paPPa.com informiert:
Manifestation gegen deutsche Familiengerichtspraxis in Paris
Deutschland im "Aus" !
Kein Euro im Kindschaftsrecht
Zur Einstimmung vgl. Berichterstattung in der "Zeit" und im "Focus"
A. Deutsch-französische Freundschaft in Paris
am Welkindertag 1997
1. Meldung der Agence France Presse
2. Memorandum an den deutschen Botschafter
von Paris
3. Antwort des französischen
Außenministers vom 11. September 1997 auf eine parlamentarische Anfrage
B. Zur Situation in Großbrittanien
D. Ein Beispiel für die Kindesrückführung nach Großbrittanien aus der BILD-Presse
A. Deutsch-französische Freundschaft in Paris am Welkindertag 1997
1. Meldung der Agence France Presse vom 20.9.1997:
Demonstration gegen deutsches Kindschaftsrecht in Paris
Paris, 20. September (AFP) - Anläßlich des Weltkindertags haben am Samstag etwa 70 Menschen in Paris gegen das deutsche Kindschaftsrecht demonstriert. Vor der deutschen Botschaft hielten die Demonstranten, die meisten von ihnen Väter, Spruchbänder hoch mit den Parolen: "Stopp mit Kindesentführungen durch die Bundesrepublik Deutschland" und "Nein zur Mißachtung der Väter". Die Demonstranten übergaben der deutschen Botschaft eine Petition, in der sie Bonn aufforderten, die internationalen Konventionen zum Schutz von Kindern einzuhalten. Die Botschaft wollte sich nicht zu der Demonstration äußern.
Die Demonstranten warfen deutschen Richtern vor, bei Scheidungen
bi-nationaler Ehen das deutsche Elternteil zu bevorzugen, vor allem wenn
es sich um die Mutter handele. Tausende Kinder würden so von ihrer
französischen Familie abgeschnitten, sagte Gilles Duflot von der französischen
Organisation "SOS
Enführungen von Kindern durch Deutschland". Französische
Elternteile würden von der deutschen Polizei eingeschüchtert
oder mit enormen Unterhaltszahlungen abgeschreckt. Die Demonstranten folgten
dem Aufruf mehrerer französischer Organisationen
und der deutschen Organisation "Väteraufbruch".
mik/akr
Bilder von der Demonstration bei L´Enfant et son Droit (E2SD)
Ergänzung paPPa.com: Von deutscher Seite waren - bei Federführung des "Väteraufbruch für Kinder e.V." - weitere Vertreter von deutschen Organsitationen vertreten:
Die französischen Organisationen waren:
2. MEMORANDUM VOM 20. SEPTEMBER 1997 - übergeben dem deutschen Botschafter in Paris
Nichteinhaltung der internationalen Konventionen durch
Deutschland
a. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
hat hinsichtlich der Benachteiligung nichtehehelicher Kinder bereits geurteilt
und eine Regelung, wie die, die auch im neuen Kindschaftsgesetz am 25.
September im deutschen Bundestag beschlossen werden soll, als nicht mit
der EMRK vereinbar erklärt.
b. Die UN-Kinderrechtskonvention sieht vor, daß Kinder auch nach Trennung/Scheidung den Kontakt zum anderen Elternteil behalten muß und die Vertragsstaaten zur praktischen Durchsetzung alle dafür erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen haben. Die Bundesrepublik hat in dieser Hinsicht nichts unternommen (auch nicht die entsprechende Fortbildung von Richtern und Jugendamtskräften)
c. Die jetzige innerstaatliche Rechtspraxis bricht laufend internationale Verträge, obwohl die BRD sie unterzeichnet hat. Wir verweisen hierbei nur auf die neuesten Ergebnisse der Zwischenstaatlichen Konferenz von Darlington: ANGLO-GERMAN JUDICIAL CONFERENCE; 18-20 May 1997 und die vorgelegte Untersuchung von Prof. Nigel Lowe und Allson Perry:"The Operation of Hague and European Conventions on International Child Abduction between England and Germany".
(Maßlose Verschleppung der Verfahren, unkontrollierbares und schädliches Unabhängigkeitsverhalten deutscher Richter, Unkenntnis der Konventionen bei deutschen Familienrichtern, Mißachtung der Vorgaben durch ausländische Gerichtsentscheidungen)
Die gleiche hochbrisante Thematik wird auch zwischen Frankreich und Deutschland verhandelt. Beide Staaten dringen seit langen darauf, daß die deutsche Justizpraxis nicht weitere Leiden bei binationalen Ehen schafft und nicht-deutsche Justizentscheidungen, entsprechend den unterzeichneten Vereinbarungen, durch deutsche Gerichte endlich genauso akzeptiert und eingehalten werden, wie das umgekehrt im "Ausland" schon lange der Fall ist.
