Presseberichte zum Mißbrauch mit dem Mißbrauch aus dem SKIFAS-Katalog (Pr Presse, Ausgabe C)
Sexueller Kindesmißbrauch - Verdächtigungshysterie
Stern Mißbrauch mit dem Mißbrauch
Reg.-Nr. Pr 119259a 2 Seiten Stern 30/92 v. 16.07.92
Die Mißbrauchskarte als heißer Tip. Enthält mehrere Fallbeschreibungen. Jeder dritte Vorwurf im Scheidungsverfahren ist falsch. Mißbrauchsbezichtigung als Selbstjustiz der Mutter und Mittel zur Erlangung des Sorgerechts. Einschaltung von Sachverständigen erst nach langen beeinflussenden Befragungen mit fragwürdigen Methoden und abenteuerlicher Diagnostik bei teilweise hysterischer Übersensibilisierung. Ämter und Helfer sind unzureichend ausgebildet. Unschuld des Vaters wird oft nicht einkalkuliert.
Zu Wort kommen Gutachter Ernst Ell, Karlsruhe, Gerichtsgutachter Michael Antes, Saarland, Huschang Sahabi (Dialog zum Wohle des Kindes), Siegfried Willutzki (Präsident des Familiengerichtstages), Gerichtsgutachterin Margot Müther, Köln, Gerichtsgutachterin Marie-Luise Kluck, Gerichtsgutachter Burkhard Schade, Uni Dortmund, Gutachterin Barabara Schoog, Köln.
Spiegel Gehütetes Geheimnis
Reg.-Nr. Pr 119292a 1 Seite Spiegel 48/92 v. 30.11.92
Beleuchtet kritisch die Dunkelzifferdiskussion mit der daraus resultierenden Expansion des Mißbrauchsmarktes (Aufdeckungsliteratur, anatomische Puppen, Forschungsvorhaben, therapeutische Einrichtungen, Arbeitsplätze usw.). Zu Wort kommt die Berliner Publizistin und Pädagogin Katharina Rutschky mit ihrem Werk „Erregte Aufklärung Kindesmißbrauch: Fakten und Fiktionen“.
Katharina Rutschky Verdacht wird zum Tatbestand
Reg.-Nr. Pr 119335a 3 Seiten Weltwoche (Zürich) v. 29.04.93
Dunkelzifferzahlen zum sexuellen Kindesmißbrauch seien Produkt manipulatorischer Definition und damit falsch. Z. B. würden unterschiedslos chronischer Inzest und einmalige gewaltfreie exhibitionistische Handlungen zum Tatbestand erklärt und die subjektive Sicht und Erlebnisweise des Kindes außer acht gelassen. Es könne sich somit deplazierten Rettungsversuchen nicht entziehen, sondern werde dadurch vielmehr dazu bewegt, sich selbst als sexuell mißbraucht einzustufen.
Bestärkt vom Erfolg in der Medienöffentlichkeit entwickelte sich die skandalträchtige „Enttabuisierung“ des sexuellen Kindesmißbrauchs aus der weniger erfolgreichen „Aufklärung“ über Gewalt gegen Frauen. Die allgemeine Verabscheuung sexueller Handlungen von Erwachsenen an Kindern verspricht Helfern jenseits jeder vernünftigen Abwägung mehr Lohn, Brot und Ehre als beispielsweise Vernachlässigung, Armut und Obdachlosigkeit. Das regelmäßige Fehlen von eindeutigen Spuren öffnet Vermutungen Tür und Tor und schützt das Dogma vom epidemischen Mißbrauch damit vor jeder Realitätsprüfung.
