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Leserbriefe zur SPIEGEL-Titelstory "Die vaterlose Gesellschaft" vom 17.11.1997
N. K. - 04:01am Dec 12, 1997
Auffaellig finde ich die Tatsache, dass die ueberwiegende Anzahl der Maenner keine Kinder wuenscht, waehrend der Schwangerschaft die Frau nicht unterstuetzt und erst an dem Kind Interesse zeigt, wenn es nicht mehr 100 % hilfebeduerftig ist.
Frauen investieren ihre Energie, opfern oft berufliche Sicherheit und einen grossen Teil ihres Lebens fuer ein Kind. Also haben sie natuerlich auch eher das Recht auf das Kind im Falle einer Scheidung. Allerdings sollten Unterhaltszahlungen auf freiwilliger Basis sein. So wuerden die Maenner (die, meiner Erfahrung nach weniger Bezug zu Kindern haben) nicht unfair behandelt werden.
Paul Linz - 10:22am Dec 12, 1997
Ein Symptom der deutschen Gesellschaft der späten neunziger Jahre ist der allerorten zu beobachtende Reformstau. Unser System schreit geradezu nach Reformen bei den Steuern, den Renten und eben auch beim Sorgerecht, Eherecht, Scheidungsrecht. Diese Gesellschaft nimmt es hin, daß unzulängliche Gesetze tausendfach Existenzen ruinieren, ein tabuisierter Skandal. Wie entwickeln sich eigentlich Kinder, die von der Mutter systematisch zum Haß auf den eigenen Vater erzogen werden? Diese Quittung erhalten wir in zwanzig Jahren.
Paul Linz
Ralf Knochner - 05:11pm Dec 12, 1997
Liebe N. K., ruhig und gelassen verfolgte ich bis jetzt die Diskussion in diesem Forum, aber manchmal kann ich mich dann doch nicht zurückhalten. Ohne auf den Rest Deines Beitrages einzugehen, aber
... haben eher das Recht auf das Kind im Falle der Scheidung...
Das ist schon ein komischer Satz. Das klingt als würde es hierbei um ein Möbelstück gehen oder um das Recht auf Auskunft, also irgendetwas was man besitzen und eventuell auch mal hin und her schieben kann. Ich kann nur hoffen, daß dieser Satz nicht so gemeint war, sonst wäre das ein Grund traurig zu sein, ob der Einstellung einiger meiner Mitmenschen.
Dipl. Ing. Franz Tschöp - 06:57pm Dec 13, 1997
Ich weiß nicht, welche Erfahrungen Manuela Goessnitzer und N. K. haben, daß sie derart allgemeine und für alle Väter (Männer) gültige Aussagen treffen.
Dies zu den Beiträgen.
Ich möcht zum einen sagen ich bin ein Vater der gerne mit sienen Kindern Kontakt hätte und der sehr viel unternimmt auf rechtlicher und mentaler Seite um wieder seine Kinder sehen und sprechen zu können.
Es sollte jener Elternteil der dem anderen die Kinder in der einen oder anderen Art vorenthält sich übelegen was er den Kindern, was er aber auch sich selbst antut. Denn wenn man es auch nur, und ich betone auch nur, rein biologisch betrachtet, so ist in jedem Kind die eine Hälfte von der Mutter und die andere Hälfte vom Vater und lehnt man den ehemaligen Partner ab , so lehnt man auch eine "Hälfte" des Kindes ab. Und die Kinder müssen mit dieser Ablehnung , die sehr stark sein kann leben und aufwachsen!
Wie derartiges psychologisch aussieht kann sehr gut bei Bert Hellinger in seinen Büchern" Anerkennen was ist" und "Die Mitte fühlt sich leicht an" nachgelesen werden.
Es wäre vielleich und ich sage vielleicht auch für beide Elternteile gut sich (vor jedem rechtlichen und psychologischen Hick -Hack) sich die Frage zu stellen:"Und was ist mein Anteil, daß es so gekommen ist, wie es gekommen ist?" und nicht nur darauf pochen, das ist mein Recht und du hast unrecht. Möglicherweise würden wir unseren und ich betone unseren Kindern viel Leid ersparen.
Grüße aus Wien
Dipl. Ing. Franz Tschöp
Guido Lüchters - 11:15am Dec 14, 1997
Solange in Deutschland über 90% aller Männer von Frauen erzogen wird sich wohl nix ändern.
Wohlerzogene Männer schuften derweil und sterben früh. Als gut konditionierte Sklaven malochen sie für den Konsum der noch vorhandenen oder schon getrennten Familie.
