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Ausweichmanöver wenn Väter kommen
Eröffnung des Sprengelhauses zu Berlin
(Nachbarschaftsladen – Gemeindezentrum mit Gesundheitsförderung)
Großes Domizil im Vorder- und Hinterhaus in der Sprengelstraße 15, Berlin. Nach mehr als einjähriger Bauarbeit war es endlich soweit. Feierliche Eröffnung durch die Gesundheitssenatorin Knake-Werner, PDS/GEW/ÖTV, am 7. April 2005.
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In ihrer Rede betonte sie die wichtige Arbeit für Frauen und Kinder, besonders wenn es um das Thema Gesundheit geht. Sie wünschte allen Frauen und Kindern Gesundheit. „Haben Sie Väter nun bewusst nicht erwähnt?“ so meine Frage aus dem Publikum. Ihre spontane Antwort. Männer seien in der WHO auch nicht vorgesehen, deshalb habe sie Väter in ihren Gesundheitswünschen auch nicht berücksichtigt.
Betretenes Schweigen. Man mochte der Senatorin schließlich auch nicht widersprechen ...
Ein Polizist, mit dem ich mich kurz zuvor über Fragen der häuslichen Gewalt eine Zeit lang unterhielt kam sofort auf mich zu und sagte: „Diese Frage hätte auch von mir kommen können.“
Er, ein glücklicher Ehemann und Familienvater zweier Söhne, sprach mit mir zuvor über die Benachteiligung von Jungs in der Schule und in der Gesellschaft allgemein. Ausgangspunkt war das Thema häusliche Gewalt. Hierzu hat er Vorträge im Sprengelkiez gehalten, allerdings nicht mit dem Tenor, den ich zunächst vermutet hätte. Seiner Meinung nach wird er nur mit Gewalt konfrontiert, auf die er reagieren muss, die auch justiziabel ist. Entscheidender sei aber, seiner Meinung nach, was einer körperlichen Gewalt vorausginge. Nämlich auch Gewalt seitens der Frauen, nur viel wirkungsvoller und subtiler. So mancher Mann staut wie ein Dampfkessel alles auf. Irgendwann platzt er, ohnmächtig der ihm entgegenbrachten alltäglichen Gewalt, einer psychischen Gewalt, die in kleinen, wohl dosierten Portionen auf ihn eindringt.

Vätergruppe und ehrenamtliche Beratung
Schon während der Umbauten, vorne zur Straße hin, wurde mit der Nachbarschafts- und Quartiersarbeit begonnen, wie mir jedenfalls gesagt wurde, wenngleich der Laden meist geschlossen war. Fast genau vor einem Jahr wurde ich dort im Büro vorstellig und bot meine ehrenamtlichen Dienste an, eine Vätergruppe aufzubauen und Trennungs- und Scheidungsberatung durchzuführen. Die Frau hinter dem Schreibtisch druckste. Ich möge doch mal meine Unterlagen dazu vorbeibringen, was ich auch tat. Mein Diplom, Satzung von paPPa.com usw. Reaktion? Nichts. Mehrmals kam ich an dem Laden vorbei, zumal ich dort gegenüber oft Lebensmittel einkaufen gehe. Hin und wieder schaute ich hinein, wenn dann jemand auch im Büro war, brachte mich in Erinnerung und fragte nach. Ich würde schon rechtzeitig Auskunft bekommen, meine Adresse würde ja bekannt sein, die Standardantwort. Nichts. Dann fühlte sich keiner so richtig zuständig. Es schien klar zu sein. Vätergruppe? Nein danke.
Zur Eröffnung, abermals meine kleine Anfrage. Nein, eigentlich bestünde kein Bedarf, im Übrigen müsste ich auch Miete bezahlen. Ehrenamtliches Engagement alleine zählt nicht, da muss jemand auch schon ein kleines Sümmchen Geld mitbringen. Aber man würde sich bei mir melden. In DIN A 4 Größe habe ich mich mit einigen Bildern von der Eröffnung zeitnah erkenntlich gezeigt.. Immerhin sollte das Publikum beim Vorbeigehen unmittelbar nach dem „großen Ereignis“ sehen, dass hier eine quartiersbezogene Arbeit beginnt, mit nicht unerheblichen öffentlichen Mitteln versteht sich.

Nein. Bis heute hängt nicht eines der Bilder aus. - Hoffentlich nicht deshalb, weil auf der Rückseite der Bilder mein Name mit dem Hinweis auf paPPa.com zu sehen ist.
Armin Emrich
Stand dieser Seite: 18.4.05 - Fundstelle: http://www.pappa.com/maenner/Sprengelhaus-Knake-Werner.htm
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