Die BBVI teilt paPPa.com mit Rundschreiben vom 18.8.1997 mit:
"Nichtsorgeberechtigte Väter" im
Aus !
Auswertung von Untersuchungsergebnissen wird nicht
mehr finanziert !
Im Jini 1996 bewilligte die "Jungend- und Familienstiftung des Landes Berlin" der Berlin-Brandenburger Väterinitiative e.V. als Träger die Finanzierung einer wissenschaftlichen Explorationsstudie zum Thema
"Lebenssituationen nichtsorgeberechtigter Väter nach Trennung und Scheidung - Eine Bestandsaufnahme zur Entwicklung von Familienbildungs- und -beratungsangeboten für Väter"
Die Studie widmet sich einer Problematik, die bisher kaum wissenschaftliches, familienpolitisches und öffentliches Interesse erlangt hat, trotz steigender Scheidungsraten und einem hohen Anteil nichtehelicher Geburten. Es gibt dazu in Deutschland nur eine einzige ähnliche Untersuchung.
Die Studie ist bisher planmäßig vorangeschritten, Nunmehr steht die Auswertungsphase für die empirischen Untersuchungsergebnisse an, deren Finanzierung aus haushaltstechnischen Gründen der Stiftung erneut beantragt werden mußte.
Es liegt eine Fülle von Material vor (schriftliche Befragung, Expertengespräche, biografische Interviews), das erstmalig in Deutschland einen Einblick geben könnte in Lebenssituationen, Befindlichkeiten und Selbstverständnis von geschiedenen und nicht verheirateten Vätern, die getrennt von ihren Kindern leben.
Im Zusammenhang mit der in Kürze erwarteten Verabschiedung der Kindschaftsrechtsreform erhält die Problematik zudem höchst aktuelle Relevanz.
Mit viel Engagement, Hoffung und Anerkennung der Bedeutung des Themas haben sich Betroffenen und Fachleute an der Untersuchung beteiligt. Viele erwarten mit Neugier und Spannung die Ergebnisse ...
Der bei der Stiftung eingereichte Antrag auf Weiterfinanzierung wurde jedoch aus "finanziellen Gründen" am 14.8.1997 abgelehnt ...
Ein weiteres Beispiel für Vergeudung von Geld (ca. 90.000 DM) und Arbeit aus "Spargründen"? Oder ist das Thema nun doch nicht mehr "gewünscht"? Es wäre müßig, dies zu kommentieren ...
Die Berlin-Brandenburger Väterinitiative e.V. sieht sich nach wie vor in der Verantwortung, die Studie zu Ende zu führen - im Interesse betroffener Väter und Kinder sowie auch im Interesse wissenschaftlicher und praktischer Fragestellungen zur Umsetzung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.
Wir suchen deshalb dringend Sponsoren, wir benötigen Spenden oder andere finanzielle Quellen, damit die bisher geleistete Arbeit und all die Hoffnungen, die viele mit der Studie verbunden haben, nicht umsonst waren.
Dr. Ursula Hempel
Nähere Informationen unter der o.g. Adresse, Tel. / Fax 030 - 242 72 06
Spendenkonto: Konto-Nr. 339 57 01 bei BFS - BLZ 100 20 500
paPPa.com unterstützt diesen Aufruf.
Die ursprüngliche Meldung:
Die BBVI führt aktuell eine Befragung zur Situation nichtsorgeberechtigter Väter durch. Finanziert wird die Studie von der "Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin". Sie ist beschränkt auf die Situation von Berliner Vätern. Eine vergleichbare Studie wurde bisher nur an der Freiburger Universität durchgeführt, siehe Diplomarbeit: "Die psychosoziale Situation nichtsorgeberechtigter Väter". paPPa.com veröffentlicht hier das Anschreiben zu dieser Umfrage und bittet um rege Teilnahme der Berliner Väter - nach Möglichkeit kurzfristig. Fordern Sie umgehend den Fragebogen unter der o.g. Adresse an. Erste Ergebnisse der Studie werden Ende des Jahres erwartet.
Berlin-Brandenburger Väterinitiative e.V. - Januar
1997
Burgstr. 24, 10178 Berlin
Tel. / Fax 030 - 242 72 06
Fragebogen
für nichtsorgeberechtigte Väter
Geehrter Herr, lieber Vater,
dieser Fragebogen ist ein Bestandteil einer wissenschaftlichen Studie zur Situation nichtsorgeberechtigter Väter, die durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin finanziert wird. Wir würden uns freuen, wenn Sie an der dafür durchzuführenden Befragung teilnehmen.
Die Studie hat vor allem zwei Zielstellungen:
Zu dieser Problematik gibt es bisher so gut wie keine Forschungen, obwohl nichtsorgeberechtigteVäter längst keine Randgruppe mehr darstellen und allgemein akzeptiert wird, daß Väter wichtig für Kinder sind.
Gilt das auch für jene, die den Rechtstitel der elterlichen Sorge nicht oder nicht mehr besitzen? Sie scheinen dem Familienrecht, der Familienpolitik wie auch der Sozialwissenschaft wohl keiner Beachtung wert. - Vielleicht haben auch Sie dies mehr oder weniger am eigenen Leib verspürt.
Deshalb ist es wichtig, wenn Sie uns bei der Erarbeitung der o.g. Studie unterstützen, indem Sie den vorliegenden Fragebogen möglichst vollständig ausfüllen. Das ist für eine seriöse Auswertung von großer Bedeutung. Selbstverständlich ist Ihre Teilnahme freiwillig.
Bei den meisten Fragen sind die Antworten nur anzukreuzen. Einige Fragen werden jedoch ohne Vorgaben gestellt. Bitte versuchen Sie, diese mit Ihren Worten möglichst kurz zu beantworten.
Für die Beantwortung der Fragen sollten Sie mindestens eine Stunde einplanen. Uns interessieren Ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Meinungen, die natürlich streng vertraulich und anonym behandelt werden. Bei der Auswertung werden Ihre Antworten mit denen vieler anderer Väter zusammengefaßt.
Zur Wahrung Ihrer Anonymität stecken Sie bitte den ausgefüllten Fragebogen ohne Namen on den beiliegenden Umschlag. Es gibt für die Studie einen straffen Zeitplan. Deshalb ist es wichtig, den Fragebogen so schnell wie möglich an uns zurückzusenden.
Für Ihre Mitarbeit bedanke ich mich herzlich. Vielleicht können wir gemeinsam dazu beitragen, daß die Probleme nichtsorgeberechtigter Väter in der Öffentlichkeit endlich die gebührende Aufmerksamkeit erfahren - vor allem im Interesse der beteiligten Kinder.
Dr. Ursula Hempel
(Familiensoziologin)