Dr.
Christian Adler, Diplomphysiker, Humanethologe, Verfahrenspfleger (‚Anwalt
des Kindes‘)
e-Mail: 100111.215@compuserve.com
Oktober 2001
Ich wurde von Herrn
Horst Schmeil, Berlin, beauftragt, die Auswertung einer Briefaktion
vom April 2001 vorzunehmen und komme dem gerne nach. Am Ende ein Resumé.
Um ihre Kinder besorgte Eltern stellten Fragen an die Justiz, unsere Politiker
und die Medien.
Diese Fragen wurden von 106 Eltern gestellt. Sie lauteten: Fragen.htm
Im April 2001 wurden in Berlin 109 Briefe versandt, davon 39 an
Personen weiblichen Geschlechts, 37 an Personen männl. Geschlechts,
der Rest geschlechtsneutral an diverse Institutionen.
Angeschrieben wurden 10 Personen bzw. Institutionen der Justiz, 40 Organe
der Medien und
55 Politiker, darunter 28 Bundestagsabgeordnete und 24 Abgeordnete des
Bayer. Landtags. Sonstige (NGOs): 4
Den 109 Anfragen folgten 17 Antworten.
Unter den 17 Posteingängen finden sich nur vier angeschriebene Personen,
die selbst geantwortet haben. Diese sind: Herr Staatsminister Dr. Ludger
Volmer, Frau MdL Anne Hirschmann, Frau MdL Ruth Paulig und Herr Dr. Müller
als Vorsitzender Richter des 26. Senates am OLG München.
Durch andere vertreten ließen sich 13 Personen: Frau Prof. Dr.
Jutta Limbach, Frau Richterin Hohmann- Dennhardt, beide Bundesverfassungsgericht;
Frau Minister Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesministerium der Justiz;
Frau Christine Bergmann, Bundesministerium für Familie; das Bayer.
Ministerium der Justiz und die Staatskanzlei für Ministerpräsident
Dr. Stoiber; Herr Landrat Heinrich Frey, Starnberg, Frau Staatsministerin
Monika Hohlmeier, Herr MdL Wolfgang Hoderlein, Frau Sabine Christiansen,
Herr Jürgen Fliege, das Inst. für Sozialforschung für Herrn
Philipp Reemtsma.
Obwohl diese Fragen uns alle betreffen, dramatische Entwicklungen unserer
Gesellschaft
aufzeigen, hat kein Adressat die gestellten Fragen beantwortet.
Zu verzeichnen sind folgende Reaktionen:
1. Betroffenheit, Aufmerksamkeit und Interesse für die Sorgen der
Eltern
2. Aufmerksamkeit, aber kein weiteres Interesse
3. Ignorierung der aufgezeigten Problematik durch vollständige Nichtbeachtung
4. Ignorierung der aufgezeigten Problematik durch Ablenkung
5. Tradierung persönlicher Verantwortung auf andere
Zu 1: Nur zwei
Personen nehmen die Thematik wirklich zur Kenntnis und schreiben: „vielen
Dank für Ihr Schreiben in dem Sie auf die teilweise dramatische Lage
der Großeltern und Enkel in Scheidungsfällen hinweisen“.
(Dr. Ludger Volmer). Frau MdL
Anne Hirschmann antwortet: „Auch ich
bin betroffen und bestürzt über den von Ihnen dargestellten Sachverhalt“.
Während Dr. Volmer auf seine Nichtzuständigkeit, somit auf andere
verweist (Gruppe 5), schreibt Frau Hirschmann als einzige aller angeschriebenen
Personen: „Ich habe nun versucht mich mit diesem
Fall ein wenig vertrauter zu machen“.
Der Redaktionsleiter von „Sabine Christiansen“ repäsentiert
zunächst Gruppe 1: „herzlichen
Dank“, schreibt er, „für Ihren wichtigen
und bewegenden Brief. Ich unterstütze
Ihr Anliegen aus voller Überzeugung!“ Auch er schiebt die
Verantwortung gleich weiter an den Planungsredakteur (Gruppe 5) „falls
wir ein passendes Thema erwägen, werden wir uns gerne an Sie wenden.“
Er bittet um Verständnis, die Fragen nicht beantworten zu können,
weil er den Fall nicht kenne, und ersucht, man möge der Fernsehsendung
doch das „Wohlwollen“ erhalten.