Und selbst, wenn dem nicht so wäre; Frauen sind mit über 50% eine starke Wahllobby die konditionierte Männer noch oben wählt, damit auch im Parlament Frauen-Interessen vertreten werden. Denn im Gegensatz zu Männern ist sich diese "Partei" auch ohne Statuten einig: Ständige Unzufriedenheit und Lamentieren ist nun mal die Grundausstattung dieser Untergattung.
Spätere Generationen werden hoffentlich dieses Zeitalter mit Unverständnis betrachten. (Seufz)
Guido Lüchters, Bonn
Wolf-Rüdiger Modis - 11:59pm Dec 14, 1997
Es hat sich bisher keiner die Mühe gemacht, festzustellen, wie es eigentlich den Kindern mit dieser so emotionsgeladenen Diskussion - besser ist hier wohl Streit - geht. Bei aller Polemik von beiden Seiten sollte doch die Bemühung stehen, im Interesse des Kindes einen Konsenz zu finden. Dieser Streit, Du hast dies nicht ... und Du hast jenes nicht ..., geht zu Lasten der Psyche der Kinder. Die, die wir hier streiten, nennen uns Erwachsenen, fragen wir doch unsere Kinder und versuchen als gleichberechtigte Partener miteinander umzugehen. Dies setzt jedoch von beiden Seiten eine Kompromißbereitschaft voraus und die Einsicht, daß der Eine nicht besser ist als der Andere. Haß und Polemik ist hier der schlechteste Berater.
Die Interpretation von Statistiken ist immer abhängig vom Interpretierenden, daher gibt keine Statistik das wahre Bild wieder.
Wolf-R. Modis, Berlin
Sabine Behrmann - 11:08am Dec 16, 1997
Irgendwann haben Mama und Papa mal auf Verhütungsmittel verzichtet, weil sie einander und den Rest der Menscheit mit Nachwuchs beglücken wollten - und dann muss wohl der Klapperstorch gekommen sein... Denn sobald Mama und Papa nicht mehr zusammen sein mögen, fängt das Gerangel ums Geld an - und der Nachwuchs wird zum Mittel zum Zweck. Von Verantwortungsbewusstsein keine Spur.
Es sollte eigentlich nicht um die Rechte der Eltern gehen, sondern um die der Kinder. Wir haben sie schliesslich in die Welt gesetzt, ohne sie zu fragen. Und so schwer es auch sein mag: sie haben ein Recht auf beide Eltern und darauf, dass die für ihr körperliches und seelisches Wohlergehen sorgen.
Kinder brauchen keine Trennungskrüppel, von denen sie als Krücken oder Waffen missbraucht werden - sie brauchen Erwachsene, die ihrer Aufgabe als Eltern gewachsen sind.
Diejenigen, die das vergessen, sollten sich schämen.
Karina Moeller - 03:26pm Dec 16, 1997
Mir ist dieses Thema sehr wichtig.Ich kann all die gedruckten Meinungen im Spiegel verstehen und nachvollziehen. Es gibt unsäglich viel Leid auf diesem Gebiet bei allen beteiligten Seiten.
Alle Autoren sind sich einig, das meiste Leid tragen die Kinder. Und das stimmt. Sowohl als Kinder, aber auch als Erwachsene ist ihr Verhalten von so einer kaputten Familie geprägt. Das ist sehr traurig, denn nichst ist schöner als in der Geborgenheit einer Familie aufwachsen oder leben zu können.
Unsere moderne Gesellschaft hat viele Ideale über die Familie kaputtgemacht. Es geht heute um Selbstverwirklichung, sich selbst finden,sich selbst verwirklichen, das beste aus einem selbst herausholen ............... auf der Strecke bleibt das Miteinander und das Füreinander.
Die gesellschaftlichen Rahmenbedigungen sind hierfür perfekt. Nicht nur das Scheidungsrecht auch eine "nicht" vorhandene Jugendpolitik bieten die beste Grundlage, um gute Traditionen der Familie zu zerstören.
Ich finde es gut und wichtig, die öffentliche Diskussion darüber anzukurbeln. Ich bedanke mich deshalb beim Spiegel und allen seinen Autoren, die dieses Thema aufgerollt haben. Last es nicht zu,daß unsere Kinder dieses Leid ertragen müssen.
Frank Karl Tenbrink - 12:41pm Dec 17, 1997
Dipl.-Ing.agr. Frank Karl Tenbrink Freudenthalstr. 1 30419 Hannover Mail: Frank.Karl.Tenbrink@stud.uni-hannover.de
Sonntag, 17.12.1997
Der Spiegel
Betrifft Artikel: Die Vaterlose Gesellschaft - der Kampf der Scheidungsväter um die Kinder vom Sep. 97 Heft Nr. 47
Bezug Schreiben an den Spiegel vom 6.3.97 und 25.3.97 Kindesentführung/ Kindesentzug durch Eltern, Richter, Staatsanwälte Jugendamt u.a.
