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DER SPIEGEL 45/1997, Seiten 95/96 (Englische Übersetzung)
KINDESMISSBRAUCH
Wie ein Hexenprozeß
Wie ein Familientherapeut in
München Familienväter in Verruf brachte.
(Bild: Beschuldigter Adler, Tochter)
Der Adressat des Briefes, den Karl-Heinz Huber * von seiner Tochter erhielt, war nicht mehr "Papa", sondern nur noch der "Herr Vater." Sie möchte "keinen Kontakt" mehr, schrieb die Zwölfjährige im vergangenen November aus dem Heim, darum brauche es sich auch nicht den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Er könne ja "280 DM für Schulbücher und 90 DM für neue Schuhe" schicken.
Häufig denk Huber, 54, an die Zeit zurück, als die Familie noch intakt war - als er gemeinsam mit seiner Tochter den Urlaub auf der Nordseeinsel Borkum verbrachte, oder als sie zu dritt - Vater, Mutter, Kind - zum Ausflug nach Freiburg fuhren. Davon hat er noch ein Foto. Es zeigt Sabine * im rosa Kleid, sieben Jahre alt, wie sie, die Arme verschränkt, den Kopf hoch erhoben, herausfordernd in die Kamera blickt.
Doch das ist vorbei. Frau Huber wirft ihrem Mann vor, die gemeinsame Tochter sexuell mißbraucht zu haben. Huber hingegen fühlt sich als Opfer einer Kampagne gegen Männergewalt, diffamiert als "Kinderschänder". Seine Frau und "eine Clique übereifriger Enthüller" hätten das Kind mit den Mißbrauchsvorwürfen so lange "verrückt gemacht, bis sie selbst daran glaubte". Nie habe er Sabine etwas angetan.
Die vom Gericht beauftragte Sachverständige glaubt dem Mann. Es gebe, heißt es in ihrem Gutachten, "keine Hinweise auf das Vorliegen eines sexuellen Mißbrauchs des Vaters an der Tochter". Allerdings habe "die von der Mutter offen zum Ausdruck gebrachte Ablehnung des Vaters" Sabine "innerpsychisch in starke Konflikte" gebracht. Die könnten dazu geführt haben, daß "sie sich der Haltung der Mutter möglichst genau anschließt.".
Hubers Probleme begannen, als er und er seine Frau denn Familientherapeuten Peter J., 43, im Evangelischen Beratungszentrum in München aufsuchten, um mit ihm über ihre zerrüttete Ehe zu sprechen. Der Ehemann erwartete von den Kirchenleuten Beistand. Stattdessen wurde alles noch viel schlimmer.
Zweimal besuchte das Ehepaar Huber den Therapeuten, dann wurde der Ehemann allein geladen. Der Doktor (J.) begann das Einzelgespräch umständlich. Er habe da einmal einen Patienten gehabt, der Mißbrauch begangen und ihn immer verheimlicht habe. Doch dann habe es alles gestanden und sei sehr erleichtert gewesen.
Huber fiel aus allen Wolken und fühlte sich an Verhöre erinnert, die Manfred Krug als "Tatort"-Kommissar zu führen pflege: "Es war wie bei der Inquisition."
Karl-Heinz Huber ist nicht der einzige, der ins Fadenkreuz des eifrigen Münchner Familientherapeuten geriet und dem die Mitarbeiter des kirchlichen Beratungszentrums sexuellen Mißbrauch am eigenen Kind vorgeworfen haben.
Was die Seelsorger offenbar nicht stutzig machte: Häufig wurden die Vorwürfe des sexuellen Mißbrauchs von Müttern erhoben, wenn die Eltern sich um das Sorgerecht stritten. Nur selten konnten die angeblich mißbrauchten Mädchen konkrete Angaben zu den Vorfällen machen.
Dennoch hatte der forsche Doktor keine Skrupel, "psychologische Stellungnahmen" abzuliefern. Im Fall der fünfjährigen Tochter des Verhaltensforscher Christian Adler, 51, aus Gilching bei München verfertigte er seine Expertise, ohne das Kind oder den Vater jemals gesehen zu haben.