Ähnlich tönt es von Pfarrer Fliege: „Bitte haben Sie Verständnis,
daß Herr Fliege Ihnen nicht
persönlich antworten kann. Die Vielzahl der Briefe macht es unmöglich“.
Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Herr
Fliege ist nicht imstande 106 Eltern zu antworten, die sehr, sehr ernste
Fragen an ihn gerichtet haben. Fliege gelangt so in die Gruppe
2. Und 5: durch anschließenden Verweis auf die „Redaktionssitzungen“:
„Soweit es uns möglich ist, nehmen wir Ihre Problematik in unsere
Themenliste auf“. Es klingt zynisch, wenn am Ende dieses Schreibens dann
noch „für das große entgegengebrachte Vertrauen“ in Herrn Pfarrer
Fliege gedankt wird.
Erwähnenswert ist auch das Antwortschreiben des Südwestrundfunks
für Report Mainz Frau Schmidberger reiht sich in Gruppe 2.
Sie erwähnt, sie habe keine Zeit, sich den beschriebenen Fall näher
anzuschauen, grundsätzlich sei die Redaktion aber für das Thema
„Familienpolitik“ sehr offen, weil es ja auch schon als „Wahlkampfinstrument“
entdeckt wurde. Sie verweist auf die hohen Hürden für eine Berichterstattung,
denen die gestellten Fragen und die darin aufgezeigte Problematik offenbar
nicht gerecht werden. Am Ende erwähnt sie nochmals, daß sie
doch ein „offenes Ohr“ hätte und man sich ja auch künftig wieder
an sie wenden könne. Wozu noch Frau Schmidberger?
Gestolpert bin ich über einen Satz. Sie schreibt nämlich: „ich
möchte Ihnen zeitnah antworten“. Genau das hat sie getan. Der Kommentar
dazu folgt später.
Immerhin, auch das müssen wir konstatieren,
sind diese Antworten allesamt sehr um Höflichkeit bemüht. Und,
auch das ist hier besonders hervorhebenswert, sie wurden überhaupt
geschrieben!
Eine weit größere Gruppe bilden jene, die zwar ebenfalls
höflich sind, antworten oder
antworten lassen, aber sich klug den Fragen entziehen, dadurch, daß
sie auf ihre
Nichtzuständigkeit verweisen (Gruppe 5)
Beispielsweise schreibt Frau MdL Ruth Paulig: Als Umweltpolitikerin
sei es ihr nicht
möglich sich „detailliert in die Rechtsproblematik einzuarbeiten“
Sie gibt die „Unterlagen zur
Kenntnis und eventuellen weiteren Bearbeitung an unseren Arbeitskreis
Demokratie und
Recht der Fraktion weiter.“ Sie weiß, auch aus ihrem Bekanntenkreis,
„wie schwierig es oft
ist, im Falle der Trennung der Eltern eine gute Lösung für die
Kinder zu finden“. Und sie
dankt den 106 Eltern, „daß sie sich mit allen UnterstützerInnen
so engagiert dieses Problems
annehmen“. Wofür bedankt sie sich eigentlich?
Herr MdL Hoderlein läßt schreiben, dafür sei die
SPD-Bundestagsfraktion zuständig, also habe man die Unterlagen weitergeleitet.
Herr Schmeil wird aufgefordert, die Mitunterzeichner der Fragen „entsprechend
zu unterrichten“. (was hiermit geschehen ist) (Gruppe 5).
Frau Staatsministerin Hohlmeier, die ja im Fernsehen kundtut, sie
sei für alle Bürger erreichbar, läßt die 106 Eltern
und Großeltern nicht minder im Regen stehen und läßt schreiben,
die „angesprochene Angelegenheit“ falle in den Zuständigkeitsbereich
des Bayer. Staatsministeriums der Justiz (Gruppe 5).
Ebenso erschallt es aus der Bayer. Staatskanzlei: „der Herr Ministerpräsident
bittet um Verständnis, daß er sich zu Ihrem Anliegen nicht unmittelbar
äußern kann. Auch er läßt auf das Bayer. Justizministerium
verweisen und scheint seine Pappenheimer zu kennen: „Die Bearbeitung wird
eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“. Die Staatskanzlei bittet die 106
Eltern „um etwas Geduld“ (Gruppe 5).