Falschverdächtigungsschwerpunkte:
1.Hysterisierte Erzieherinnen schöpfen Verdacht nach Fortbildungsmaßnahme aufgrund laienhafter Diagnostik, beobachten und befragen das Kind, bringen es ins Heim und grenzen die Eltern aus, unterstützt von Ämtern, die Fehler nicht korrigieren, sondern glauben, das Kindeswohl besser verwalten zu können als die Eltern. Diese spielen in der Hoffnung, die Wahrheit komme ans Licht, zunächst gutgläubig mit, und werden dann umso mehr ausgegrenzt, je mehr sie versuchen, ihr Kind wiederzubekommen. Das Verfahren dauert Jahre und stürzt die Kinder in Konflikte gegenüber Eltern und den neuen Bezugspersonen.
2. Verunsicherte und erregte Eltern betreiben, unterstützt von Leuten, die die Normalität nicht mehr erkennen können, monatelang „Aufdeckungsarbeit.“ Heraus kommen immer horrendere Angaben von immer mehr Opfern und immer mehr Tätern ohne die geringsten Indizien.
3. Die Falschverdächtigung im Trennungskampf, eingesetzt von labilen Menschen in emotionalem Desaster, genährt von der angeblich epidemischen Verbreitung sexuellen Mißbrauchs.
4. Erzeugung von Scheinerinnerungen durch unkontrollierte aber öffentlich geförderte therapeutische Quacksalberei bei Menschen, die den Mißbrauch (real oder fiktiv) in den Mittelpunkt ihres Krankheitserlebens stellen und damit in eine allgemein akzeptierte Anklage anderer flüchten.
Spiegel Schuldig auf Verdacht?
Reg.-Nr. Pr 119337a 3 Seiten Spiegel 16/93 vom 19.04.93
Dilettantische Beweisführung von Erziehern und Behörden mit verheerenden Folgen. Gesetzlich vorgesehene monatelange gezielte Beobachtungen von Kindern, Befragungen zum Inzestverdacht, Anfertigen von Berichten ohne Wissen der Eltern. Einseitige Deutungen und Überbewertungen harmloser Kindererzählungen und -zeichnungen ohne Sorgfalt oder Professionalität. Beeinflussung kindlichen Erinnerungsvermögens nach monatelanger Bearbeitung. Kindliche Falschberichte zwecks Erregung von Aufmerksamkeit. Suggestive Befragungen mit ja/nein-Alternative. Kindeswegnahme ohne rechtliches Gehör. Verdacht bleibt haften auch ohne Beweise und ohne Verurteilungen. Hysterie und Übereifer bei einem überpolitisierten und untererforschten Thema. Statistisches Material räumt auf mit dem Vorurteil von jährlich 300.000 Kindern und Vätern als Tätern.
Anriß des Falles der Familie Tillein und weiterer Fälle. Gründung der SHG „Schuldig auf Verdacht“.
Zu Wort kommen: Rechtsanwalt Johannes Giebeler aus Haiger, Katharina Abelmann-Vollmer, Fachreferentin beim Kinderschutzbund, Katharina Rutschky, Berliner Pädagogin und Publizistin, Prof. Dr. Max Steller, Gutachter am Institut für Forensische Psychiatrie der FU Berlin, Gerichtsgutachter Prof. Dr. Heinz Offe, Bielefeld
Gießener Anzeiger „Verdacht sexuellen Mißbrauchs
oft vorschnell“
Reg.-Nr. Pr 119382a 1 Seite Gießener Anzeiger v. 19.10.93
Prof. Dr. Udo Undeutsch zur übereifrigen Fehlinterpretation kindlicher Zeichnungen, zur kindlichen Suggestibilität, die zu Scheinerinnerungen führe, sowie zur Mißbrauchswaffe im Trennungskampf
Spiegel Gewalttätige Übergriffe gegen
mißliebige Debattenbeiträge
Reg.-Nr. Pr 119415a 2 Seiten Spiegel 5/94 v. 31.01.94, Nachdruck im Männerrundbrief
8
Trillerpfeifen, Hupen, Buttersäure, Blockaden, Beschimpfungen, körperliche Angriffe anstatt argumentativer Auseinandersetzung in fachlicher Diskussion am Beispiel Katharina Rutschky anläßlich des kritischen Mißbrauchskongresses in Berlin im Januar 1994.
