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TV-TIP 3.6.99: ZDF, 20.15 Uhr - "Nicht ohne meine Eltern"
Der Film "Nicht ohne meine Eltern" befaßt sich mit einem Thema, das von der deutschen Öffentlichkeit bisher kaum in seiner Brisanz wahrgenommen wurde. Seit dem 1. Juli 1998 gibt es mit dem Gesetz zur Reform des Kindschaftsrecht beim Scheidungsprozeß die Möglichkeit, einen "Anwalt des Kindes" (Verfahrenspfleger) zu bestellen, der in schwierigen Interessenskonflikten die Belange des Kindes vertreten soll.
Der amerikanische Bestseller "Nicht ohne meine Eltern" von Richard Frede, der dieser Verfilmung zugrunde liegt, nimmt einen solchen Fall auf und erzählt auf dramatische Weise den Kampf des kleinen Jonathan um sein eigenes Recht im Scheidungsprozeß der Eltern. Die gleichnamige Verfilmung unter der Regie von Christian von Castelberg, unter anderem der Regisseur der erfolgreichen ZDF-Produktion "Die Chaos-Queen" und "Die Mörderin", ist eine anrührende und zugleich spannende Auseinandersetzung mit dem Thema "Scheidungsopfer".
Als der zwölfjährige Jonathan Winterhoff von der Schule nach Hause kommt, ist für ihn die Welt noch in Ordnung. Ohne zu wollen, hört er ein Gespräch seiner Mutter Andrea mit ihrer besten Freundin und Anwältin Ellen Hansen. Andrea will die Scheidung von Jonathans Vater Christoph. Jonathans Ängste bewahrheiten sich, als noch am selben Abend ein Riesenstreit losbricht und Andrea ihren Mann vor die Tür setzt. Und gleich beginnt auch der Streit um das gemeinsame Haus, oder vielmehr darum, wer dieses verlassen muß. Jonathan wird durch seine Schulfreundin Antonia und deren Eltern vor Augen geführt, wie eine Scheidung zum Krieg werden kann.
Durch ein Fernsehinterview aufmerksam geworden, nimmt Jonathan ganz selbstbewußt Kontakt mit Bartholomäus Penning auf, einen erfolgreichen Anwalt und bekannt für seine schneidende Kälte. Ein echter Menschenfeind, und in Anwaltskreisen als "der Teufel" bekannt. Anfänglich fertigt er Jonathan auch in zu erwartender Manier ab, aber etwas scheint ihn doch zu interessieren. Es gelingt Jonathan, ihn für den Fall zu gewinnen. Jonathan will die Scheidung verhindern. Penning ist skeptisch, nimmt aber dann doch mit Jonathan den Kampf auf, denn seit neuestem gibt es auch in Deutschlands Rechtssprechung den "Anwalt des Kindes".
Einen Kampf, den mit der Zeit alle teuer bezahlen, auch wenn Jonathan vor Gericht erste Siege davonträgt. Zum Erstaunen seiner Eltern, die als gesetzlicher Vormund auch noch Pennings Rechnung zahlen müssen. Jonathan wird der juristische Gegner seiner Eltern und droht sogar mit dem Entzug des Sorgerechts, wenn sie nicht in einer Familienberatung einen neuen Versuch unternehmen. Dazu gezwungen, beginnen die Eltern miteinander zu sprechen, und es scheint Hoffnung zu geben. Diese jedoch trügt, zu tief sind die Wunden und zu unnachgiebig beide in ihren verständlichen Positionen. Die Ehetherapie scheitert. Und es geht wieder ums Haus.
Als seine Schulfreundin Antonia nach einem Unfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist Jonathan verzweifelt. Ohne Antonia und mit seinen Eltern scheinbar als Feinde, gibt er Penning die Schuld. Von Jonathans Verzweiflung aufgeschreckt, wird Penning aber deutlich, daß er diesen Prozeß nicht für sich oder um zu gewinnen führt, sondern nur für Jonathan. Trotz des Interessenkonflikts kann Penning seine Kollegin Ellen Hansen zu einem gemeinsamen Krisengespräch überreden. Wichtigstes Thema: Hoffnung. Gemeinsam beraten von Antonia kommt ihnen die entscheidende Idee: Das Haus muß als Streitobjekt aus dem Weg und doch braucht Jonathan ein Zuhause. Der Plan ist gemacht - nun muß er nur noch umgesetzt werden.
Sendelänge: 87 Minuten - 1998/1999 hergestellt
ots Originaltext: ZDF Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de
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