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Reaktionen auf die SPIEGEL-Polemik "Väter
braucht das Land"
(siehe auch:
SPIEGEL
ONLINE Forum: Entsorgte Väter - Väter braucht das Land und
Newsgroup news:de.soc.familie.vaeter)
Dr. Karin Jäckel * Autorin * Hansjakobstr. 5 * 77704 Oberkirch Tel. 07802-90409 * Fax -3707
Betr.: DER SPIEGEL 51/97, 15.12.97
Debatte: Väter braucht das Land
Die feministische "Muttermacht" ... von Sabine Kartte
Einen besseren Beweis für die väterfeindliche Haltung einer alleinerziehenden Mutter als diesen zynischen, unsauber recherchierten und in entscheidenden Aussagen falschen Diskussionsbeitrag in der Debatte um unsere zusehends väterfeindlichere Gesellschaft kann es gar nicht geben. Sabine Kartte ist es gelungen, die Aussagen sowohl meines dtv-Buches "Der gebrauchte Mann - Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung" als auch diejenigen der SPIEGEL-Titelstory "Die vaterlose Gesellschaft" von Matthias Matussek in vollem Umfang zu bestätigen.
Unsauber recherchiert wurde:
Dr. Karin Jäckel
jurij & ralfo - 12.12.1997
"Die Väter sind selber schuld", so wird das tiefsinnige Fazit einer gestandenen alleinerziehenden Redakteurin vom Spiegel sein. Das sagte mir jedenfalls gestern Frau Kartte am Telefon.
Am nächsten Montag wird es nun tatsächlich eine Polemik zum Thema Kindschaftsrecht geben. Wird dieser Artikel erklären können warum, (nach Meinung von Frau Kartte) die "wenigen" Väter, die für ihre Kinder Verantwortung übernehmen wollen, mit Hilfe staatlicher Institutionen wie deutsche Jugendämter, Gerichte und von anderen dienstbaren Helfershelfer, wie z.B. Psychologen, Anwälte und leider auch Journalisten, systematisch diffamiert und ausgegrenzt werden ?
Wird endlich dieser Artikel für unsere Kinder aber natürlich auch für die betroffenen Eltern neue akzeptable Wege aufzeigen ?
Gruss jurij & ralfo
Alleinerziehender Vater mit gemeinsamen Sorgerecht
Armin Emrich, 12.12.1997
"Väter hat das Land, sie werden jedoch immer wieder ausgegrenzt".
Gestern rief ich die Autorin Sabine Kartte an, um sie zu fragen, ob sie wirklich der Ansicht sei, daß Väter an ihrer Situation selbst schuld seien. Ihre kurze Antwort "Ja".
Sie stellte anschließend die gleich Frage, wie in ihrem Artikel, "Wo sind die Väter im Kinderalltag? Wo die Erzeuger die sich um Hausaufgaben, Krankengymnastik, Kindergeburtstag kümmern?" "Hier" war meine spontane Antwort. "Schade, daß Sie mich nicht kennen. Ich bin alleinerziehender Vater mit gemeinsamen Sorgerecht, ohne Unterhalt durch die Mutter." "Da sind Sie aber ein ganz seltenes Prachtexemplar", konterte Frau Kartte am Telefon zynisch zurück. Ich verdeutlichte ihr, daß keine Ausnahme bin. "Kommen Sie mir doch nicht mit Einzelbeispielen" beteuerte Sie. Was darf ich nun unter der Überschrift "Väter braucht das Land" in der neusten Ausgabe des Spiegels lesen? Einzelfälle.
Entlang von herbeizitierten Einzelexemplaren sucht die Autorin vorurteilsgeladen bis in jede Zeile zu begründen, daß Männer allesamt qua Geschlecht Rabenväter sind. Wer allerdings glaubt, Männer auf die Rolle von "Zeugern" reduzieren zu können, hat bereits den ersten Schritt zur Ausgrenzung von Vätern vollzogen, Frau Kartte.