Nachzulesen ist dazu die aktuelle Antwort des französischen Außenministers auf die parlamentarische Anfrage Nr.762 , "Journal Officiel" du 11/09/97.
Weitere Informationen und Protokolle bitten wir die angesprochenen Abgeordneten und seine Exzelenz den deutschen Botschafter bei den zuständigen Ministerien in Deutschland, England und Frankreich anzufordern.
UNSERE FORDERUNGEN:
- Was macht das neue deutsche Kindschaftsrecht besser
hinsichtlich der Verwirklichung der Rechte der Kinder auf beide Eltern,
seien sie verheiratet oder nicht, getrennt oder zusammenlebend?
- Garantiert das neue deutsche Kindschaftsrecht und die
Praxis der Gerichte jetzt die Einhaltung der EMRK, der UN Kinderrechtekonventionen
und die HAAGER Konvention?
Wir werden , zusammen mit unseren Abgeordneten Ihren Terminvorschlag erwarten und auch unsererseits nachfragen. Wir gehen davon aus, daß alle Beteiligten daran arbeiten, die Anzahl der Eltern, die an Weihnachten und anderen Feiertagen ihre Geschenke an ihre Kinder in die deutsche Botschaft bringen müssen, zu verringern und nicht weiter zu erhöhen.
Gezeichnet von den Vertretern der Organisationen:
SOS ENLEVEMENT D'ENFANTS PAR L'ALLEMAGNE - L'Enfant Et Son Droit (E2SD) - Fédération des Mouvements de la Condition Paternelle
3. Antwort des französischen Außenministers vom 11. September 1997 auf eine parlamentarische Anfrage
(Übersetzung aus dem "Journal Officiel", dem Gesetzblatt der Französischen Republik vom 11. September 1997 - mitgeteilt von Frau Catherine Iniesta-Urban, Hauptverband der Franzosen im Ausland - Sektion der Französischen Frauen im Ausland, Vorsitzende für den Verband in Hessen und Rheinland-Pfalz)
Journal Officiel, 11.9.1997, Drucksache Nr. 762 - Juli 1997. -
Parlamentarische Anfrage zur Außenpolitik (Deutschland - französische Kinder - Sorgerecht und Umgangsrecht)
Herr Charles Cova möchte die Aufmerksamkeit des Herrn Außenministers auf die Situation der französischen Kinder richten, die zur Zeit willkürlich in Deutschland festgehalten werden, weil ein Elternteil in dieses Land geflüchtet ist, meistenteils in der Absicht, sich der Anwendung französischer Gesetze zu entziehen. Die in Frankreich verbliebenen Eltern haben äußerste Schwierigkeiten, ein Besuchs- oder Sorgerecht zu erlangen.
Schon im Januar 1997 hatten einige Parlamentarier eine Delegation von Eltern von zur Deutschen Botschaft in Frankreich begleitet. Sie wurden weder empfangen noch angehört. Offensichtlich hat unser Partner Deutschland eine Position inne, die den französischen und deutschen Entscheidungen der Justiz widersprechen unter gleichzeitiger Verletzung der Internationalen Konvention der Menschenrechte und der Europäischen Konvention für die Rechte des Kindes., denen Deutschland beigetreten ist.
Um diese für die Familien äußerst schmerzhaften Konflikte zu lösen, möchte man wissen, welche Maßnahmen der Herr Minister ergreifen und welche Haltung er gegenüber dieser Sachlage einnimmt.
Antwort des französischen Außenministers:
Der ehrenwerte Abgeordnete hat die Aufmerksamkeit des Außenministers auf die Situation der französischen Kinder gelenkt, die zur Zeit in Deutschland festgehalten werden, weil einer der Eltern sich in dieses Land abgesetzt hat, um sich meistenfalls der Anwendung französischen Rechts zu entziehen.
Frankreich und Deutschland sind Unterzeichner der Haager Konvention vom 25. Oktober 1980 zu den zivilrechtlichen Aspekten internationaler Kindesentführungen, die zum Ziel hat, die Rückkehr der entführten Kinder zu ihrem gewohnten Wohnsitz zu ermöglichen. Es ist richtig, daß schon wiederholt durch die unabhängige deutsche Rechtsprechung die Anwendung dieser Konvention unwirksam gemacht wurde durch die übertriebene Anwendung des Artikel 13 dieses Regelwerkes, der es erlaubt, unter bestimmten Umständen die Rückführung eines Kindes zu verweigern. Frankreich und Deutschland sind ebenfalls Unterzeichner der Europäischen Konvention vom 20. Mai 1980 über die Anerkennung und Anwendung der Entscheidungen in Sachen Sorgerecht und die Wiederherstellung dieses Rechtes. Die Schwierigkeit ist begründet in der Tatsache, daß die Anwendung der vorgenannten Konventionen von der unabhängigen Rechtsprechung der befaßten Gerichte abhängt.