Gießener Allgemeine Zeitung Mißbrauch
mit dem Mißbrauch
Reg.-Nr. Pr 119453a 2 Seiten Gießener Allg. Ztg. v. 20.06.94
Können Opfer ihre Demütigungen nicht in Worte fassen, ist Behutsamkeit, langjährige Erfahrung und innere Distanz zur Arbeit vonnöten. Statt dessen sehen Kindergärtnerinnen nach Wochenendseminaren plötzlich überall Bäume in Phallusform. Zu solch übersteigerten Interpretationen tritt jetzt noch die Erinnerungs-Epidemie. Anhand eines Beispiels wird verdeutlicht, wie leicht selbst Erwachsenen Scheinerinnerungen suggeriert werden können. Zu Wort kommen Prof. Reinhart Wolff und die Düsseldorfer Gerichtspsychologin Beate Daber. Außerdem: seriöse und unseriöse Statistiken zum Dunkelfeld im Vergleich.
Detlef Berentzen Erregte Öffentlichkeit: Sexueller
Mißbrauch und die Rolle der Medien
Reg.-Nr. Pr 119455a 2 Seiten Psychologie Heute Juli 94, gekürztes
Referat v. D. Berentzen auf der Tagung „Gebrauch des Mißbrauchs“,
Akad. Tutzing Febr. 94
Die Dunkelziffereskalation hat ihren Ursprung in ihrer Medienwirksamkeit. Nur die Massenhaftigkeit eines Phänomens weckt das erforderliche Interesse. Man bewegt sich inmitten von Tätern und Opfern, von diesen getrennt nur durch das Geheimhaltungssyndrom. Nur maximale Erregung und Hysterie schaffen noch Aufmerksamkeit und Anteilnahme.
Psychologie Heute „Mit dem gefährdeten Kind
wird Politik gemacht“
Reg.-Nr. Pr 119456a 4 Seiten Psych. Heute Juli 1994, Interview mit Prof.
Reinhart Wolff
Wolff, Rektor der Fachhochschule für Sozialarbeit in Berlin, kritisiert pauschale Einschätzungen der Häufigkeit sexuellen Mißbrauchs und unverantwortliche manipulative Aufdeckungsmethoden. Dunkelziffersyndrom (angeblich 300.000 jährlich) seien Phantasiewerk und widersprächen Statistiken.
Skandalisierung des Themas verhindere Hilfe für betroffene Kinder. Den feministisch-parteilichen Beraterinnen gehe es um manipulative Beeinflussung von Mädchen und Frauen. Praxis des Kinderschutzes beginne zu entgleisen und trage damit zur Mißhandlung bei. Inszenierte Probleme des Kindes zwecks Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Problematisierung sexueller Mißhandlung als Signal konservativer Wende zur Repression. Der sexuelle Mißbrauch als Mittelpunkt eines gesellschaftlichen Wahns. Dieser Gesinnungs- und Tugendterror sei dem Kinderschutz abträglich. Tatsächlicher sexueller Mißbrauch sei kein Ausdruck von Macht, sondern von Ohnmacht. Beispiel für rechtswidrige Kindeswegnahme durch ein Berliner Jugendamt ohne vorherige Anhörung der Mutter
Die Zeit Bannmeile für den Mann
Reg.-Nr. Pr 119535a 1 Seite Die Zeit v. 07.04.95
In den USA kann das Gericht gegen gewalttätige Ehemänner einen
Zurückhaltungsbefehl verhängen. Er darf sich dann dem Opfer nicht
weiter als eine festgelegte Entfernung nähern. Für die Verhängung
genügt die Aussage der Frau, ihr Mann habe sie verprügelt. Ggf.
obliegt ihm der Gegenbeweis. Bisher ist der noch keinem gelungen. Das Opfer
gilt stets als glaubwürdig. Bei der Kopierwilligkeit der Deutschen
amerikanischer Trends ist auch bald hier mit solchen Gerichtsbeschlüssen
zu rechnen. Modellversuch in Berlin ist bereits geplant.