Warum bitte schreiben in 85 Prozent der Gerichtsentscheidungen die Eltern die Sorge über die Kinder einvernehmlich fest? Den Männern wird schnell durch ihre Anwälte, aus der Erfahrung der Gerichtspraxis heraus klar gemacht, "Sie haben sowieso keine Chance. Wenn Sie um das Sorgerecht kämpfen werden Sie verlieren. Sie riskieren ihre Kinder zu verlieren und zudem verlieren nicht nur viel Geld, sondern womöglich noch ihren Job." Richtig, genau dies ist die Erfahrung, der meisten Väter. Weil sie ausgegrenzt werden, bleiben Sie außen vor, halten sich also raus, glauben dadurch den Kindern Konflikte zu ersparen. Folgerichte fragen sich die Väter: "Wo gibt es Plichten ohne Rechte" und handeln danach. Ohne Kinder kein Unterhalt. Männer die den Unterhalt versagen, tun dies, weil ihnen die Rechte an väterlicher Verantwortung genommen werden, weil sie auf die zahlungspflichtige Rolle von Erzeugern reduziert werden. Aber das will eine Sabine Kartte nicht hören.
Sie gehört zu denen die Ausgrenzungspolitik schüren. Ich habe ihr empfohlen, sich doch mal um die Biorgafien derer zu kümmern, die in Gefängnissen und in Heimen landen. Diese Lebensschiksale sind vielfach die Ergebnisse einer Väterausgrenzungspolitik. Gegen Väter zu Felde zu ziehen "ist da wenig sachdienlich - sie macht die Gräben nur tiefer." Ja - "simple Einsicht ist gefordert" Frau Kartte.
Wenn Sie wollen, daß nicht weiter Milliarden an "Hilfen zur Erziehung" (Heimerziehung ist eine) investiert werden müssen, dann hören Sie mit ihrer Ausgrenzungspolitik auf.
"Väter hat das Land. Mütter braucht das Land, die Väter auch Väter sein lassen."
Armin Emrich (Dipl.Päd.)
Alleinerziehender Vater mit gemeinsamen Sorgerecht
jurij & ralfo - 13.12.1997
Statt Polemik bieten wir eine Studie an.
http://www.pappa.com/studie/prev.htm
Thema: Die Psychosoziale Situaton Nichtsorgeberechtigter Väter. (1994)
Diese Arbeit wurde uns freundlicherweise von Frau Kodjoe zur Verfügung gestellt. Da sie sehr umfangreich ist (etwa 200 Seiten) verzichte ich darauf, sie in dieser Gruppe reinzuposten.
Probleme beim download? Dann bitte eine mail an webmaster@pappa.com
Die im M.Matusseks Spiegelartikel erwaehnte dänische Studie ist schon seit fast zwei Jahren unter http://www.papa.com/vk/daen.htm verfügbar.
Sehr lesenswert ist auch die nun fünfzehn Jahre alte, aber leider immer noch aktuelle Arbeit von Prof. Wiesner. "Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat:"
http://www.papa.com/vk/faust.htm
gruss jurij ;-) & ralfo
Ein Symptom der deutschen Gesellschaft der späten neunziger Jahre ist der allerorten zu beobachtende Reformstau. Unser System schreit geradezu nach Reformen bei den Steuern, den Renten und eben auch beim Sorgerecht, Eherecht, Scheidungsrecht. Diese Gesellschaft nimmt es hin, daß unzulängliche Gesetze tausendfach Existenzen ruinieren, ein tabuisierter Skandal. Wie entwickeln sich eigentlich Kinder, die von der Mutter systematisch zum Haß auf den eigenen Vater erzogen werden?
Diese Quittung erhalten wir in zwanzig Jahren.
Paul Linz, 13.12.97
14. Dez. 1997
An den Herausgeber / Artikel Sabine Kartte 51/97
Der Artikel im Spiegel 51/97 von Sabine Kartte ist eine billige Polemik gegen Männer mit und ohne Schlips und versucht mit den üblichen Einzelgeschichten und Meinungen von VAfK-Dissidenten den hinreichend publizierten Mythos der Opferrolle vieler alleinerziehender Mütter zu beweisen. Von dieser Opferrolle läßt es sich auch zu gut auf Staatskosten oder Kosten der Männer leben. Nicht aber vom Selbstbehalt unter Sozialhilfeniveau, auf den sich ein Vater im Artikel von Sabine Kartte unglaublicherweise beruft.