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Der Mißbrauchsvorwurf kam auf, als der Richter
dem Mann das Sorgerecht übertragen wollte
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Adlers philippinische Ehefrau hatte den Verdacht des sexuellen Mißbrauchs gegen ihren Mann in dem Moment geäußert, als der Richter auf Empfehlung eines Sachverständigen das alleinige Sorgerecht für die Tochter auf den Vater übertragen wollte. Im Gerichtssaal äußerte sie urplötzlich die Vermutung, ihr Mann habe sich an dem Kind vergangen. Ein unabhängiger Gutachter ist zu dem Schluß gekommen, daß das Kind "nicht, auch nicht vom Vater, mißbraucht wurde".
Ein Fall für Peter J. Er ließ sich von der Mutter berichten, was die Tochter angeblich erzählt habe, und begutachtete zwei Zeichnungen, die das Mädchen angefertigt haben sollte. Daraus schloß J., das Mädchen sei "mit Wahrscheinlichkeit sexuell mißbraucht worden". Auf den Blättern entdeckte er "eindeutig jeweils einen Phallus in unterschiedlicher Perspektive".

Phallus-Zeichnung: Ein Mädchen mit langen Haaren, schlankem Hals, Schleier
Er war der einzige, der einen Penis sah. Das Kind erklärte selbst später sein Bild. Es sollte ein Mädchen zeigen, einen Kopf mit langen Haaren, den Rücken, einen schlanken Hals und einen Schleier. J. riet "zur vorläufigen Aussetzung der Kontakte mit dem Vater."
Adler hat sich jahrzehntelang mit den Lebensgewohnheiten der Menschen in der Arktis, in Südostasien und in Schwarzafrika befaßt. Doch seit Jahren ist er nur noch mit seinem eigenen Fall beschäftigt. Diverse Aktenordner mit Gutachten und Stellungnahmen füllen seine Regale, auf dem Schreibtisch türmen sich Bücher über Inzest und Rechtsliteratur. Adler kämpft um seine Tochter.
Insgesamt sechs verschiedene Gutachten wurden mittlerweile angefertigt. Sie alle entlasten den Mann. Zuletzt hatte er sich sogar bei Professor Udo Undeutsch in Köln einem Lügendetektortest unterzogen. Auch Undeutsch erkannte, "daß der gegen Herrn Dr. Adler vorgebrachte Verdacht des Mißbrauchs seiner Tochter unbegründet ist."
"Doch irgend etwas bleibt immer hängen", weiß Christian Adler. Seit einiger zeit ist der Ethnologe arbeitslos. "Den letzten Job habe ich nicht bekommen, weil da der Verdacht des Mißbrauchs noch nicht ausgeräumt war."
Auch die Richter schenkten den Behauptungen der Mutter und des Therapeuten J. keinen Glauben. Dennoch erhielt sie das Sorgerecht. Begründung des Gerichts: Das entspreche am ehesten dem Kindeswohl. Adler darf seine Tochter lediglich alle zwei Wochen sehen, - obwohl die immer wieder den Wunsch geäußert hatte, sie wolle beim Vater bleiben.
Gegen die Richter hat Adler inzwischen Strafanzeige erstattet. Genauso wie gegen Peter J.. Doch das Verfahren gegen den Therapeuten wurde im Mai eingestellt. Schließlich habe nicht J. selbst den Vorwurf des Mißbrauchs erhoben, er habe lediglich den Bericht der Mutter interpretiert.
Eine Prozedur haben J. und seine Mitarbeiter Adler immerhin erspart: die "HelferInnenkonferenz". Peter Gerlach, 58, wurde der Tortur ausgesetzt: "Das Treffen", sagt er, "erinnerte mich an einen Hexenprozeß."
Was der Doktor, laut Auskunft des Kreisdekans Martin Bogdahn "klinischer Psychologe, Gesprächs-Psychotherapeut und Familientherapeut", darunter versteht, erfuhr Gerlach erst vor Ort.