Ingrid Kolb Für den Schutz der Opfer
Reg.-Nr. Pr 119539a 1 Seite Ingrid Kolb in PAPS Mai/Juni 1995
Fälle, in denen kindliche Auffälligkeiten als sexuelle Mißbrauchssymptome gedeutet werden, häufen sich, Mütter beschuldigen Väter, Eltern verdächtigen Erzieher, Kindergärtnerinnen beargwöhnen das Umfeld der Kinder. Unzureichend ausgebildete Helfer wittern mit missionarischem Eifer Inzest. Symptome seien regelmäßig auch anders deutbar, z. B. mit Trennungsschmerz. Nach inquisitorischer Befragung sei Sachlage oft nicht mehr aufklärbar, jüngere Kinder können nach Mehrfachbefragungen nicht mehr zwischen selbst Erlebtem und Suggeriertem unterscheiden. Mißtrauen sei angebracht, wenn Kinder von immer mehr Taten berichten. Im Montessori-Prozeß seien Eltern überzeugt gewesen, ihr Kind hätte mit ansehen müssen, wie der Mißbraucher ein Dutzend braune Babys erschlagen habe. Inzest-Gurus glauben mittlerweile an bundesweite Schwarze Messen, Satanssekten und rituelle Schändung. Eine Beraterin in Münster habe ausschließen wollen, daß noch ein Kind durch die Lappen gehe. Wer Hinweis auf Irrtümer als Back-lash und Gegenbewegung abtue, schade jedoch den Opfern.
Neue Württembergische Zeitung „Aufklärung
oder Hexenjagd“
Reg.-Nr. Pr 119543a 2 Seiten NWZ v. 13.05.95 mit Leserbrief
Feministinnen und parteiliche Anlaufstellen, unfähig zu selbstkritischer Analyse, insbes. „Tima“ (Tübinger Initiative für Mädchenarbeit), unlängst aufgefallen durch die gewaltsame Sprengung einer feminismuskritischen Dichterlesung von Wiglaf Droste, laufen Sturm gegen ein von der Ev. Akademie geplantes Seminar mit dem Titel „Sexueller Kindesmißbrauch in der Familie, ein Vorwurf und seine Folgen“, der sie Verharmlosung und Täterschutz unterstellen.
Frankfurter Rundschau Das Stigma bleibt - auch
bei den unschuldigen Vätern
Reg.-Nr. Pr 119546a 1 Seite FR v. 29.05.95
Zum Fall von David Albrecht. Über die Tagung der Ev. Akademie Bad Boll „Sexueller Kindesmißbrauch in der Familie, ein Vorwurf und seine Folgen“. Zahlreiche Beratungsstellen fürchten eine täterfreundliche Veranstaltung, Erstickung der Sensibilität im Umgang mit sexuellem Mißbrauch sowie dessen Tabuisierung und Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Kinder. Prof. Dr. Udo Undeutsch zu suggestiven Befragungen.
Stern „Wir sind Menschen und keine Monster“
Reg.-Nr. Pr 119551a 2 Seiten Stern 24/95 v. 08.06.95 mit Leserbrief
Falldarstellung des Lehrers Klaus Rumpp. Der lange Schwanz vom Lieblingstier seiner Tochter, einem Krokodil, wird zum Mißbrauchsindiz. Kein Umgang trotz entlastenden Gutachtens. Falldarstellung des Studienrats David Albrecht: Ein kindgerecht geführtes Aufklärungsgespräch wird als Verbalisierung sexueller Themen zu seinen Lasten ausgelegt. Falldarstellung Helmut Frank: Rötungen im Genitalbereich seiner schwerstbehinderten Enkelin, Folge einer Windeldermatitis, werden für eine frisch geschulte Lehrerin zum Mißbrauchsbeweis
Zur Tagung der Ev. Akademie Bad Boll im Mai 1995 „Sexueller Kindesmißbrauch in der Familie - ein Vorwurf und seine Folgen.“ Beschuldigte strukturieren hier ihre Ohnmachtserfahrungen und tauschen sich in ihrer Hilflosigkeit und der Sehnsucht nach ihren Kindern aus. Umgeben von solch potentiellen Tätern fühlen sich die potentiellen Retterinnen beengt. Prof. Dr. Udo Undeutsch und Prof. Heinrich Kupffer werfen ihnen unsachgemäße Befragungen und Hexenjagd vor.