Die Wahrheit wird in diesem Artikel auf den Kopf gestellt.
Nach 20 Jahren Opferbeschreibung der alleinerziehenden Mütter ein Titel im Spiegel 47/97 der die Realität aufzeigt und schon bricht die Welt zusammen. Es gibt sie. Väter, die sich davonmachen und Mütter die Kinder ohne Subventionen aus eigener Kraft großziehen. Die meisten Väter aber lenken vor der geballten Müttermacht im HelferInnnenapperat und der juristisch aussichtslosen Lage ein - oft um Ihren Kind den gnadenlosen Zugriff der sozialen Dienste und den Loyalitätskonflikt zu ersparen. Als Vernünftige lassen sie im kaukasischen Kreidekreis los. Nachdem die Ehe als konstante Sozialisierungseinheit durch die Scheidungsgesetze von 1977 praktisch zerstört wurde, sind an den Folgen natürlich die Männer schuld. Männliche Scheidungsopfer und Probleme von Frauen mit flüchtigen oder temporären nichtehelichen Beziehungen werden in einen Topf geworfen.
Was aber ist mit den Vätern? Wie erleben sie die Scheidung und den Verlust ihrer Kinder, wie sieht ihre psychosoziale Situation am "Tag danach" aus? Mit diesen Fragen beschäftigten sich zwei Freiburger Psychologinnen in ihrer Diplomarbeit: "Die psychosoziale Situation nichtsorgeberechtigter Väter" unter der Leitung von Dr. Elisabeth Furch-Krafft und Prof. Dr. Franz Buggle an der Abteilung für Klinische und Entwicklungspsychologie der Freiburger Albert- Ludwigs-Universität. Das Ergebnis war eindeutig: 96 Prozent der betroffenen Väter wollen analog zu amerikanischen Studien ihre Kinder häufiger sehen und mehr ungehinderten Kontakt zu ihnen haben. Nach ihrer Ansicht werden sie daran von den Gerichten und den Müttern gehindert. " In der Bundesrepublik sind jährlich etwa 90.000 Väter von dem Verlust ihres Sorgerechts betroffen [ohne unehelichen Väter, sie hatten ja nie ein Sorgerecht] 1992 wurden 101.377 Kinder "zugeteilt" [1995: 142.300], davon 92 Prozent ihren Müttern. Fachleute sprechen angesichts des scheidungsbedingten Vaterverlustes der meisten Kinder von "staatlich legalisierter Kindesmißhandlung". Das wichtigste Ergebnis ihrer Studie ist für die Psychologinnen, daß es von der Art der Sorgerechtsregelung abhängt, wie sich das Leben der Familienmitglieder nach der Scheidung gestaltet. Eine strittige Regelung, in die Jugendamt, Gutachter und Richter einbezogen sind, ist die schlechteste denkbare Lösung die vor allem dem Kind schadet. Die angeblich einvernehmliche Regelung nach Sabine Kartte ist eben weit überwiegend nicht gemeinsames Sorgerecht (nur 17%). Das wissen wir Väter schon lange, egal ob wir vorher aufgeben, durch strukturelle Gewalt weggebissen werden oder um unsere Kinder kämpfen.
Alleinerzieherinnen wie Sabine Kartte werden in allen Fällen daraus ein Versagen konstruieren. Die Wahrheit ist komplexer, fast jeder Mann erfährt permanenten Demütigungen nach der Art, "was wollen sie Vater denn noch hier, wir haben Ihr Geld doch schon" des sozialen Apparates tagtäglich. Viele Frauen wollen bewußt oder unbewußt in Wirklichkeit keine Beteiligung der Väter über Hausputz und Betreuungs/Versorgungsleistung hinaus.
Auf einmal ertönt der Ruf von nach einvernehmlicher Sorgerechtsregelung. Besserung aber wird solange nicht kommen solange das Recht der Mutter die Verneinung des gemeinsames Sorgerechts einseitig zugesteht. Carsten Rummel, München, wissenschaftlicher Referent am Deutschen Jugendinstitut, Rechtsanwalt: "Die Schwierigkeiten der Eltern haben jedoch ihre Ursache nicht in ihrer naturgegeben Unfähigkeit sondern in den derzeitigen Strukturen unserer Gesellschaft, im Umgangsproblemen und in dem Fehlen eines gesellschaftsweit akzeptierten Verantwortungsbegriffs, der die Interessen der Kinder, deren Eltern sich trennen, wahrt".