Der überwiegende Teil
aller Adressaten fällt in die Gruppe 3. Das sind jene, die einen dramatischen
Appell von 106 Eltern überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen und nicht
einmal die Höflichkeit aufbringen, ihrem Schreiben zu antworten. Darunter
sind gewichtige Namen:
Nicht geantwortet haben:
Justiz:
Oberlandesgericht München, 2. Senat, Amtsgericht Starnberg, Der Amtsgerichtsdirektor
Herr Engel, Landgericht München II, Der Präsident
Politik: Herr
Bundeskanzler Dr. Gerhard Schröder, Herr Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse, Herr Bundesminister Joseph Fischer, Frau MdB Dr. Antje
Vollmer, Frau MdB Anke Fuchs , Frau Staatsekretärin Dr. Edith Niehuis,
Frau MdB Margot von Renesse, Herr MdB Ulrich Irmer, Herr MdB Christoph
Moosbauer, Frau MdB Ilse Aigner, Herr MdB Fritz Schösser, Herr MdB
Johannes Singhammer, Herr MdB Dr. Hans-Peter Uhl, Herr MdB Aribert Wolf,
Frau MdB Hanna Wolf, Frau MdB Marlene Rupprecht, Frau MdB Rosel Neuhäuser,
Herr MdB Dr. Axel Berg, Frau MdB Ulrike Mascher, Herr MdB Klaus Barthel,
Frau MdB Ekin Deligöz, Frau MdB Petra Bläss, Frau MdB Ingrid
Fischbach, Frau MdB Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Frau MdB Sabine
Jünger, Frau MdB Ina Lenke, Frau MdB Rita Grießhaber.
Frau MdL Irmlind Berg, Frau MdL Dr. Hildegard Kronawitter, Frau MdL Prof.
Ursula Männle, Frau MdL Bärbel Narnhammer, Frau MdL Waltraud
Schmidt-Sibeth, Frau MdL Rita Schweiger, Frau MdL Dr. Dorle Baumann, Herr
MdL Gustav Starzmann, Frau MdL Susanna Tausendfreund, Frau MdL Theresa
Schopper, Herr MdL Hans Joachim Werner, Herr MdL Rainer Volkmann, Herr
MdL Prof. Dr. Jürgen Vocke, Herr MdL Hans-Ulrich Pfaffmann, Herr MdL
Thomas Obermeier, Herr MdL Martin Dr. Runge, Herr Staatsminister Prof.
Dr. Kurt Faltlhauser, Herr MdL Hermann Steinmaßl, Herr MdL Klaus
Dr. Hahnzog, Herr MdL Dr. Josef Dürr.
Medien: Redaktion
'Monitor', Klaus Bednarz, Redaktion 'Recht Brisant' Westdeutscher Rundfunk,
Süddeutsche Zeitung Chefredaktion, Augsburger Allgemeine, Bayer. Fernsehen
Redaktion, Münchner Runde‘, Berliner Morgenpost, Chefredaktion DER
SPIEGEL, DER SPIEGEL, Herr T. Thielke , FOCUS , Chefredaktion STERN, Herr
Andreas Petzold, DIE WOCHE, DIE ZEIT Redaktion Modernes Leben , dpa Deutsche
Presse-Agentur, FamRZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung Redaktion Deutschland,
Dr. Alfons Kaiser, Frankfurter Rundschau, Gott und die Welt, Hamburger
Abendblatt, Hamburger Morgenpost, HANNOVERSCHE ALLGEMEINE, HEILBRONNER
STIMME, Kölner EXPRESS, Kölnische Rundschau, Landshuter Zeitung,
Meta Productions GmbH Redaktion Akte 99, NÜRNBERGER NACHRICHTEN Redaktion,
Osnabrücker Zeitung, Panorama NDR Fernsehen, Passauer Neue Presse,
STUTTGARTER ZEITUNG, Tagesspiegel, TAZ Berlin, Abendzeitung München
, tz München, ZDF Redaktion Kirche und Leben, Herr Fritzen, ZDF Redaktion
ML Mona Lisa, Frau Conny Hermann, Zweites Deutsches Fernsehen, Redaktion
Recht und Justiz
NGOs: amnesty
international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., Pro Familia
e.V. Landesverband, Israelitische Kultusgemeinde München.