Für Frankreich ist der Justizminister mit der Anwendung dieser beiden Konventionen befaßt und hat zu wiederholten Malen die Aufmerksamkeit seines deutschen Amtskollegen auf diesen Zustand gelenkt. Diese Interventionen haben die Unterstützung des Außenministers insbesondere durch die diplomatischen und konsularischen Dienststellen gefunden. Wir müssen eingestehen, daß bis jetzt diese Interventionen kaum Erfolg hatten. Der Außenminister verfolgt gemeinsam mit dem Justizminister die Bemühung, bei den deutschen Behörden Sensibilität für die Schwierigkeiten bei der Behandlung der Einzelfälle zu schaffen. Er versucht auch, die Arbeitssitzungen im Rahmen bilateraler Tagungen, ebenso wie den Aktionsrahmen der Haager Konvention erfolgreich zu nützen, um diese Situation anzuprangern und eine Verbesserung zu erlangen.
B. Zur Situation in Großbrittanien
Vom 18. bis 20. Mai fand in Dartington, Großbrittanien, eine britisch-deutsche Konferenz auf diplomatischer Ebene statt. Thema: Die internationalen Kindesentführungen und die jurististische Praxis der beiden Staaten. Allein von britischer Seite waren fünfzig Rechtsexperten anwesend - was die Bedeutung dieses Themas verdeutlicht. Grundlage für die Verhandlungen war eine Untersuchung von Prof. Nigel Lowe und Allson Perry: "The Operation of Hague and European Conventions on International Child Abduction between England and Germany". paPPa.com veröffentlicht hier zunächst nur die Zusammenfassung der Ergebnisse der Konferenz. Die Veröffentlichung der Untersuchung wird noch geprüft.
Die wesentlichen Kernpunkte der Untersuchung:
Die englische Fassung der Konferenzergebnisse:
"Anglo-German Judicial Conference, Dartington, 18-20 May 1997, Summary
1. A well-organised conference, 50 delegates drawn from the cream of the English family law legal establishment. Lower key people form the German side. Very different way of dealing with the Hague Convention and child abduction cases. German side often critical of their own procedures, preferring English practice. Main complaint about Germany, from the English side, is the inordinate delay in resolving some of the cases. Both sides conclude that more trust in each others system is necessary. Solid ground for optimism and similar conference will be set up, funds permitting, within 2 years in Germany. (...)
Problems
5. Both sides admitted that the main problem was the speed in dealing with the bilateral cases. The English generally made their decisions without the child´s view being held, based on paper evidence, reaching a decision quickly to send the child back and relying on the German court to make a fair decision. This way of handling cases was especially commended by Dame Elisabeth Butler-Sloss. The key point was that the merits of custody should be decided in the country from which the child was abducted. The German procedure, by contrast, was that inexperienced judges could hold up cases by asking to see the psychological reports, wanting to see the child and not having sufficient trust in the ability of the English court to make the right decision. Together with this was the strong feeling of judicial independence. (comment: this seems to being true in the Laylle case). The German participants were refreshingly prepared to admit to this problem of delay and it was interesting to observe some German lawyers turning on theis judges and criticising the long drawn-out procedures.
6. Both sides agreed that enforcement of the court´s decision was difficult and that follow-up was rarely observed. The Germans reported that theis legal system was currently under review, with major reforms being proposed [Anmerkung paPPa.com: That´s a joke, man!] One plan is to rationalise the number of courts and reduce the number where cases of this tape can be heard to 21 from the 300 at present. This would bring their system more in line with our own. A German Law Professor, Dr. Salgo, said that the sooner the German family justice system was reformed, the less likelihood of some parents wanting to take the law in their hands. But more specialised lawyers would be needed, who would need to qualify by taking a harder exam.
7. Lord Justice Thorpe, in his concluding remarks, said that he was pleased at how the conference had developed and said that its conclusions would be published in legal journals. As the first of its kind, it had played an important function as a conduit for both side to get to know one another. Although the Hague Convention, because of its importance, had been the main subject of discussion, he very much hoped that next time round the German side would choose some additional issues. (...)
Juni 2000: Nach
der Aktion im September 1997
Erneut Aktion vor der Deutschen Botschaft in Paris:
PROTESTMARSCH AM 9. JUNI - PARIS
Mitteilung von Olivier Karrer, 5.6.2000
Hier eine Einladung an unsere deutsche Partner sich uns anzuschliessen. Ein Wochenende in Paris ist was Schönes :)
Ganz Frankreich hat sich für den Fall Tiemann-Lancellin 1998, diese deutsch-französischen Kinder die über die Grenzen entführt wurden, interessiert. Die Politiker haben die Sache gelöst.
