Presseberichte zum Mißbrauch mit dem Mißbrauch aus dem SKIFAS-Katalog (Pr Presse, Ausgabe C)
Sexueller Kindesmißbrauch - Zweifelhafte Therapien
Patienten packen aus: Peitschen und Porno, Sex-Papst als Lügendoktor entlarvt, Sex-Papst wollte flotten Dreier, Regierung knöpft sich Sex-Guru Nolte vor. Neuer Ärger für Münchens Sex-Guru. Ist der Ruf erst ruiniert
tz München v. 26., 27., 28.06. 11.07. (mit Gegendarstellung von Nolte) u. 05.11.91; Psychol. Heute, Juli 1992
Bis zur Ausgabe D des Katalogs befanden sich an dieser Stelle Kurzdarstellungen von Artikeln aus o. a. Medien über den Münchner Diplom-Psychologen Friedrich Nolte mit den o. a. Überschriften. Nolte empfand unsere Darstellung als üble Nachrede und erstattete Strafanzeige gegen den Geschäftsführer von SKIFAS e. V. Das Verfahren läuft noch.
Wir stellen hierzu fest: Der Straftatbestand der üblen Nachrede ist nur erfüllt, wenn Behauptungen aufgestellt werden, die nicht nachweislich wahr sind. SKIFAS e. V. hat gegen Nolte keine eigenen Behauptungen aufgestellt, sondern lediglich das wiedergegeben, was andere Medien über ihn berichteten. SKIFAS e. V. hat sich vor Aufnahme der strittigen Artikel in den Katalog durch Einsichtnahme in das Urteil des OLG Köln vom 18.02.92 - 15 U 186/91 - davon überzeugt, daß es erlaubt ist, zu behaupten, Nolte mißbrauche Frauen und nenne das Therapie, daß also die im SKIFAS-Katalog beschriebenen Original-Artikel nicht einer sachlichen Grundlage entbehren.
SKIFAS e. V. liegen weitere aktuelle Zeitungsberichte über Nolte mit folgenden Überschriften vor:
Sexualtherapeut darf nicht mehr behandeln. Umstrittener Therapeut darf nicht praktizieren. Sexangebote - Aus für Therapeut Nolte. Täter oder nur ein Opfer von Scientology? Das Ende eines ehemaligen Sex-Gurus. tz München, Fürstenfeldbrucker Tagblatt, AZ München v. 30.05.97, Süddt. Ztg. v. 30. u. 31.05.97
Aus juristischen Gründen werden bis zum Abschluß des Strafverfahrens gegen den Geschäftsführer von SKIFAS e. V. an dieser Stelle keine Beschreibungen der Dipl.-Psych. Nolte betreffenden Zeitungsberichte vorgenommen und die entsprechenden Zeitungsberichte auch nicht zur Verfügung gestellt.
Frankfurter Rundschau, Rheinische Post Vater gewann
Prozess gegen Therapeuten seiner Tochter, Vergewaltigung nur eingeredet
Reg.-Nr. Pr 129444a 2 Seiten FR u. Rh. Post v. 16.05.94
USA: Psychotherapeut suggerierte einer 23-jährigen Scheinerinnerung an angeblichen sexuellen Mißbrauch in der Kindheit durch den Vater. Dieser verliert daraufhin Ruf, Arbeitsplatz und Familie. Das Gericht spricht dem Vater 500.000 $ Schadensersatz wegen Falschbehandlung zu. Eine Prozeßlawine droht. 10.000 Familien in gleicher Situation haben sich an die False Memory Syndrom Foundation gewandt.
Carol Tavris Der Streit um die Erinnerung
Reg.-Nr. Pr 129447a 11 Seiten Carol Tavris in Psychologie Heute, Juni 1994
In USA nehme die Zahl Therapierter, die sich im Laufe der Therapie, teilweise schon nach wenigen Tagen, an sexuellen Mißbrauch in der Kindheit zu erinnern glauben, in hysterischer Epidemie zu, die Rechtsprechung sei bereits beeinflußt. Beispiele: 60-jährige verklagt 91-jährigen Vater wegen Mißbrauchs vor 57 Jahren; 26-jährige verklagt Vater wegen Mißbrauchs im Alter von sechs Monaten, Erinnerungen an satanische Riten im Säuglingsalter seien nicht selten, ebenso an Säuglingstötungen, Kannibalismus, Gruppensex, Verstümmelung von Genitalien. Die Heraufsetzung der Verjährung auf drei Jahre nach Wiedererinnerung mache Prozesse möglich, Grund für Betroffene zur Gründung der False Memory Syndrome Foundation, nach 18 Monaten habe sie bereits 7500 Mitglieder. Die Erinnerungsepidemie sei als Gegenpol zur Freudschen Leugnung des Inzests zu verstehen. Nicht jede Wiedererinnerung sei falsch, der Epidemie mangele es jedoch an wissenschaftlicher Fundiertheit, es zeige sich die wachsende Diskrepanz zwischen Lehre und Forschung einerseits und der Praxis andererseits. Der im Zuge der Enttabuisierung entstandene Markt der Mißbrauchsindustrie verlange weitere Opfer und begünstige die Wiedererinnerungsepidemie, die Scharlatanen Tür und Tor öffne und Erinnerungen einschmuggle wie trojanische Pferde. Echte Opfer würden zunehmend übertönt. Eindimensionalität sei angesagt, alles werde unter dem Aspekt des Mißbrauchs gesehen, komplexere Sichtweisen seien verpönt, wissenschaftliche Theorien, wonach das Gehirn z. B. in der Lage sei, Realität zu konstruieren und zu erfinden, bzw. wonach die Verdrängungstheorie äußerst zweifelhaft sei, daß es fast unmöglich sei, jahrelang Vergewaltigung und Folterung ausgesetzt gewesen zu sein, ohne sich zu erinnern, blieben unbeachtet. Statt dessen blühe entgegen jeder Seriosität der Glaube an die Fähigkeit, Erinnerungen aus dem Säuglingsalter wiederzuerlangen. Unbeachtet blieben auch Beweise von der leichten Suggestibilität Erwachsener. Es fehle die Bereitschaft der Erinnerungstherapeuten, nach konkretem Beweismaterial zu suchen.
