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(Archiv)- September 2006 |
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| 26.9.06 | Deutscher Frauenrat warnt vor dem Cochemer Modell und dem geplanten vereinfachten Scheidungsverfahren |
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Am besten alles bleibt beim Alten. Das zumindest scheint sich der Deutsche Landesfrauenrat (LFR) zu wünschen und wird nicht müde, vor der geplanten Reform des Verfahrens in Familiensachen und den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu warnen, hinter dessen Vorhaben sie mehr Risiken als Chancen vermuten. Aus der Stellungnahme des LFR zum Referentenentwurf können wir entnehmen: "Eine Streitentscheidung ist gerade im intimen Bereich der Familie sicher meistens die zweitbeste Lösung gegenüber einer einvernehmlich erzielten Lösung. Wenn aber das Einvernehmen durch wortgewaltige Ermüdung und Überredung (typischerweise der schwächeren Partei) erzielt wird, kann nicht mehr von Zustimmung in freier Entscheidung gesprochen werden. In diesen Fällen ist eine richterliche Entscheidung vermutlich friedensstiftender." Der LFR nutzte die Gelegenheit gleich auch noch mal Zweifel an die Ergebnisse der Begleitforschung zur Kindschaftsrechtsreform, die von Prof. Roland Proksch durchgeführt wurde, anzumelden. Untertützung im wissenschaftlichen Gewand erhält der LVR von Dr. Kerima Kostka (Universität Frankfurt "Das deutsche Umgangsrecht benachteiligt nicht die Erzeuger, sondern schützt lediglich Mütter "). Obwohl Dr. Kostka über keine Daten aus eigenen Untersuchungen verfügt kam sie zu dem Ergebnis, „dass positive Einflüsse auf Umgang, Unterhalt und Kooperation durch das gemeinsame Sorgerecht aus der vorgenommenen Datenauswertung nicht ersichtlich sind“. Zu diesem Ergebnis kam sie offenbar nicht durch eigene Studien, sondern in dem sie bei der Datenauswertung die Daten von Proksch und anderen Studien aus den USA und England neu „interpretierte“. Neben dem Deutschen Frauenrat werden in der Regel auch der VAMV oder der Deutsche Juristinnenbund zur Stellungnahme bereits im Vorfeld des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens gebeten. |
| 26.9.06 | Kinder als Waffe |
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Regisseur Wolfsperger sucht freiwillige Väter aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen für sein Filmprojekt „Entsorgte Väter“ Es ist bekannt, dass unter Scheidungen vor allem die Kinder leiden. Kaum jemand weiß allerdings, dass zu den Opfern einer Trennung oftmals auch die Väter gehören. Filmregisseur Douglas Wolfsperger will ihnen einen ca. 90 min. Kino-Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel „Entsorgte Väter“ widmen. Im Mittelpunkt sollen Männer stehen, denen es nach einer ehelichen oder außerehelichen Trennung aufgrund der bestehenden Gesetzgebung schwer oder unmöglich gemacht wird, ihre Kinder zu sehen. Es gehe dabei, betont Wolfsperger, keineswegs um Väter, deren Kontakt zu den Kindern völlig zu Recht stark eingeschränkt worden ist. Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentar- und Spielfilmregisseur („Bellaria“, „Die Blutritter“) hat jedoch herausgefunden, dass Männer beim Streit ums Sorgerecht offenbar grundsätzlich die schlechteren Karten hätten: „Fast dreizehn Mal häufiger als umgekehrt erhalten die Mütter das alleinige Sorgerecht. Den Vätern bleibt bloß ein so genanntes Umgangsrecht, streng reglementierte, knapp bemessene Zeiten mit dem eigenen Kind. Sie werden zu Wochenendpapis mit der Verpflichtung zur Unterhaltszahlung“.Wolfsperger will Fälle dokumentieren, in denen „die ehemalige Lebensgefährtin diesen kargen Umgang boykottiert und Vater und Kind einander über Wochen, Monate oder gar Jahre hinweg vorenthält“. Nach seinen Erkenntnissen kommt das „häufiger vor, als man glauben will. Dabei geht es oft nicht so sehr um das Wohl und den Schutz des Kindes, sondern vielmehr um die Bestrafung des Ex-Partners für die in der Beziehung erfahrenen Verletzungen. Das Kind als Waffe im Geschlechterkrieg ist traurige Realität“. „Entsorgte Väter“ soll im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres in Baden Württemberg und in Nordrhein-Westfalen gedreht werden und danach in den Kinos und auf Festivals gezeigt werden, bevor er ins Fernsehen kommt. Beteiligte Fernsehsender sind der Südwestrundfunk und Arte. Was Wolfsperger jetzt fehlt, sind weitere „interessante Fälle" von Vätern aus Baden Württemberg und Nordrhein Westfalen, die bereit wären, ihr Seelenleben und ihr privates und berufliches Umfeld vor der Kamera auszubreiten“.
