paPPa.com informiert
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Psychologisches Institut, April 1994
DIE PSYCHOSOZIALE SITUATION NICHTSORGEBERECHTIGTER
VÄTER
von Ursula Ofuatey-Kodjoe und Simone Wiestler
" Der Vater ist das Dach des Hauses "
(vietnamesisches Sprichwort )
(Die ganze Studie bieten wir kostenfrei im RTF-Format als zip-File
(166 kB) zum Download an.
Wer daran interessiert ist, schickt uns bitte eine eMail)
Rezension im Freiburger Uni-Magazin -/- Hinweis bei "Väter für Kinder"
Weitere Hinweise zu Informationen zum Thema am Ende des Dokumentes ...
INHALTSVERZEICHNIS
A. LITERATURTEIL
1. PSYCHOSOZIALE RAHMENBEDINGUNGEN
1.1. Relevanz des Themas
1.2. Die historische Entwicklung der Familie
1.3. Familienbeziehungen
1.3.1. Familienbeziehungen aus systemischer Sicht
1.3.2. Familienbeziehungen aus rechtlicher Sicht
1.4. Die gesellschaftliche Entwicklung der Vaterrolle
1.4.1. Verhaltensmuster der Männer
1.4.2. Verhaltensmuster der Frauen
1.4.3. Widerstände im sozialen Umfeld
1.5. Die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes
1.5.1. Kleinkinder
1.5.2. Ältere Kinder
1.5.3. Die Auswirkungen der Abwesenheit von Vätern
1.6. Die Entwicklung der Vateridentität
1.7. Reaktionen auf die Scheidung
1.8. Zusammenfassung
2. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
2.1. Trennung und Scheidung
2.2. Scheidungsstatistik
2.3. Familienrecht
2.3.1. Alte Bundesländer
2.3.2. Neue Bundesländer
2.4. Sorgerecht
2.5. Rechte nichtsorgeberechtigter Väter und Mütter
2.6. Judikation
2.6.1. Familienrichter
2.6.2. Rechtsanwälte
2.6.3. Jugendämter
2.6.4. Gutachter
2.7. Psychologie und Gesetzgebung
2.8. Zusammenfassung
3. STAND DER FORSCHUNG
3.1. Entwicklung der Vater-Kind-Forschung
3.1.1. Barrieren der frühen Vaterforschung
3.1.2. Phasen der Vater-Kind-Forschung
3.2. Nichtsorgeberechtigte Väter
3.2.1. Emotionale und psychosomatische Probleme
3.2.2. Alltagsprobleme
3.2.3. Soziales Umfeld
3.2.4. Beziehung zur geschiedenen Ehefrau
3.2.5. Beziehung zu den Kindern
3.2.6. Identität und Vaterrolle
3.3. Zusammenfassung
4. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
4.1. Organisation von Vätern
4.1.1. ISUV/VDU Interessenverband Unterhalt und Familienrecht
4.1.2. DIALOG zum Wohle des Kindes e.V.
4.1.3. Verein Humane Trennung und Scheidung e.V.
4.1.4. Väteraufbruch für Kinder e.V.
4.1.5. Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. .
4.2. (Selbst-)Darstellungen in den öffentlichen Medien
4.2.1. Dokumentarfilme
4.2.2. Diskussionsrunden
4.2.3. Zusammenfassung
B. DIE EIGENE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
1. METHODIK
1.1. Fragestellung und Hypothesenbildung
1.1.1. Fragestellung
1.1.2. Ableitung der Hypothesen
1.2. Entwicklung des Erhebungsinstruments
1.2.1. Zielsetzungen
1.2.1.1. Methodische Zielsetzungen
1.2.1.2. Inhaltliche Zielsetzungen
1.2.2. Pretest
1.2.3. Endgültige Fassung
1.3. Durchführung
1.3.1. Datenerhebung und Fragebogenrücklauf 117
1.3.2. Stichprobe 118
1.4. Statistische Auswertung
2. ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG
2.1. Reaktionen der Befragten auf die Untersuchung
2.1.1. Voruntersuchung
2.1.2. Untersuchung
2.1.2.1. Telefongespräche
2.1.2.2. Zuschriften
2.1.2.3. Zusammenfassung
2.2. Beschreibung der Stichprobe
2.3. Einzelergebnisse
2.3.1. Biographische Daten
2.3.2. Sorgerecht und Umgangsrecht
2.3.3. Kontakt zu den Kindern
2.3.4. Trennung von den Kindern
2.3.5. Kontaktbehinderung
2.3.6. Rolle und Identität des Vaters
2.3.7. Lebenszufriedenheit
2.3.8. Körperliche Beschwerden
2.3.9. Fragen zum Sorge- und Umgangsrecht
2.4. Ergebnisse des Gruppenvergleichs
2.5. Überblick der Ergebnisse und deren Interpretation im
Zusammenhang mit den Hypothesen
2.6. Diskussion
3. LITERATURVERZEICHNIS
4. ANHANG
Väter ohne Sorgerecht ist ein bisher wenig beachtetes Thema. In der Literatur über rechtliche Grundlagen und psychologische Auswirkungen von Trennung und Scheidung führt der Vater ein Schattendasein. Nur in wenigen Büchern ist ihm und seiner Situation ein eigenes Kapitel gewidmet. Ein einziges Buch: "Väter" von Fthenakis, W.E.(1985) behandelt ausschließlich seine Situation.
