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Mai 2005 - Pressemitteilungen und -berichte

Traurige Tendenz: Der Kinderwunsch lässt stark nach
Die Männer sind im Zeugungsstreik (?)

Die folgenden Pressemeldungen haben eines gemeinsam: Auch Männer werden berücksichtigt, wenn es um die Frage des Kinderkriegens geht. Damit heben sich diese Meldungen wohltuend davon ab, was unsere Regierung uns tagtäglich (und seit vielen Jahren) weis machen möchte: Kinderkriegen sei ausschließlich Fraunsache.

Eines wird deutlich: Männer sind mit einer Vielzahl von Anforderungen konfrontiert, wenn es um die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder geht. Damit korrespondiert die nahezu völlige Rechtlosigkeit in Kombination von lebenslangen Pflichten nach einer Familiengründung. Männer üben - so unsere Annahme - inzwischen den passiven Widerstand und verzichten oft und aus guten Gründen auf Nachwuchs. Anlass dazu haben sie leider mehr als genug ...

Dass Männer sich "zurück ziehen" hat nicht zuletzt mit dem Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung von Männern und Vätern zu tun. Bitte lesen Sie einmal nach, wie sich die entsprechende Situation in den USA zu diesem Aspekt darstellt und vergleichen das mit der Situation in Deutschland. In anderen westlichen Staaten gibt es Respekt vor Vätern - Deutschland ist auch hier ein Entwicklungsland ...


Bundesministerium des Innern, 2.5.05 - Presseerklärung: Die Deutschen wollen immer weniger Kinder.


Deutschland, deine Väter
Zahlreiche Studien belegen: Deutsche Männer haben immer mehr Angst vor der Gründung einer Familie
Berliner Morgenpost 4.5.05

Auszüge:
(...) Doch meistens dürfte der Grund im Verantwortungsbewußtsein der Väter liegen: Als Familienernährer sehen sie sich um so mehr in der beruflichen Pflicht, je mehr Kinder nach Brot und Computerspielen rufen. Für diese Vermutung spricht der Befund von Sozialwissenschaftlern aller Couleur, wonach sich in Deutschland das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in der Familie wieder zurückentwickelt. Sind Kinder da, rasten hergebrachte Rollenmuster ein: Der Mann konzentriert sich auf die Arbeit, die Frau auf die Kinder. Das sehen auch die Männer so: 41 Prozent der von Allensbach 2004 befragten Väter erklärten, daß sie sich weniger um ihre Kinder kümmern, als sie es gern täten. Doch ein Rollentausch, so stellten die Demoskopen fest "kommt für die überwältigende Mehrheit der Väter nicht in Frage". Entsprechend ergab unlängst eine weitere Allensbach-Studie, daß 21 Prozent der Männer erst dann ein Kind zeugen wollen, wenn sie sicher sein können, daß das Kind "meine beruflichen Chancen nicht gefährdet" - bei Frauen sind es nur 13 Prozent.

(...) Zu vermuten ist, daß die vorgestern veröffentlichten Zahlen, wonach 26 Prozent der jüngeren deutschen Männer (gegenüber nur 11 Prozent der Frauen) keine Kinder haben wollen, in hiesigen Rollenmustern begründet sind: Wo die materielle Sicherung am Mann hängt, dieser aber um seinen lebenslangen Vollerwerbsarbeitsplatz fürchten muß und zudem mehr Geld für eigenen Genuß behalten will, scheitert die Familiengründung am Mann. Die Männer scheitern an dem Druck, den sie sich selbst machen.

(...) Mindestens genausoviel Druck aber macht ihnen die Umwelt. Väter stehen unter Verdacht. Noch nicht ausgestanden ist jene Mißbrauchsdebatte, in der Männern, die sich liebevoll kleinen Mädchen nähern, Perversität unterstellt wurde. Welch unlautere Motive man Vätern ungestraft vorwerfen darf, zeigte sich auch im Streit um die heimlichen Vaterschaftstests, wo Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) ein extremes Mißtrauen der Männer gegenüber den Müttern ihrer Kinder anprangerte. Mittlerweile geteilt wird vom Justizministerium die Einsicht, daß Männer beim Scheidungs- und Unterhaltsrecht massiv benachteiligt werden. Das soll geändert werden. Keine Besserung jedoch ist dort in Sicht, wo die Väter nach Meinung aller Familienrechtler am schlechtesten gestellt sind, beim Sorgerecht für Kinder nach einer Trennung: Laut Statistischem Bundesamt haben die Gerichte 2003 in strittigen Fällen die Sorge für die Kinder in 11.732 Fällen der Mutter übertragen, aber nur 997 Mal dem Vater.