Zwei Lager stünden sich voll Mißtrauen und Wut gegenüber. Die Front der Helferinnen unterstelle Verharmlosung, Leugnung, Herunterspielen des Grauens. Die Versachlicher unterstellen blinde Parteinahme, hysterischen Aufdeckungseifer, Väterfeindlichkeit, Hexenjagdmethoden.
Klaus Bölling Ermunterung zur Hexenjagd
Reg.-Nr. Pr 119559a 1 Seite Berliner Morgenpost v. 16.07.95
„Political Correctness“, Import aus USA, verlangt irrationales unkritisches Bekenntnis zu vorherrschenden emotionalen Strömungen. Wer sich dem widersetzt, wird von der Gesellschaft geächtet. Das führt zu grotesken Auswüchsen. Ein Doktorvater, der einer ungenügenden Doktorandin tröstend über die Hand streicht, soll nach einhelliger Meinung der Studentenmehrheit wegen sexuellen Mißbrauchs vom Campus verbannt werden.
Dierk Schäfer Parteilichkeit - eine Sackgasse
Reg.-Nr. Pr 119577a 2 Seiten PAPS, Zeitschrift für Väter, Okt./Nov.
1995
Zur Tagung der ev. Akademie Bad Boll im Mai 1995 über den Mißbrauchsvorwurf und seine Folgen. Zu den tagungsbegleitenden Aggressionen einseitiger dialogfeindlicher Tagungsablehner/innen. Von der Blockade des Verstandes aus Angst vor dem Backlash. Zum Problem realitätsgerechter Wahrnehmung und ihrer Interpretation, beschränkt durch erfahrungs- und interessengebundene Erkenntnisfähigkeit. Bei Verdacht im Zusammenhang mit Trennung eines Paares seien Wahrnehmungstäuschungen Tür und Tor geöffnet. Von der Entfremdung zwischen Kind und Beschuldigtem nach langem Verfahren auch bei erwiesener Unschuld. Von der Gefahr der unkontrollierten Übertragung der Anschauung parteilicher Helfer auf ihre Klientel. Von der Sackgasse der Parteilichkeit.
Hamburger Abendblatt Wie soll Mißbrauch ermittelt
werden
Reg.-Nr. Pr 119584a 6 Seiten Hamb. Abendbl. v. 26.10.95 mit Leserbrief
Dunkelziffer schwanke zwischen 3.000 (Elternverein SEM) und 300.000 (Kinderschutzvereine). Zu Wort kommen:
Renate Koch, Dialog zum Wohl des Kindes, Hamburg: fordert Kripo-Ermittlungen bei Mißbrauchsvorwürfen, kritisiert Pokerpraxis mit dem Mißbrauchsvorwurf, um Väter vom Umgangsrecht auszuschließen.
Kriminologin Monika Frommel, Kiel: fordert Strafverfahren bei jedem in familienrechtlichen Verfahren geäußerten Verdacht, Vernetzung von Jugendämtern, Strafverfolgungsbehörden und Gerichten. Zahl unschuldig beschuldigter Väter sei verschwindend. Täter stellen sich als unschuldig Beschuldigte dar, auch bei Irrtum seien Erziehungsrechte des Beschuldigten zu beschneiden.
