei einem Elternteil wegen eines langwierigen Verfahrens Fakten geschaffen würden und die Gerichte es meist ablehnten, das Kind aus dieser Entwicklung heraus zu reißen.

Derzeit dauere es manchmal viele Monate, bis der Fall bei der zuständigen deutschen Behörde, dem Generalbundesanwalt, eingehe. Auf amerikanischer Seite sei das Außenministerium zuständig. Geiger sagte, man wolle solche Fälle einschließlich der in den USA auszufüllenden Formulare für den Fall der Prozesskostenhilfe auf zwei Wochen beschleunigen. Verbesserung verspreche sich die Bundesregierung auch auf eine am 1. Juni in Kraft getretene Neuregelung, wonach die Zahl der zuständigen Amtsgerichte von 600 auf 26 reduziert worden sei. Damit würden diese Gericht öfter mit Kindesentführungs- und Sorgerechtsfällen beschäftigt, seien in der Sache orientierter und könnten besser entscheiden.

Nach Angaben von Geiger wurde bereits vereinbart, dass die Arbeitsgruppen in relativ kurzen Abständen erneut zusammenkommen - am 24./25. Juli in Washington und am 25./26. September in Berlin. Das Problem war in die öffentliche Diskussion gekommen, nachdem amerikanische Zeitungen die Entscheidungen deutscher Gerichte mit der NS-Justiz verglichen hatten. dpa dr yydd rm 271711 Jun 00


ISUV begrüsst die Pläne zur Beschleunigung von Verfahren bei Streit um die elterliche Sorge - 27.6.2000 - http://www.isuv.de/aktuell/aktuell1.html

Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) begrüßt die Gesetzesinitiative zur Verfahrensbeschleunigung bei Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen binationalen Partnern. Der Gesetzentwurf, der von der Bundestagsabgeordneten Margot von Renesse vorbereitet wird, sieht eine schnellere Entscheidung sowie die Kooperation von binationalen Behörden bei der Rückführung von entführten Kindern vor. (...) Gefragt sind konsequent und engagiert durchgesetzte Sorge- und Umgangsrechtsregelungen - national wie international. (...)


22.6.2000: U.S. Family Is Dealt a Blow - Washington Post zum Fall Cooke - Auszug:

Kommentar zur Reduzierung der Umgangszeiten der Grossmutter Cooke:

(...) A State Department spokesman yesterday called the local ruling "absolutely horrible," "completely inappropriate" and "absurd." "These changes are clearly intended to be punitive measures because of the publicity that the case has generated," the spokesman said. When visiting Germany on Sunday and Monday, Mary Ryan, assistant secretary of state for consular affairs, "will be raising this specific issue with every person she meets in the German government," the spokesman said. (...) Ein Sprecher des State Department nannte gestern die Regelung "absolut erschreckend", "komplett unangemessen" und "absurd". "Diese Änderungen sind eindeutig als Strafmaßnahme vorgesehen, weil der Fall eine Menge öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat", sagte der Sprecher. (...)


US-Ministerium: Neue Runde im Sorgerechtsstreit - Kürzung des Besuchsrechts als "Strafe" für Großmutter - Auszug aus Berliner Zeitung 23.6.2000

(dpa) WASHINGTON, 22. Juni. Im Sorgerechtsstreit um deutsch-amerikanische Kinder hat das US-Außenministerium nach einem Bericht der "Washington Post" die Jugendbehörden in Konstanz (Baden-Württemberg) scharf kritisiert. Wie die Zeitung am Donnerstag berichtete, wurde einer Großmutter das Besuchsrecht für ihre beiden in Deutschland lebenden Enkel gekürzt. Dies sei offenbar eine "Strafe", weil sie sich an die Medien gewandt habe, schrieb das Blatt und zitierte einen Sprecher des Außenministeriums in Washington mit den Worten, es handele sich um eine "schreckliche und absurde" Entscheidung.

In einem Schreiben der Behörden heißt es nach Angaben der Zeitung, dass die Großmutter Patricia Cooke ihre persönliche Meinung in der Angelegenheit in der Presse verbreitet habe und damit in den Medien zum Schaden der Kinder einen Aufruhr ausgelöst habe. Deshalb wurde sie aufgefordert, ihren geplanten Besuch abzusagen. Schließlich sei ihr ein um zwei Stunden gekürzter Besuch gestattet worden. Allerdings dürfe sie ihre Enkel nur in Anwesenheit eines Psychologen sehen. (...)

