SEM und K.i.N.D bilden seit vielen Jahren eine bundesweite Anlaufstelle für Familien, denen auf behördliche Anordnung Kinder entzogen wurden, weil durch Vereine wie Zartbitter, Wildwasser u.a. unberechtigte Vorwürfe wegen angeblicher Kindesmißhandlung und angeblichem Kindesmißbrauch erhoben werden.
In vielen von uns dokumentierten Fällen kommt es erst nach Jahren zu Freisprüchen der Angeklagten und nur schleppend zur Rückführung der Kinder, die bleibende Schäden aufgrund der erzwungenen Fremdunterbringung erlitten haben.
Die aufsehenerregenden Prozesse gegen Erzieher in Münster, Osnabrück, Düsseldorf, Bamberg und nun Mainz haben gezeigt, daß den o.g. Vereinen nicht entschuldbare Fehler bei der Sammlung mißbrauchsbezogener Indizien und bei der Gewinnung und Auswertung entsprechender Aussagen unterlaufen.
Es muß nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Verfolgung in Fällen von Mißhandlungs- und Mißbrauchsverdacht in die Hände der entsprechenden staatlichen Organe gehört, nicht aber in selbstgeschaffene Verantwortung privater Vereine, die sich als Hilfsorgane der Staatsanwaltschaft aufspielen.
Wir fordern deshalb die unmittelbare Beendigung der ungesetzlichen Übernahme staatlicher Hoheitsaufgaben durch derartige Vereine!
Stadtlohn/Wuppertal Jan. 1997
Bundesgeschäftsstelle der SEM (Menschen in Not), Peter Stoßhoff, Bundesvorsitzender
Monika Famulla, Vorsitzende der unabhängigen Kommission & Gutachterstelle K.i.N.D. (Kinder in Not - Deutschland)
Anschrift: 48695 Stadtlohn, Postfach 1448, Büroanschrift: 48703
Stadtlohn, Mühlenstraße 78,
Tel. 02563 / 9383-22 ( Notruf: 0180 5 / 33 12 12) Fax: 02563 / 9383-66
Homepage: http://www.dsk.de/rds/04634.htm
„Nicht jeder, der Opfer des Mißbrauchs geworden ist, eignet sich als Experte in Mißbrauchsangelegenheiten! Deshalb sollen Betroffene in der Aufarbeitung zusammenstehen, aber nicht durch fehlende Qualifikation Fälle manipulieren - diese Art führte bislang zum Täterschutz und nicht zur Opferhilfe!“
Zur Betrachtung:
I. 1995/6 wurden 140.000 Kinder fremduntergebracht (in Heimen, bei Pflegeeltern ...). Nach Angaben der Experten sind 48% unberechtigt entzogen. Dies stellt ebenfalls eine Mißhandlung von Kindern und deren Mißbrauch zur Profilierung der selbsternannten Experten dar. Das Wohl der Kinder tritt in den Hintergrund.
II. Verantwortliche Stellen in Kommunen, Land und Bund sind durch ausführliche Berichte zur Arbeit „unberechtigte Kindeswegnahme“ informiert, doch man weigert sich, das neue TABU-Thema aufzugreifen.