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Leserbriefe zur SPIEGEL-Titelstory "Die vaterlose Gesellschaft" vom 17.11.1997
SPIEGEL ONLINE Forum Entsorgte Väter? Teil 1
Laut SPIEGEL-Autor Matthias Matussek "wächst, unbemerkt, ein Heer von verzweifelten Vätern, die als abgeliebter und ausgemusterter Beziehungsrestmüll allenfalls alimentieren dürfen und ansonsten aus dem Leben ihrer Kinder gelöscht werden wie Unpersonen". Es werde "höchste Zeit, die Väter zu schützen".
Typische Männerwehleidigkeit oder berechtigtes Aufbegehren?
Michael Lübke - 09:43pm Nov 20, 1997 - 0172 - 4613291
Der Beitrag ist mehr als passend! Ich selber habe einen (für mich) erbitterlichen Kampf um das Sorgerecht für meine Tochter hinter mir. Meine Chancen waren natürlich von Anfang an nicht gut, zumal auch die Jugendämter gegen mich gearbeitet haben. Dennoch habe ich die elterliche Sorge übertragen bekommen (lt. Familiengericht zum Wohle des Kindes). Dieses sollte nun mehrere Väter ermutigen, für Ihre Kinder zu kämpfen, und sei es "nur", um die kinder regelmäßig sehen zu dürfen.
Viel Erfolg und Dank an den Spiegel für diesen Bericht.
Michael und Samira http://home.pages.de/~sjl
Ein hervorragender Beitrag. Endlich hat sich jemand getraut offene Worte zu finden für die Benachteiligung von Männern wenn es um ihre Vaterrolle geht.
Viel zu lange wurde der Mythos Männermacht aufgebaut. Immer wieder wird so getan, als ob Männer qua Geschlecht schon Schweine sind, die ihre KInder im Stich lassen und kein Unterhalt bezahlen wollen. Richtig ist: Männer leiden darunter von Kindern getrennt zu werden.
Mehr oder weniger subtil werden sie ausgeschlossen. Viel zu viele geben auf. Ich behaupte: Wenn Männer nicht ausgegrenzt werden, stellen sie sich allesamt ihrer Verantwortung als Vater. Eine andere Gesetzgebung braucht das Land, eine andere Gesellschaft braucht das Land um neue Männer zu erhalten.
Immer mehr Männer haben gelernt um ihre Vaterrolle zu kämpfen. Wir werden mehr und mehr.
Kinder brauchen beide Eltern. Wer Väter vom Sorgerecht ausschließt übt Gewalt gegen Kinder aus. Das beschlossene und noch in Kraft tretende Kindschaftsrecht ist inkonsequent. Noch ist die Lobby der Frauen zu stark. Wenn ein Antrag auf ein alleiniges Sorgerecht gestellt werden kann, dann bitte nur unter der Vorraussetzung des § 1666 BGB. Wenn ein uneheliches Kind geboren wird kann es auch nicht sein, daß es nur einen Elternteil hat. Auch hier muß automatisch beiden Eltern das Sorgerecht gehören und nicht nur auf Antrag beider Eltern. Die jetztige Voraussetzung ist keine Gleichstellung des unehelichen mit dem ehelichen Kind. Hier wird es Anrufe des Bundesverfassungsgerichtes geben, sobald das Kindschaftsrecht in Kraft ist.
Zudem sind sämtliche Frage noch ungeklärt: Wie sieht es um die Frage des Wohnsitzes des Kindes aus wenn getrennte Eltern beide das Sorgerecht haben. Wie sieht es um den Wohnberechtigungsschein aus. Warum kann ein Kinderzimmer nur in einem Haushalt beansprucht werden?
Was ist bei der Beantragung einer Hilfe zur Erziehung?
Verdammt viele Fragen bleiben offen und sind nicht geregelt.
Vaterschaft kann nicht länger auf Unterhaltszahlungen hin reduziert werden.
In einer Diskussion fragte einmal der Familienrichter Prestin aus Potsdam: "Wo gibt es eine Pflicht ohne Rechte"
Die Konsequenz muß für mich lauten: Wer seine Kinder nicht sieht soll auch nicht zahlen. Dies ist kein Aufruf zum Unterhaltsboykott. Aber was Tun, wenn Frauen immer wieder den Umgang baykottieren? (Siehe Fall Gemp).
Die einzige Lösung kann nur sein, (wiederum ein Vorschlag von Richter Prestin) Wer den Umgang vereitelt sollte damit rechnen, daß das alleinige Sorgerecht dem jeweils anderen Elternteil übertragen wird. Es ist erstaunlich wie unter dieser Androhung Mütter plötzlich kooperativ werden können. Dieses wirksame Mittel wird von den Frauen immer wieder kritisiert als eine Form der Gewalt an den Kindern. Richtig: Ist es aber auch nicht Gewalt an den Kindern, den Kindern ihre Väter zu entziehen?