Psychologe Uwe-Jörg Jopt: Entfernung des Kindes aus der Familie bedeute, Mißbrauch durch weiteren Mißbrauch zu ersetzen, Trennung sei für das Kind traumatisierend, eher sei die Gefahr des Mißbrauchs in Kauf zu nehmen, als verfrüht zu trennen, Kriminalisierung des Vaters verschärfe Leid des Kindes. Rechtsanwalt Michael Dammasch: fordert Grund- und Mindestanforderung an Feststellung des Sachverhalts vor Herausnahme des Kindes aus der Familie und zeitige Begutachtung.
Peter Stoßhoff (SEM) fordert richterliche Anhörung aller Beteiligten, auch des Kindes, innerhalb von 24 Stunden nach Herausnahme, sofortige Rückführung des Kindes, wenn es danach verlange.
Anhang: Schriftwechsel mit der Kriminologin Prof. Dr. Monika Frommel zu diesem Beitrag.
Spiegel „Schweif des Satans“
Reg.-Nr. Pr 119590a 4 Seiten Spiegel 46/1995 v. 13.11.95
Fall der Margaret Kelly Michaels, USA. Eine unbescholtene Kindergärtnerin wird wegen angeblichen sexuellen Mißbrauchs an 19 Kindern in 115 Fällen zu 47 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon sie acht Jahre, fünf davon unter Schwerstverbrechern, absitzen mußte. Jetzt fordert sie zehn Millionen Dollar Schadensersatz. Das Urteil stützte sich auf Suggestivbefragungen nach dem Motto: „Was hat sie dir ins Poloch gesteckt? Wenn du geantwortet hast, kannst du gehen.“ Derart befragt, entstanden bei 3-5-jährigen u. a. folgende „Erinnerungen“: Erdnußbutter und Marmelade von den Genitalien der Kindergärtnerin lecken, aus Fäkalien gebackenen Kuchen essen, Urin der Kindergärtnerin trinken, sie habe mit Messern, Gabeln, Legosteinen, Glühbirnen im Analbereich der Kinder manipuliert. Es gab weder körperliche Spuren noch Tatwerkzeuge noch erwachsene Zeugen.
Fall der Raymond und Shirley Souza, 61 Jahre alt. Vorwurf: sie hätten u. a. ihren Kopf in die Vagina ihrer Enkelin gesteckt. Prozeßdauer drei Jahre.
Eine solche Hysterie könne nur gedeihen angesichts von Dunkelzifferschätzungen z. B. der Diana Russel, die von 54 % mißbrauchter Frauen ausgehe, wobei z. B. das Berühren des bekleideten Pos, das Tätscheln eines Beines und das Aufzwingen eines feuchten Kusses bei einer alkoholisierten Hochzeitsfeier dazugerechnet werde, einhergehend mit angeblichen Wiedererinnerungen an Vergewaltigungen, an in den Anus gerammte Kruzifixe, an schwarze Messen mit zerstückelten Föten nach entsprechend gelenkten Psychotherapien und angeblichen Mißbrauchsfolgen wie „posttraumatische Belastungsstörung“, „multiple Persönlichkeitsstörung“. Mit dem Aufrollen von 56 Prozessen unschuldig Verurteilter sei zu rechnen.
Frankfurter Rundschau Eltern beklagen den „Mißbrauch
des Mißbrauchs“
Reg.-Nr. Pr 119597a 1 Seite Ulla Thiede in FR v. 09.12.95
Beschuldigte Eltern beschweren sich zunehmend bei der Kinderkommission, daß Jugendämter Kinder nach Mißbrauchsverdächtigung gegen Vater ohne Beachtung des Rechtsstaatsprinzips der Unschuldsvermutung vorschnell aus der Familie nähmen, Gerichtsverfahren dauerten Jahre. Auch ohne Beweise verhinderten sie die Rückkehr aus unverständlichen Gründen. Käme es endlich zur Rückkehr, benötigten die Kinder wegen der durch das Verfahren erlittener Schäden oft psychotherapeutische Hilfe. Die Berliner Publizistin Katharina Rutschky bezweifle die behaupteten Dunkelziffern. Unhaltbare Vorwürfe kämen vorwiegend von Müttern im Sorgerechtsstreit und von sensibilisierten Erziehern nach Fortbildungskursen ohne professionelle Kompetenz. Zügige Aufklärung sei wichtiger als Herausnahme des Kindes aus der Familie. Von ihrer Bezugsperson getrennte Kleinkinder gäben alles zu. Günter Smentek, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, plädiere eher für vorschnelles Handeln als zu späten Eingriff bei sexueller Gewalt, räume jedoch die Notwendigkeit einer Aufsicht über die Jugendämter ein.
