Aufruf SKIFAS e.V.
zur „Aufdeckung“ des sexuellen Missbrauchs
(Diese Aktion wurde im Frühjahr 1997 beendet.)
An die
Ministerien/Senate des Bundes u.d. Länder f. Justiz, Jugend-, Frauen-
u.Familienangelegenheiten
Kinderkommission beim Deutschen Bundestag
Generalstaatsanwaltschaften der Länder
Landeskriminalämter
Landesjugendämter
Präsidenten der Oberlandesgerichte
Petitionsausschüsse beim Bundestag und den Landtagen/Abgeordnetenhäusern
Sehr geehrte Damen und Herren !
In der öffentlichen Diskussion nimmt der sexuelle Kindesmissbrauch einen immer breiteren Raum ein. Berichte über Einzelfälle heizen die Diskussion emotional auf. Verfolgungs- und Verdächtigungsbereitschaft nehmen zu. Immer häufiger kommt es zu Falschverdächtigungen.
Von Falschverdächtigungen betroffen sind Eltern und andere dem Kind nahestehende Personen. Betroffen sind vor allem aber auch die angeblich missbrauchten Kinder. Im Zuge sog. „Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs“ nehmen staatliche Eingriffe in Rechte von Kindern und Erwachsenen dramatisch zu. Infolge von Falschverdächtigungen werden angeblich missbrauchte Kinder von ihren Familienangehörigen und /oder anderen wichtigen Bezugspersonen getrennt, oft über Jahre und ohne Rückkehr, selbst dann, wenn der Beschuldigte den Verdacht ausräumen kann.
An die Stelle objektiver Sachverhaltsklärung durch dazu berufene und entsprechend ausgebildete Fachkräfte in staatlichen Einrichtungen tritt zu oft die einseitige und undifferenzierte Fokussierung auf den als omnipräsent hingestellten Missbrauch. Unspezifische Symptome, die vielerlei Ursachen haben können, werden eindimensional als Missbrauchsfolge interpretiert. Kinder werden durch suggestive Befragungen zu belastenden Aussagen gedrängt. Kinder werden zum Spiel mit Puppen gedrängt, die mit auffälligen Geschlechtsteilen ausgestattet sind. Der entgegenstehende Wille des Kindes wird missdeutet und missachtet. Fehlende kindliche Aussagen werden voreilig als Missbrauchsfolge hingestellt. Verunsicherte und in dieser Situation besonders beeinflussbare Kinder sind solchen Belastungen regelmässig nicht gewachsen, verdrängen ihre eigenen Erinnerungen, übernehmen und verinnerlichen die Verdächtigungen und werden schliesslich dahingehend beeinflusst, ihre einst geliebten unschuldigen Eltern als Missbraucher zu sehen und abzulehnen.
Im Rausche eines parteilichen Aufdeckungsfiebers, das weite Teile der Bevölkerung, ganze Berufsgruppen, streckenweise sogar der Objektivität und dem Gemeinwohl verpflichtete Jugendämter, Staatsanwaltschaften, Gerichte und andere staatliche Einrichtungen erfasst hat, werden Kinder zu Opfern gemacht. Gesunde Kinder werden geschädigt in ihren Beziehungen zu den für sie wichtigen Personen, in ihrer Liebes- und Beziehungsfähigkeit, ihrer allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung und insbesondere in ihrer sexuellen Entwicklung.
Namens der betroffenen Kinder und in Übereinstimmung mit anerkannter Wissenschaft und Forschung richten die Unterzeichner dieses Aufrufs folgende Forderungen an Sie, soweit sie in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen:
Wir fordern, dass Sie sich inhaltlich mit unseren Forderungen auseinandersetzen und die Ihnen nachgeordneten zuständigen Dienststellen entsprechend unterrichten.
Wir machen darauf aufmerksam, dass, solange mit unwissenschaftlichen und haltlosen Methoden weiterhin Unschuldige wegen angeblichen Missbrauchs verfolgt und nichtmissbrauchte Kinder von ihren Eltern weggeschafft und hierbei Familien zerstört werden, wir mit unseren Protesten nicht nachlassen werden und wir uns gegen jede Art von Diffamierung als „Täter“ oder „Täterschützer“ zur Wehr setzen werden.
Für weitere Auskünfte und Informationen stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleiben wir
mit freundlichen Grüssen.
Für SKIFAS e. V. und seine Mitglieder:
Bergmann, Vorsitzender von SKIFAS e. V.
sowie die nachfolgenden Unterzeichner
Ich unterstütze mit meiner Unterschrift den Offenen Brief / Aufruf des SKIFAS e. V. vom 16.03.97 an die Ministerien, Staatsanwaltschaften, Jugendämter, Gerichte, Petitionsausschüsse.
(Die Aktion wurde im Frühjahr 1997 beendet.)
| Name, Vorname | Adresse | Bundesland | Unterschrift |
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(Unterschriftenlisten bitte zusenden an: S K I F A S e.V., Postfach 51 01 38, 13361 B e r l i n)