Es muß noch verdammt viel geschehen in unserem Land. Das traurige ist, daß auch die Jugendämter sich als reine Mütterämter kreiren. Ihre Arbeitsgrundlage ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz SGB VIII. Es ist ein Angebots- und Leistungsgesetz der Unterstützung beider Eltern in der Erziehung des Kindes. Aber die Jugendämter tun durchweg immer noch so, als hätten sie das alte Jugendwohlfahrtsgesetz aus dem Jahre 1920 vor sich. Dies war ein Maßnahmengesetz einer staatlichen Ordnungsbehörde, mit vielfach polizeistaatlichen Funktionen. Wie kann es sein, daß Jugendämter ihre eigene gesetzliche Arbeitsgrundlage regelmäßig negieren? Dabei feiert das Gesetz bald sein 10jähriges Jubiläum. Wenn sich ein Baugesetz ändert sind alle gehalten sich bereits mit mit dem Inkrafttreten danch zu richten. Nur die Jugendämter nicht?
Vielleicht sollte der Spiegel einmal über das Vewaltungshandeln der Jugendämter berichten.
Rolf Hilchner - 06:32pm Nov 21, 1997
Toller Beitrag!
Endlich werden auch die Sehnsüchte von uns Vätern nach unseren Kindern "wahrgenommen", leider aber noch lange nicht ernst genommen!
Immerhin, der Anfang ist gemacht!
Die Gesellschaft sollte anfangen, uns Männern all das zuzustehen, was den Frauen schon immer zugestanden wurde.
Ich für meinen Teil liebe meine Kinder und kann nicht verstehen, daß meine Gefühle, meine Sorge um sie, meine Hilflosigkeit so mit Füßen getreten wird.
Aber der Anfang ist gemacht...
... gestern haben drei Männer den Gedanken wahrgemacht und wollen sich wehren, besser wollen nicht zulassen, daß ihre Kinder zu gefühlsmäßigen Krüppeln erzogen werden!
Wenn Sie sich auch wehren wollen, senden Sie mir eine e-Mail: rh@Hilchner.de
Hans-Peter Kluge - 08:35pm Nov 21, 1997
Endlich nimmt sich der SPIEGEL einer immer größer werdenden Randgruppe der Gesellschaft an, die der geschaßten Väter.
Ich kann den Artikel von Matthias Matussek beim besten Willen nicht als Polemik sehen, Berichte Betroffener und eigene Erfahrungen zeigen, daß es sich wohl eher um einen Tatsachenbericht handelt.
Auch ich bin durch das "Schrankwand- Syndrom", einer Mischung aus Unfähigkeit, sich selbst zu sehen, Desinteresse an der Persönlichkeit des Partners und einer nicht erklärbaren Art von Überdruß (Langeweile?) aus der Ehe entlassen worden.
Momentan befinde ich mich in einem Sorgerechtsverfahren, z.Zt. wird von meinem Anwalt das vollkommen einseitige familienpsycho- logische Gutachten abgelehnt, Gongschlag zur nächsten Runde.
Aber wer hilft einem? Wer kann Rat geben, wie man sich gegen ein Gutachten einer sich offenbar noch im Taumel der 70er Jahre befindlichen Psycholo- gin, die meint, die arme Frau, die sich endlich von ihrem tyrannischen Ehemann befreit, unter ihre Fittiche nehmen zu müssen, wehrt?
Wo ist die Institution, die es ermöglicht, solche Willkür anzuzeigen, um zu verhindern, daß sich andere Väter durch solche Machenschaften den Wind aus den Segeln nehmen lassen und resignieren? Väter, die nichts weiter wollen, als ihre Kinder zu sich zu nehmen, weil sie sie lieben und meinen, daß die Kinder bei ihnen besser aufgehoben sind, trotz "schwieriger" Umstände, die von ihnen selbst oft gar nicht verursacht wurden.
Ich hoffe jedenfalls, daß es weitergeht und endlich ins Bewußtsein der Öffentlichkeit gelangt, worüber bisher nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde: Das ein gewisser Anteil der armen Frauen, die sich und ihre Kinder vom ach so unerträglichen Dasein mit dem Vater befreien, dies aus purem Egoismus und (finanzi- ellem) Eigennutz tun.
Und das endlich erkannt wird, welchen Schaden die treusorgende Mutter damit ihren Kindern zufügt, der von einem liebenden und engagierten Vater zumindest zum Teil noch begrenzt werden kann.
Ich wünsche allen Vätern, die um ihre Kinder kämpfen, viel Glück.
