Rheinische Post vom 26.3.1994:
"Immer mehr Prozesse um den
sexuellen Mißbrauch von Kindern
SAARBRÜCKEN (ap). Die Zahl der Prozesse wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern hat sich nach Angaben des Familiengerichtstags in den letzten drei Jahren verdoppelt. Besonders in Prozessen um das Sorgerecht würfen sich frühere Ehepartner immer öfter gegenseitig vor, "sich an den gemeinsamen Kindern vergangen zu haben", sagte der Vorsitzende des Gerichtstages, Siegfried Willutzki, gestern im Saarländischen Rundfunk.
"In Sorge- und Umgangsrechtsverfahren hat inzwischen das Ausmaß der Fälle, in denen der Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs erhoben wird, etwa 40 % erreicht. Das ist eine alarmierend hohe und erschreckende Zahl." Die Gefahr von Fehldeutungen und falschen Vorwürfen sei sehr groß, sagte Willutzki. Noch sei nicht klar abgegrenzt, wo sexueller Mißbrauch anfange - vielfach kämen alte Prüderien wieder hoch."
Ergänzung und Kommentar paPPa.com:
Von 1994 auf 1995 nahmen die Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Mißbrauchsvorwurfs um 20 % zu (von 15.000 auf 18.000 Ermittlungsverfahren). In der Konsequenz hat also ein Vater, der gerichtlich um Sorge oder Umgang streitet, eine 1:1-Chance, sich den Vorwurf einzuhandeln.
Eine weitere Kommentierung ersparen wir uns.