Zu besprechen bleiben noch die Antwortschreiben des Bundesverfassungsgerichts,
des
Bundesministeriums für Familie, des Bundesministeriums der Justiz,
des Bayer. Staatsministeriums der Justiz (für Dr. Stoiber und Frau
Hohlmeier)
Frau Prof. Limbach, Frau Richterin Hohmann-Dennhardt
lassen sich entschuldigen, daß sie wegen „großer Arbeitsbelastung“
nicht persönlich antworten können. Obwohl sie von den 106 Eltern
persönlich angesprochen und entsprechend um ihre persönliche
Meinung befragt wurden, ziehen sie sich auf einen formalen Standpunkt zurück.
Ihr Amt läßt es nicht zu, öffentlich „zu den von Ihnen
aufgeworfenen Fragen im Rahmen eines allgemeinen Meinungsaustausches Stellung
zu nehmen“.
Frau Bundesministerin Bergmann sieht die durch die Fragen angesprochene
Entwicklung der Familie nicht als ihrem Ressort zugehörig. Sie läßt
schreiben: „Der von Ihnen dargestellte Sachverhalt fällt nicht in
den Aufgabenbereich für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Sie
entzieht sich der Beantwortung durch Weiterleitung an das BMJ (Gruppe 5)
Die Bundesjustizministerin Dr. H. Däubler-Gmelin ist ebenfalls
nicht zu erreichen. Die Stellungnahme beschränkt sich auf „allgemeine
Ausführungen zur Rechtslage.“ Genauso antwortet das Bayer. Justizministerium.
Wir wollen das hier veröffentlichen.
Anzumerken ist dazu, daß eine Wiederholung bekannter Grundsätze
des BGB und der FGG keinerlei Beantwortung der gestellten Fragen darstellt.
Die Gesetztestexte beschreiben einen Sollzustand. Sie beschreiben nicht
den in der deutschen Familiengerichtsbarkeit zu verzeichnenden Ist-Zustand
– das in dieser Gerichtsbarkeit gültige „Dschungelgesetz“ (Chirac).
Bestünde auch nur eine annähernde Kongruenz zwischen Soll- und
Ist-Zustand, ließen sich die Fragen der 106 Eltern und Großeltern
nicht formulieren, wäre ein Appell u.a. auch an die höchsten
Volksvertrteter überflüssig.
Das Bayer. Justizministerium verweist zusätzlich noch darauf, daß
das Ministerium „aus Gründen der verfassungsrechtlich
garantierten richterlichen Unabhängigkeit gerichtliche Verfahren weder
kommentieren noch auf sie Einfluß nehmen könne.“
Das wurde gar nicht erwartet, erweist sich somit als eine Floskel, ein
Textbaustein, der mir persönlich bereits mehrfach aus diesem Ministerium
vorgetragen wurde.
Dem ist entgegenzuhalten, daß sich die 106 Eltern gegen den vieltausendfach
zu verzeichnenden Mißbrauch richterlicher Unabhängigkeit gewandt
und mit ihren Fragen auf die Folgen notorisch rechtsverletzender Gerichtspraktiken
hingewiesen haben. Das Bayer. Justizministerium, mit ihm also auch Herr
Ministerpäsident Dr. Stoiber und Frau Hohlmeier stellen die traditionell
als sakrosankt geltende „richterl. Unabhängigkeit“ über die verfassungsrechtlichen
Garantien des Bürgers.
Das ist zuvorderst der Rechtsanspruch auf einen „gesetzlichen Richter“,
also auf eine Justiz, die das BGB, die FGG und das StGB respektiert, nicht
mißbraucht. Eine Justiz, die den jedem Bürger dieses Landes
zustehenden grundgesetzlichen Rechtsanspruch auf Schutz der Familie, der
Menschenwürde, der Unverletzlichkeit des Individuums, der Gleichbehandlung
der Geschlechter, der Unverletzlichkeit der Wohnung usw. auch gewährt.
Es darf wohl konstatiert werden, daß die Justizministerien völlig
versagt haben. Sie liefern die umfangreichsten Antworten, sie wären
kraft ihres Amtes zuvorderst gefordert, die Realität so wahrzunehmen,
wie sie sich durch den systematischen Rechtsbruch in der Familiengerichtsbarkeit
Deutschlands tatsächlich darstellt. Sie kennen diese Realität,
aber ergreifen nicht Position, sie lenken davon ab und entfliehen in die
Illusion (Gruppe 4).