Hans-Peter Kluge
Andreas Beldowski - 10:04pm Nov 21, 1997
Zunächst vielen Dank für das Titelthema "vaterlose Gesellschaft". Ich habe die Hoffnung, daß Art und Umfang Ihres Herangehens an das Thema die öffentliche Meinung ändert. Meine bisherige Erfahrung läßt sich auf die Formel bringen:
Mütter die klagen finden Hilfsbereitschaft, Zuspruch, Wohlwollen; Väter die klagen sind einfach nur lächerlich.
Aus den selben Vorurteilen speisen sich auch so aberwitzige Argumentationsketten wie: Väter wollen sowieso nichts von Familie und Kindern wissen (sie machen Karriere um sich vor beidem zu drücken) -> Väter die gegen ihre "Entsorgung" kämpfen müssen also etwas böses im Schilde führen -> Kinder müssen also vor solchen Vätern geschützt werden.
So wird der Einsatz von Vätern für ihre Kinder zum Argument für ihre "Entsorgung". Aus einem Urteil:
»Die vom Antragsgegner eingeführte Diskussion zur Frage der Belassung des gemeinsamen Sorgerechts nach der Scheidung ist nach Auffassung des Gerichts rein akademisch, dies jedenfalls, soweit seine Stellung als Vater in Frage steht und solange die Parteien nicht in der Lage sind, gemeinsame Grundlagen der Kindererziehung zu erarbeiten. Der Akteninhalt, insbesondere die sehr umfangreichen Schreiben des Antragsgegners selbst, beweisen dies in hinlänglicher Deutlichkeit.«
Der große Umfang der Begründung ist also Grund für die Ablehnung des Antages! Welch Ironie, der Antrag bedingt seine Ablehnung. (mehr dazu unter http://www.on-luebeck.de/~abel/so_recht.html)
Nur schade, daß dieses Spiegel-Thema zu spät kommt um Einfluß auf die Neuregelung des Kindschaftsrechtes zu nehmen. Dort werden jetzt die postulierten heheren Ziele (gemeinsame Elternverantwortung) im Kleingedruckten wieder zurückgenommen. Die Möglichkeiten engagierte Väter zu "Entsorgen" werden nur sehr unwesentlich eingeschränkt.
Gruss, Andreas Beldowski <abel@on-luebeck.de> http://www.on-luebeck.de/~abel/
Karl-Heinz Zier - 01:14am Nov 22, 1997
Es bleibt die Frage, auf welche Art und Weise sich die "Vaterlosigkeit" in der Gesellschaft auswirkt, und inwieweit es sich bemerkbar macht, daß große Teile der Bevölkerung ohne einen autoritätsvollen (nicht autoritären) Vater aufgewachensen sind. Die gegenwärtige Autoritätskrise in technologischen Gesellschaften wurde von Alexander Mitscherlich als historischer Niedergang und Abwertung des Vaters analysiert. Mitscherlich machte den Versuch, Paul Federns These (1918-1919) in Anwendung zu bringen, derzufolge Revolutionen Geschlechter und Kaiser zerstören, aber der vaterlosen Bürokratie, dem Totalitarismus, der Konformität und der Massenentfremdung zum Opfer fallen
Aus: Psychoanalytische Betrachtung rechtsextremer Gewalttäter
Ein Vortrag von Julian Siegmund Bielicki, gehalten am 03.03.1994 in Benediktbeuern auf Einladung des 34.Psychotherapielehrgangs der Ärztlichen Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen, e.V. München.
Thomas Zimmermann - 05:30am Nov 22, 1997
Vielen Dank für die Wahrheit - daß sie polemisch ist, mag sein - ich hätte eher von einer Groteske gesprochen.
Peter Hoppe - 08:55am Nov 22, 1997 CEST (#10 of 21)
Bravo - endlich hat eine renomierte Zeitschrift einmal den Mut aufgebracht, in aller Deutlichkeit auf gravierende Mißstände hinzuweisen. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß die Bundesrepu- blik durch diese Rechtspraxis eklatant gegen gel- tendes Völkerrecht verstößt - vielleicht wäre allein das einmal Thema für einen weiteren Bericht, da dies für einen Staat, der sich immer wieder anmasst, die Menschenrechte in anderen Län- dern anzumahnen, eigentlich ein unglaublicher Zustand ist !