Im Kontrast dazu steht die Betonung väterlicher Pflichten durch die Politik. Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) erklärte vor einem Jahr gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Ich meine, daß die Väter stärker einbezogen werden sollten. Denn Väter, die sich früh für ihre Kinder engagieren, werden auch in Zukunft mehr Pflichten übernehmen." Als täten sie das nicht längst: Eine Studie des Instituts für Zukunftsforschung in Berlin ergab 2004, daß sich Väter sehr stark im Haushalt engagieren, und ist der Mann Alleinverdiener, so ist seine tägliche Arbeitszeit in Beruf und Haushalt zusammengenommen um eine Stunde und zehn Minuten länger als die seiner Frau.

Zum Streß daheim tritt der im Beruf: Der Geschlechterforscher Peter Döge vom Institut für Zukunftsforschung wies erst unlängst darauf hin, daß die wenigsten Firmen bereit sind, die familiären Interessen von Vätern zu berücksichtigen. Väter, die ihre Kinder nur von der Kita abholen wollten, würden, so Döge, als "Drückeberger" bezeichnet, da in den meisten Unternehmen eine "stark ausgeprägte Anwesenheitskultur" herrsche: Mit der tatsächlichen oder nur angeblichen Rücksicht auf Mütter brüsten sich mittlerweile viele Unternehmen, doch auf Väter üben sie nach wie vor denselben Druck aus, unter den diese sich selbst setzen.


Rheinische Post 6.5.05 Männer im "Zeugungsstreik"

Auszüge:
Angeblich sind die Frauen schuld daran, dass es in Deutschland einen Geburtenrückgang gibt. Ausgeprägte berufliche Interessen und wenig mütterliche Ambitionen sollen der Grund sein. Doch das trifft nicht immer zu. Viele Männer tragen ihren Teil dazu bei, dass Paare kinderlos bleiben. (...) Jeder vierte Mann (26,3 Prozent) zwischen 20 und 39 Jahren hat an Nachwuchs überhaupt kein Interesse, so eine neue Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Bei den Frauen liegt der Wert bei 14,6 Prozent. (...) Dass viele Männer keinen Nachwuchs wollen, bleibt offenbar nicht ohne Folgen. So zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, dass in der Phase der Familiengründung mehr Männer kinderlos sind als Frauen: Fast 60 Prozent der 30- bis 34-jährigen Männer hatten im Jahr 2002 keine Kinder, bei den gleichaltrigen Frauen waren es knapp 40 Prozent. Von den 35- bis 39-jährigen Männern waren 34 Prozent kinderlos, von den gleichaltrigen Frauen 17 Prozent.

(...) Die verbreitete familienfeindliche Unternehmenspolitik mache das Ja zum Kind zusätzlich schwer, sagt der Psychologe Prof. Dirk Zimmer von der Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie. "Viele müssen sich für die Karriere im Job selbst ausbeuten." Auch die Ansprüche an die Vaterrolle seien gestiegen, sagt Zimmer. Männer fürchteten heute nicht nur Freiheitsverlust und die Verantwortung für ein Kind, sondern auch die Unzufriedenheit ihrer Partnerin. Die hohen Scheidungsraten schafften zusätzliche Zweifel.

(...) "Manche Frauen werden auch absichtlich schwanger und stellen ihre Männer vor vollendete Tatsachen", sagt Pro-Familia-Beraterin Rettig. Doch ein solcher Schritt ist ein Wagnis: Nach einer Studie des Familieninstitutes Bamberg, wurde fast jede zweite ledige Alleinerziehende während der Schwangerschaft von ihrem Partner verlassen - allerdings auch dann, wenn das Kind gemeinsam geplant war. Und vier von fünf Männer finden, ein Mann sei nicht verpflichtet, sich um das Kind zu kümmern, wenn er gegen seinen Willen zum Vater gemacht wird, so eine repräsentative Befragung im Auftrag der Zeitschrift "freundin".


