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Kommentar von Beate Kricheldorf zum Thema:
"Häusliche Gewalt"


Diffamierung von Männern eskaliert weiter

Wie ein Schrei geht es zur Zeit durch die Medien:
"Härtere Strafen für gewalttätige Männer!"
"Hausverbot für schlagende Ehemänner!"
"Beteiligungspflicht für Männer an Hausarbeit!"

Das scheinbar letzte Tabu, die Gewalt oder Ignoranz in den eigenen vier Wänden, muss schleunigst aufgedeckt werden! Und wie Geier stürzen sich die Medien auf diesen Fraß. Man könnte meinen, dass eine Handvoll Radikalfeministinnen das Heer der Journalisten fest im Griff hätte, um diese wieder mal verkünden zu lassen, wie unschuldig, unterdrückt, misshandelt und schutzbedürftig Frauen sind - und wie gewalttätig Männer.

Der Frauenbewegung ist die Luft ausgegangen; es ist buchstäblich kein Stoff mehr da. Wenn offensichtlich nichts mehr anzuprangern ist, muss jetzt als letzte Rettung Verstecktes angeprangert werden: das, was sich vielleicht im Verborgenen (hinter Küchen- und Schlafzimmertüren) abspielt.

Womit keinesfalls Gewalt verharmlost werden soll. Es gibt viele Formen von Gewalt, viele Ursachen für Gewalt und sie kann von allen Personengruppen ausgehen. Über Häufigkeit, Form und Schwere gibt es allerdings kaum gesicherte Zahlen; Schätzungen beruhen meist auf Dunkelziffer-Annahmen. Jedenfalls ist jeder Gewaltakt zu verabscheuen. Ob nun 5 oder 500 misshandelte Menschen: auch 5 sind zuviel.

Die Frage ist, welche Interessen dahinterstecken, wenn bevorzugt eine ganz bestimmte Form von Gewalt (die physische) und eine ganz bestimmte Personengruppe (Männer als Täter) hochgepuscht und skandalisiert werden. Ebenso wäre denkbar, eine öffentliche Kampagne z.B. gegen gewalttätige Altenpflegerinnen zu inszenieren. Das alles gibt es ...

Ähnlich wie schon beim sexuellen Missbrauch, scheint hier ein Thema zu entgleisen. Und weil Einzelschicksale (ob nun Missbrauch oder Gewalt)  immer grausam und entsetzlich sind, wagt niemand zu behaupten, daß die Thematik selbst benutzt / missbraucht wird, um ganz bestimmte  (persönliche oder politische) Interessen zu verfolgen. Der Vorwurf, Gewalt oder sexuellen Missbrauch zu verharmlosen, ist so schrecklich, daß niemand es riskiert, sich dem auszusetzen.

Wer inszeniert nun die gegenwärtige Kampagne von der häuslichen männlichen Gewalt? Zweifellos Journalisten und Journalistinnen, die eben wissen, was das Volk gern hört, sieht, liest und nur genau das verbreiten, was das Volk gern hört, sieht, liest. Oder hat irgend jemand beobachtet und ausgezählt, dass die Zahl prügelnder Männer plötzlich rasant in die Höhe geschnellt ist, so dass dieser Sachverhalt jetzt dringend in die Öffentlichkeit gehört?

"Männer sind Unterdrücker. Frauen sind Unterdrückte."

Sowohl Frauen als auch Männer wollen dies hören und sich gegenseitig in diesem Glauben bestärken. Was Frauen davon haben, liegt auf der Hand. Sie wollen die Opferrolle beibehalten, um Eigenverantwortung zu vermeiden. Und sie wollen, dass andere (Männer) in ihrem Sinn funktionieren und wählen dazu bewährte weibliche Strategien: Klagen, Fordern, Anprangern, Schuldgefühle einflößen. Dadurch werden Männer in dem Glauben gehalten, Frauen seien tatsächlich armselige und unterdrückte Wesen. Resultat: die Männer verdoppeln und verdreifachen ihre Anstrengungen, es Frauen recht zu machen - womit Frauen genau das erreichen, was sie wollen.