Mündener Allgemeine „Den Makel werde ich sowieso
nicht mehr los“
Reg.-Nr. Pr 119613a 1 Seite Mündener Allg. v. 14.01.96
Fallbeispiele: Vorwurf der Mutter im Sorgerechtsstreit, Tochter wird ins Heim verbracht. Jugendämter ermitteln mit obskuren Methoden und suggestiven Fragen, z. B.: „Ist Popolecken schön?“ Fall in Hann. Münden: Festnahme von acht Frauen und Männern wegen angeblicher Herstellung pornographischer Videos. Ergebnis: auf 45 Stunden Videos seien 15 min Nacktszenen zu sehen, auch wie Kinder Pipi machen. Entlassung aus der U-Haft, doch Ermittlungen dauern an. Über die SHG „Schuldig auf Verdacht“. Sie werfe Jugendämtern Menschenrechtsverletzungen vor, Außerkraftsetzung der Unschuldsvermutung. Zum Fall Helmut Frank, Enkelkind 22 Monate im Heim, Staatsanwaltschaft ermittle jetzt wegen Falschverdächtigung gegen Lehrerin und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes. Günter Smentek, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter halte vorschnelles Handeln für besser als zu spätes Eingreifen und die Zahl der Falschverdächtigung für verschwindend klein. Katharina Rutschky sehe Erzieher in Fortbildungsseminaren falsch sensibilisiert. Antje Kroh, Vorsitzende des Hessischen Kinderschutzbundes, behaupte sehr sorgfältigen Umgang mit dem Thema.
Neue Revue Report. Behörden und Schicksale.
Skandal-Akte Jugendamt
Reg.-Nr. Pr 119614a 4 Seiten Neue Revue v. 18.01.96
Eltern lassen Säugling verhungern, Jugendamt sei durch Nachbarn vorgewarnt gewesen. Mutter im Drogenwahn vergiftet Fünfjährigen, Jugendamt sei durch Nachbarn vorgewarnt gewesen. Stiefvater erschlägt Zweijährigen im Jähzorn, dem Jugendamt sei der Vater als Schläger bekannt gewesen. Doch das Jugendamt interessiere sich offenbar nur noch für Kindesmißbrauch. In 90.000 Sorgerechtsfällen jährlich, darunter 35.000 Fällen mit Mißbrauchsvorwurf, darunter nur jeder achte Vorwurf zu Recht, spiele das Jugendamt Zünglein an der Waage. Für Fehlentscheidungen müsse das Jugendamt nicht einstehen.
Auflösung des Jugendamtes Wuppertal nach massiven Elternprotesten. Demo von Verdächtigungsopfern vor dem Amtsgericht Gießen, Kindeswegnahme nach Mißbrauchsbeschuldigung, Kinder jahrelang weg auch bei haltlosem Verdacht. Fall Wolfgang Schlich: Verdächtigung durch Mutter im Scheidungsstreit führt zu Besuchsverbot. Entlastung durch Gutachten erst nach Monaten. Doch nun hat seine Tochter Angst vor ihm. Fall Helmut Frank: er soll seine Enkelin gezwungen haben, ihm in der Badewanne das Glied einzuseifen. Doch er hat keine Badewanne. Zweijährige Kindeswegnahme aufgrund bloßer Vermutung einer Lehrerin. Fall Mühlich: Kind erzählt vom Videostudio des Vaters, Jugendamt glaubt an Pornoherstellung und steckt das Kind zu Pflegeeltern. Es gibt kein belastendes Material, ein Strafverfahren wird eingestellt. Jugendamt gibt das Kind trotzdem nicht zurück. Die Eltern wissen nicht einmal, wo es ist.
