paPPa.com informiert zu "Zartbitter" und "Tilmann Fürniss":


    Presseberichte

    Spiegel: Kot mit Ketchup
    Gisela Friedrichsen u. Gerhard Mauz, Spiegel 39/93 v. 27.09.93
    Zusammenfassung durch SKIFAS

    Der Vorwurf: Rainer Möllers, Kindergartenerzieher, soll als Mitglied einer pornographische Filme herstellenden Bande (trotz Einschaltung von LKA, BKA, Interpol und Auslobung wurde kein einziger Film o. ä. gefunden) innerhalb von acht Jahren in 55 fortgesetzten Handlungen Kinder sexuell mißbraucht, mißhandelt und gequält haben.

    Vaginal-, Anal-, Oralverkehr mit Ejakulation, Anus abgeleckt, Sadomasochismus, Orgien, Urin, Koprophilie (Kotliebe), Penis, Zahnbürste und -pasta in den Anus, Löffel, Seife, Bleistift in dieVagina (die davon bluten müßte, aber keiner merkt es), Penis in Mund und Kokosnuß, mit Nadel und Pinzette in den Penis gestochen (der davon bluten müßte, aber keiner merkt es), Penis mit Marmelade, Zahnpasta, Kot, Sperma bestrichen und abgeleckt. Kot auf Teller und Köpfe, aus der Toilettenschüssel Kot mit Ketchup gegessen. Mit Pistole gedroht. Am Penis gerissen, Kopf auf den Betonboden geschlagen. Sperma verspritzt (trotz intensiver Suche wird kein Sperma gefunden). Alles in hellen ständig zugänglichen Räumen. Keiner riecht den Gestank, keiner hört Schmerzensschreie. Niemand bemerkt irgend etwas, im nachhinein will vielen einiges aufgefallen sein. Nebenklage spricht von satanischer Sekte und internationaler Pornokriminalität. Die Staatsanwaltschaft glaubt (fast) alles. Geheimhaltung angeblich erzwungen beispielsweise durch: "Kohl zaubert eure Eltern tot und wirft euch aus dem 20. Stock, seine Soldaten schlagen euch den Kopf ab".

    Mit der Bemerkung eines Fünfjährigen, ihm tue der Po weh, aufgeschnappt von einer Zartbitter-Mitarbeiterin mit der Überzeugung, Kinderschutz verlange, an die Möglichkeit sexuellen Mißbrauchs zu glauben, fängt alles an. Organisation eines Elternabends schließt sich an. Je mehr sich die Eltern austauschen, desto mehr kindliche Aussagen entstehen. Polizei verschickt Fragebögen an alle Eltern. Therapiesitzungen mit Prof. Tilman Fürniss, bekannt für seine höchst suggestiven Befragungstechniken ("Was könnte Rainer alles gemacht haben?"). Je mehr Kindererzählungen bekannt werden, desto mehr weitere kommen hinzu mit neuen Taten, Tätern, Täterinnen, Außerirdischen, geschlachteten Frauen. Freier Austausch aller Informationen unter informationsgierigen Eltern führt zu weiteren Befragungen und weiteren Kindesaussagen. Fallgruben in der Turnhalle mit Särgen und Fledermäusen (trotz aufgestemmten Bodens nichts gefunden). Die Ermittlungen weiten sich mit gleichem Ergebnis auf Möllers früheren Wirkungskreis aus.

    Das Urteil der ersten Instanz ist noch nicht gesprochen, da spricht die zweite Instanz im Verfahren über die U-Haft schon von bewiesenen Straftaten.

    Zum Fall Bjugn (Norwegen): Angeblich Geschlechtsverkehr, Vergewaltigung, Oralverkehr mit 16 Vorschulkindern, Sex mit Schafen, Pornofilme (nicht gefunden). Tilman Fürniss hält in Norwegen Vorträge über Sexring-Organisationen und informiert die Eltern in Bjugn.


    RTL: Spiegel-TV-Magazin: Die Hexenverfolgung von Coesfeld
    Zusammenfassung der Sendung vom 19.06.94 RTL durch SKIFAS

    Rainer Möllers soll an mehr als 50 Kindern über Jahre hunderte von sexuellen Handlungen begangen haben: Penis in Anus, Scheide und in die Milch einer Kokosnuß und ablecken, Zahnbürste und -pasta, Spielzeug und Stöcker in Anus, Onanieren im Keller, Stange auf erigiertem Penis balancieren, Exkremente mit Schokolade essen. Von Zartbitter völlig ahnungslos zur Rede gestellt, reagiert Möllers mit Unverständnis, Fassungslosigkeit und weint. Brigitte Turczer, Zartbitter Coesfeld: "Dem Kind ist es rausgerutscht. Das war der Anfang der Lawine. Es war nicht viel bekannt, aber das war glaubwürdig. Wir führten mit Möllers ein Konfrontationsgespräch. Er inszenierte ein Gefühlsbad. Ich lief Gefahr zu schwanken, doch meine Professionalität bewahrte mich davor, denn das Kind hatte es mir gesagt. Es lügt nicht." Aynsa Schlitzer, Zartbitter Coesfeld: "Voraussichtlich müssen dem Täter noch mehr Kinder zur Verfügung gestanden haben. Im Verlauf unserer Informationsarbeit wurden Eltern mit dem Gedanken des sexuellen Mißbrauchs vertrauter." Die Aussage des Kindes, die alles ins Rollen brachte, von Ermittlern auf eindringliches Nachfragen und mit Hilfe von Bonbons herausgeholt: Rainer habe ihm durch die angezogene Hose hindurch im Popo Fieber gemessen.