Schwerer nachvollziehbar ist, warum so viele Männer bereitwillig in das feministische Horn blasen: die Unterdrückerthese scheinbar gern hören oder verkünden. Fühlen sie sich überlegen, wenn Frauen darüber jammern, unterlegen zu sein ? Oder fühlen sie sich geschmeichelt, als Herrscher, Tyrannen bezeichnet zu werden?

Jeder Mann weiß, daß er real seine Partnerin nicht unterdrückt, misshandelt oder sexuell ausbeutet (Ausnahmen gibt es immer). Aber das Bewusstsein, dass vielleicht andere Männer es tun (oder die Männer schlechthin), scheint für das seelische Gleichgewicht vieler Männer sehr wichtig zu sein. Andernfalls könnten sie die real erlebte weibliche Vormachtstellung/Bevormundung und die öffentlichen Missachtungen und Herabsetzungen durch Frauen wohl kaum ertragen. Es sind also Frauen und Männer, die die Unterdrückerthese brauchen und aufrechterhalten, obwohl beide sehr wohl wissen, dass dies nicht der Realität entspricht.

Ein Journalist, der ständig darüber berichtet, wie brutal und rücksichtslos Männer Frauen behandeln (obwohl er es selbst nicht tut und auch weiß, daß sämtliche Männer in seinem Umfeld es nicht tun) erhält von allen Seiten Aufmerksamkeit und Beifall - und niemand hat ein Interesse daran, diese Thesen zu hinterfragen. Ausgenommen höchstens die wenigen Frauen, die nicht länger bemitleidet oder protegiert werden wollen; oder die wenigen Männer, die nicht länger schweigen wollen; oder die wenigen Journalisten, die auch wagen, über Unpopuläres zu berichten. Obwohl also alle die Wahrheit kennen, werden weiterhin Berichte und Reportagen über die unterdrückte Frau und den gewalttätigen Mann verbreitet - einfach deshalb, weil alle es gern hören oder lesen. So wird z.B. ein tragischer Einzelfall von Gewalt oder sexuellem Missbrauch genüsslich in die Schlagzeilen gebracht und als exemplarisch dargestellt.

Oder es wird mit Zahlen manipuliert. Besonders beliebt ist im Moment auch die Anprangerung unterhaltspflichtiger, zahlungsunwilliger Väter. Wenn bei 100 Ehescheidungen 95 Männer zu Unterhaltsleistungen verpflichtet werden (während die Frauen die Kinder behalten), ist es nur logisch, dass es auch überwiegend Männer sind, die Zahlungen verweigern. Von den 5 Frauen, die unterhaltspflichtig sind, liegt der Anteil der Zahlungsverweigerinnen vermutlich nahe 100 %. Aber absolut sind es vielleicht nur 4, die dann eben nicht erwähnt werden.

Ein anderes, inzwischen sehr weit verbreitetes Phänomen (und häufig die Ursache für Zahlungsverweigerungen) ist der Machtmissbrauch von Müttern. Es ist keine Seltenheit, dass Frauen Kinder als ihr Eigentum, ihren Besitz betrachten und sie im Trennungsfall dazu benutzen, den Ex-Mann durch Umgangsboykott zu strafen oder sich an ihm zu rächen. Wahrhaftig kein Kavaliersdelikt !

Angesichts solcher Zustände sind Kampagnen gegen prügelnde Männer und zur Hausarbeitsbeteiligungspflicht natürlich dringend notwendig, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Die feministischen Strategien sind allerdings mittlerweile so plump und durchschaubar geworden, dass auch immer mehr Frauen sich distanzieren.

Das kann es nicht gewesen sein, was von der Frauenbewegung übrig geblieben ist: Ewig in der Opferrolle steckenzubleiben. Oder immer noch lauter zu klagen, immer noch dreister fordern, einfach nicht erwachsen werden zu wollen. Der Ruf nach einem starken Mann (in Form von Vater Staat!) als Zeichen weiblicher Emanzipation?

Das kann es wirklich nicht gewesen sein!

1999, Beate Kricheldorf
Dipl. Psychologin und Autorin von
Verantwortung: "Nein Danke!" R.G. Fischer, 1998  



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Stand dieser Seite: 21.03.2000
Fundstelle: http://www.paPPa.com/politik/BKDiffamierung.htm

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