paPPa.com informiert:
Wahlversprechen
und politische Positionen
zur Bundestagswahl am 18. September 2005
Wie schon zu den Bundestagswahlen 2002 haben wir uns auch diesmal die Wahlprogramme von SPD, CDU/CSU, Bündnis90/Grüne, FDP, Linke:PDS / WAWSG und Familienpartei näher angeschaut. Uns interessierte, was haben die Parteien zu den Themen Familien-, Bildungs- und Geschlechterpolitik, aber auch zum Kindschafts-, Scheidungs- und Unterhaltsrecht oder speziell zur gemeinsamen Sorge bei nichtehelichen Kindern zu sagen?
Zu den letzten Punkten konnten wir ausführliche
Aussagen nur im Parteiprogramm
der Familienpartei und ansatzweise im Programm
der FDP finden. Die Familienpartei ist z.B. die einzige Partei, die
dem Vater eines unehelichen Kindes auch gegen den Willen der Mutter das
gemeinsame Sorgerecht zugestehen möchte - wenn auch nur auf Antrag
und innerhalb einer gewissen Erklärungsfrist. Die Familienpartei nimmt
als einzige Partei direkte Stellung zu der Misere von Scheidungsfamilien
und forderte konkrete Reformen in Jugendhilfe und Familiengerichtspraxis
ein.
Die FDP
erläutert in ihrem über 500 seitigen Wahlprogramm relativ
umfangreich ihre Vorstellungen zukünftiger Bildungspolitik. Ein weiterer
wichtiger Punkt ist dort "Lebenspartnerschaftsgesetz", dessen
Entwurf mit über 50 Seiten im Wahlprogramm der FDP zu finden ist.
Im Parteiprogramm
von Bündnis90/Grüne liegt der Schwerpunkt erwartungsgemäß
eher in der Geschlechter- und Fraunpolitik. Hier geht es um die weitere
Stärkung der Rechte der Frauen und diese nimmt im Vergleich zu den
Fragen der Bildungs- und Familienpolitik zusammen mehr Platz ein!
Links.PDS
fordert in ihrem Programm neben einer integrativen Gemeinschaftsschule
von Klasse 1 bis Klasse 10 generelle Gebührenfreiheit für alle
Bildungseinrichtungen.
Die CDU wollte 2002 noch das Kindergeld erhöhen
und verspricht stattdessen jetzt Verbesserungen im steuerlichen und Sozialversicherungsbereich.
Zu den bildungs- und familienpolitisdchen Fragen können wir im insgesamt
47 Seiten langen Parteiprogramm
der CDU/CSU nur wenige Hinweise finden.
Die
SPD ist erwartungsgemäß mit ihrer eigenen bisher geleisteten
Regierungsarbeit sehr zufrieden und möchte weiter so verfahren "wie
bisher". Auch hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Frauenförderung
und der sog. "Gleichstellungspolitk".
Bei den beiden großen Parteien fallen die konkreten Aussagen eher dürftig aus.
Alle Aussagen zu den Themen Familien-,
Bildungs- und Geschlechterpolitik zusammengefasst:
http://www.pappa.com/politik/wahlversprechen-2005.html
paPPa.com fragt außerdem bei
den zuständigen familienpolitischen Sprechern der Parteien gezielter
nach. Erste Ergebnisse
wurden hier am 14.9.05 veröffentlicht, es fehlen noch die
Antworten von CDU und Familienpartei.
U. a. interessieren uns die Positionen der Parteien zu folgenden Punkten:
Weitere interessante Informationen und Aktionen rund um die Bundestagswahl 2005
Auch manndat.de
hat bei den "etablierten" Parteien aus Männersicht nachgefragt
- siehe: Männerpolitik
der Parteien? Eine Analyse.
Welche Partei berücksichtigte in der
jüngsten Vergangenheit bei geschlechterpolitischen Fragestellungen
am ehesten die Belange von Jungen, Vätern bzw. Männern?Mit einzelnen
Stellungnahmen der Parteien.
Ein Ergebnis unter anderen: "Für Bündnis 90/Die Grünen bleibt das Thema Jungen in der Bildungs- und Jugendpolitik nachrangig. Die SPD bleibt bei ihrer Jungenausgrenzung aus Berufsintegrationsmaßnahmen (Zukunftstag). Darüber kann auch die Kosmetik des gerade noch rechtzeitig vor dem Wahlkampf eingeführten Miniprojektes „Neue Wege für Jungs" nicht hinwegtäuschen, das zudem auch 2007 schon wieder ausläuft. Die FDP fordert jungenspezifische Förderung im Bereich der Sprachkompetenz und im sozialen Berufsbereich. Die CDU/CSU legte einzelne konkrete Vorstellungen dar."
kandidatenwatch.de
Mit kandidatenwatch.de können Sie sich
erstmals genau über die Direktkandidaten in Ihrem Wahlkreis
informieren und sie zu den Programmen ihrer jeweiligen Parteien befragen.