Guido Disteldorf - 11:40am Nov 22, 1997
Matussek beschreibt die Dinge so treffend, als ob er meine Kleinfamilie jahrelang persönlich beobachtet hätte! Da es sich hier um eine gesellschaftliche Katastrophe handelt, unzumutbar für die Entwicklung unserer Kinder, muß viel darüber geredet und veröffentlicht werden. Das Problem: Obwohl die Dinge so krass liegen, glauben dennoch Viele, es handele sich um einige weinige Ausnahmefälle. Es bedarf wohl einigen Mut den wirklichen Ernst der Lage zu begreifen. Disteldorf
Peter Lobenstein - 09:10pm Nov 22, 1997
Vielen Dank, daß der SPIEGEL den Hauptartikel der letzten Ausgabe einer Minderheit in unserer Gesellschaft gewidmet hat, die Tag für Tag größer wird und das bestehende Unrecht anklagt. Ich bin selbst seit 2 ½ Jahren ein Betroffener, den es plötzlich erwischt hat und der dann außerhalb der Familie stand weil seine Dienste nicht mehr erwünscht waren, abgesehen von finanziellen Zuwendungen und der Begleichung der bestehenden Kredite. Damit wird der Lebensstandard der Kinder und der Mutter erhalten, auch bei eigenem Einkommen der Mutter. Der Vater kann sehen, wie er sich durchschlägt. Eigentlich wäre der Weg in die Arbeitslosigkeit am kostengünstigsten, aber dann kannst du das Sorgerecht gleich vergessen. Also geh’ fleißig arbeiten - und lasse es dir verwerfen, daß du es tust. So versuche ich nun, das Sorgerecht für die beiden Kinder (5 und 9 Jahre) zu erhalten. Das bedeutet zum einen monatlichen Kampf mit dem Restgeld, Kampf um Besuchstermine usw. Seit Frühjahr 1996 ist auch der Allgemeine Soziale Dienst in Halle(S) durch mich einbezogen worden. Trotz der zahlreichen Besuche dort gibt es kein Ergebnis, keine Veränderung. Die Mutter kommt mit ihrer starren Haltung durch und ich bin Bittsteller, um die Kinder mal sehen zu dürfen, wann die Mutter es zulässt. Was hilft es, daß unser Sohn sagt, er will bei seinem Vater leben ? Im Ernstfall fährt die Mutter weg und die Kinder müssen im Kofferraum schlafen. Aber daran findet das Jugendamt freilich nichts anstößiges. Und der Vater hat das Nachsehen. Wieso wird den Vätern denn vorgeworfen, daß sie mit ihrer Arbeit die Familie ernährt haben und damit scheinbar eine Grundlage auf das Sorgerecht für die Kinder verspielt haben? Warum muß ich nicht nur nachweisen, daß die Kinder bei mir gut leben könnten (Schule, Wohnraum usw.)? Und das Schlimmste ist, daß die Kinder über Monate und Jahre in diesem Spannungsfeld leben müssen! Was gibt es in dieser Gesellschaft zum Schutz der Väter? Was muß noch geschehen, bis eine Gleichstellung von Mutter und Vater erfolgt? Unsere Kinder brauchen jedenfalls nicht nur die Mütter! Und sie brauchen die Väter nicht nur als Geldbeschaffer! Nun steht mir also wieder mal ein Weihnachten ohne Kinder bevor, denn die Mutter sagt, daß die Kinder Weihnachten und Silvester zu Hause sein müssen. Sicher könnte ich - da gemeinsames Sorgerecht besteht - die Kinder einfach in der Schule abfangen. Aber es ginge dann wieder zu Lasten der Kinder. Ich könnte auch gerichtlich vorgehen, aber wer zahlt mir das und wie lange dauert es. Also hoffe ich, daß noch mehr Artikel wie dieser die „Vaterlose Gesellschaft“ an den Pranger stellen. Ich blättere dann über die Feiertage in Karin Jäckels „Der gebrauchte Mann“ und sehe mir die Kinder auf Fotos an. Dann also schon mal „Frohes Fest“...
Peter Lobenstein
P.S. Auch Väter können weinen und Sie werden es sicher wieder zahlreich tun in den bevorstehenden Weihnachtstagen, getrennt von dem Ort, wo die Kinder um ihre Väter weinen werden.
