Münchner Merkur vom 28.06.97, S.1

    Mutter-Kind-Familien als positive Sozialisationsform: ,,Kinder von Alleinerziehenden oft lebenstüchtiger"

    Ingolstadt (epd) - Kinder von Alleinerziehenden sind oft selbständiger und damit lebenstüchtiger als Kinder aus sogenannten intakten Familien, sagt Susanne Gröne vom Diakonischen Werk anläßlich des 20jährigen Jubiläums der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft alleinerziehender Mütter und Väter in Bayern. In Ingolstadt findet dazu heute eine Festveranstaltung statt.

    ,,Wir haben oft und laut genug von der Not dieser Kinder gesprochen", so Gröne. Es sei nun an der Zeit, einmal die positiven Erfahrungen herauszustellen. Weil diese Kinder früher als andere Verantwortung für sich und andere übernehmen, seien sie oft kontaktfreudiger und aufgeschlossenener als Kinder aus behüteten Verhältnissen. Oft seien diese Kinder ,,auch glücklicher als andere", so betonte Anita Heiliger vom Deutschen Jugendinstitut (München) [vgl. z. B. Alleinerziehen als Befreiung. Mutter- Kind- Familien als positive Sozialisationsform und als gesellschaftliche Chance, 1993]

    Jede dritte Mutter mit Kindern unter 18 Jahren wird zumindest zeitweilig alleinerziehend, das belegen amtliche Statistiken. ,,Die Zeit in der wir da auch in der Kirche von Randgruppenarbeit gesprochen haben, ist lange vorbei", so Gröne. Doch die Vorurteile gegenüber Alleinerziehenden und deren Kindern seien schwer auszuräumen, ,,Hartnäckig hält sich das Vorurteil von den leidenden Kindern", sagt die Referentin, ,,dabei leiden die Kinder doch viel mehr unter ständigen Streitigkeiten zwischen Vater und Mutter vor einer Trennung als darunter, von Mutter und Vater allein erzogen zu werden." Telefax Münchner Merkur: 089 - 530 6-651


    Anmerkung paPPa.com:

    Die beiden Damen ignorieren hartnäckig alle wissenschaftlichen Studien (paPPa.com wird hierzu in den nächsten Wochen eine Übersicht veröffentlichen). Danach sind Kinder von Alleinerziehenden in jeder Hinsicht benachteiligt. Nur ein Beispiel: 80 % der Insassen von Justizvollzugsanstalten sind Kinder aus Scheidungs-/Trennungsfamilien. Weitere Infos zur Situation von Kindern ohne Väter u.a. auch im Focus-Artikel: "Wo ist Vati?" oder auch die Beschreibung von Cora E.: Schlüsselkind.

    Susanne Gröne und Dr. Anita Heiliger haben vergessen zu erwähnen, welche Kinder noch glücklicher sind: Heimkinder, die u.a. aufgrund des Verdachts auf sexuellen Mißbrauch ganz von ihren Eltern "befreit" wurden. Sie müssen nicht mehr in der ständigen Angst leben, daß männliche Mitglieder unserer Gesellschaft ihnen zu nahe kommen. Dr. Heiliger hat sich hier ruhmreich betätigt.


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