DER SPIEGEL 13/2005, Seite 48 FAMILIE: Ein Buch widmet sich dem Phänomen "kinderloser Mann"
"150 Milliarden Euro gibt das Land jährlich für Familienleistungen aus. Doch in einer kürzlich veröffentlichten Umfrage wurde klar: Nicht an Krippenplätzen fehlt es, sondern an geeigneten Männern."

"Alles weiß man von der Frau ohne Kinder: Alter, Einstellung, Bildung. Der kinderlose Mann dagegen ist ein Tabu. Ein Buch widmet sich nun dem unbekannten Wesen. Die Gründe für die Verweigerung sind multipel. Natürlich ist da die ewige Angst, nach einer gescheiterten Ehe von der Kindsmutter ausgeplündert zu werden: oder der berufliche Erfolgsdruck, als Ernährer einer Familie bestehen zu müssen. Hinzu kommt der hormonell weniger stark ausgeprägte Kinderwunsch; und das ganz schlimme Dilemma, sich für nur eine Frau zu entscheiden. Und überhaupt: Ist ein Leben ohne Kinder nicht einfach bequemer? Neben diesen eher traditionellen Bedenken stieß Dinklage bei ihrer Recherche auch auf ein anderes Phänomen: den in seiner Rolle zutiefst erschütterten Mann, der sich im Beruf, im Sport, in der Freizeit weiblicher Konkurrenz zu stellen hat. „Die Männer verlieren an Macht“, glaubt Dinklage, „der Zeugungsstreik dient als letztes Mittel, die Frau in Zaum zu halten.“ Besonders Akademikerinnen und Karrierefrauen bekommen das zu spüren. Nach Studium und beruflichem Aufstieg unter Zeit- und Entscheidungsdruck stoßen sie bei ihren Männern oft auf eine Ja-vielleicht-später-Haltung."

Frau Dinklage vertritt die Fraunperspektive, ist ja selber eine ...

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Mehr zum Thema "Zeugungsstreik"

Väteraufbruch Schwaben http://www.vafk-schwaben.de/vasektomie.html Vasektomie – Sterilisation beim Mann - Verhütung auf ganz sichere Art
Vaterschaft ist für Männer in Deutschland ein nicht zu kalkulierendes Risiko. Gib der deutschen Scheidungsindustrie keine Chance!

Die Welt vom 8.5.05 http://www.wams.de/data/2005/05/08/715897.html Männer im Zeugungsstreik (...) Seit der vergangenen Woche lassen sich alle Fragen auch andersherum stellen: Warum will man heute nur Mann statt Vater sein? Und kann man Mann sein, ohne Vater zu sein? Gleich zwei Studien zeigen jetzt, daß die Männer viel mehr mit dem Nachwuchs hadern als die Frauen. (...)

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8.5.05 - Kind oder Cabrio? Der Fruchtbarkeitsfalle entkommen

FACTS, 10.3.05 http://www.zivilcourage.ch/web/themen-sd-gb.html Kinder? Vielleicht später
Sprengstoff für die Beziehung: Wenn sie kann, will er nicht. Und wenn er endlich will, kann sie nicht mehr. Männer, vor allem jüngere, treten in den Zeugungsstreik. Nicht zuletzt weil ihnen die Ernährerrolle kein Prestige mehr bringt.

BRIGITTE http://www.brigitte.de/frau/familie/zeugungsstreik/ Zeugungsstreik - Viele Frauen wissen, dass sie ein Kind wollen. Aber was, wenn der Partner nicht mitzieht? Immer mehr Männer zögern, bis es zu spät ist, oder wollen von Anfang an nicht Vater werden. Hier lesen Sie die Geschichten von zwei Frauen, die erzählen, wie sie die Sache mit dem Kinderwunsch sehen

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Stand dieser Seite: 10.5.05 - Fundstelle: http://www.pappa.com/vater/Zeugungsstreik+Kinderwunsch.htm
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