Zu erwähnen bleibt noch, wie sich zwei Richter äußerten,
deren Kollegenschaft die Misere verursacht und damit dem Rechtsstaat, unserer
Demokratie, schweren Schaden zufügt. Der erste schreibt für die
Präsidentin des Oberlandesgerichtes München und für den
26. Senat, dem er angehört: „Ihr Schreiben vom 9. April 2001 ist hier
eingegangen; es hat zur Kenntnis gedient.“ gez. Dr. Müller Vorsitzender
Richter am OLG München. (Anmerkung: Er ist derzeit mit dem „Fall
Adler“ beauftragt, unterstützt durch seine Untätigkeit seit einem
Jahr die Straftat des Kindesentzugs und die nachhaltige psychische Beschädigung
des Kindes durch PAS = Parental Alienation Syndrom)
Der andere Richter schrieb nicht als Folge dieser Briefaktion, er schrieb
mir bereits 1996. „Mit großer Anteilnahme“ habe er von dem „Fall
Adler“ erfahren. Bedauerlicherweise sei er nicht mehr Richter am Bundesverfassungsgericht,
sähe er daher in seiner gegenwärtigen Position keine Möglichkeit
zu helfen. Es war ein freundlicher, ein sehr menschlicher Brief.
gez. Bundespräsident Roman Herzog.
Frau Rau, die Gattin des derzeitigen Bundespräsidenten wurde
im Zuge der Briefaktion ebenfalls angeschrieben, weil sie ja im Internet
öffentlich ihre allg. Bereitschaft zur Hilfeleistung preist. Und hat
sich bei Herrn Schmeil durch einen Adjutanten gemeldet.
Empört, weil bereits in dem Begleitschreiben erwähnt ist, daß
das Ergebnis der Aktion wieder veröffentlicht werden würde. Deshalb
wolle/könne sie nichts unternehmen.
Sehr verehrte Frau Rau, wer sich so präsentiert und sich aufgerufen
fühlt, für sein eigenes Wertesystem einzutreten, der sollte auch
den Mut haben, sich öffentlich dazu zu bekennen.
Resumé
Es ist mit Verlaub „bestürzend“, dieses Ergebnis
zu erfahren. Denn die gestellten Fragen beziehen sich wohl auf einen Einzelfall,
den einige Eltern zum Anlaß nahmen, ihre Fragen zu formulieren, denen
sich andere Eltern und Großeltern angeschlossen haben.
Im Kern geht es um eine sehr verhängnisvolle, gesamtgesellschaftliche
Entwicklung, auf die wir ungebremst zusteuern, die aber - wie wir sehen
– von unseren Entscheidungsträgern völlig marginal behandelt
wird: es geht um die langsame Zerstörung der Kernfamilie, die Zerstörung
von Menschen durch die deutsche Scheidungsindustrie, von Eltern, Großeltern,
die sich ihrem naturgegebenen Instinkt folgend lediglich verantwortlich
um ihre Kinder oder Enkel kümmern möchten, was ihnen aber durch
die Institutionen des Staates vielfach verwehrt wird.
Es geht um die gravierenden Schäden, die sie dabei erfahren, vor allem
auch gesundheitlicher Art, um die Schädigung von Kindern in Gerichtsverfahren,
ihre lebenslangen psychischen Folgeschäden. Es geht um die Folgen
von Gerichtsentscheidungen, die alles mögliche repräsentieren
mögen, nur eines nicht: den Willen des Gesetzgebers, wie er im Bürgerlichen
Gesetzbuch just in den Paragraphen zum Ausdruck kommt, die auch die Justizministerien
hier aufgelistet haben. Was wir mit Bedauern feststellen ist Anarchie in
der Familiengerichtsbarkeit.
Mit dieser Entwicklung einhergehend ist nicht nur ein gewaltiger volkswirtschaftlicher
Schaden durch jahrelang verschleppte Prozesse, denn die Folge sind vielfach
zerstörte Familien und Existenzen. Wir beklagen Todesfälle, Selbstmorde
oder Straftaten, als unmittelbare oder mittelbare Folge daraus resultierender
psychischer Gesundheitsbeschädigung.
Wirklich als „dramatisch“ ist der Rechtsverfall zu bezeichnen, der Niedergang
der Rechtskultur speziell an deutschen Familiengerichten und die grobe
Mißachtung selbst der grundlegendsten Maximen unserer Wertordnung,
repräsentiert durch die Verfassung.
