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Kindeswille und Elterntrennung
Zur neuen Aktualität des Kindeswillens nach der
Kindschaftsrechtsreform
Fachtagung der Katholischen Akademie Trier 23.–24.
April 99
Mit dem am 1. Juli 1998 in Kraft getretenen neuen Kindschaftsrecht wurde im Familienrecht ein Perspektivwechsel eingeleitet: mit Blick auf das größtmögliche Wohl der Kinder wurde deren Wille bei Trennung der Eltern in den Vordergrund gestellt. Ein beratendes Helfersystem soll die Eltern in ihrem Befriedungsprozeß für die "Nachscheidungsfamilie" unterstützen.
Der vollzogene Perspektivwechsel verspricht den Betroffenen jedoch noch keine sorgenfreie Zukunft. Neue psychische Nebenfolgen, wie das Parental Alienation Syndrome (PAS, elterliches Entfremdungssyndrom), können bei den Kindern nicht ausgeschlossen werden. Die Fachdienste müssen in dem neuen rechtlichen Rahmen neue Kooperationsformen lernen. Insgesamt bleibt offen, ob der gestiegene Beratungsbedarf erkannt wurde und ob entsprechende Vorkehrungen in den Fachdiensten getroffen wurden oder ob die juristische Neuformulierung bei knappen öffentlichen Kassen derzeit als ausreichend bewertet wird.
Mit unserer Fachtagung wollen wir den professionellen Kräften im Hilfesystem Orientierung für die Umsetzung des neuen rechtlichen Rahmens anbieten, indem wir dessen Bedeutung bei der Trennung der Eltern aus familientherapeutischer, entwicklungspsychologischer, familienrechtlicher und anwaltlicher Sicht, sowie aus Sicht der Jugendhilfe beleuchten. Sie sind herzlich eingeladen.
Tagungsprogramm
Freitag, 23. April 1999
9:30 h Einführung
10:00 h Kindeswille - Kindeswille ?
Zum "Meinungswandel" von Kindern im
Trennungskonflikt ihrer Eltern
Referent: Prof. Dr. Uwe Jopt, Universität Bielefeld
11:15 h Der "Kindeswille"
aus familienrechticher Sicht
Referent: Prof. S. Willutzki, Vorsitzender des Deutschen Familiengerichtstages
12:30 h Mittagspause, Mittagessen
14:00 h Möglichkeiten der freien
Träger bei kindlichem Widerstand gegen Umgang mit
dem nichtbetreuenden Elternteil
Referent: N. N.
15:30 h Arbeitsgruppen:
a) Interventionsmöglichkeiten des psychologischen Sachverständigen
bei
Ablehnung eines Elternteils
Moderation: Prof. Dr. Uwe Jopt
b) Kindeswille und Familienrecht
Moderation: Elmar Bergmann, Familienrichter
18:30 h Abendessen
Samstag, 24. April 1999
9:00 h Kindeswille und Elternbindung
aus entwicklungspsychologischer Sicht
Referent: Heinz Kindler, Dipl.-Psychologe
9:45 h Diskussion
10:15 h Kindeswille und Jugendhilfe
Referent: Eckhard Barth, Leiter des sozialen Dienstes der Sozial- und
Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe
11:00 h Diskussion und Pause
11:30 h Umgangskonflikte aus anwaltlicher
Sicht
Referent: Heinz Schildgen, Rechtsanwalt, Bitburg
12:15 h Diskussion
12:30 h Mittagspause, Mittagessen
14:00 h Umgang mit dem kindlichen Willen
als Herausforderungen zur
interdisziplinären Kooperation
Impulsrefererate und anschließende Diskussion
Referenten: Elmar Bergmann und Hanspeter Cuvenhaus, Familienrichter
Moderation: Dr. Bernd Steinmetz
16:00 h Tagungsende
Hinweise zur Tagung
Beginn: 23.04.1999, 9:30 h - Ende 24.04.1999, 17:00 h
Ort: Robert-Schumann-Haus - Begegnungsstätte
und Katholische Akademie des Bistums Trier
Auf der Jüngt 1
54293 Trier
Tel. 0651 / 81 05-232 - Fax: 0651 / 81 05-434
Tagungssekretariat: Petra Gentgen
Akademiedozent: Dr. Bernd Steinmetz
Anmeldung
Anmeldungen bis spätestens 14. April 1999
an die Katholische Akademie, Postfach 23 20, 54213 Trier. Der Tagungsbeitrag beträgt 150 DM. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Tagungshaus sind darin enthalten.
Mit Ihrer verbindlichen Anmeldung bitten wir um Zusendung eines Verrechnungsschecks über 50 DM als Anzahlung; der Rest des Seminarbeitrages kann zu Beginn der Tagung gezahlt werden. Sollten Sie sich nach dem Anmeldeschluß abmelden müssen, müssen wir die Anzahlung als Erstattung für die uns entstandenen Unkosten einbehalten.
Wegweiser
Die Katholische Akademie befindet sich Auf der Jüngst in der Nähe der Mariensäule. Sie können die Akademie mit einem Taxi vom Hauptbahnhof oder Simeon-Stift-Platz (Stadtmitte) erreichen. Mit dem Stadtbus können Sie die Akademie mit der Linie 2 ab Haltestelle Balduinsbrunnen (Nähe Hauptbahnhof) bis zur Haltestelle Kaiser-Wilhelm-Brücke (Reverchon-Fußweg, bergaufwärts, ca. 10 Minuten) oder Römerstraße (dann zu Fuß aufwärts die Römerstraße, ca. 20 Minuten) erreichen.