Er sei in einen kahlen Raum geführt worden und habe sich auf einen Stuhl setzen müssen. Vor ihm J. und seine Mitarbeiterin Pia B. als "Ankläger", neben ihm eine Frau vom Jugendamt. Dann hätten die "Aufdecker" Gerlachs 15jährige Tochter in das Zimmer geführt, sie so zwischen Vater und Tür gestellt, daß kein Blickkontakt zwischen den beiden bestanden habe, und ihre Vorwürfe verlesen.
Er habe das Kind zum erstenmal sexuell belästigt, als es fünf Jahre alt war und damit aufgehört, als es elf Jahre alt wurde. Zuletzt habe er zu dem Mädchen gesagt: "Du bist schon eine richtige Frau geworden." Man gebe Gerlach jetzt die Chance, sich therapieren zu lassen. Das könne ihm helfen, "alles einzugestehen".
Auch Gerlach hatte geglaubt, von den vermeintlichen Familientherapeuten Hilfe für seine familiären Probleme zu bekommen. Seine amerikanische Frau hatte die Scheidung eingereicht.
Das Familiengericht ordnete eine sorgfältige Prüfung der Vorwürfe an. Doch auch im Fall Gerlach konnte die mit dem Gutachten beauftragte Diplompsychologin keine ernstzunehmenden Hinweise auf einen Mißbrauch feststellen. Die Aussagen des Mädchens "zu den fraglichen Geschehnissen" seien "außerordentlich detailarm": Es sei der Tochter nicht gelungen, "wenigstens einige der Vorfälle zuverlässig voneinander getrennt zu erinnern bzw. zu berichten."
Was das Mädchen erzählte, so die Gutachterin, erinnere stark an Situationen, die in dem Jugendbuch "Gute Nacht, Zuckerpüppchen" beschrieben werden.
Wie Gerlachs Tochter scheint auch Sabine Huber mittlerweile wirklich zu glauben, sie sei als Kind sexuell mißbraucht worden. Der Vater habe sie einmal "irgendwie am Oberschenkel angefaßt" und "komisch umarmt", erzählte sie der Psychologin. Was für eine Umarmung das denn gewesen sei, wurde sie gefragt. "Ja, so wie die Väter halt ihre Kinder immer umarmen."
Sabine lebt mittlerweile im Heim. Sie hat sich abgekapselt und will weder Vater noch Mutter sehen.
Peter J. ist nicht mehr zu sprechen. Nach elf Jahren hat er im Evangelischen Beratungszentrum gekündigt und sich nach England abgesetzt. In München, ließ er seinen Arbeitgeber wissen, würden sich ständig Väter über seine Arbeit beschweren. Das letzte Jahr habe er als "sehr gewalttätig empfunden". So könne er nicht mehr in Ruhe arbeiten.
* Namen von der Redaktion geändert
Reaktion des Ev. Beratungszentrums München auf diesen Bericht
Leserbrief an den SPIEGEL: (per eMail 74431.736@compuserve.com oder Fax 040-3007-2966)
Väter sind Täter
Mosaikstein fügt sich zu Mosaikstein: Prozeß in Nordhorn, in Flachslanden, Montessori-Prozeß in Coesfeld/Münster (sehr gut Tamare Duve in Spiegel special 8/1996, S. 52 ff.), zuletzt die Wormser Prozesse. Und jetzt Dr. J. in München. Und das ist eben nur die Spitze des Eisberges. Vergleichbares kennt man in den USA und ist dem entgegengetreten - nicht so in Deutschland:
Der Mißbrauchsvorwurf im Scheidungsverfahren (Prof. Willutzki vom Dt. Familiengerichtstag sprach von 40 % in streitigen Sorge-/Umgangsverfahren, zitiert nach Rheinische Post vom 26.3.1994) reicht allemal, um das Sorgerecht zu bekommen - wie auch im Fall Adler. Umgangsboykott wird von den Gerichten in der Regel mit Achselzucken quittiert. Im Zweifel landen die Kinder eben im Heim und bleiben auch dort, selbst wenn die Eltern vom Mißbrauchsvorwurf freigesprochen werden (wie in 26 von 28 Fällen bei den Wormser Prozessen).