„Bestürzend“ die Mißachtung der Menschenrechte in Deutschland
durch eine nur vermeintlich rechtsstaatliche Gerichtspraxis. Aber wo das
„Dschungelgesetz“ regiert, die Willkür, gibt es keine Kontinuität
im Recht, keine Rechtssicherheit mehr, sondern nur noch den Zufall.
Und niemand scheint all dies zu beunruhigen. Verblüffend daher, daß
nicht einmal amnesty
international e.V. geantwortet hat. Das ist doch deren Thema. Aber
es ist offenbar nicht
opportun Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land anzuprangern, viel
leichter ist es ins
wilde Kurdistan zu ziehen und Türken anzuprangern.
Es ist eine Schande für dieses Land, daß
einem ernsten Appell von 106 Bürgern, Eltern, Großeltern, die
sich große Sorgen um ihre Kinder und Enkel, um deren Zukunft machen,
um die Entwicklung unserer Gesellschaft, so wenig Aufmerksamkeit zuteil
wird.
Es ist eine Schande für dieses Land, wenn ein
amerikanischer Präsident beim Bundeskanzler vorsprechen muß
(Clinton), um von deutschen Gerichten die Einhaltung international gültigen
Rechts einzufordern.
Es ist eine Schande für dieses Land, wenn ein Jahr später Amerikaner,
Franzosen, Südafrikaner nach Deutschland kommen, um in Berlin einen
Hungerstreiks abzuhalten – weil sich allen Zusagen zum Trotz nichts geändert
hat.
Es ist eine Schande für dieses Land, wenn der Staatspräsident
Frankreichs die deutsche Justiz diskreditiert: in Deutschland sagte Chirac
herrsche das „Dschungelgesetz.“
Es ist eine Schande für dieses Land, wenn Menschen, die nur für
die Rechte ihrer Kinder eintreten wollen kriminalisiert, ja sogar in Haft
gesetzt werden, damit sie es nicht tun können (Maurice Elfeke).
Es ist eine Schande für dieses Land, daß sich von einer unbarmherzigen
Scheidungsmaschinerie getroffene, verzweifelte Kinder umbringen müssen
(z.B. Jana Kroeplin, Nicole), Kinder ihren Selbstmord androhen oder versuchen
( siehe C. Adler, Frank, Karl, Tobias, Heiko usw.usf.), wenn betroffene
Elternteile Selbstmord begehen (z.B. Frank Dachtler), daß Großmütter
langsam in den Tod getrieben werden können (Edith Adler) - und dürfen,
während die Justizministerien die „Unabhängigkeit“ der Täter
schützen.
EWs ist eine Schande für dieses Land, daß der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte dem Verfassungsgericht und den niederen
deutschen Gerichten gerade wieder einmal eine schallende Ohrfeige erteilte.
Es war dies die fünfte Verurteilung der Bundesrepublik Deutschland
in Folge, wegen Verstoßes gegen das Diskriminierungsverbot, wegen
Mißachtung der Familie und der Grundsätze „fairen“ Verfahrens
– wegen Mißachtung der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Die Bundesfamilienministerin fühlt sich bei
alledem nicht einmal zuständig.
Es wäre wohl angemessener, dieses Ministerium umzubenennen, vielleicht
in „Ministerium für Frauenangelegenheiten“. Dem wird Frau Bergmann
bei ihrer Tätigkeit eher gerecht.
Diese Sachverhalte sind nicht Merkmale einer gesunden
Demokratie, sondern Symptome krankhafter, gefährlicher Entwicklung,
deren Folgen wir spätestens in der nächsten Generation noch sehr
deutlich spüren werden, deutlicher noch als beispielsweise heute durch
eine zunehmende Kinder- und Jugendkriminalität. Denn zerstört,
d.h. um ihre Wirtschaftskraft und ihre Gesundheit beraubt werden ja nicht
nur die in jahrelange Gerichtsverfahren gezwungenen Eltern, wir züchten
gewissermaßen eine Generation von psychisch gestörten Scheidungswaisen
heran.
Es ist eine Schande, wenn die Medien dazu schweigen, gegebenenfalls
darauf verweisen, man tue ja was – gelegentlich, mitunter, allenthalben.
Ja, in Boulevardsendungen, bei ‚Vera am Mittag‘, bei ‚RTL Explosiv‘, wenn
wiedermal jemand aus Verzweiflung Selbstmord verübt, ist dies vielleicht
5 Sendeminuten wert, oder wenn ein Arzt sich und seine gesamte Familie
in Mallorca auslöscht, eine Schlagzeile. Solche Taten (=Verzweiflungshandlungen)
geben immer was her. Aber die im Stillen verlaufenden, sich über lange
Zeiträume erstreckenden Verbrechen der deutschen Justiz nicht.