Zuschriften (mit Foto) bitte an: |
| 26.9.06 | Gleichstellungspolitik darf nicht nur Frauen fördern |
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Die Lebensbedingungen von Männern und Buben verschlechtern sich signifikant, schreibt der Männerforscher Walter Hollstein. Ungeachtet dessen werde Gleichstellungspolitik aber nach wie vor als reine Frauenpolitik definiert. Männer gelten immer noch als das privilegierte, «starke Geschlecht» – auch in der Selbstwahrnehmung. Eine Gleichstellungspolitik, die diesen Namen auch verdient, müsse künftig beide Geschlechter mit einbeziehen. …In der Schweiz bringen sich Männer etwa viermal häufiger um als Frauen, und für die Pubertät weisen Zahlen darauf hin, dass sich Buben bis zu zehnmal mehr selbst töten als Mädchen. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit von Buben ist um ein Vielfaches höher als die von Mädchen. Seit geraumer Zeit wissen wir, dass das angeblich starke Geschlecht in den Industrienationen etwa sieben Jahre früher stirbt als das vermeintlich schwache. Wie wäre der weiblich-feministische Aufschrei, wenn es umgekehrt wäre? – Je mehr die Gesundheitsforschung den Mann zum Gegenstand ihrer wissenschaftlichen Arbeit macht, desto deutlicher wird, wie krank Männer in Wirklichkeit sind und wie krankmachend auch die Bedingungen sind, unter denen Männlichkeit gelebt und exerziert werden muss. Trotz solchen Erkenntnissen ändert sich nichts. So stellt sich auch die Politik stur und verweigert den Männern z. B. einen Gesundheitsbericht, den es für Frauen schon lange gibt.…
26. September 2006, NZZ Online, Walter Holstein |
| 17.9.06 | Das benachteiligte Geschlecht | ||||||||||||||||
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Immer mehr Jugendliche starten direkt von der Schulbank aus eine Karriere in die Arbeitslosigkeit. Vor allem junge Männer sind von dieser Entwicklung betroffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat ermittelt, dass binnen einer Dekade die Zahl der arbeitslosen jungen Frauen um 20.000 abgenommen hat. Im selben Zeitraum schnellte die Arbeitslosenzahl bei den jungen Männern hingegen um 100.000 in die Höhe. Arbeitsmarktexperten sprechen inzwischen von einer Geschlechterlücke. Obwohl laut EU-Statistik eurostat z.B. im April 2003 die Arbeitslosenquote der männlichen Jugendlichen in Deutschland bei 12,3%, die der weiblichen Jugendlichen bei 8,6% lag, d.h. die Jugendarbeitslosenquote lag zu diesem Zeitpunkt bei der männlichen Bevölkerung um etwa 43% höher als bei der weiblichen., scheint es immer noch "zeitgemäßer" zu sein, Mädchen wesentlich stärker zu fördern. So dürfen z.B. bei Siemens in Berlin für bestimmte Ausbildungplätze die nur für Mädchen reserviert sind aber nicht besetzt werden können, nicht an Jungen vergeben werden.