Hör Zu Kindesmißbrauch: Die Jagd auf
die Väter
Reg.-Nr. Pr 119634b 2 Seiten Hör Zu v. 06.04.96
Fall des Jonas Bertram. Angeblich auffällige Veränderungen im kindlichen Verhalten nach Besuchen beim Vater für Zartbitter Indiz für Mißbrauch. Nachdem sich der Vorwurf nicht mehr halten läßt, wird dem Vater ein auf Wunsch der Tochter zustandegekommenes Aufklärungsgespräch als schwerwiegender Erziehungsfehler angelastet. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Verdachts auf Verletzung der Fürsorgepflicht.
Laut Eva-Maria Nicolai, Wildwasser Berlin, werde jedes dritte bis fünfte Mädchen und jeder neunte bis zwölfte Junge mißbraucht. Kritik an der Helferszene, sie schaffe sich mit ihren Dunkelfeldschätzungen ihren eigenen Bedarf, sei zynisch und verächtlich. Sie kenne keine Frau, die mit dem Vorwurf leichtfertig umgehe. Sexualisiertes Verhalten und Distanzlosigkeit kleiner Kinder mache sie mißtrauisch, Zeichnungen können Hinweise sein. Die Macht liege bei den Männern, es sei absurd zu glauben, Väter müßten vor übereifrigen Helfern geschützt werden.
Focus Kinder in der Psycho-Falle
Reg.-Nr. Pr 119650b 6 Seiten Focus 23/1996 v. 03.06.96
Ein Netz von ideologiebeladenen Beratern mit missionarischem Eifer nach Wochenendseminaren betreibe systematische Aufdeckungsarbeit, erkenne Mißbrauch angeblich an Signalen, vermische Realität und Phantasie, betreibe haarsträubende Interpretation kindlicher Zeichnungen und bringe Kinder zum Reden, ohne daß diese sich den Befragern entziehen können, obwohl Mißbrauch einen hinteren Platz unter den psychischen Belastungsfaktoren einnehme. In fast jedem Falle diagnostizieren sie Mißbrauch und identifizieren den angeblichen Täter. Wo nichts sei, werde etwas erfunden, um die eigene Auffassung zu bestätigen. Die Aufdeckungsideologie gehe von Vätern aus, die in ihrer Mehrzahl über ihre Töchter herfallen. Entsprechendes Gedankengut, z. B. der Zartbitter-Aufdekkerin Ursula Enders, sei schon bis in die Kripo vorgedrungen. Gutachter der Aufdeckerfraktion untersützen Mütter im Umgangs- und Sorgerechtsstreit. Jugendämter betreiben Heimeinweisungen, Eltern müssen ihre Unschuld beweisen und bekommen ihre Kinder wegen Entfremdung dennoch nicht wieder.
Es bestehe die Gefahr, daß nach erfolgter „Aufdeckungsarbeit“ tatsächlich Erlebtes kaum noch zu erkennen sei. Seit Etablierung der Aufdeckungsbewegung steige durch derartige Beeinflussung der Anteil unzutreffender kindlicher Aussagen. Als Experten kommen zu Wort Prof. Max Steller und Dipl.-Psych. Marie-Luise Kluck.
Zum Montessoriprozess und zu den Wormser Kinderschänderprozessen in Mainz: „Experten“ von Zartbitter und Wildwasser betreiben Massenhysterie und Verhöre über Monate. Und weitere Fallbeispiele.
(wird fortgesetzt)