Dafür gibt es auch einen Grund. Die Redakteurin des Südwestrundfunks
spricht es unbewußt aus. „Zeitnah“ schrieb sie, wolle sie antworten.
Was dies bedeutet, erfuhr ich von einem Redakteur (ausgerechnet) des SPIEGEL.
Er würde wohl gerne etwas schreiben, sagte er mir, aber wenn er das
Thema der Chefredaktion vorlege, würde er es nicht durchbringen.
Begründung: „man kann doch nicht gegen den Zeitgeist schwimmen“.
Das ist genau der Punkt, weshalb so viele schweigen. Der Zeitgeist läßt
es nicht zu.
Der Zeitgeist ist frauenfreundlich aber kinder- und männerfeindlich.
Wie viele Kinder werden ihren Eltern geraubt, verschwinden alljährlich
in Pflegeheimen oder bei Pflegeeltern, aus dem einzigen Grund, weil die
Jugendämter gehalten sind ein Soll zu erfüllen, ansonsten werden
ihnen Stellen gestrichen.
Ein ganzes Geschlecht wird derzeit durch Kampagnen diffamiert: Männer
sind Kinderschänder, Männer sind gewalttätig, Väter
lassen ihre Kinder im Stich, drücken sich notorisch vor Unterhaltszahlungen.
In unzähligen Presseveröffentlichungen wird dem Volk ein Männerbild
vor Augen geführt, das man nur als rassistisch bezeichnen kann.
Wer macht sich dabei schon einmal Gedanken darüber, daß es in
einer Massengesellschaft alle Erscheinungsformen menschlichen Verhaltens
gibt. Natürlich auch Männergewalt. Und es gibt Diebe. Aber wer
wollte die Deutschen etwa als ein Volk von Dieben diskriminieren, nur weil
es sie gibt? Wer kann guten Gewissens ein ganzes Geschlecht diskriminieren,
die Hälfte der Bevölkerung, nur weil es auch gewalttätige
Männer gibt?
Das Fatale ist, daß durchaus vorhandene Erkenntnisse wissenschaftlicher
Forschung bewußt unter den Teppich gekehrt werden, um eine Apartheidspolitik
durchzusetzen, im Interesse radikalfeministischer Zielsetzungen, aus dem
Irrglauben heraus, den Frauen dadurch zu mehr „Gleichberechtigung“ zu verhelfen.
Nach den vorliegenden Untersuchungen ist die Gewalt durchaus geschlechtsunspezifisch
zu sehen. Häusliche Gewalt, so erklären die Humanwissenschaftler,
gehe sogar überwiegend von Frauen aus. Nicht nur bei uns, selbst bei
den bis vor kurzem steinzeitlichen Eskimo. Dafür liegen mir eigene
Untersuchungen vor.
Daß Gewalt nicht nur von Männern ausgeht, sondern auch von Frauen,
weiß selbst die Bäckersfrau am Eck aus ihrer Lebenserfahrung.
Daß sie es nicht mehr glaubt, dafür dienen aufwendig mit Steuergeldern
finanzierte Kampagnen. Dies aber ist eine gezielte Beeinflussung der Bevölkerung,
ein anderes Wort dafür wäre „Volksverhetzung“.
Es erinnert an Altbekanntes, wenn neuerdings wieder rassistische, auf ein
ganzes Geschlecht abzielende Spezialgesetze geschaffen werden. Geschichte
wiederholt sich! Dies wissen wir anhand der Evolutionsgesetze.
Willkürlich der Sorge und des Kontaktes zu ihren Kindern und Enkeln
beraubte Väter, Mütter, Großeltern sind die „Juden“ dieser
Generation, sie sind die „neuen Juden“.
Deshalb verwundert es, daß selbst bei Frau Knobloch, der Präsidentin
der Israelitischen
Kultusgemeinde Münchens angesichts dieses Eltern-Appells nicht alle
Alarmglocken läuteten, daß sie den 106 Eltern nicht einmal geantwortet
hat.