Der Berliner Senator Harald Wolf (PDS) sieht es so:
Frage an den noch amtierenden Senator Wolf:
Beispiel Schulaabschluß:
Quelle siehe auch Manndat.de Pressemitteilung Ziel sollte sein: Mädchen und Jungen fördern!!! |
| 17.9.06 | Dritter Zwischenbericht zur Fallstudie „Umgangsverweigerung“ |
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Vor rund einem Jahr hatte Hans-Gerd Gerhards vom VAFK-Aachen damit begonnen, durch Onlinefragebogenaktion eine Fallstudie zur Umgangsverweigerung zu erstellen, um verläßliches Zahlenmaterial zu bekommen. Zwischenzeitlich wurde der dritte Zwischenbericht vorgelegt, von den ca. 800 ausgefüllten Fragebogen wurden bisher 191 ausgewertet. In insgesamt 45 % der Fälle wurde von den Teilnehmern angegeben, dass sie keine oder so gut wie keine Unterstützung zur Durchsetzung des Umgangs durch das Gericht erfahren haben. Als „gut“ oder „sehr gut“ wurde die Rolle nur in insgesamt 8% der Fälle beurteilt. Bei der Bewertung der Rolle des Jugendamtes bei der Unterstützung zur Durchsetzung des Umgangs stellt sich die Situation sogar noch dramatischer dar: hier gaben in insgesamt sogar 73% der Fälle an, dass sie keine oder so gut wie keine Unterstützung zur Durchsetzung des Umgangs durch das Jugendamt erfahren haben. Als „gut“ oder „sehr gut“ wurde die Rolle nur in insgesamt 7% der Fälle beurteilt. Die bisherigen Ergebnissee der Befragung lassen folgende Schlussfolgerungen zu:
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| 17.9.06 | Ohne Rechte, aber zahlen? Geschiedene Väter und ihre Kinder |
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Wenn Eltern sich trennen, beginnen auch für die Kinder schwere Zeiten. Meistens bleiben sie bei der Mutter und zum Vater setzt eine schleichende Entfremdung ein. Vereinbarte Besuchsrechte reichen nicht aus oder werden unterlaufen. Viele "Scheidungsväter" wollen sich damit nicht abfinden und das Recht der Kinder auf beide Eltern durchsetzen. Gäste:
Download der Sendung als mp3-datei: |
| 6.9.06 | Karsten Funk podcastet - radio paPPa.com |
Zur ersten Testsendung…
Kritische Anmerkungen, Anregungen, Hilfsangbote, |
| 6.9.06 | dieses Mal mitkommen - nächstes Mal mitlaufen - Papis laufen für ihre Kinder |
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Etwa 750.000 Kinder in Deutschland sollen ihre Papis nicht regelmäßig sehen, weil die Justiz und der Staat versagen, Kinderrechte umzusetzen - und jedes Jahr werden es mehr. Deshalb laufen 8 Papis am 24. 09. 2006 den 42 km Berlin-Marathon in der Hauptstadt.
Weitere Infos unter: |
| 6.9.06 | Co-Elternschaft erhält in Belgien künftig Vorzug |
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Bei der Sorgerechtsregelung nach einer Ehescheidung muss der Richter künftig den Vorzug der Co-Elternschaft geben, vorausgesetzt die Eltern sind sich darüber einig. Bei Co-Elternschaft darf ein Kind geschiedener Eltern genauso lang beim Vater wie bei der Mutter verbleiben. Das neue Gesetz ist nun im Staatsblatt veröffentlicht worden. Falls die Eltern zu keiner gemeinsamen Übereinkunft kommen, soll der Richter zunächst prüfen, ob eine Co-Elternschaft in Frage kommt. Flanderninfo.be, 5.9.06siehe auch www.trennungskinder.de Mama und Papa teilen sich das Sorgerecht halbe-halbe |
| 6.9.06 | Eklat bei erster Jungskonferenz - weibliches Lehrpersonal überfordert? |
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Unter Leitung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Frau Erdsiek-Rave, fand am 31.8. die erste Jungenkonferenz statt um endlich die Probleme der Bildungsdiskriminierung von Jungen zu diskutieren. Auf dieser Konferenz kam es allerdings schnell zum Eklat, als eine feministische Fraktion es ablehnte, jungenspezifische Interessen und Belange in der Schule zu berücksichtigen. Studien belegen den Zusammenhang zwischen schlechter Lesekompetenz von Jungen und der mangelnden Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Leseinteressen. Die Bildungskrise der Jungen ist den Fachleuten seit den 90er Jahren bekannt. …"Diese Sprache können die Jungen aus dem Effeff", rügte eine Lehrerin die vermeintlichen Sexismen, "das müssen die nicht auch noch in Büchern lesen." Auch auf dem Podium hatte der offenherzige Lektor nicht nur Freunde. "Bei mir gehen alle Alarmanlagen los, wenn ich schon den Titel Ihrer Jungsreihe höre", sagte Barbara Koch-Priewe von der Uni Dortmund. Die Pädagogin stieß sich an der Sparte "Für Mädchen verboten". Diese Jugendbelletristik des Thienemann-Verlags greift in deren Sprache auf, was pubertierende Jungen umtreibt. "Verdammt, sie liebt mich" heißt ein Titel, ein anderer "Weiberalarm Stufe rot". Mit solchen Dingern kann man feministisch überkorrekten Lehrerinnen nicht kommen.…
taz vom 1.9.2006, S. 7, 123 Z. (TAZ-Bericht), CHRISTIAN FÜLLER |
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