Gleiche Meldung im Südkurier vom 23.6.2000 unter http://www.skol.de/aktuelles/bawue/rahmen.phtml?id=ga392a7f.htm
Washington rügt Gericht Zeitung: US-Großmutter im Adoptionsstreit gestraft


Tagesspiegel 24.6.00 http://195.170.124.152/archiv/2000/06/23/ak-po-de-12005.html

Sorgerechtsstreit verschärft sich - US-Beamtin zu Gespräch in Deutschland
Der Sorgerechtsstreit über deutsch-amerikanische Kinder spitzt sich zu. Das US-Außenministerium warf den Jugendbehörden in Konstanz am Donnerstag vor, einer Großmutter das Besuchsrecht für ihre beiden in Deutschland lebenden Enkel aus unverständlichen Gründen gekürzt zu haben.

Frankfurter Rundschau 24.6.2000 http://www.orbation.de/Cook.htm
Sorgerechtsstreit gewinnt wieder an Schärfe

http://www.rhein-main.net/Cgi-bin/framekeeper.pl?SetName=nachrichten&FileName=http%3A//www.rhein-main.net/FNP-Online/Zeitung/nachrichten-6.html
Scharfe Töne aus USA im Streit um Sorgerecht Frankfurter Neue Presse 24.6.2000

dpa 24.6.00 http://www.skol.de/aktuelles/bawue/rahmen.phtml?id=vb3c1c15.htm
Großmutter darf ihre Enkel besuchen - Jugendamt Konstanz weist Vorwürfe von US-Medien zurück · Oma entfachte Presserummel

Konstanz (dpa) Im Streit um zwei in Singen lebende Kinder aus einer geschiedenen deutsch-amerikanischen Ehe hat das Jugendamt Konstanz die in den USA erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Die Großmutter hatte in US-Medien geäußert, die Konstanzer Behörde beschneide das Besuchsrecht für ihre in einer Pflegefamilie untergebrachten Enkel. "Das ist ein Schmarren und absolut nicht wahr", sagte eine Sprecherin des Jugendamtes. Nach den Äußerungen der Amerikanerin hatte das US-Außenministerium einem Bericht der "Washington Post" zufolge die Konstanzer Behörde kritisiert.

Die Sprecherin des Jugendamtes sagte, bei dem Zusammentreffen der Großmutter mit den Enkelkindern seien ein Psychologe und eine Dolmetscherin eingeschaltet worden. "Wir haben diese Begleitung eingebaut, weil sich die Kinder gar nicht mit der Oma treffen wollten." Zudem seien die neun und zehn Jahre alten Geschwister wegen des Presserummels, den die Großmutter entfacht habe, sehr verängstigt. "Wenn sich die Frau ein bisschen zurücknehmen würde, könnte vieles einfacher laufen." (...)

Das Konstanzer Amt geht davon aus, dass sich Vater und Großmutter weiter um das Sorgerecht bemühen werden. Dem stelle man sich nicht prinzipiell entgegen, suche aber nach einer für die Kinder verträglichen Lösung, sagte die Sprecherin.

SüdWest-Presse 26.6.2000 http://www.suedwest-presse.de/dc/html/news/news-ulm_ul/20000626ul_swp_swum0004.htm

Sorgerecht / Klage über Behinderungen
Clinton greift in Streit um zwei Kinder ein
Das Konstanzer Jugendamt hat Vorwürfe aus den USA im Streit um Kinder aus einer geschiedenen deutsch-amerikanischen Ehe und das Besuchsrecht zurückgewiesen

"(...) Das Konstanzer Amt geht davon aus, dass sich Vater und Großmutter weiter um das Sorgerecht bemühen werden. Dem stelle man sich nicht prinzipiell entgegen, suche aber nach einer für die Kinder verträglichen Lösung, sagte die Sprecherin. "Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eines Tages in den USA leben werden, aber im Moment sind sie dafür noch zu klein.''

Weitere Kommentare in der amerikanischen Presse:


binationale Ehen, Sorgerecht, Kindesentführung, USA, Deutschland, Frankreich, Sorgerechtsstreitigkeiten, Sorgerechtsstreit, Haager Konvention, Familienrichter, Jugendamt, Joseph Cooke, internationale Kindesentziehung, Kindesentziehung, 13 HKÜ, HKÜ, DeWine, Umgangsrecht, Sorgerecht,Hans-Jörg Geiger


© paPPa.com e.V. - Stand dieser Seite: 8.7.2000
Fundstelle: http://www.paPPa.com/kinder/US-BRD-Initiative2.htm

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