Es verwundert auch, daß sich kein Journalist findet, der sich mit
diesen verhängnisvollen gesellschaftlichen Entwicklungen etwas näher
auseinandersetzen würde, sich vielleicht so gar engagiert, Zivilcourage
zeigt.
Nein, es verwundert mich nicht! Es hat sie ja schon damals gegeben: die
Täter, die Mitwisser und die Mitläufer. Auch damals waren die
meisten Mitbürger der Ansicht, man könne nicht gegen den Zeitgeist
schwimmen. Sie haben geschwiegen! Und haben gejubelt! Aber, es hat zu jeder
Zeit und in jeder Kultur stets auch Menschen gegeben, die Widerstand geleistet
haben, weil sie für ihre Ethik auch tatsächlich eintreten wollten
So manchen wird der Ausgang dieser Briefaktion sehr entmutigen. Wie einen
Vater, der mich vor wenigen Tagen anrief und mir mitteilte, er habe nun
acht Jahre für Umgang mit seinen Kindern gekämpft, auch schon
den Dr. Stoiber angeschrieben usw usf., alles umsonst. Dabei sei er doch
sogar ein „CSU-Mitglied“. Er gebe nun auf.
Weil er aus dem Internet sähe, daß mein bereits elf Jahre andauerndes
Bemühen völlig vergeblich gewesen sei, ein Kampf „gegen Windmühlen.“
Und daß ich obendrein dafür auch noch immer wieder kriminalisiert
werde, mit Hausdurchsuchungen bedacht usw.,...,das wolle er sich nicht
auch noch antun.
Ich habe ihm von seinem Schritt abgeraten, ihn gebeten weiterzumachen,
sich um seine Kinder weiter zu bemühen. Ich kann wohl nur für
mich sprechen, aber ich tue es, weil meine Gefühle für meine
Tochter nicht durch den ‚Zeitgeist‘ oder die rechtsbeugenden Entscheidungen
menschenrechtsverachtender Richter verändert werden. Ich fühle
mich meinem Kind verantwortlich, obwohl ich es nicht mehr sehen darf. Weil
ich weiß, welcher Schaden diesem Mädchen dadurch zugefügt
wird. Noch mehr, weil meine Tochter inzwischen so abgerichtet wurde, daß
sie mich hasst. Der Justiz dient dies jetzt als bequemer Grund für
den totalen Umgangsausschluß. Aber meine Tochter hat keinen Grund
für einen Haß und sie wird dies eines Tages selbst begreifen.
Sie wird lernen, daß Haß kein Gefühl ist, das für
ihr Leben vorteilhaft wäre.
Irgendwann wird
sich der Zeitgeist wieder ändern, auch das lehrt die Geschichte, wird
die Gesellschaft begreifen, was derzeit geschieht und reagieren, werden
die Verbrechen ans Tageslicht gelangen, Täter wieder als Täter
gelten.
Und meine Tochter wird vielleicht einmal stolz auf ihren Vater sein.
Ich kann an ihrem Schicksal nichts ändern, aber, ich werde heute und
in der Zukunft für sie tun, was mir möglich ist und immer für
sie da sein, als Vater. Ich liebe sie!
Ich möchte die Gelegenheit hier zum Anlaß nehmen, allen Eltern
und Großeltern, die sich zu dieser Briefaktion aufgerufen fühlten,
ganz herzlich für ihre Zivilcourage zu danken. Besonders jenen, die
diese Fragen zusammengestellt haben.
Dr. rer.nat. Christian Adler
Weitere Information:
http://www.pappa.com/mmdm/adler/Fragen.htm (Fragen
der 106 Eltern)
http://www.pappa.com/mmdm/adler/BMJ.pdf (Antworten
der Justizministerien)
http://www.pappa.com/mmdm/adler/kindmiss.htm
(Übersicht, „Fall Adler“)
http://www.pappa.com/mmdm/adler/Hausd.htm („Halts
Maul Adler, oder wir machen Dich fertig“)
http://www.isonet.fr/maurice/index.cfm
(Maurice Elfeke in Haft)
http://www.pappa.com/mmdm/adler/summary.htm (Edith
Adler ist tot)
http://www.pappa.com/faelle/dachtler/frank-ist-tot.htm#Nicole-ist-tot.htm
(F. Dachtler, Nicole sind tot)
http://www.jana-kroeplin.de (Jana
Kroeplin ist tot)
http://www.pappa.com/faelle/index.htm
(Selbstmordversuche und –drohungen von Kindern)
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