Ihre Fragen und auch die Antworten der Kandidaten sind dabei öffentlich
einsehbar.
http://www.kandidatenwatch.de/redirect.php?r=/index.php&cmd=3&id=90
- Thema Familie: Standpunkte der Parteien in Kurzform sowie Antworten
von Kandidaten zum Thema Familie
| Wahl-Entscheidungs-Maschine Wahl-O-Mat | Der Surfpoeten-Wahlcomputer, die Alternative zum Wahl-O-Mat |
| Website zu Deutschlands Parteien | Wahlstreet - ein Prognose-Aktienmarkt zur Bundestagswahl am 18. September 2005 |
|
Sachgeschichte zur Bundestagswahl - Nicht nur für Kids ;-) |
U18 - Die Bundestagswahl für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren |
| ich-gehe-nicht-hin.de Den Nichtwählern eine Stimme geben | Der Phrasinator 3 kennt die Wahlprogramme 2005 und baut politische Slogans aus den Texten Ihrer Lieblingsparteien zusammen. |
| http://www.bundeswahlleiter.de/ | Online-Atlas zur Bundestagswahl 2005 |
Alle Blockparteien in wahlblog.de/
Weitere Stimmen rund um Politik und Wahlen
http://www.welt.de/data/2005/07/26/750763.html "Sechs Damen und ein Kanzler" - Die SPD-Ministerinnen ziehen Bilanz und finden, daß Schröder mehr für die Frauen getan hat als alle anderen Regierungen zuvor
Reuters 24. Mai 2005: "Nach der Wahlniederlage der SPD in Nordrhein-Westfalen hat Schröder vorgeschlagen, die Bundestagswahl um ein Jahr auf diesen Herbst vorzuziehen. Schröder sagte, die SPD wolle wieder stärkste politische Kraft werden und setze dabei auf Beibehaltung des jetzigen Kurses. "Klar ist, dass unsere Politik fortgesetzt wird." Dabei gehe es unter anderem um krisenfeste Sozialsysteme und außenpolitisches Selbstbewusstsein. Andere Themen seien Gleichstellungs- und Frauenpolitik."
http://www.martin.rabanus.com/presse/ID62.shtml - Ein (einsamer?) SPD-Bundestagskandidat fordert: "Kindschaftsrecht weiter entwickeln" - „Nach der Reform des Kindschafterechts im Jahre 1998 muß in den kommenden Jahren das Kindschaftsrecht weiter entwickelt werden. Hierbei muß es zu einer juristischen Gleichstellung von ehelichen und nichtehelichen Kindern kommen, dies forderte der SPD-Bundestagskandidat Martin Rabanus."
http://www.vafk-schwaben.de/maennerfeindliches.html#gruene Männer, väter- und familienfeindlichen Aktionen der GrünInnen
http://genderama.blogspot.com/2005/03/endlich-mnnerrechte-thema-im-deutschen.html
ENDLICH: MÄNNERRECHTE THEMA IM DEUTSCHEN
BUNDESTAG Schon im Mai 2003 hatte der CDU/CSU-Abgeordnete Markus Grübel
im deutschen Parlament über die Benachteiligung von Männern gesprochen.
Die Berliner "tageszeitung" hatte dies in einem Artikel als "die
erste Männerrechtler-Rede des deutschen Bundestages" bezeichnet.
Wie Eugen Maus aktuell für Manndat recherchierte, kam es am 10. März
2005 zu einer neuerlichen Rede Grübels, die im entsprechenden Plenarprotokoll
des Bundestages veröffentlicht wurde. Einige Auszüge aus Grübels
Rede: (...)
http://www.vafk-schwaben.de/wasunsdaskostet.html
Was uns das kostet - einige Beispiele
"Unser Staat leistet sich trotz leerer
Haushaltskassen den Luxus von Frauenministerien, tausenden kommunalen Frauenbeauftragten,
Gleichstellungsstellen für Frauen, Milliardenförderungen für
Frauenvereine und eine Frauenhelfer- und Scheidungsindustrie, die weltweit
wohl einzigartig ist. Das Familienministerium wurde zum Frauenministerium
umfunktioniert. Frauen haben oberste Priorität und die traditionelle
Familie zählt nichts mehr. Trotz leerer Haushaltskassen werden einseitig
Kampagnen und Frauenprojekte mit Unsummen an Steuergeldern gefördert,
anstatt die traditionelle Familie, die aus Vater, Mutter, Kindern und auch
Großeltern besteht und die Grundlage und Zukunft jeder Gesellschaft
ist, zu fördern."
http://www.manndat.de/stat3.htm
Gendermainstreaming - was kostet das?
