paPPa.com stöhnt: Auch das noch ...
Die BILD-Zeitung vom 15.2.2001 titelt:
JEDER 3. VATER DRÜCKT SICH VOR DEM UNTERHALT
Achtung, Väter! Wer keine Alimente zahlt,
ist vielleicht bald sein Auto los... -
Leserbriefe: http://cgi.bild.de/service/meinung/index.html
Der Plan: Vater und Fahrzeug werden ausfindig gemacht, das Auto abgeschleppt, der Halter zur Kasse gebeten. Die CDU-Politikerin Karen Koop: „Wer sein Auto behalten will, zahlt schon. Ansonsten wird der Wagen verkauft, Schulden mit dem Geld beglichen."
Warum der drastische Plan?
1999 wurden in Deutschland 190 590 Ehen geschieden. Fast alle der 143 728 neuen Scheidungskinder zogen zur Mutter. Koop: „Durchschnittlich jeder dritte Vater zahlt seinem Nachwuchs keinen Pfennig, obwohl er könnte." Die Drückeberger unter den Vätern kosten Milliarden!
Der Staat zahlt jeden Monat 220 Mark (Ost 189) für Kinder bis sechs und 296 Mark (Ost 257 Mark) für Jungs und Mädchen bis 12 Jahre. Allein 1999 insgesamt 1,4 Milliarden Mark!
Jetzt haben sich die ersten Bundespolitiker zum „Auto-weg-Plan" geäußert. Der rechtspolitische Obmann der CDU/CSU, Ronald Pofalla (41): „Ich halte das grundsätzlich für einen guten Vorschlag, weil er deutlich macht, dass solche Väter rechtswidrig handeln."
Anke Eymer (51), Familienpolitische Sprecherin der CDU: „Beide Eltern haben Verpflichtungen ihren Kindern gegenüber. Dies ist sicher eine Möglichkeit, den Vater zur Rechenschaft zu ziehen."
Familienministerin Christine Bergmann (61, SPD) hält wenig von dem Vorschlag: „Vor neuen Regelungen hat Vorrang, dass man die jetzigen Möglichkeiten nutzt."
PS: In Dänemark wird säumigen Zahlern bereits seit Jahren das Auto gepfändet. Ergebnis: Die Zahl der nicht zahlenden Väter ging zurück! Die USA gehen sogar noch weiter: Wer für seine Kinder nicht zahlt, kann den Führerschein oder die Angellizenz verlieren.
Leserbriefe zum obigen Artikel, abgedruckt in BILD vom 16.2.2001
5 BILD-Leser sind verärgert, 1 BILD-Leser freut sich:
Klaus Peter Krenner, Bremen: Meine Meinung als Betroffener ist, dass sicher viel mehr Väter ihren Verpflichtungen nachkämen, wenn sie steuerlich nicht als "Junggesellen" (Steuerklasse I) eingestuft würden.
Gerd Fahr, Rohrheim: Berichten Sie mal von den Männern, die jetzt schon zu Fuß gehen, weil sie von ihren Ex-Frauen über den Tisch gezogen wurden mit Kindern, die mit 25 Jahren auf der faulen Haut liegen.
Reinhard Hager, Hasselroth: Klasse Idee.
Uwe Wacker, Waldmohr: Meine Frau zahlt für ihre beiden Kinder auch keinen Unterhalt. Ihr nimmt man nichts weg.
Bernd Schramm, Villingen-Schwenningen: Was ist mit den Vätern, die einen Geschäftswagen oder ein Leasingauto fahren? Merke, wer schlau ist, kann sich um einiges drücken.
Anke Grawe, Köln: Warum können die Jugendämter nicht mit dem Finanzamt zusammenarbeiten, um die tatsächlichen Einkünfte zu erfahren?
http://www.spiegel.de/druckversion/0,1588,118200,00.html - DER SPIEGEL 8/2001
Familien: Jagd auf die Alimente
Weil viele Männer keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, springt
der Staat mit Milliarden ein. Müssen säumige Väter jetzt
um ihr Auto oder den Führerschein fürchten? mehr
...
