An das
    Mitglied des Deutschen Bundestages

    Bundeshaus

    53113 Bonn

    Anhörung zum Kindschaftsrecht am 24. Februar 1997 in Bonn

    Sehr geehrte

    mit großer Enttäuschung bei unzähligen Betroffen und Experten wurde die Teilnehmerliste der "Sachverständigen" für die o.g. Anhörung durch den Rechtsauschuß und den Ausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgenommen.

    Die dort aufgeführten Personen gehören in der Mehrzahl entweder den Beruftsständen, die am "Kampf ums Kind" verdienen, oder der parteilich-feministischen Fraktion an, die nicht müde wird zu betonen, daß die Kindschaftsrechtsreform nur nach einem Leitbild zu behandeln ist: "Mein Bauch gehört mir - mein Kind auch!" Zu diesem Zweck werden die Anforderungen, die von uns Betroffenen und von Kindschaftsrechtsexperten an die anstehende Reform gestellt werden, unterminiert, Väter als "Unterhaltsflüchtlinge" und/oder als Gewalttäter verunglimpft. Wir aber meinen: Der berechtigte Wunsch nach Gleichberechtigung der Frau kann und darf nicht über das Kindschaftsrecht ausgetragen werden!

    Seit Jahren warten hunderttausende von nichtehelichen oder ehelich-entsorgten Vätern und die zu Trennungswaisen gemachten Kinder auf eine vernünftige, der EMRK, UN-Kinderrechtekonvention und dem Grundgesetz entsprechenden gesetzlichen Regelung. Die meisten unserer dementsprechenden Forderungen sind heute vielleicht schon "vom Tisch" - gleichwohl wird gegen das mögliche gemeinsame Sorgerecht weiter Sturm gelaufen ...

    Wir halten es nach wie vor für unumgänglich, daß in den noch ausstehenden Anhörungen Experten zu Wort kommen, die die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt stellen. Wir schlagen Ihnen dazu beispielhaft drei Namen vor und bitten um Berücksichtigung:

  • Dr. Achim Brötl, Spezialist für internationales Recht
  • Carsten Rummel, Deutsches Jugendinstitut
  • Prof. Dr. Dipl.-Psych. Uwe Jopt, Universität Bielefeld
  • Aus eigener Erfahrung und aus ungezählten Gesprächen mit anderen Betroffenen kann ich Ihnen versichern, daß Väter ihre Kinder nicht weiter leiden sehen wollen. Die Kinder dürfen nicht weiter als "Wirtschaftsfaktor" von PsychologInnen, RechtsanwältInnen, MediatorInnen und GutachterInnen behandelt werden. Darum wird in die jetzige Reform eine riesige Hoffnung gesetzt. Hier geht es um die Kinder, nicht um die Fortführung des "Geschlechterkampfes".

    Wir können nur hoffen, daß Sie unser Anliegen nachempfinden und verbleiben

    mit freundlichem Gruß