Armin Emrich - 09:19pm Nov 22, 1997
Da wagt es einer etwas offen auszusprechen, was alle wissen, aber viele nicht wahr haben wollen. Kinder werden für Frauen zum Machtpotential, ihnen wird Gewalt angetan, durch Mütter, die ihnen ihre Väter entziehen. Durchaus legal. Was einst als ultima ratio gedacht war, ist heute die Regel. Väter werden ausgeblutet. Sie sollen zahlen und zudem wird ihnen ein Grundrecht genommen (Art.6.2), so als hätten sie eine schwere Straftat begangen. Dort wo ihnen ein Umgangsrecht bleibt, wird ihnen dies auch noch vereitelt, und das ganz folgenlos. Wenn man dem Familiengerichtstagspräsident, Prof. Dr. Wilutzky glauben schenken darf, schrecken in bald 40% der sehr strittigen Umgangsfragen Frauen auch nicht vom Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs zurück. Dieser Vorwurf garantiert ihnen wenigstens den Vater ein für alle mal los zu sein. Die gleichen Frauen werden nicht müde säumige Unterhaltszahlungen zu anzuprangern. In einer Podiumsdiskussion zum neuen Kindschaftsrecht veranlaßte dies einen Familienrichter ins Publikum zu fragen, wo gibt es sonst eine Pflicht ohne Rechte? Warum einerseits die Pflicht zu zahlen und andererseits nicht das Recht die Kinder zu sehen? Jetzt nennt jemand wie Matthias Matussek gesellschaftliches Unrecht, das zum geltenden Recht geworden ist, beim Namen und weist auf die katastrophalen Folgen für Kinder hin, da wird er gleich persönlich angegriffen und bis unter die Gürtellinie diffamiert. Ihm wird von der TAZ - die es übrigens mit ihrer Recherche nie besonders ernst meint - unterstellt, Statistiken zu verdrehen. Dieser pauschalisierte und nicht substantiierte Vorwurf scheint jedoch der Autorin allein nicht auszureichen. Was tut nun Frau, wenn ihr die sachlichen Argumente ausbleiben?. Sie glaubt schmutzige Wäsche waschen zu müssen und wirft Matussek persönliche, niederträchtige Motive vor. Die persönliche Erfahrung des Entzugs seines Sohnes soll ihm die Berechtigung absprechen, über Unrecht zu schreiben. Sollen Menschen, die Erfahrungen haben mit Diskriminierung auch darüber nicht mehr schreiben dürfen, nur weil sie auch betroffen sind? Ist dies wieder einmal nur ein Privileg von Frauen? Als Kenner der Situation entsorgter Väter, muß ich bedauern, daß diese klaren, wahren und offenen Worte als "Polemik" seitens des Spiegels bereits eingeordnet wurde. Matussek hat hervorragend recherchiert. Es sollte nicht bei der einzigen Titelstory zum Thema bleiben. Mit dem neuen Kindschaftsrecht ist die Diskriminierung von Vätern und die Benachteiligung von Kindern noch längst nicht aus der Welt geschafft. Auch wenn die Sorgerechtsfrage nicht mehr im Scheidungsverbund steht, kann dennoch von einem Elternteil jederzeit das alleinige Sorgerecht beantragt werden und dem anderen Elternteil entzogen werden. Dabei ist nicht etwa die Gefährdung des Kindeswohl durch mißbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge das Kriterium für einen Sorgerechtsentzug, nein, es werden nach dem üblichen Muster, wie bisher, Kinder von einem Elternteil getrennt. Nichts hat sich also geändert. Von einer Gleichstellung nichtehelicher Kinder mit ehelichen Kindern kann auch nicht die Rede sein. Das uneheliche Kind hat mit seiner Geburt weiterhin nur einen Elternteil, es sei denn beide stimmen dem gemeinsamen Sorgerecht zu. Auch hier wird wieder ein Grundrecht (Art. 6.2) verletzt und internationales Kinder- und Menschenrecht mit Füßen getreten. (Siehe Artikel 8 Abs. 1 Europäische Menchenrechtskonvention). Es bleibt nicht aus, daß mit in Kraft treten des neuen Kindschaftsrechtes wieder einmal das Bundesverfassungsgericht angerufen werden muß. Das weiß auch der Gesetzgeber. Auf meine Frage an einen Ministerialdirektor des Familienministeriums, ob nicht von vorne herein wieder Unrecht zu Recht gemacht wird, erhielt ich sinngemäß zur Antwort, daß es sich die Bundesregierung nicht leisten kann, sich den Zorn der Frauenbewegung zuzuziehen. Viel Regelwerk steht mit dem neuen Kindschaftsrecht noch aus, sei es die Frage ob ein Kind an zwei Orten seinen melderechtlichen Wohnsitz haben kann oder ob beide getrennt lebenden Eltern jeweils einen Wohnberechtigungsschein für ein zusätzliches Kinderzimmer erhalten können, ob ein Kinderbetreuungsvertrag weiterhin nur durch einen Elternteil geschlossen werden kann usw. Das Verwaltungshandeln der Jugendämter trägt zur Diskriminierung von Vätern besonders bei. Die Arbeitsgrundlage der Jugendämter, das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) richtet sich in seinen Paragraphen der Unterstützung der Erziehung und der Hilfe zur Erziehung immer an beide Elternteile. Aber die Jugendämter halten sich nicht daran. Dies ist vielleicht der Grund, warum sie vielfach als Mütterämter verschrieen sind. Selbst Fragebögen der Vormundschaftsämter sind einseitig sexistisch ausgerichtet. Hier wird nur nach dem Einkommen des Vaters