Information des HEIDELBERGER BÜRO FÜR FAMILIENFRAGEN UND SOZIALE SICHERHEIT (HBF)
Internationales Symposium
in München
"Kindererziehung in Familie oder Kollektiv"
1. und 2. Dezember 2000
Schirmherr: Dr. Edmund Stoiber, Der Bayerische Ministerpräsident
Ort: Hörsaal des Walther-Straub-Institutes, 80336 München, Nußbaumstr. 26
Geleitwort
Ehe und Familie werden zunehmend in Frage gestellt. Dabei werden fast ausschließlich Probleme des Wirtschaftslebens und der Gleichberechtigung diskutiert. An die Bedürfnisse der Kinder wird so gut wie nie gedacht. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland haben aber mit Absicht Ehe und Familie der Kinder wegen als der Zukunftssicherung des Volkes einen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz zugedacht. Ehe als potentielle Gemeinschaft im Dienste des Kindes, Familie als Kinderschutz.
Ehe und Familie gerieten seit der Industrialisierung mit Trennung von Arbeitsplatz und Wohnung ins Hintertreffen. Im Zuge der "Emanzipation der Frau" und ihrer Selbstverwirklichung in der außerhäuslichen Arbeitswelt wurden für Kinder "Erziehungseinrichtungen" – Krippen, Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen, meist sogar ganztägig – geschaffen. Diese Entwicklung der "Kollektivierung der Kindererziehung" entspricht, ohne dass man sich dessen bewusst ist, den Zielvorstellungen von Lenin, der mit solchen Masseninstitutionen die Frau "von Herd und Kindern befreien" wollte, damit sie ein vollwertiges Mitglied in der sozialistischen Gesellschaft werde.
Kinderärzte und Kinderpsychologen – besonders in der Tschechoslowakei – verfolgten mit kritischer Sorge die Umstellung von der Familien- auf die Kollektiverziehung. Dabei konkretisierten sie in den fünfziger Jahren die Schäden bei den Kindern aus Kollektiverziehung, insbesondere in ihrer Sozialisation, Kommunikation, Verselbständigung und vor allem ihrer Sprachentwicklung. Frau Professor Kolzova am Petersburger Pawlow-Institut stellte auch in Russland nach Untersuchungen bei Hunderten von Kindern in den pädagogischen Tagesstätten fest, dass diese im Unterschied zu Familienkindern eine verzögerte Sprachentwicklung aufwiesen.
Angesichts dieser Sachlage erscheint es dringend geboten, die Bedürfnisse des Kindes im Hinblick auf seine Erziehung in den Vordergrund zu stellen. Dabei sollen die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen, insbesondere internationaler Längsschnittstudien, die in Jahrzehnten zusammengetragen wurden, bilanziert werden, um hieraus Schlussfolgerungen für Praxis und Forschung zu ziehen. Diesem Ziel soll das mit hochrangigen Referenten besetzte Internationale Symposium dienen.
Dieses Symposium widme ich allen Müttern, die weitgehend ohne Anerkennung während Schwangerschaft, Geburt, Stillen und durch ungeteilte Zuwendung insbesondere auch durch Mutter-Sprache die Lebensentwicklung ihrer Kinder prägen und damit die Grundlage für unsere kulturelle und wirtschaftliche Zukunft sichern.