Dieser Wahnsinn hat Methode: "Zartbitter", "Wildwasser", "Dunkelziffer", "EMMA" und wie sie nicht alle heißen, behaupten: "Jedes 3. (manchmal auch jedes 4.) - Kind wird sexuell mißbraucht! Und meistens sind es die Väter ..." - und erhalten Förderung durch Ministerpräsidenten (wie Teufel), Frauenministerinnen (wie Nolte, siehe SPIEGEL 38/1997 oder Liedermacher Reinhard May sowie publizistische Aufwertung durch Organe wie Familie&Co ("Väter sind Täter", Überschrift in der Oktober-Ausgabe 1997). Mit den vorliegenden Untersuchungen und Zahlen hat das zwar nichts zu tun - aber wen kratzt das schon ... ?
Also gut: "Väter sind Täter", es trifft jedes 3. Kind ... und die Erde ist eine Scheibe. Ein weiteres Beispiel für "Deutschland brutal" - zumindest für die Kinder und ihre Eltern.
paPPa.com e.V., Berlin
"Sie werden sicher von vielen Seiten Zuspruch bekommen. Diesen Teil spare ich mir also. Aber zuerst zu meiner Person. Ich heiße X, bin Dipl.-Ing.agr. und 33 Jahre alt. Meine Kinder sind 4 und 3 Jahre alt. Die Umstände sind bei mir ca. die selben wie bei Ihnen. Auch ich habe den Weg nach vorne gewählt, und mich bei entspechenden Stellen beschwert und Anzeige gegen meine Richter und Staatsanwälte erstattet. Mit dem gleichen Erfolg wie bei Ihnen.
Hier wird anscheinend mit System "alles" abgeblockt, was an dem Status Quo der Unschuld und der Straflosigkeit des Systems rütteln könnte. Zur Zeit versucht man mich zu entmündigen und unter eine Betreuung zu stellen, weil ich es "gewagt" habe die zitierten Beamten auf Schadensersatz zu verklagen. Der Ausgang steht noch offen. Ich bin noch einen Schritt weiter, und habe ebenfalls unsere Justizministerin Alm-Merk einbezogen, die, ständig von mir auf dem laufenden gehalten, ebenfalls ihre Dienstaufsicht verletzt, usw. usw."
(aus Hannover)
"Am allerschlimmsten scheint mir zu sein, daß in diesem Fall das Vorgehen der Justiz in niemandes Interesses stattfindet, sondern seine Berechtigung ausschließlich in den blutleeren und gesichtslosen Tiefen des Systems selbst ableitet. Brutaler kann eine Justiz überhaupt nicht vorgehen."
(aus Hessen)
"Leider musste ich beim Lesen dieses Reports feststellen, daß sich der Fall Adler meinem eigenen Schicksal und dem Schicksal von vielen mir bekannten Vätern sehr ähnelt. Mittlerweile ist es bei 40 % der Fälle, wenn es um eine Sorge- oder auch Umgangsrechtsentscheidung geht, zum Standard für viele Mütter geworden, auf diese schäbigste Art und Weise einen unbequemen Vater loszuwerden.
Die Gerichte sind mit diesen Fällen meist überfordert und übertragen die Entscheidungsfindung sogenannten AufdeckerInnen, die im extrem-feministischen und männerfeindlichem Lager zu finden sind. Diesen Personen ist es meist vollkommen egal, ob der betreffende schuldig ist oder nicht, sie gehen meist nur ihren ideologischen Zielen nach. Diesen Personen entgeht in Ihrem Wahn, daß sie die Kinder psychisch zerstören, da diese eine ganz normale Beziehung zu beiden Elternteilen haben wollen und haben müssen. Von der psychischen Zerstörung der Väter will ich hier gar nicht reden.