gefragt, weil man, frau selbstverständlich davon ausgeht, daß die Kindererziehung Muttersache ist. Auch die BfA rechnet Kinderbetreuungszeiten automatisch der Mutter an, auch wenn das Kind beim Vater gelebt hat, es sei denn, die Mutter erklärt etwas anderes. Das dies sexistisch ist, wird von der BfA durchaus gesehen, aber sie hält sich an die gesetzlichen Bestimmungen und verweist auf den Gesetzgeber. In einigen Bundesstaaten der USA sind die Wohlfahrtsbehörden schon dazu übergegangen Familienförderung nur dann zu gewähren, wenn die Mütter sich endgültig von den Vätern lossagen, sie also kurzerhand ausschließen und den Kindern entziehen (Mythos Männer Macht, Warren Farrel S 226,227). Über die alltägliche Diskriminierung, durch Gesetz und Verwaltungshandeln kann noch viel recherchiert und geschrieben werden. Das was Matussek dargelegt hat, war nur ein kleiner Ausschnitt der diskriminierenden Lebenswirklichkeit von Vätern und damit auch der täglichen Gewalt, die Kindern durch den direkten und/oder subtilen Ausschluß ihrer Väter angetan wird. Die Zukunft wird es an den Tag bringen. Nicht nur die Bundesregierung beklagt den Zusammenhang alleinerziehender Mütter und Heimerziehung. Allein in Hamburg kommen 98% der Kinder, die in den Genuß der "Hilfe zur Erziehung" kommen, aus Haushalten von alleinerziehenden Müttern. (Korrektur) Es wäre auch mal an der Zeit, die Nasen junger Menschen in den Jugendgefängnissen zu zählen, die nur bei der Mutter aufgewachen sind, bei denen die Väter direkt oder indirekt ausgeschlossen wurden. Auch dürfte Drogenabhängigkeit und Prostitution durchaus in einem kausalen Zusammenhang einer vaterlosen Gesellschaft stehen. Leider gibt es hier keine signifikanten Zahlen. Der Gewalt an Kindern, die ihnen angetan wird, durch den unmittelbaren, rechtlich legitimierten Ausschluß von Vätern und durch die vielfältigen möglichen Formen subtiler Ausgrenzung, bekräftigt durch Trennungs- und Scheidungsbegleiter in Gerichten und Behörden muß ein Ende gemacht werden. Mütter müssen sich ihrer Verantwortung für ihre Kinder bewußt werden und nicht länger deren Väter "verdrängen". Eine Partnerschaft kann aufgegeben werden, Elternschaft aber nie. )
Johann Wey - 03:22am Nov 23, 1997
Hallo
Mein Name ist Johann Wey und ich bin Redaktor der VeV Web-Seiten: http://www.vev.ch/
Ich schreibe Ihnen zum Artikel: Geschlechterkampf um Kind und Geld, Der Spiegel, Nr. 47/17.11.97
Endlich kommt dieses Thema auch im deutschsprachigen Raum auf den Tisch.
Fuer die Fortsetzung sende ich Ihnen einen englischen Artikel von Erin Pizzey, da Gewalt immer noch als Atribut der Maenner angesehen wird. Ihr Buch "Prone to Violence" von Erin Pizzey wurde von Feministinnen geaechtet und es ist inzwischen online auf dem WWW verfuegbar: http://www.bennett.com/ptv/
------------ BEGINN DES ARTIKELS VON ERIN PIZZEY ---------------
Working with Violent Women
By Erin Pizzey*
Those of us working in the field of domestic violence are confronted daily by the difficult task of working with women in problematical families. In my work with family violence, I have come to recognise that there are women involved in emotionally and/or physically violent relationships who express and enact disturbance beyond the expected (and acceptable) scope of distress. Such individuals, spurred on by deep feelings of vengefulness, vindictiveness, and animosity, behave in a manner that is singularly destructive; destructive to themselves as well as to some or all of the other family members, making an already bad family situation worse. These women I have found it useful to describe as 'family terrorists.' In my experience, men also are capable of behaving as 'family terrorists' but male violence tends to be more physical and explosive. We have had thousands of international studies about male violence but there is very little about why or how women are violent. There seems to be a blanket of silence over the huge figures of violence expressed by women. Because 'family terrorism' is a tactic largely used by women and my work in the domestic violence field is largely with women, I address this problem discussing only my work with women.
The potential for terrorism may rest dormant for many years, emerging in its full might only under certain circumstances. I found that in many cases it is the dissolution, or threatened dissolution, of the family that calls to the fore the terrorist's destructiveness. It is essential to understand that prior to dissolution, the potential terrorist plays a role in the family that is by no means passive. The terrorist is the family member whose moods reign supreme in the family, whose whims and actions determine the emotional climate of the household. In this setting, the terrorist could be described as the family tyrant, for within the family, this individual maintains the control and power over the other members' emotions.