Professor Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Hellbrügge
PROGRAMM
Freitag 01.12.2000
14.00 – 14.40 Uhr Das
Deprivationssyndrom im Säuglingsalter und seine Folgen – Filmvortag
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Hellbrügge,
Universität München
14.40 – 15.20 Uhr Sozialpolitik als Feind der Familie? Dr. Konrad Adam, Oberursel
15.20 – 16.00 Uhr Socialization for autonomy and connectedness within the parent-child relationship: a family life-cycle approach (Sozialisation zu Autonomie und Bindungsfähigkeit in der Eltern-Kind-Beziehung aus der Sicht des Lebenszyklus der Familie) Prof. Cary W. Peterson, Professor and Head Department of Sociology, Arizona State University, USA
16.00 – 16.40 Uhr Kaffeepause
16.40 – 17.00 Uhr Familie und soziale Sicherheit Dr. Jürgen Borchert, Landesgericht Darmstadt, Heidelberg
17.00 – 17.40 Uhr Elternliebe schützt vor Kinder- und Jugendkriminalität - Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe, Hannover
Samstag 02.12.2000
9.00 – 9.40 Uhr Folgen von Familienkatastrophen: Risiko und schützende Faktoren - Einsichten aus einer 40-jährigen Längsschnittstudie - Prof. Dr. phil. Emmy E. Werner-Jacobsen, University of California, USA
9.40 – 10.00 Uhr Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und ihre Auswirkung auf die Bindungsrepräsentation im frühen Erwachsenenalter Prof. Dr. Klaus Grossmann, Psychologisches Institut der Universität Regensburg, Regensburg
10.00–10.40 Uhr Kaffeepause
10.40 – 11.20 Uhr Liebe ohne Freundschaft ist nicht familientragend Prof. Dr. Zdenek Matejcek, Psychologisches Institut der Karls-Universität Prag, Tschechische Republik
11.20 – 12.00 Uhr Infektionsgefahren in der Kollektivpflege - Internationale Erfahrungen Prof. MU Dr. Jiri Dunovsky, Südböhmische Universität Budweis, Tschechische Republik
12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause mit gemeinsamem Mittag im Institut
13.00 – 13.40 Uhr Der Kampf gegen die Kollektiverziehung in der ehemaligen CSSR - Dr. Jiri Kovarik, Verein zur Förderung der Ersatzfamilienpflege, Prag, Tschechische Republik
13.40 – 14.20 Uhr Die Tragödie der postkommunistischen Waisenhäuser - Doz. Dr. Jaroslav Sturma, Karls-Universität Prag, Tschechische Republik
14.20 – 15.00 Uhr Kaffeepause
15.00 – 15.40 Uhr Notwendigkeit und Grenzen qualitativ guter öffentlicher Kinderbetreuung Prof. Dr. Wolfgang Tietze, Freie Universität Berlin, Berlin
15.40 – 16.20 Uhr Sicherung von Familie und Kultur durch Gleichstellung von inner- und außerhäuslicher Mutterarbeit Frau Prof. Dr. Janne Haaland Matlary, Universität Oslo, Bereich politische Wissenschaften, Oslo, Norwegen
16.30 – 18.00 Uhr Abschlussdiskussion aller Referenten unter Beteiligung des Auditoriums - Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Hellbrügge
Anfragen unter: Theodor-Hellbrügge-Stiftung: Frau Joanni: 089-71009-253
FAX-Antwort: 0049-(0)89-7 19 36 10
An die
Internationale Akademie für Entwicklungs-Rehabilitation
und Theodor-Hellbrügge-Stifung
Heiglhofstr. 63
81377 München
Ich möchte gerne zu dem Symposium vom 1. bis 2. Dezember 2000 "Kindererziehung in Familie oder Kollektiv"
Informationen O
Ich möchte mich gerne für das Symposium vom 1. bis 2. Dezember 2000 "Kindererziehung in Familie oder Kollektiv"
anmelden O
Tagungsgebühr: DM 160,00 incl. Mittagsimbiss und Kaffee,
Studenten bei Vorlage eines Studentenausweises 50 % Ermäßigung
(Sie erhalten vor Beginn des Symposiums eine Anmeldebestätigung sowie ein Überweisungsformular zur Begleichung der Tagungsgebühr)
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Vorname Name Beruf
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Straße Nr. PLZ Ort Telefon/FAX
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Unterschrift
(Zutreffendes bitte ankreuzen!)
Bitte senden Sie das ausgefüllte Formular an folgende Fax-Nummer: 089-7 19 36 10
oder schicken Sie es an die Internationale Akademie
für Entwicklungs-Rehabilitation und Theodor-Hellbrügge-Stiftung
Heiglhofstraße 63, 81377 München
Telefonische Anfragen unter: Tel.: 089-71009-253 oder 089-71009-312