Das neue Kindschaftsrecht wurde bis zur Unkenntlichkeit verwässert und im Vorgriff dazu die Pfründe des deutschen Versorgungsrechts für drei Jahre auf nichteheliche Mütter ausgedehnt. Eine Erweiterung wird sicher kommen und die nichtehelichen Väter weiter gleichstellen.
Richtig ist, wir brauchen 365 Tage im Jahr gleichgewichtig verantwortliche Väter und Mütter bei der Erziehung, gegenenfalls auch nach der Trennung. Dabei ist Betreuung nicht mit Erziehung gleichzusetzen und Versorgung durch z.B. den berufstätigen Partner als Leistung zu werten. Alleinerziehung ist keine Chance und Adelstitel, sondern wie vielfach belegt, ein Defizit bei der Erziehung und Kostenfaktor für die Gesellschaft. Der Begriff "Alleinerzieherin" ist ein Euphemismus, Erziehung findet kaum statt und oft wird sogar Betreuung delegiert (Versorgung leistet meistens Mutter Staat oder der/die Zahlungspflichtige). Alleinerziehen schadet wie es scheint auch bei der Wahrnehmung der Realität oder der Darstellung der Wahrheit.
Allen männlichen Spiegel-Redakteuren mit Beziehungen und Kindern wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und weiterhin viel Glück beim Kauf der Schrankwand.
Mit freundlichen Grüßen, Klaus Rosenauer
Spiegel-Artikel "Väter braucht das Land"
15. Dez.1997
Dat is ja nett, daß die Väter, die sich jahrelang um die Kinder kümmern, einfach abserviert werden! Mich würde im übrigen auch interessieren, wieviele Unterhaltsflüchtlinge weiblich sind ?
Ich kenne keinen Vater, der nicht die Verantwortung für sein Kind übernehmen würde, wenn dieses nicht per Gerichtsbeschluß verhindert würde ! Diese Verantwortung nur monetär ausgleichen zu dürfen, grenzt nicht nur an Hohn an die Vaterverantwortung, sondern bedrückt viele Väter sehr schwer.
Mittlerweile habe ich auch einige alleinerziehende Väter kennengelernt, die in dieser Gesellschaft (leider) immer noch ausgegrenzt werden. Ich habe Hochachtung vor diesen Personen, insbesondere, weil mir (hoffentlich) das Gleiche bevorsteht. Aber immer wieder muß ich feststellen, daß der alleinerziehende Mann nicht nur die üblichen Probleme hat, sondern alle erst einmal davon überzeugen muß, das er seine Aufgabe auch beherrscht. Insbesondere das Jugendamt hat damit noch reichlich Probleme, das zu erkennen und zu bearbeiten. Selbst wenn sie das Kinder und Jugendhilfegesetz (KJHG/SGB VIII) mittlerweile gelesen haben (sollten!), besteht immer noch ein biologisches Problem: aus dem alleinerziehendem Vater wird nun einmal nicht per Definition eine Frau!!
Der Gleichbehandlungsgrundsatz von Mann und Frau, so wie er im Grundgesetz verankert ist, wird ja auch befolgt, aber da die holde Weiblichkeit im Sinne des Grundgesetzes der BRD ja gleicher ist....
Desweiteren kann ich nur sagen, daß insbesondere der namentlich genannte Bundesgeschäftsführer des Väteraufbruch für Kinder e.V., Hilmar Stracke, mit allen seinen Vereinsmitgliedern, mir in einer schweren Zeit sehr geholfen hat, ohne die PIN meiner EC-Karte zu verlangen! Der Eindruck, der erweckt wird, Herr Stracke schicke erst einmal jeden Vater zur Bank, kann ich nicht bestätigen. Er versucht mit allen Beteiligten das beste für das Kind herauszuholen, is dat dann nix ?