Hunderte von anderen binationalen Kinder bleiben von deren französichen Elternteil abgeschnitten, weil die deutsche Justiz anscheinend solche Trennungen auf die ganze Welt übertragen kann. In diesen Zusammenhang schickten die amerikanischen Eltern ihren Präsidenten Clinton als Botschafter für diese Kinder nach Berlin am 1. Juni.
Laß uns zahlreich kommen ZUM TREFFEN AM FREITAG 9. JUNI 2000, 14:00 Uhr
vor dem Eingang Musée du Grand-Palais, Avenue Franklin Roosevelt à Paris 8ème, Metro Franklin Roosevelt. Wir werden zur deutschen Botschaft marschieren.
Unsere Präsenz soll den deutschen Behörden zeigen,
Unsere Präsenz soll Xavier Tinel unterstützen der sich im Hungerstreik seit dem 8. Mai 2000 befindet, damit das Recht eingehalten und er seine von der deutschen Justiz festgehaltenen Kinder in Frankreich sehen kann.
Unsere Forderung:
Jedes Kind hat das Recht seine beiden Elternteile zu sehen, in Frankreich und in Deutschland. Die Deutsche Justiz soll alle Maßnahmen ergreifen, damit all unsere Kinder uns bis vor Ende dieses Jahres in Frankreich besuchen können.
Kommen Sie zahlreich und bringen Sie auch die Großeltern und die Familie dieser Kinder mit. Sie sind auch davon betroffen.
ARD und ZDF werden nach unserer Info anwesend sein. Die französische Presse ist informiert.
Die Forderung an die deutsche Regierung ist unter http://www.isonet.fr/stop/agir.htm zu ersehen (z.Zt. nur französisch).
Unsere US-Partner haben es bereits aufgenommen: http://www.rheashope.com/pact/updates.shtml - French Parents plan a protest outside the German Embassy in France on June 9, 2000
Bitte schicken Sie diese Mail weiter an all diejenigen die solche Ungerechtigkeiten an Kindern nicht mehr ertragen können.
Olivier Karrer
Französische Presse berichtet Juni 2000:
http://www.inf.ethz.ch/~gut/soscag/000608_lemonde_d.txt
Deutsche Übersetzung eines Artikels aus "Le Monde" vom 8.
Juni 2000:
Ein Vater im Hungerstreik, um seine Kinder wiederzubekommen, die von ihrer Mutter in Deutschland festgehalten werden - Ein erster Fall, der der deutsch-französischen parlamentarischen Mediationskommission übertragen wird
(...) Seit einem Monat führt Xavier Tinel einen Hungerstreik, um gegen die Entführung seiner beiden Kinder nach Deutschland im Juni 1999 durch die Mutter zu protestieren. (...) In einigen Wochen wird die Kommission die erste Bilanz ihrer Tätigkeiten ziehen. "Man zählt zur Zeit etwa sechzig Kindesentführungen nach Deutschland", erläutert Herr Cardo. "Mit der Entwicklung der binationalen Eheschliessungen in Europa können sie sich nur vervielfachen. Bisher aber bleiben die Rückkehren von nach Deutschland weggegangenen Kindern sehr selten." Die Langsamkeit der französischen Justiz, "welche in Deutschland die Schaffung vollendeter Tatsachen ermöglicht, denen man sich schwer entziehen kann," ist zum Teil mitverantwortlich für diese Blockierung, räumt Herr Cardo ein. In ihrem Bericht dürfte die Mediationskommission denn auch für jedes Appelationsgericht einen spezifischen Gesprächspartner verlangen. (...)
Siehe auch: http://www.vaeterfuerkinder.de/monde806.htm Le Monde 8.6.2000: Auszugsweise Übersetzung - Zusammmenfassung
http://rnserver1.fth.net/www.france2.fr/video/20h_20000609.rm
[22.414 kB !]
2-minütiger Bericht in den 20:00 Uhr-Nachrichten im französischen
Fernsehen France2 vom 09.06.2000 "Protestaktion vor der deutschen
Botschaft in Paris" in Real Video zu lesen
http://www.lexpress.fr/Express/Info/Societe/Dossier/divorce/dossier.asp?nom=tinel
Zeitschrift L'Express vom 8.6.2000 "Das Imbroglio der deutsch-französischen
Scheidung" par Arnaud Grellier "Hunderte von Kindern aus geschiedenen
Ehen werden jenseits vom Rhein festgehalten. Konventionen ändern nichts
daran"
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e.V. - Stand dieser Seite: 16.6.2000
Fundstelle: http://www.paPPa.com/kinder/paris997.htm
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