Leserbriefe: mailto:leserbriefe@spiegel.de - Telefon: 040/3007-2687 - Fax: 040/3007-2966
Leserbrief an den Spiegel, 20.02.01 von Thomas Tesch
Sehr geehrte Damen und Herren!
Zu Ihrem Artikel "Familien: Jagd auf die Alimente" möchte ich folgendes darstellen:
Ich selbst bin zahlungpflichtig und zahlungswillig für 2 Kinder. Ohne jede Beratung hat mich als freudvollen Vater, das Jugendamt vor einigen Jahren Urkunden unterzeichnen lassen, welche ungesetzlich hoch veranschlagt waren.
In den ersten Jahren war das auch kein Problem. Als die Kinder älter wurden und dadurch in die höheren Alterstufen gelangten, fand ich mich plötzlich zahlungsunfähig, als ich dringend Zahnersatz brauchte. Keinen richtigen Urlaub machen zu können, ist nur ein Effekt. Nichts für Notfälle oder medizinische Versorgung ansparen zu können ist schon kritischer. Der Tatbestand interessierte das Jugendamt nicht, nicht mehr kauen zu können blieb mein Problem.
Da durch die Haltung des Jugendamtes (Zitat: Väter beraten wir nicht! (Jugendamt Neukölln)) keine für alle verträgliche Lösung gefunden werden konnte, setzte ich die Zahlungen für 3 Monate aus, da der Erhalt meiner Gesundheit und Arbeitskraft den Kindern ja auch zugute kommt. Daraufhin pfändete das Jugendamt mein Gehalt, und das weit über die Pfändungsgrenze, bis auf 1035 DM. Eine sogenannte "Kahlpfändung". Mein Arbeitgeber war nicht begeistert, aber ich konnte meinen Job behalten. Meine Wohnung hätte ich beinah nicht mehr finanzieren können. Ich mußte meine Pfändungsgrenze mit Hilfe des Amtsgerichts neu festsetzen lassen um nicht Obdachlos zu werden. Gerade noch geschafft.
Seitdem gehe ich für Sozialhilfehöhe arbeiten. Selbstbehalt von 1500 DM? Hab ich noch nichts von gehabt. Allerdings habe ich mittlerweile 3 Gerichturteile, welche mir bestätigen, daß die Jugendämter die Unterhaltsbeträge falsch, zum Nachteil der Väter berechnen.
Nebenbei: Meiner Tochter wurde zu diesem Zeitpunkt der Umgang mit mir durch die Mutter vereitelt, ich konnte sie 2 Jahre nicht sehen. Heute sehen wir uns wieder regelmäßig. Noch! Ich weiß nämlich auch nicht, wie ich ihr Essen, das Fahrgeld, die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke etc. jetzt noch finanzieren soll. Die Kindesmutter kann sich eine 5-Zimmerwohnung in einem Berliner Nobelbezirk leisten, ich lebe in einer kleinen Ein-Zimmerwohnung und wenn meine Tochter bei mir ist schläft sie auf dem verglasten Balkon.
Momentan sind meine Zähne wieder kaputt und ich brauche dringend Zahnersatz. Die Eigenbeteiligung in Höhe von 3500 DM ist für mich nicht leistbar. Bitte drucken sie einen Spendenaufruf: Kontonummer: 1430xxxx, BLZ 100 500 00, Kto-Inh. Thomas Tesch.
Mit freundlichem Gruß, Thomas Tesch, Berlin
Siehe schon (statt eines weiteren überflüssigen Kommentars):
Stand dieser Seite: 07.03.2001 - eingestellt am 18.02.2001 - Fundstelle: http://www.paPPa.com/vater/auot-weg-bild.htm