Spiegel Nr. 51/1997, Sabine Kartte: "Väter braucht das Land"
Habe ich das jetzt richtig verstanden: Weil es verantwortungslose Väter gibt, die sich vor Unterhaltszahlungen drücken, ist es gerecht, daß im Gegenzug, unabhängig von der jeweiligen Sachlage, Müttern prinzipiell das Sorgerecht für Kinder zugesprochen wird. Also einem Unrecht wird ein himmelschreiendes anderes entgegengesetzt. Weil angeblich eine Mehrheit von Vätern sich vor den Mühen der Kinderbetreuung drückt, wird die Minderheit, die sich sehr wohl kümmert, über den gleichen Kamm geschoren.
Mit ihrem ausgeprägten Demokratieverständnis schlage ich Frau Kartte als zukünftige Justizministerin vor. Unser Rechtssystem würde einen ungeahnten Auftrieb erhalten.
Paul Linz - paul.linz@usa.net
SauerPlusPR@t-online.de
15. Dez. 97
Väter braucht das Land - Debatte 51/97
Liebe KollegInnen,
als nicht sorgeberechtigter "Heldenvater" fühle ich mich demoskopisch zwar etwas zu elitär, will aber nixdestotrotz ein bisserl was zur Debatte beitragen.
Im Prinzip enthält bereits der Untertitel alles: Die feministische Muttermacht ist ein Mythos - in Wirklichkeit haben alleinerziehende Mütter einen schweren Stand. Oder: die Allmacht in der Trennung verliert sich nach der Scheidung.
Viele Mütter und auch Väter verstehen leider zu spät, daß sie in der Trennungsphase manchen scheinbar gutwilligen "Beratern" nur als Mittel zum Zweck dienen: - für FreundInnen, die ihre eigenen Eheprobleme genüßlich über Dritte austragen - für Wichtigtuer, die sich Macht anmaßen wollen - für Scheidungs-Funktionäre, die Macht demonstrieren, Ideologie verbreiten oder einfach ihren Lebensunterhalt im Wortsinne "bestreiten" wollen.
Und die sich für die von Mutter und kraft Amtes übertragene Machtbefugnis damit revanchieren, daß sie der Mutter bestätigen, daß sie alles richtig macht - bis hin zur emotionalen Amputation des Vaters durch Umgangsentzug.
Nur - ein kleiner Schönheitsfehler:
Keiner der vielen wohlwollenden Berater in der Trennungsphase fühlt sich nachher für die Folgen verantwortlich. Dafür ist nur und ausschließlich der Vater verantwortlich. Oder hat jemals eine RichterIn, PsychologIn, JugendamtlerIn oder LehrerIn finanziell oder zeitlich dem/der bedrängten Alleinerziehenden beigestanden?
Liebe an-Trennung-Denkende: Hütet Euch vor Ja-Sagern!
Vergewissert Euch, daß ihr nicht zum Opfer von Hetzkampagnen scheinbar gutwilliger BeraterInnen werdet. Denn eine Haftung übernimmt von denen keiner. Geht vertrauensvoll auf neue Partner zu und klammert Euch nicht nur an die Kinder - Erziehen sollte das Gegenteil von Erdrücken sein.
Wie schließt Sabine Karrte ihren Artikel: Unschuldig sind nur die Kinder. Davor schreibt sie allerdings nur, wie nervig Kinder sein können - ob beim Kinderarzt oder den Hausaufgaben. Kein Wort der Liebe zu ihren Sprößlingen, kein Stolz auf deren Entwicklung ....
Warum?
Rainer Sauer, Appenheim
E-Mail: SauerPlusPR@t-online.de
LESERBRIEF - 15.12.97
DER SPIEGEL 51/97 "Väter braucht das Land"!
Sehr geehrte Frau Kartte,
wie ich Ihrem Beitrag entnehmen konnte, haben Sie beschrieben, daß die derzeitige Gesetzgebung in Deutschland alle Mitglieder der Trennungsfamilie zu Opfern macht. Weiterhin konnte ich entnehmen, dass die Regelung, die Mutter zur Betreuung der Kinder, der Vater zum Unterhalt der Kinder beizutragen hat, angesichts steigender Arbeitslosenzahlen nicht mehr funktioniert. Die Sorgerechtsregelung, wie sie derzeit die Mehrzahl der Familienrichter anstrebt, führt dazu, daß einzeln aufwachsende Kinder (ohne Vater oder Mutter) ein wesentlich höheres Risiko haben, kriminell zu werden. Ich verweise auf vorliegende Statistiken.