The family well may be characterised as violent, incestuous, dysfunctional, and unhappy, but it is the terrorist or tyrant who is primarily responsible for initiating conflict, imposing histrionic outbursts upon otherwise calm situations, or (more subtly and invisibly) quietly manipulating other family members into uproar through guilt, cunning taunts, and barely perceptive provocations. (The quiet manipulative terrorist usually is the most undetected terrorist. Through the subtle creation of perpetual turmoil, this terrorist may virtually drive other family members to alcoholism, to drug-addiction, to explosive behaviour, to suicide. The other family members, therefore, are often misperceived as the 'family problem' and the hidden terrorist as the saintly woman who 'puts up with it all.')
While the family remains together, however miserable that 'togetherness' might be, the terrorist maintains her power. However, it is often the separation of the family that promises to rend the terrorist's domain and consequently to lessen her power. Family dissolution, therefore, often is the time when the terrorist feels most threatened and most alone, and, because of that, most dangerous.
In this position of fear, the family terrorist sets out to achieve a specific goal. There are many possible goals for the terrorist, including: reuniting the family once again, or ensuring that the children (if there are children in the relationship) remain under the terrorist's control, or actively destroying the terrorist's spouse (or ex-spouse) emotionally, physically, and financially. When it was evident to Adolph Hitler that winning the War was an absolute impossibility, he ordered his remaining troops to destroy Berlin: If he no longer could rule, then he felt it best for his empire to share in his own personal destruction. Similarly, the family terrorist, losing or having lost supremacy, may endeavour to bring about the ruin (and, in some extreme cases, the death) of other family members.
The family terrorist, like the political terrorist, is motivated by the pursuit of a goal. In attempting to 'disarm' the family terrorist, it is vital that the practitioner begin intervention by trying to recognise and understand the terrorist's goal.
The source of the terrorist's goal as in the case of the political terrorist, usually can be understood to spring from some 'legitimate' grievance. The grievance's legitimacy may be regarded in terms of justified feeling of outrage in response to an actual injustice or injury, or the legitimacy may exist solely in the mind of the terrorist. Whether this legitimacy be real or imagined, the grievance starts as the impetus for the terrorist's motivation. One hallmark of an emotional terrorist is that this motivation tends to be obsessional by nature.
Whence this obsession? Why this overwhelmingly powerful drive? In many cases, that which the terrorist believes to be the grievance against the spouse actually has very little to do with the spouse. Although the terrorist may be consciously aware only of the spouse's alleged offence, the pain of this offence (real or imagined) is invariably an echo of the past, a mirrored recreation of some painful situation in the terrorist's childhood.
I will not describe here in any detail the types of childhood that tend to create the subsequent terrorist. I will say, however, that invariably the terrorist's childhood, once understood, can be seen as violent (emotionally and/or physically). Also invariably, the terrorist can be regarded as a 'violence prone' individual. I define a 'violence prone' woman as a woman who, while complaining that she is the innocent victim of the malice and aggression of all other relationships in her life, is in fact a victim of her own violence and aggression. A violent and painful childhood tends to create in the child an addiction to violence and to pain (an addiction on all levels: the emotional, the physical, the intellectual, the neurochemical), an addiction that then compels the individual to recreate situations and relationships characterised by further violence, further danger, further suffering, further pain. Thus, it is primarily the residual pain from childhood - and only secondarily the pain of the terrorist's current familial situation - that serves as the terrorist's motivating impetus. There is something pathological about the terrorist's motivation, for it is based not so much on reality as on a twisting, a distortion, a reshaping of reality.
Because the emotional terrorist is a violence-prone individual, addicted to violence, the terrorist's actions must be understood as the actions of an addict. When the family was together, the terrorist found fulfilment for any number of unhealthy appetites and addictions. When that family then dissolves, the terrorist behaves with all the desperation, all the obsession, all the single-minded determination of any addict facing or suffering withdrawal.
The single-mindedness, the one-sidedness of feeling, is perhaps the most important shibboleth of the emotional terrorist. Furthermore, the extent of this one-sidedness is, for ...