Es stellte sich daher die Frage: Wie bewältigen Väter die mit einer Scheidung verbundenen, veränderten Lebensumstände, insbesondere die Trennung von ihren Kindern? Wie gehen sie mit ihren Verletzungen um, mit ihrer Trauer, mit ihrer Wut? Welche Vorstellungen haben sie von der zukünftigen Beziehung zu ihren Kindern, wie verändern sich diese Vorstellungen im Laufe der ersten Monate und Jahre gelebter äußerer Trennung, wie verändern sich die Väter selbst mit diesen und durch diese Erfahrungen?
An drei Zahlen wird die Dynamik des Themas deutlich. Die ersten beiden sind aus dem statistischen Jahrbuch 1989, die dritte aus einer Untersuchung zur Scheidungsproblematik von A.Napp-Peters (1988):
Allein bei oberflächlicher Betrachtung ergibt sich hier ein hoher Prozentsatz von gegen ihren Willen geschiedenen und gegen ihren Willen von ihren Kindern getrennten Vätern, die nach kurzer Zeit ihre Kinder nicht mehr sehen. Einfach wäre es, daraus auf väterliches Desinteresse, Lieblosigkeit und Egoismus zu schließen. Die Frage ist, ob dieser Schluß der Identität, dem Rollenverständnis und der gesamten Vaterrealität der betroffenen Männer gerecht wird. Was geschieht also mit den geschiedenen Vätern und ihren Kindern?
Gesicherte Erkenntnis sind heute die Verlassenheits- und Verlustgefühle der Trennungskinder, die den Vater durch die Scheidung unwiederbringlich verloren haben und die gewaltige Aufgabe, die es bedeutet, diese Kindheitsverletzungen zu verarbeiten. Kaum Erkenntnisse gibt es jedoch über die Gefühle, Motivationen und Kognitionen des Vaters, der Verlassender und Verlassener zugleich ist.
Schon bei Gesprächen über unsere Absicht, die Situation der nichtsorgeberechtigten Väter zum Thema einer Diplomarbeit zu machen, zeigten sich eine Reihe erstaunlicher Reaktionen, die alle einen gemeinsamen Tenor hatten: Warum beschäftigen sich zwei Frauen mit einem derart männerspezifischen Thema? Auf männlicher Seite waren Verwunderung und Mißtrauen, aber auch Anerkennung und Begeisterung zu spüren. Einige Frauen reagierten mit Abwehr über den ,,Verrat an der Unantastbarkeit der guten Mutter". Viele betroffene Väter waren nach anfänglicher Vorsicht bereit, über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen und sicherten uns ihre Mitarbeit bei der späteren Untersuchung zu. Es war ermutigend, auf so viel Interesse für eine Arbeit zu stoßen, die noch nicht begonnen war.
Zur Zusammensetzung des Autorenteams dieser Diplomarbeit ist zu sagen, daß es sich aus zwei Generationen und zwei Erfahrungswelten zusammensetzt: eine ledige, kinderlose Diplomandin von Ende zwanzig, und eine geschiedene, alleinerziehende Mutter von drei Kindern von Mitte vierzig.
Weitere Information zur Situation von Trennungsvätern finden Sie hier:
Stand dieser Seite: 28.6.04 - ursprünglich eingestellt Dezember 1997 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/studie/prev.htm
Wenn Sie unsere Informationen nützlich
finden, freuen wir uns auch über Ihre Unterstützung
durch eine Spende an paPPa.com e.V. (Konto 337 02 00, BLZ 100 205 00 -
Bank für Sozialwirtschaft). Sie ist steuerlich absetzbar und wir sind
darauf angewiesen ... oder werden auch Sie paPPa.com-Förderer
!
Ab 20 € senden wir unaufgefordert eine Spendenquittung zu.