Aber ich muß auch sagen, Väter haben Gefühle. Es gibt inzwischen eine Wandlung in der Gesellschaft, wobei Väter mehr Verantwortung für die Familie übernehmen. Ich kenne eine Familie, wo die Arbeitslosigkeit mit Ursache dafür ist, daß der Vater sich um Belange der Kinder und des Haushalts kümmert, die Mütter, da sie noch Arbeit hat, ihrem Beruf nachgeht. Ihrem Bericht zufolge kann es so etwas nicht geben. Ich muß deshalb feststellen, daß Sie Realitäten nicht erkennen können.
Es ist auch nicht verwunderlich, daß im Bereich des Unterhalts sowohl Väter als auch Mütter, die es betrifft, sich nicht mehr lebenslang in das Unterhaltsgefängnis schicken lassen wollen. Woran mag das wohl liegen? Sind es vielleicht die Menschen selbst, die bereits andere Lebensformen vorziehen, womit der Gesetzgeber sich nicht abfinden kann? Oder ist der Gesetzgeber schon so weit weg von seinen Menschen, daß er nicht mehr erkennt oder erkennen will, was sich im Land bewegt?
Stellen Sie sich vor, in allen Schulen würde den Jugendlichen Aufklärung zuteil, was sie erwartet, wenn sie eine Familie mit Kindern anstreben und eine mögliche Trennung dabei mit berücksichtigen. Das Resultat wäre, die Familie wäre out, weil keiner der Jugendlichen sich Diskriminierungen aussetzen will. Weitere Folge, es gäbe noch weniger Kinder. Damit wäre Minister Blüms Rentenreform endgültig gescheitert.
Auch werden in Ihrem Beitrag mehrere Falschaussagen wiedergegeben. Gerade bei Selbständigen hat der Gesetzgeber die Möglichkeit der Feststellung eines fiktiven Einkommens vorgesehen. Wenn also der Erlös aus der Firma unter dem eines in Abhängigkeit Beschäftigten sinken sollte, was in der heutigen Zeit immer häufiger zutrifft, ist der Selbständige aufgefordert, die Firma zu schließen, um einer Beschäftigtentätigkeit nachzugehen. Was erlebt er aber auf dem Arbeitsamt, wenn er dieser Vorgabe auch folgt? Ernüchterung ohne Ende.
Insofern schätze ich den Anteil der Firmenschließungen, die auf die Scheidungsproblematik zurückzuführen ist auf ca. 35% aller Insolvenzen. Damit sind Kernaussagen des Gesetzgebers eindeutig falsch. Ausbildungsplätze werden auch durch gesetzliche Vorgaben vernichtet. Dieses mittelstandsfeindliche Familienrecht wird also auf Dauer dazu beitragen, daß wir von der Arbeitslosenquote nicht runter kommen werden. Was ist die Folge? Sie wandern aus und kehren Deutschland den Rücken. Das betrifft sowohl Väter als auch Mütter.
Ich habe mich bemüht, Ihnen sachlich Zusammenhänge darzulegen, die Ihnen wohl entgangen sind. Für weitere Artikel dieser Art kann ich nur hoffen, daß Sie wahrheitsgemäßer recherchieren, und nicht nur versuchen, Ihre einseitig eingefärbte Meinung zu verkaufen, ohne die Hintergründe darzulegen.
Kurt Szymanski
15.12.97
Gebärmutter adelt
Biologisch dem schwachen Geschlecht zugedacht, wächst daraus dessen größte Stärke: sich befruchten zu lassen, um zusammen mit dem weiblichen Restkörper in den Adelsstand der Zahlungsempfänger erhoben zu werden.
Vaters Zutun (diese 0,000001 Gramm an Spermium) rechtfertigen dessen Degradierung zum Löhner und Rechtlosen.
Weiter so, Ihr Gebärmütter! Auch Eure Kinder werden die Revolutionäre fressen!
Meinrad Müller - 100046.2333@compuserve.com
Wird fortgesetzt