Dr. Wolfram Reiwer - 07:53am Nov 23, 1997
Wir leben in Deutschland angeblich in einem Rechtsstaat. Nur wer sich nicht scheut, für blöd gehalten zu werden, denkt noch an Pflichten. Und das, obwohl die Lebenserfahrung zeigt, daß Rechte ohne Pflichten nur Dumpingaktionen oder Mogelpackungen sein können. Wenn weiterhin einige versuchen, sich ständig mehr zu nehmen, als sie zu geben bereit sind, darf sich später keiner mehr über das wundern, was in unserem Staat angerichtet wurde:
Der Rechtsstaat wird von denen geplündert, die kein Maß kennen. Wo das Recht nicht mehr verstanden wird, folgt soziale Ungerechtigkeit. Denn ein Recht, das keine menschlichen Werte vermittelt, kann kein soziales Verhalten motivieren. Wenn durch gerichtliche Anordnungen eine moderne Art der Wegelagerei betrieben werden kann, und krasse Fälle von Kindesentführung in unserem Land nicht mehr verfolgt werden, müßte uns langsam klar werden, daß das Wort von Deutschland als das "Land der Betrüger" unserem Verständnis der demokratischen Grundordnung noch schmeichelt.
Wenn unschuldigen, kleinen Kindern
ihre Eltern genommen werden, und Fremde von ihnen verlangen können,
sich gegen Vater oder Mutter zu entscheiden, bekommen die Kinder zu spüren,
wie hart die Entscheidung zwischen "Geld oder Liebe" ist. Was
wollen wir von einer Jugend, die wir heute so behandeln, morgen noch erwarten.
Doch wohl kaum, daß diese Jugend später unser Ideal von einem
schönen Lebensabend erfüllen wird.
René Keller - 11:28am Nov 23, 1997
Leserbrief von René Keller , 5073 Gipf-Oberfrick, Schweiz zum Spiegel Nr.47 / 1997 Die Vaterlose Gesellschaft :
Seit über 3 Jahren lebe ich getrennt von unseren beiden Kindern (Sohn 6, Tochter 8) und wünsche von der Mutter unserer Kinder eine Absprache bei der Mitbetreuung unserer Kinder. Wir leben alle im gleichen Dorf, doch ich werde unbarmherzig ausgegrenzt mit allen juristischen Mitteln.
Ein gemeinsames Sorgerecht als Regelfall ist das mindeste, was die Staaten für ihre Kinder tun können, um endlich die Interessen der Kinder und Eltern (einziger, lebenslanger, unkündbarer Vertrag) zu schützen und z. B. mit Mediation zu lernen, Elternschaft von Partnerschaft (kündbar durch Trennung und Scheidung) zu trennen.
- auch viele in der Schweiz sollten
beginnen, dies zu lernen -
Thomas M. Reuter - 01:27pm Nov 23, 1997
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen auf diese Weise sehr für den Artikel danken, der sich endlich einmal mit dem verdrängten Thema der entsorgten Väter befaßt:
Erstens danke ich Herrn Matthias Matussek. Es gehört sehr viel Mut und Courage dazu , sich derart entschieden gegen das zu stellen, was leider mittlerweile als “political correct“ eingebürgert ist: kein Thema darf angesprochen werden, daß mit allgemeinem Machtmißbrauch durch Frauen zusammenhängt. Ich kann mir vorstellen, daß Herr Matussek jetzt in den Redaktionsräumen ein Speißrutenlaufen durchstehen muß. Ich wünsche ihm viel Kraft dafür, denn er öffnet mit seiner mutigen, sogenannten “Polemik“ ein Gartentürchen in eine bessere, gerechtere Gesellschaft, die anfängt, sich um ihre Kinder zu sorgen. Es ist übrigens gar keine Polemik. Es ist eine Dokumentation. Aber man darf es nicht so nennen.
Zweitens danke ich der Redaktion, daß sie den Mut gefunden hat, solch einen Artikel zu veröffentlichen. In den nächsten Wochen wird es einen Aufschrei im Blätterwald geben - die TAZ hat in ihrer unnachahmlichen, politisch korrekten Art ja schon damit angefangen. Es wird nicht um Tatsachen gehen, sondern um Positionen. Viele Frauen werden in dem Artikel einen Angriff auf ihre Besitzstände sehen und - wie im TAZ-Artikel vom Wochenende - unter die Gürtellinie schlagen. Aber der SPIEGEL hat schon viel ausgehalten, und ich bin sicher, daß er auch das durchsteht: wenn er denn will.
Ich bin selbst alleinerziehender Vater von drei Kindern. Ich habe es auch durchgestanden: gegen die Frauengruppe am Ort, gegen die Frauenbeauftragte, gegen die Macht der Frauen vom Jugendamt, gegen die Rechtsanwältinnen. Ich habe nicht locker gelassen, bis die Politik kein Interesse mehr hatte und der Vernunft endlich eine Chance ließ.
Wir Männer sind nicht die Hausmeister unserer Kinder und deren Mütter. Wir sind die Väter!
Mit freundlichen Grüßen, Thomas M. Reuter Enzianstr. 7 82194 Gröbenzell
SPIEGEL ONLINE Forum "Entsorgte Väter?" Teil 2