Wenn man bedenkt, daß bei etwas über 95 % der Fälle, in denen dieser Mißbrauchsvorwurf in Zusammenhang mit Sorgerechtsübertragung oder Scheidung steht, nachgewiesen wird, daß das Kind nicht glaubhaft ist, ist hier dringendst Handlungsbedarf gegeben: Bei den Fällen, in denen dieser Mißbrauchsvorwurf geäußert wird, muß der Fall an speziell für diese Fälle ausgebildete Richter und die Gutachten u n v e r z ü g l i c h an speziell für diese Fälle ausgebildete Gerichtspsychologen übertragen werden, um weitere Schäden an den Kindern zu verhindern."
(aus Oberbayern)
Leserbrief an den SPIEGEL, veröffentlicht in der Ausgabe 47/1997 vom 17.11.1997, S. 14
Nur noch Opfer
Die moderne Hexenjagd bei sexuellem Mißbrauch fordert schließlich nur noch Opfer - auf seiten der Kinder, der Eltern und auf eine ganz eigene Art auch bei Therapeuten. Ich habe Dr. Peter J. vor über zwölf Jahren in der gemeinsamen Familientherapieausbildung als kompetenten wie kreativen Psychotherapeuten schätzengelernt. Wir waren befreundet, er wurde unser Trauzeuge und hat meiner Frau und mir beim frühen Tod unserer beiden ersten Kinder zur Seite gestanden. In der Frage der angemessenen Vorgehensweise bei sexuellem Mißbrauch an Kindern gab es früh große Differenzen, die auch in der Fachöffentlichkeit ganz deutlich wurden. Meine Arbeit im Kinderschutzzentrum München - wie auch die meiner Kollegen dort und in anderen Zentren - orientiert sich an Fällen von Gewalt an Kindern (auch bei sexuellem Mißbrauch) vorrangig am Schutz des Kindes unter möglichst weitgehender konstruktiver Einbeziehung auch der verdächtigen Elternseite. Bei dieser schwierigen Aufgabe können auch Therapeuten Fehler machen, sich verrennen und scheitern. Dieses Risiko für alle Beteiligten am Klärungs- und Hilfeprozeß läßt sich durch ständige Reflexion der eigenen Anteile am Geschehenen nur verringern und nicht ganz ausschalten. Auch wenn es bei aller verständlichen Empörung schwerfällt: Wir sollten uns davor hüten, "die Mitarbeiter" einer Einrichtung pauschal abzuqualifizieren - Hexenjagden haben viele Gesichter.
München - Dr. Klaus Neumann
Zum Artikel "Hexenprozesse", Spiegel 45/97
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihren Artikel über den Mißbrauch des Mißbrauchsvorwurfs. Es ist zunehmend notwendig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß hier genauer hingeschaut werden muß - auch, wenn es sich scheinbar um ein Schmuddelthema handelt.
Den Vergleich von Mißbrauchs- mit den Hexenprozessen des Mittelalters finde ich interessant. Folgende Gemeinsamkeiten dieser beiden Prozeßarten würde ich nennen:
Hier muß sich etwas ändern. Die gesellschaftliche Ächtung eines in diesem Zusammenhang unschuldig Beklagten ist um Größenordnungen schwerwiegender als die einer Frau, die einen Mann eines solchen Vergehens nur aus Habgier (sie will das Sorgerecht haben) bezichtigt hat. Darin sehe ich Unrecht.
Ich, als alleinerziehender Vater von zwei Mädchen und einem Jungen, stehe da schon längst mit einem Fuß im Gerichtssaal. Solange die zartbitteren Wildwasserakrobatinnen in Vätern grundsätzlich potentielle Vergewaltiger sehen (und nur ein paar Quotenmänner als Vorzeige-Ausnahmen zulassen), werden sich vorsichtige Väter mit Fug und Recht aus der Erziehungsverantwortung davonstehlen. Es ist nicht jedermanns Sache, mit einer potentiellen Vergewaltigungsklage zu leben.
Mit freundlichen Grüßen!
Weitere Informationen zu diesen Fällen bei paPPa.com:
Umgangsvereitelung, "Aufdeckung" u. Neue Familien (ohne Väter) am Bsp. eines lokalen Netzwerks
Kindesmißbrauch und Gewalt in der familiengerichtlichen Praxis - Der Fall Adler