"... Demnach beansprucht die "Implementierung
des Gender-Mainstreaming in den Strukturfonds-Programmplanungsdokumenten
2000-2006" allein für Deutschland 1.099.335.311 Euro, in Worten:
etwa 1,1 Milliarden Euro! Gender-Mainstreaming ersetzt lt. Bundesfrauenministerium
die herkömmlichen Frauenfördermaßnahmen nicht, sondern
erweitert sie 'nur'!"
http://www.abendblatt.de./daten/2005/06/04/442648.html
Frauenbüros müssen Arbeit einstellen
CDU-Streichliste: Einrichtungen in Pinneberg
und Elmshorn verlieren 37.000 Euro - das bedeutet das Aus. Hamburger Abendblatt
4.6.05 - siehe schon am 15.6.05 bei paPPa.com: "Ein
schwarzer Freitag für die Frauenpolitik" - Die Konferenz
der Gleichstellungs-und FrauenministerInnen der Länder (GFMK) hat
am Freitag beschlossen, sich aufzulösen. Nach dem Willen der CDU geführten
Länder soll Frauen - und Gleichstellungspolitik mit der Jugend- und
Familienpolitik beraten werden.
Paritätischer Wohlfahrtsverband: Kinderarmut hat mit Hartz IV Rekordniveau erreicht - "Zu wenig für zu viele"
Nach der Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hat Bayern mit 6,6 Prozent die niedrigste Quote armer Kinder. In Berlin sind es knapp 30 Prozent. Die Kinderarmut hat in der Bundesrepublik eine historisch neue Dimension erreicht. Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) hat die Einführung von Hartz IV zum Jahresbeginn die Zahl der von Armut betroffenen Kinder auf eine Rekordsumme von 1,7 Millionen steigen lassen. "Hartz IV heißt zu wenig für zu viele", so das Fazit von Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des DPWV, am Donnerstag in Berlin bei der Präsentation der Studie.
Nach Berechnungen des Verbandes leben über 1,5 Millionen Kinder auf Sozialhilfeniveau. Auf weitere 200.000 schätzt der DPWV die Dunkelziffer der Kinder, die zwar ein Anrecht auf eine Sozialleistung hätten, diese jedoch nicht in Anspruch nehmen. Insgesamt leben 14,2 Prozent der Kinder in Armut - also jedes 7. Kind in Deutschland. Dabei unterscheiden sich die Zahlen stark zwischen Ost- und Westdeutschland. In Westdeutschland beträgt die Kinderarmutsquote 12,4 Prozent, in Ostdeutschland 23,7 Prozent. In etlichen Städten wird sogar die 30-Prozent-Marke deutlich überschritten. Auch in Westdeutschland sind für einige Städte erschreckende Zahlen zu registrieren.
Eklatante Beispiele aus Ost und West sind: Berlin (29,9 Prozent), Schwerin (34,3), Görlitz (35), Halle (34,6), Offenbach am Main (28,7) im bayerischen Hof (20 Prozent), Pirmasens (25,3), Bremerhaven (38,4), Kiel (29,6), Hamburg (20,4).
"Es ist verheerend für ein Gemeinwesen, wenn ein Drittel der Kinder vom normalen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind", sagte Dr. Ulrich Schneider. "Für Kinder, die von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe leben müssen, ist vieles Tabu, was für andere selbstverständlich ist: Musikunterricht, Turnen im Sportverein, Zoobesuch oder Computerkurs." Nicht einmal Nachhilfeunterricht sei bezahlbar.
"Wir können es uns nicht leisten, 1,7 Millionen Kinder auf einem Einkommensniveau zu belassen, das ihnen schlicht Zukunftschancen nimmt", warnte Schneider. Der DPWV fordert: Beim Bezug von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld muss künftig wieder die Möglichkeit eingeräumt werden, einmalige Leistungen für Ausgaben wie beispielsweise die Einschulung zu gewähren. "Schulranzen, Schultüte, Turnbeutel, Turnkleidung, Federmappe und Schreibhefte addieren sich schnell zu 180 Euro. Wie soll dies bei einem Kinder-Regelsatz von 207 Euro im Monat bestritten werden?" fragte Schneider. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II und Sozialgeld müssten zudem um mindestens 19 Prozent erhöht werden, damit wenigstens annähernd von Bedarfsdeckung gesprochen werden könne. Deutschland brauche darüber hinaus ein Bildungs- und Erziehungssystem, das es schaffe, auch für Kinder aus bildungsfernen Familien Chancengerechtigkeit herzustellen.
Definition Als arm gilt eine Familie in Deutschland dann, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlich verfügbaren Einkommens auskommen muss.
Die komplette Expertise finden Sie hier
im PDF-Format:
Teil_1_Expertise.pdf
- Teil_2_Tabellenbeilage_Erlaeuterung.pdf
- Teil_3_Kinder-Kreis-TabelleA.pdf
- Teil_4_Kinder-Kreis-Tabelle-B.pdf
Stand dieser Seite: 31.8.05 - eingestellt am 31.08.05 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/politik/wahl-2005.html
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