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Schicksal von Kindern alleinerziehender Eltern
- Neue Studie aus Schweden, basierend auf Statistiken der
Sozialversicherung und den Sterbetafeln -
Eine in der renommierten Zeitschrift "The Lancet"
veröffentlichte wissenschaftliche Studie belegt, dass Kinder, die
von einem
einzelnen Elternteil aufgezogen wurden, hohen zusätzlichen Gesundheitsrisiken
ausgesetzt sind. Insbesondere erkranken sie
doppelt so häufig an seelischen Leiden bzw. begehen öfter Selbstmord.
Die Wahrscheinlichkeit einer Suchterkrankung
verdreifacht sich bei Mädchen und vervierfacht sich bei Jungen.
Gunilla Ringbäck Weitoft, Anders Hjern, Bengt Haglund, Måns
Rosén:
Mortality, severe morbidity, and injury in children living with single
parents in
Sweden: a population-based study, in THE LANCET; Vol 361 January 25, 2003
www.thelancet.com
http://www.medizin-2000.de/news/2003/single_parent.html
Ist ein Elternteil zu wenig?
Kinder können sich die Umstände ihrer Kindheit und
Jugend nicht aussuchen. Der familiäre Hintergrund in der Kindheit
scheint eine wesentliche Rolle in der späteren Entwicklung im Leben
eines Menschen zu spielen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
ist das Aufwachsen mit lediglich einem Elternteil in der westlichen Welt
keine Seltenheit mehr - in den USA ist es inzwischen häufiger als
das Aufwachsen mit beiden leiblichen Eltern. Die Folgen einer Familientrennung
- die häufigste Ursache ist eine Scheidung der Eltern - wurden bereits
in verschiedenen Studien untersucht. Die
Einflüsse auf Kinder mit nur einem Elternteil hinsichtlich Erziehung,
Verhalten, psychologischer Anpassung und sozialer Kompentenz wurde weitgehend
übereinstimmend beschrieben. Die Ausführungen über Gesundheit
und Wohlbefinden der Kinder sind jedoch kontrovers.
Einerseits werden kurzfristige Konsequenzen mit nachfolgender Erholung
postuliert, andererseits ein erhöhtes Risiko für inadäquate
psychologische Anpassung. Frühere Studien hatten zumeist nur geringe
Fallzahlen und basierten auf Angaben von Eltern, Lehrern oder von den Jugendlichen
selbst. Außerdem wurden oft nur kurzfristige Probleme untersucht.
In einer Ende Januar 2003 im "Lancet" publizierten Populationsstudie
aus Schweden wurden nun über 65.000 Kinder mit nur einem Elternteil
fast einer Million Kindern mit beiden Elternteilen gegenübergestellt.
Untersucht wurde die Gesamtmortalität, die ursachenspezifische Mortalität
und das
Risiko für Krankenhausaufenthalte.
Kinder mit nur einem Elternteil zeigten ein erhöhtes Risiko für
psychiatrische Krankheiten, Suizid und Suizidversuch, Verletzungen und
Missbrauch von Alkohol und Narkotika.
Für psychiatrische Erkrankungen im Kindesalter betrug das relative
Risiko bei Mädchen und Jungen mit nur einem Elternteil 2,1 und 2,5
gegenüber Kindern mit beiden Elternteilen. Ebenso war das relative
Risiko in dieser Gruppe für Selbstmordversuche (Mädchen 2,0;
Jungen 2,3), alkoholbedingte Erkrankungen (Mädchen 2,4; Jungen 2,2)
und narkotikabedingte Erkrankungen (Mädchen 3,2; Jungen 4,0). Jungen
mit nur einem Elternteil hatten ein stark erhöhtes Risiko für
psychiatrische Erkrankungen und narkotikabedingte Erkrankungen als Mädchen.
Außerdem bestand bei den Jungen ein erhöhtes Risiko bei der
Gesamtmortalität. Ringbäck et al. schließen aus ihren umfangreichen
Daten, dass das Aufwachsen mit nur einem Elternteil mit sehr relevanten
gesundheitlichen Nachteilen für das betroffene Kind einher geht. Mangelnde
Ressourcen (vor allem auch finanzieller Art) im Haushalt dürften eine
wichtige Rolle bei dieser Risikoerhöhung spielen. Aber auch nach Berücksichtigung
einer weiten Palette an demographischen und sozioökonomischen Gegebenheiten
haben Kinder mit nur einem Elternteil ein erhöhtes Risiko für
Mortalität, schwere Morbidität und psychische wie
physische Verletzungen.
http://www.springer.at/periodicals/article_pdf/xxxxxxxxx268xxxxxx294109_1.pdf
Stand dieser Seite: 8.6.2003 - eingestellt am 4.5.2003 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/studie/studie_alleinerziehend.htm
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