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paPPa.com e.V. - Offener Brief an die Bundesfamilienministerin Frau Dr. von der Leyen zum Vatertag 2007

17. Mai 2007

Familienpolitik auch weiterhin ohne Männer und Väter?

Sehr geehrte Frau Dr. von der Leyen,

auf einer soeben stattgefundenen und gestern beendeten EU-Tagung werden Sie laut Presseberichten so zitiert:

Wir empfinden es als wohltuend, dass Sie als amtierende deutsche Familienministerin Väter auch einmal anders wahrnehmen als Ihre Vorgängerinnen im Amt. Diese haben Männer und Väter regelmäßig in einem negativen Kontext in der Öffentlichkeit präsentiert ("Nolte jagt säumige Zahlungsväter" - Bergmann: "Jeder dritte Mann schlägt seine Frau"). Ihre Amtskollegin aus dem Bundesjustizministerium setzt diese "Tradition" fort und setzt sich auch aktuell nachhaltig für das alleinige mütterliche Sorgerecht bei nicht in einer Ehe geborenen Kindern und die Kriminalisierung von an der Vaterschaft zweifelnden Männern ein - die entsprechenden Aktionen von und Diskussionen mit Frau Zypries sind Ihnen ggf. bekannt.

Allerdings vermissen wir bei Ihrer bisherigen Amtsführung die Berücksichtigung spezifischer Belange von Männern und Vätern. Zunächst nur drei Beispiele:

Warum sind Männer im Zeugungsstreik?

Familienpolitik ignoriert die Bedürfnisse von Scheidungsfamilien

Hemmnisse bei einer aktiven Vaterschaft

Wir wollen es mit diesen Beispielen für heute bewenden lassen.

Über drei Dinge würden wir uns freuen:

1. Wenn wir hier behaupten, durch das Bundesfamilienministerium würden die benannten Aspekte nicht bzw. nicht ausreichend gesehen und erörtert werden, dann haben wir ggf. keinen ausreichenden Überblick über die Aktivitäten Ihres Hauses. Bitte belehren Sie uns eines Besseren und weisen uns hin auf Initiativen, die wir bislang nicht kennen.

2. Wir haben hier auf einige erhebliche Missstände aufmerksam gemacht, die alle einen direkten Bezug zur Familienpolitik haben. Vielleicht sehen Sie sich in Zukunft in der Lage, zu derartigen Vorgängen - auch interministeriell - Stellung zu beziehen und dies nicht vorrangig oder ausschließlich im Bereich des Bundesjustizministeriums zu belassen.

3. Beziehen Sie Männer und Väter bitte aktiv in die Meinungsbildung des Bundesfamilienministeriums mit ein. Männer und Väter sind im Bereich Familienpolitik kaum institutionell vertreten - im Unterschied zu hunderten von Frauenorganisationen. Auch in den Parteien wird die Familienpolitik nahezu ausschließlich von Frauen besetzt, die oft viel zu wenig auch das andere Geschlecht mit im Blick haben oder von denen erwartet wird, insbesondere feministische Positionen zu vertreten. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass Sie die wenigen Interessengruppen und Institutionen, die auch Männer- und Väterinteressen kennen und vertreten auch von sich aus einbeziehen und mit diesen in den Dialog treten. Auch unsere Initiative ist hierzu sehr gerne bereit und wartet insofern auf ein Signal von Ihnen.

Ohne die Perspektiven von Männern und Vätern kann Familienpolitik nicht erfolgreich sein. Bitte beherzigen Sie diese Selbstverständlichkeit, die bislang in Deutschland mehr oder minder ignoriert wird.

paPPa.com e.V., Berlin


Siehe auch den "Offenen Brief zum Vatertag" von MANNdat und VAfK Ortsverein Euregio-Aachen vom 8. Mai 2007: Erschwernisse für aktiv erziehende Väter in Deutschland


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Stand dieser Seite: 17.5.07 - eingestellt 17.5.07 - Fundstelle: http://www.pappa.com/politik/von-der-Leyen-OB-zum-Vatertag.html
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