Leserbrief: Titel: Sozialeuthanasie und Hexenprozesse gegen engagierte Väter
Sehr geehrter Herr Doerry,
ich schreibe Ihnen erneut, weil ich als Bürger und betroffener Vater zweier kleiner Kinder über die Entwicklung in unserem Rechtsstaat überaus besorgt bin. Besorgt bin ich aktuell über die Verfahrensweise unserer Justiz und deren Helfershelfer und den gesellschaftlichen Auswirkungen beim "Geschlechterkampf im Scheidungskrieg". Ich spreche im Namen vieler Väter und Mütter. Die Thematik ist im Interesse der Öffentlichkeit. Mich haben persönlich viele betroffene Eltern über den Mangel an entsprechender Berichterstattung in den Medien angesprochen.
Leserbrief: Sozialeuthanasie und Hexenprozesse gegen engagierte Väter
Als Vater zweier kleiner Kinder und Mitglied einer Selbsthilfegruppe, die tagtäglich mit diesem menschlichen Elend konfrontiert wird, sage ich Ihnen: "Die Realität ist brutal, das Faustrecht hat Einzug gehalten beim Kampf um das Kind". In der deutschen Politik und der Justiz stehen nicht das Kindeswohl sondern knallharte wirtschaftliche Interessen und ein unbarmherziger Machtkampf im Vordergrund. Deutlicher geht es nicht mehr. Unsere Kinder, werden dabei zwangsweise zu Halbwaisen gemacht. Die Rollen in den Täter-Opfer-Modellen sind schnell verteilt. Der Schuldige ist (fast) immer der Mann. Die forensischen Sachverständigen bemühen ernsthaft den Vergleich mit Hexenprozessen. Jeden Tag werden durch diese stigmatisierende Maschinerie die Menschenrechte mit Füßen getreten. Der Kindesmißbrauch und die Gewalt durch die deutsche familiengerichtliche Praxis ist gesellschaftsfähig. Die aktuelle "Reform im Kindschaftsrecht" hat einen Aufschrei bei den Selbsthilfegruppen verursachte. Es wird sich nichts am Status Quo ändern. Die Pfründe der falsch "verstandenen Frauenemanzipation" werden weiter gehegt und gepflegt.
Weil ich mich als Betroffener gegen diese Unrechtsakte aktiv zur Wehr setze versucht die Justiz mich durch ein Entmündigungsverfahren sozial zu euthanasieren und mundtot zu machen. Ich komme mir vor wie ein Jude während des Dritten Reichs. Verfolgt und von jedem Rcht ausgeschlossen. Ich will mich nicht mit derselben Schuld beladen, wie die vielen "Ahnungslosen" damals, die tatenlos zuschauen und "nichts gewußt haben wollen". Den wer sich nicht aktiv gegen das Verbrechen wehrt gesellt sich zum Verbrecher. Ich lasse mich nicht durch symbolische Abstrafungen der Justiz beirren, die jedem engagierten Vater ins Gesicht schlagen, der sich nicht der protegierten feministischen Muttermacht beugen will.
Prominente wie Roman Herzog rufen jeden Mitbürger zur "Zivilcourage" und zur "beherzten Nothilfe" auf. Ich werde mich weiterhin für die Rechte unserer Kinder mit vollem Einsatz gegen diese totalitären, menschenverachtenden und diskriminierenden Tendenzen in diesem Land engagieren. Nehme wir die Argumentation eines bekannteren Falles aus dem Internet zur Hilfe und sagen Uns:
"Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, denn heute sind es die Ausländer, und die vom Machtmißbrauch betroffenen entsorgten Väter, morgen sind es dann wieder die Juden, dann die Behinderten, die Katholiken, ...".
Mit freundlichen Grüßen FT
Michael Ehrhart - 01:13am Dec 18, 1997
Offener Brief an Familienministerin Claudia Nolte Öhrinstöcker Landstrasse 116, D-98693 Ilmenau
Absender: Michael Ehrhart Senator-Balcke-Straße 50 D-28279 Bremen
Betrifft: Frohe Weihnachten Bremen, den 17.12.1997
Sehr verehrte Frau Nolte,
eigentlich wollte ich Ihnen ein großes Paket schicken. Aber ich denke, Sie haben davon bereits ausreichend bekommen.
Ein Kind ohne Vater ist wie ein Haus ohne Dach, sagt eine buddhistische Weisheit.
