paPPa.com informiert:
Hungerstreik für Kinderrechte vor dem
Familiengericht Kreuzberg
- Hallesches Ufer 62, (U-Bahn Möckernbrücke) ab
Montag, dem 15.9.1997, 8:00 Uhr -
PRESSEERKLÄRUNG
Sarah (5) und Fabian (4), Alexandra (12) und Katharina (12) sollen zwar eine Mutter haben, aber KEINEN VATER mehr - weil ihre Mütter das nicht wollen und unsere Gesetze das zulassen. Die Kinder dürfen ihre Väter Günter und Zmeyko, die sie lieben und von denen sie auch geliebt werden, nicht sehen - es findet ein rechtlich legitimierter Umgangsboykott statt.
Bei Günter vor allem deshalb, weil er nicht verheiratet war und es die Mutter nach geltendem Recht so bestimmen kann (§ 1711 BGB). Zmeyko hat seine Ehe in dieser Hinsicht auch nichts genützt, er ist nunmehr seit sechs Jahren von seinen Töchtern getrennt, hat über Jahre darauf vertraut, daß sich die Situation mit Hilfe von Jugendamt und Familiengericht bald ändern wird.
So wie diesen Kindern geht es hunderttausenden in der Bundesrepublik, die zwar anderswo in der Welt gerne die Verwirklichung der Menschenrechte einfordert, die Grundrechte der Kinder im eigenen Land jedoch mißachtet. Deswegen werden am 15. September 1997 ab 8:00 Uhr diese beiden Väter vor dem Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg - Familiengericht, einen HUNGERSTREIK durchführen.
Sie werden aufmerksam machen auf das Unrecht, das Kindern und Eltern tagtäglich angetan wird, indem ihnen durch die bestehende Rechtslage und Gerichtspraxis das Grundrecht, Elternteil zu sein, de facto aberkannt wird. Jährlich sind 250.000 Kinder vom Ende der Partnerschaft ihrer Eltern betroffen. Die Hälfte sieht schon ein Jahr nach der Trennung einen Elternteil, meist den Vater, nie mehr. Nur jedes zwanzigste Kind hat nach der Trennung seiner Eltern noch die Fürsorge durch beide Eltern, weil meistens der Vater von der Kindererziehung und häufig von jeglichem Kontakt mit seinen Kindern ausgeschlossen wird.
Daran wird auch im neuen Kindschaftsrecht
nichts Grundlegendes geändert. Es verstößt in seinem Kern
gegen das elementare Grundrecht des Kindes auf beide Eltern.
Deshalb - HUNGERSTREIK ! Vor dem Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg am 15.09.1997 ab 8.00 Uhr.
Wir Väter wehren uns im Interesse aller betroffenen Kinder und ausgegrenzter Elternteile gegen die Verweigerung unserer Elternrechte, weil wir unsere Kinder lieben. Wir treten für die GEMEINSAME ELTERLICHE SORGE - auch und gerade nach Scheidung und Trennung ein.
Denn wir wissen, daß jedes Kind, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, sein Leben lang unter der Trennung leidet und in seiner Entwicklung benachteiligt ist. (Siehe z.B. Napp-Peters, Familien nach Scheidung)
Weil wir meinen, das alleinige Sorgerecht "ist wie eine Waffenlieferung in Krisengebiete..." (D. Schoeler, Dialog zum Wohle des Kindes e.V.).
Weil wir sicher sind, daß der elterliche DIALOG langfristig nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern nützt - Denn ELTERN BLEIBEN ELTERN - ihr Leben lang.
Die zur Zeit dominierende Rechtssprechung ist in einer verlogenen Weise "mutterrechtsfixiert". Rechtliche Diskriminierungen sollen einerseits abgebaut werden, vermittels Privilegierung von Mutterrechten wird eine emanzipative Entwicklung anderseits geradezu verhindert.
Leider erliegen viele Mütter dieser Verführung, indem sie ihre Kinder als kalkuliertes Faustpfand nutzen, aus Rache in einem Machtpoker, in dem es nicht selten nurmehr um materialle Vorteile oder Erwartungen geht.
Wenn sich in Europa durchschnittlich über 50 % der Paare nach Trennung für die gemeinsame Sorge entscheiden, warum sind es bei uns nur ca. 15 % ???
Helfen Sie mit, diese Mißstände zu beseitigen !
Wir möchten Sie bitten, den Hungerstreik journalistisch zu begleiten, damit Sarah, Fabian, Katharina und Alexandra - wie viele Hunderttausend andere Kinder in Deutschland - wieder eine Chance bekommen, beide Eltern zu haben.
Denn Kinder lieben beide Elternteile gleichermaßen. Väter und Mütter sind zwar unterschiedlich, aber gerade deswegen sind sie doch beide so wichtig.
Informationen durch den Väteraufbruch für Kinder Berlin e.V. und SKIFAS e.V. und nicht zuletzt die hungerstreikenden Väter und die sie dort unterstützenden Menschen.
Horst Schmeil - Michael Schultze - Günter Gempp
ViSdP G. Gempp
Väteraufbruch für Kinder e.V. Landesverband Berlin
Günter Gempp / Falkensteinstr. 46 / 10997 Berlin / FON/AB/FAX 030 618 25 64
Eine Mutter und eine Großmutter fordern: "Gebt uns unsere Kinder wieder !"
Weiterführende Informationen auch im Internet unter http://www.paPPa.com