    Prof. Tilman Fürniss unterrichtet in Aufdeckung. Mißbrauchte Kinder unterlägen der Geheimhaltung. Um sie zu brechen, müsse ein hypothetisches "Als-ob" eingeführt werden, "was könnte gewesen sein", ein Nein könne als Antwort nicht akzeptiert werden, das Kind müsse an aussagekräftigen sexuellen Wortschatz herangeführt werden. Fürniss betreibt in "Gesamtgruppensitzungen" gemeinsame Aufdeckung mit Eltern und Kindern und verlangt den Kindern Traumaarbeit ab. Sie müssen sich, auch gegen ihren Willen, detailliert mit ihrem vermeintlichen Mißbrauch auseinandersetzen, ihn verbalisieren, als Fakt etablieren und konstruieren. Aufdeckung sei Detektiv- und Polizeiarbeit ohne Beachtung der Regeln von Psychodiagnostik und Therapie Polizei versendet Fragebögen, Eltern spielen Detektiv und befragen ihre Kinder gemäß Fürniss in der Möglichkeitsform. Ein Kind berichtet von einem Penis bis nach Afrika, auf dem Autos fahren können. Klassische Polizeiarbeit unterbleibt. keine Spurensicherung, keine medizinischen Untersuchungen der Kinder. Nach Fürniss`scher Einflußnahme wächst die "Aussagebereitschaft" angeblich mißbrauchter Kinder: Pornofilme, weitere Täter, kartonweise Aussagen und Zeichnungen. Es kommt zum Glauben an Sexringe und organisierte Verbrechergruppen.

    Lt. Nebenklagevertreterin Schupp-Thielke sei nur die Spitze des Eisbergs sichtbar. Anklägerin Bethusy-Huc geht von rituellem Mißbrauch aus. Das Urteil im Hauptverfahren ist noch nicht gesprochen, da vorverurteilt das OLG Hamm den Beschuldigten im Verfahren um die U-Haft bereits als skrupellosen Straftäter. Lt. Prof. Max Steller, FU Berlin, werden mit Fürniss`schen Methoden Pforten zum Reich der Phantasie geöffnet und die Realitätsebene verlassen. Lt. Steller sei der Begriff der Aufdeckung aus der professionellen Arbeit herauszunehmen, die Erwägung sexuellen Mißbrauchs sei in die Erwägung von Alternativen einzubetten. Der Begriff der Aufdeckung lasse dies nicht zu. Nordhorn: Fürniss-Schülerinnen treten zusammen mit "Haut-nah" ohne Beweise Verdächtigungslawine gegen Lehrer los, angeblich 187 Fälle, Rechtsanwalt Poethke schafft vollständige Rehabilitation.


    Spiegel: Jeder Mann ein Kinderschänder? "Jetzt ist niemand sicher".

    G. Friedrichsen, G. Mauz, Spiegeltitel 25/94 v. 20.06.94 mit Leserbrief
    Zusammenfassung durch SKIFAS

    Montessori-Massenbeschuldigungs-Prozess, Münster. Kindergartenerzieher Rainer Möllers soll im Verlauf von acht Jahren 55 mal Kinder mißbraucht haben. Mit einer harmlosen, von Zartbitter verdächtigend interpretierten Kindererzählung fing alles an, als Zartbitter finanzielle Mittel benötigte. Großflächige Verbreitung der Verdächtigung unter der Annahme, daß viele Kinder betroffen sein müssen. Breit angelegte Aufdeckungskampagne durch Zartbitter mit Informationsabenden für potentiell betroffene Eltern. Verunsicherung von immer mehr Eltern. Bildung von Elternselbsthilfegruppen. Möllers Arbeitgeber wird informiert und Möllers kurzerhand entlassen.


    Hör Zu: Kindesmißbrauch: Die Jagd auf die Väter
    Hör Zu vom 06.04.96 - Zusammenfassung durch SKIFAS

    Fall des Jonas Bertram. Angeblich auffällige Veränderungen im kindlichen Verhalten nach Besuchen beim Vater für Zartbitter Indiz für Mißbrauch. Nachdem sich der Vorwurf nicht mehr halten läßt, wird dem Vater ein auf Wunsch der Tochter zustandegekommenes Aufklärungsgespräch als schwerwiegender Erziehungsfehler angelastet. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Verdachts auf Verletzung der Fürsorgepflicht.

    Laut Eva-Maria Nicolai, Wildwasser Berlin, werde jedes dritte bis fünfte Mädchen und jeder neunte bis zwölfte Junge mißbraucht. Kritik an der Helferszene, sie schaffe sich mit ihren Dunkelfeldschätzungen ihren eigenen Bedarf, sei zynisch und verächtlich. Sie kenne keine Frau, die mit dem Vorwurf leichtfertig umgehe. Sexualisiertes Verhalten und Distanzlosigkeit kleiner Kinder mache sie mißtrauisch, Zeichnungen können Hinweise sein. Die Macht liege bei den Männern, es sei absurd zu glauben, Väter müßten vor übereifrigen Helfern geschützt werden.


    Focus: Kinder in der Psycho-Falle