paPPa.com informiert:
Familienstreit behindert Kinderwachstum
London (dpa) Meldung vom 18.10.1997 - Spannungen in der Familie hemmen Kinder auch in ihrem Wachstum. Einer britischen Studie zufolge haben Kinder bei familiärem Streit oder emotionalen Konflikten wie Scheidungen ein fast doppelt so großes Risiko, unter der durchschnittlichen Körpergröße zu bleiben.
Siebenjährige seien im Durchschnitt zehn Zentimeter kleiner als Kinder aus Elternhäusern, in denen es keine familiären Konflikte gibt, schreibt das britische Wissenschaftsjournal „Archives of Disease in Childhood“ (Bd. 77, S. 326) am Mittwoch. Kinder aus großen Familien haben sogar ein dreimal höheres Risiko unter der Durchschnittsgröße zu bleiben.
Streß während der Kindheit führe zu einer Reihe von Nachteilen wie dem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen oder Infektionen, schreibt der Leiter der Studie, Scott Montgomery vom Royal Free Hospital in London. Auch die Entwicklung der Lernfähigkeit könne negativ beeinflußt werden. Chronischer Streß führe dazu, daß die für die Entwicklung wichtigen Wachstumshormone nur in geringerer Menge produziert werden. Die Hormone werden im Tiefschlaf abgegeben. Besonders in kinderreichen Familien werde der Schlaf von Kindern aber häufig unterbrochen, so daß auch weniger Wachstumshormone ausgeschüttet werden, vermuten die Forscher.
Die Untersuchung von 6500 Kindern, die in der gleichen Woche geboren wurden, habe gezeigt, daß etwa 300 Kinder (4,5 Prozent) emotionalen Konflikten als Folge von familiärer Spannung, Trennung oder Scheidung der Elternteile ausgesetzt waren. Faktoren wie unterschiedliche soziale Schichten, Größe der Familie, erbliche Anlagen für die Körpergröße und Geschlecht wurden nach Angaben der Forscher in die Analyse miteinbezogen.