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Ein weiterer Fall: Das Kind gehört der Mutter !
Die Meldungen ähneln sich ... vor einem Jahr berichteten wir über den Fall Felicithas und ihren Vater Herbert A. - auch dort ist die Mutter aktives Mitglied in einer Sekte, auch dort bestanden schwerwiegende Gefährdungsmomente für Felicithas, auch dort blieb dem Vater keine Alternative zur Flucht. Er lebt nach wie vor illegal im Ausland. Ein Fall von vielen ...
Die Zeitung EXPRESS berichtet am
18.4.1998 auf Seite 4:
Sekte verfallen - Flucht mit Sohn in die Schweiz?Vater fleht um Hilfe: Rettet mein KindVon P. BERGER (Text) und P. KÄSMACHER (Foto)
exp Odenthal - Ein Vater kämpft um seinen Jungen. Der kleine Richard, sechs Jahre. Im Sommer kommt er in die Schule. Die schwarzen Haare glänzen, die dunklen Augen blitzen. Eine glückliche Familie: 18 Jahre lebten Michael Frohn (38) und Yasmin S. (36) zusammen. Richard war ein Wunschkind. Ihr Baugeschäft ein mittelständischer Betrieb mit Tradition. "Ich hätte nie gedacht, wie schnell das Glück zerbrechen kann", sagt Michael Frohn unter Tränen. Gründonnerstag hat er seinen Jungen aus der Wohnung der Mutter in Burscheid geholt, mit Gewalt das Rollo hochgedrückt und den kleinen Richard übers Fensterbrett gezogen.
Vater und Sohn Das Familienglück - eine Sekte hat es zerstört.1995 schmeißt Yasmin S. ihren Job bei Bayer in Leverkusen, gründet einen Versandhandel für Ufo-Literatur, beschäftigt sich mit Außerirdischen. Die 36jährige fährt zu Seminaren, verfällt einer obskuren Sekte mit Sitz in der Schweiz. "Mit Yasmin war nicht mehr zu reden. Sie glaubt, sie kommt vom Mars. Ihre Persönlichkeit hat sich total verändert", sagt Richards Vater. "Das war einfach nicht mehr meine Frau." Das Paar trennt sich, Richard kommt zur Mutter. Sie hat das Sorgerecht. Zunächst geht alles gut. Michael Frohn besucht seinen Jungen regelmäßig. Dann das Drama: Im Sommer '96 setzt sich Yasmin S. für drei Wochen in die Schweiz ab, nimmt Richard mit. 30.000 Mark verschwinden vom Konto. "Richard war nach der Rückkehr völlig verstört, wollte nicht mehr bei der Mutter bleiben." Michael Frohn (38) weint wieder. Er geht zur Kripo nach Bergisch-Gladbach, erstattet Anzeige wegen Kindesmißbrauch. Die Kripo bestätigt gestern dem EXPRESS: "Wir ermitteln." Jetzt kämpft der Vater um das Sorgerecht, hat Angst, daß sein Junge von der Mutter wieder in die Schweiz verschleppt wird. Der 38jährige rennt zum Jugendamt Bergisch Gladbach. Dort wird entschieden: Das Kind bleibt vorerst beim Vater. Gleichzeitig reicht Frohns Rechtsanwalt Klage beim Amtsgericht Leverkusen ein. Er will das Sorgerecht. Bei der Erörterung am Dienstag sieht`s gut für den kleinen Richard aus. Frohns Anwalt Axel Thomä (48) sagt: "Man hat uns zugesichert: Der Sohn kommt nicht zur Mutter." Dann der Beschluß des gleichen Gerichts, 24 Stunden später. Richard soll zurück. Der Vater ergreift die Flucht, bringt seinen Kleinen in einem Kinder-Krankenhaus unter. Ein befreundeter Arzt hilft ihm. Michael Frohn zittert: "Ich gebe den Jungen nicht her. Dann sehe ich ihn nie wieder." |