Wenn sich nicht langsam etwas bewegt im deutschen Scheidungs- und Kindschaftsrecht, werden wir bald ganze Siedlungen neu eindecken müssen. Und nicht können, weil die kleinen Häuser vollgeregnet und kaputt sind.
Ich kämpfe seit fast zwei Jahren um das Sorgerecht für meinen Sohn Tom (3). Ich habe ein 61seitiges psychologisches Gutachten einer Frau (!), die dringend empfiehlt, mir das Sorgerecht für meinen Sohn zu übertragen, da meine Frau psychische Probleme hat.
Doch das Familiengericht in Kiel hat sich über das Gutachten hinweggesetzt (AZ 53F 185/96), mit der fadenscheinigen Begründung: Der Junge ist bei der Mutter, warum solle man das ändern. Das Oberlandesgericht Schleswig hat das Urteil auch noch bestätigt (AZ 8UF 137/97). Ich muß nun vor das Bundesverfassungsgericht, wegen “Verletzung des richterlichen Gehörs³, wie es formal heißt. Mir selbst sind Hören und Sehen bereits längst vergangen.
Mein Sohn wird währenddessen gegen mich aufgehetzt. Er hat Angst, mich zu besuchen, weil er bei mir krank wird, wie man ihm eintrichtert. Der Schaden, der an seiner Seele angerichtet wird, ist unermeßlich. Und diese Gehirnwäsche muß ich monatlich mit 2200 Mark subventionieren. Doch damit nicht genug: Weil mir selbst nur 1000 Mark bleiben und mir meine Frau dauernd den Gerichtsvollzieher hinterherschickt, fehlt mir laut Gericht die finanzielle Basis, meinen Sohn zu ernähren. Was für eine Argumentation!
Mir bleibt nun nur der Gang vor ein Bundesgericht. Bis unsere Justiz endlich erkennt, daß eine Gutachterin ihren Job auch dann richtig macht, wenn ihr Urteil einmal gegen die Norm verstößt, ist mein Sohn vermutlich schon eingeschult.
Sie werden sicherlich die Berichterstattung im Spiegel verfolgt haben, sehr verehrte Frau Nolte.
Es ist Zeit zu handeln!
Mit freundlichem Gruß, Michael Ehrhart
Ursula Ofuatey-Kodjoe - 09:22am Dec 18, 1997
Ihr Artikel zeigt die Problematik auf. Kommen die durchaus vorhandenen Lösungsmöglichkeiten im nächsten Heft oder sind sie nicht vorgesehen? Damit bliebe DER SPIEGEL selbst im "Täter-Opfer-Muster" hängen.
1. Information und Aufklärung der Eltern über Bedürfnisse und Rechte der Kinder, über die langfristig verheerenden Auswirkungen strittiger Trennungen auf Entwicklung, Lebenszufriedenheit und Lebensqualität aller Beteiligten - auch der vermeintlichen SiegerInnen.
2. Trennungsbegleitenden Beratung mit den Zielen: Verstehen (eigener Anteil am Zerbrechen der Ehe, Beziehungs- und Kommunikationsmuster etc.) - Verzeihen (sich selbst und dem Partner) - Versöhnung (mit sich selbst, dem Partner führt zu Elternschaft und späterer Großelternschaft trotz Paartrennung). Anbieten außergerichtlicher Konfliktlösungsmodelle mit dem Ziel: Eigenverantwortung, Elternautonomie stärken, Ermutigen zu eigenen Lösungen.
3. Umgehende Reaktionen bei Umgangsverhinderungen in disziplinübergreifender Zusammenarbeit aller am Verfahren Beteiligten, um den drohenden Kontaktabbruch zu verhindern: vor den ersten Anzeichen: Aufklärung, Aufforderung zur Beratung, Therapie. Paralell dazu: Aussetzen des Verfahrens, Umgangspflegschaft, Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts, Androhung des Sorgrechtsentzugs, Sorgerechtsübertragung. Das spricht sich herum und hat für Kontaktkiller etwas Entmutigendes.
4. Zivilrechtliche Verfolgung von fälschlichen Gewalt- und Missbrauchsvorwürfen, die aus prozesstaktischen Gründen erhoben werden, Schadenersatz für die damit verbundene Existenzvernichtung. Auch das spricht sich herum. Bewußtseinsbildung kann auch auf diesem Weg stattfinden.
Ursula Ofuatey-Kodjoe, Sölden
Dipl.-Psych., Dipl.-Soz. Päd., Mediatorin, Mitautorin der Studie
"Die psychosoziale Situtation nichtsorgeberechtigter Väter"
http://www.paPPa.com/studie/prev.htm
SPIEGEL ONLINE Forum "Entsorgte Väter?" Teil 1