Eine offizielle Information des Bundesministeriums für Familie, Senioren, FRAUEN und Jugend:

Aktionsplan der Bundesregierung zur
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen erfordert eine systematische und strategische Vorgehensweise - die Bundesregierung stellt mit ihrem Aktionsplan erstmals ein umfassendes Gesamtkonzept zur Gewaltbekämpfung vor

Seit dem Internationalen Jahr der Frau 1975 hat sich sowohl auf Länder- und Bundesebene als auch auf kommunaler Ebene viel getan. Zahlreiche Untersuchungen, Modellvorhaben und Kampagnen wurden bisher durchgeführt. Über 400 Frauenhäuser sind seit 1976 in Deutschland gegründet worden. Zwar haben diese Maßnahmen - ebenso wie die Gesetzesänderungen zugunsten der Opfer von Gewalt - zur Verbesserung der Situation beigetragen; dennoch ist es bis zu einer deutlichen Tabuisierung von Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft noch ein weiter Weg.

Einzelmaßnahmen reichen nicht aus

Um Gewalt gegen Frauen wirksam zu bekämpfen, muss ein umfassendes Gesamtkonzept zum Einsatz kommen. Mit dem Aktionsplan zur Gewalt gegen Frauen hat die Bundesregierung erstmals ein solches Konzept für alle Ebenen der Gewaltbekämpfung entwickelt. Darin wird deutlich, wie wichtig strukturelle Veränderungen sind, die die Komplexität des Gewaltgeschehens ausreichend berücksichtigen. Denn: Mit Einzelmaßnahmen ist den betroffenen Mädchen und Frauen langfristig nicht geholfen.

Enge Zusammenarbeit

Der Aktionsplan der Bundesregierung schließt Zuständigkeitsbereiche der Länder und Kommunen mit ein: Dies betrifft nicht nur die Polizei und die Gerichte sowie die jeweiligen Gesetzgebungskompetenzen. Auch Schulungen und Kooperationen, insbesondere aber Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Notrufzentren, Therapieeinrichtungen und Interventionsstellen sind gefordert. Bundesfrauenministerin Dr. Bergmann zum Programm: "Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern voraus, die durch entsprechende Bund-Länder-Arbeitsgruppen sichergestellt werden soll."

 Schwerpunkte der Gewaltbekämpfung

Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat sowohl gesamtgesellschaftliche als auch individuelle Ursachen. Noch immer wird Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft nicht ausreichend geächtet, häufig werden Täter nicht zur Verantwortung gezogen. In vielen Lebensbereichen genießen Frauen keine Gleichstellung, in zahlreichen Familien gehört Gewalt zum Alltag. Der Aktionsplan der Bundesregierung setzt an diesen Phänomenen mit verschiedenen Initiativen und Maßnahmen an:

Aktionsplan Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen (Volltext-Download als PDF 146 KB)