Forum interdisziplinärer
Zusammenarbeit in München
An
xx. Juni 1998
A S D / Jugendamt
Freie Träger / Kirchen
MG-Organisationen des DPWV
Anregung zum Austausch über einen Umgang mit Verdachtsfällen
von sexuellem Mißbrauch
und Fragebogenaktion
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
der AK Kinderschutz befaßt sich zur Zeit mit der Verunsicherung
von MitarbeiterInnen im Arbeitsfeld sexuellen
Mißbrauchs.
Zum einen gründen sich immer mehr Gruppen und Vereine, die durch
anonym abgesandte Rundschreiben an Beratungseinrichtungen und bundesweiten
Aktionen u. a. gezielte Verunsicherung und Einschüchterungen vornehmen.
Zum anderen, haben die Artikel in der Zeitschrift "Der
Spiegel" im Herbst '97 zum Thema sexueller Mißbrauch
dazu beigetragen, daß MitarbeiterInnen verdächtigt, belastet,
in Fachkreisen verunglimpft werden; daß einseitige Darstellungen
in der Presse erscheinen, die einem Rufmord gleichkommen.
Dies kann destruktive Auswirkungen auf die jeweiligen Fachleute haben und als Folge davon können MitarbeiterInnen In Beratungseinrichtungen aus unbewußten Schutzmotiven sexuelle Mißbrauchsfälle ausblenden. Dies umsomehr, wenn klare Absprachen und Regelungen innerhalb der Einrichtungen fehlen, die dem Schutz von MitarbeiterInnen dienen sollten.
Insgesamt scheint eine Situation des ''roll back" eingetreten zu sein, die nicht hinnehmbar ist und der wir mit diesem Brief entgegenwirken wollen. Um die bestehende Verunsicherung möglichst auszuräumen, erhoffen wir, mit diesem Brief einen Anstoß zur fruchtbaren Auseinandersetzung zu geben.
Der AK Kinderschutz ist sehr interessiert, mit Ihnen diese neue und
schwierige Sachlage auszutauschen, zu diskutieren, entsprechende Lösungen
zu erarbeiten und Umgangsregeln zu entwickeln, die den MitarbeiterInnen
wieder größere Sicherheit vermitteln. Dazu haben wir uns den
nachfolgenden Fragenkatalog überlegt, dessen Fragen wir kategorisiert
haben nach den Ansprechpartnern: Träger, Leitung und MitarbeiterInnen.
Zusätzlich wird zu diesem Thema im Rahmen des AK Sexueller Mißbrauch
im Jugendamt ein Treffen zum Gesprächsaustausch angeboten. Ein Termin
hierzu wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Wir würden uns freuen, wenn Sie mit uns in einen Dialog treten, damit wir von der Vereinzelung weg und hin zu einer Vernetzung kommen.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Hoffmann
Ursula Sustr - Conen
Dipl. Soz. Päd. (FH)
Dipl. Soz. Päd. (FH)
Mitarbeiterin im
Mitarbeiterin im ASD
Stadtjugendamt
Anlage:
- Rechtliche Informationen
- Schreiben der MA-Vertretung des Evangelischen Beratungszentrums