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Die folgende Geschichte fand ich im Lesebuch meines Sohnes (2. Schuljahr):
Wozu braucht man eigentlich Papas? (von Ragnhild Nilstun)
Der Bus war voll. Und warm. An den Fensterscheiben liefen Wassertropfen herunter. Der Papa setzte sich neben eine Frau, die ihren Jungen auf den Schoß nehmen mußte, obwohl sie schon zwei große Tragetaschen hielt. Es war so eng, daß der Papa nicht in der Zeitung lesen konnte. Er seufzte.
Der Junge sah ihn an. "Mama", sagte der Junge. "Ja, mein Junge", sagte die Frau. "Ich möchte mal was wissen." "Eine Sache mit Papas ..." "Ja, mein Junge." "Wozu braucht man eigentlich Papas?"
Da fing die Frau an zu lachen, und dann sah sie den Papa an, als ob sie erwartete, daß er auch lachte. Aber das tat der Papa nicht. Er fand die Frage nicht besonders lustig. Er fand es seltsam, daß die Frau ihrem Sohn nicht schon lange erklärt hatte, daß Papas sehr nötig waren. Er fand es an der Zeit, daß dieses Kind dies und das lernte.
"Papas verdienen Geld", sagte der Papa. "Das kann Mama auch", sagte das Kind. "Sie verdient alles Geld, das wir haben."
"Papas fahren Auto." Das kann Mama auch", sagte das Kind. "Wenn wir eins geliehen kriegen."
"Papas", sagte der Papa. "Papas ... malen." "Das kann Mama auch. Sie hat unsere ganze Wohnung angemalt. Und tapeziert. Und Gardinen genäht."
"Hm", machte der Papa. "Hm ... Papas ... reparieren alles, was kaputt geht." "Aber das kann Mama auch", sagte der Junge. "Sie hat zum Beispiel den Reißverschluß an meiner Jacke ausgewechselt." "
Hm", machte der Papa. "Hm ..."
Er nahm sich die Brille ab und putzte sie mit dem Taschentuch. Sonst brachte das seine Gedanken in Ordnung. Diesmal half es nichts. "Papas können ..." sagte der Papa. "Also Papas ..." "Ja?" sagte der Junge. "Ja, also meiner Meinung nach ... hm." Der Papa dachte und dachte nach.
Es mußte doch etwas geben, was Papas taten, was Mamas nicht konnten?
Entnommen aus: Pusteblume - Das Lesebuch 2. Schuljahr, Seite 62/63, Schroedel Verlag GmbH, Hannover
Vielen Dank für den Hinweis an Werner Nauerth