Anfällig für Wiedererinnerungen seien vornehmlich nach gescheiterten Beziehungen depressive und unglückliche Frauen aus dem Mittelstand in Krisensituation. Diese Anfälligkeit resultiere aus der Hilfeerwartung des Patienten an den Therapeuten, sei also keine Leichtgläubigkeit. Der Glaube an den Inzest sei verführerisch, weil er eine schlüssige Erklärung für alle Defekte biete und die Schuld daran anderen zuweise. Zugleich gewähre der Glaube an den Inzest Vereinsamten Aufnahme in Gruppen Gleichgesinnter wie in Sekten und ähnlichen Psycho-Kulten, in denen man sich gegenseitig hochschaukele und bestärke.
Der Glaube an den Inzest beginne mit der Information über die hohe Wahrscheinlichkeit, mit der die Symptome angeblich auf Inzest hinweisen. Der Therapeut warte oft auch sehr früh mit einer entsprechenden Diagnose auf, interpretiere z. B. Alpträume und Schlafstörungen als Körpererinnerungen an Mißbrauchserlebnisse, diagnostiziere gar frühzeitig multiple Persönlichkeitsstörung (MPS), mancher halte sich für fähig, die Mißbrauchsdiagnose innerhalb von zehn Minuten zu stellen. Das werde gefördert durch den Glauben an hohe Fallzahlen, eindeutige Symptome und eindeutige und sichere Mißbrauchsfolgen. Fehlende Erinnerungen stünden dem nicht entgegen, es handele sich dann um verdrängte Erinnerungen, die lediglich Beweis für die Schwere des Mißbrauchs seien.
Dem Patienten werde durch Hypnose, Körperarbeit, Trance-Induktion, Literatur, Traumdeutung der Weg gewiesen. Verdachtsspuren und vage Erinnerungen erhöhen dann die Wahrscheinlichkeit. Kämen keine Erinnerungen, werde dies als opfertypisches Leugnen und Verdrängen interpretiert, was weitere erhebliche Aufdeckungsarbeit nach sich ziehe. Gleichzeitig werde der Patient aufgefordert, den Kontakt zum Beschuldigten und zu allen Personen, die den Vorwurf bezweifeln, abzubrechen bzw. in Konfrontation zu gehen. Begleitet werde dies durch Zusammenschluß mit Personen in gleicher Situation. Rechtfertigungsversuche der Beschuldigten würden als tätertypisches Leugnen interpretiert.
Eine Trendwende sei möglich. Die Flutwelle scheine abzuebben. Beschuldiger würden zunehmend widerrufen, Richter zunehmend skeptisch auf bewußtgewordene Erinnerungen reagieren.
Spiegel Modischer Wahn
Reg.-Nr. Pr 129529a 2 Seiten Spiegel 12/1995 v. 20.03.95
Nach Meinung einiger Psychologen sei die Zahl der Fälle multipler Persönlichkeitsstörung (MPS), verursacht angeblich durch schwere seelische Traumata, meist sexuellen Mißbrauch und Folterungen, in den USA in den letzten 25 Jahren von 200 auf ein Prozent der Bevölkerung gestiegen. Es sei dort bereits zu Verurteilungen gekommen, gestützt einzig und allein auf therapeutisch aufgestöberte Erinnerungen von Klägerinnen. Die Kasseler Psychologin Michaele Huber gehe von 80.000 Fällen in Deutschland aus, Kinderschänder gingen mit bestialischer Brutalität z. B. in schwarzen Messen oder germano-faschistischen Sekten auf ihre Opfer los und zwängen sie zu Kannibalismus und vollzögen rituelle Schlachtungen von Neugeborenen.
Ernstzunehmende Fachleute und Psychiater zweifeln daran, vielmehr handele es sich um zeitgeistige Hysterie, ein-geflüstert von Therapeuten. Therapieauslöser seien regelmäßig Depressionen, Angstzustände, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Minderwertigkeitsgefühle und sexuelle Probleme, jedoch regelmäßig nicht die Erinnerung an traumatische Kindheitserlebnisse. Vermeintliche Erinnerungen an Mißbrauchserfahrungen (Vergewaltigungen, Quälereien, rituelle Folter, satanische Messen) kämen meist erst nach Hypnosen und erst, nachdem MPS diagnostiziert worden sei. Auch nach 60-jähriger Forschung sei die These von der Erinnerungsverdrängung unbewiesen, die psychiatrische Praxis zeige z. B. anhand von KZ-Häftlingen, wie schwer es sei, traumatische Erlebnisse zu verdrängen.
Der Tagesspiegel Erinnerung - nur suggeriert?
Reg.-Nr. 129653b 1 Seite Tagesspiegel vom 23.06.96
Erinnerungen Erwachsener in psychiatrischer Behandlung an sexuellen Mißbrauch als Kind nähmen zu, seien aber meist eingebildet bzw. vom Therapeuten suggeriert. Das angebliche Verdrängen traumatischer Erlebnisse sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Im Gegenteil könne man furchtbare Erlebnisse niemals abschütteln. Unter Hypnose oder Therapie sei der Mensch manipulierbar und könne nicht existente Bilder von Vergewaltigungen durch den Vater herstellen.
(wird fortgesetzt)